Die Jerry-Bruckheimer-Produktion DAS VERMÄCHTNIS DER TEMPELRITTER hatte es im Vorfeld ihrer Kinopremiere wahrlich nicht leicht. Bereits die Trailer wurden von den Kritikern verrissen, verhöhnt und als stupides INDIANA JONES-Plagiat abgestempelt. Umso überraschender war dann der Erfolg an den Kinokassen, an welchen der Film mit 350 Millionen Dollar weltweitem Einspiel gut einschlug. Sicherlich lehnt sich der Film recht nah an seinem offensichtlichem Vorbild an, schafft es aber nach Meinung des Rezensenten, eine gewisse Eigenständigkeit zu entwickeln, da er mitunter andere Wege beschreitet als die Abenteuer um den Archäologen mit dem Hundenamen. Die Handlung dreht sich um den verkannten Historiker Benjamin Gates (Nicholas Cage, THE ROCK), der neben seiner Profession auch noch ein emsiger Tüftler ist, was ihm auf der Jagd nach dem Templerschatz einige Vorteile verschaffen wird. Um an den Schatz zu gelangen, muss er sich einerseits seines Ex-Partners Ian Howe (Sean Bean, HERR DER RINGE) erwehren, der den Schatz mit etwas rabiateren Mitteln zu finden versucht. Andererseits muss er aber auch in das Herz der USA eindringen, um den entscheidenden Hinweis auf der originalen Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika zu entschlüsseln.
Für Action und Spannung ist bei DAS VERMÄCHTNIS DER TEMPELRITTER auf jeden Fall gesorgt, wenngleich die Handlung und Rätsel deutlich spröder ausfallen als bei INDIANA JONES. Während dieser die Logikdefizite bei den Rätsellösungen geschickt durch Humoreinlagen zu überspielen und ins Absurde zu lenken versteht, fehlen diese bei der Bruckheimer-Version gänzlich und man fragt sich des Öfteren, wie ein normaler Mensch so schnell auf die Lösungen kommen könnte. Bis auf einige Oneliner von Nick Cage und seinem Sidekick glänzt Wortwitz hier leider durch Abwesenheit und der Film macht einen ziemlich ernsthaften Eindruck. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, fördert dies doch auf der anderen Seite die Spannung nicht unerheblich.
Die Inszenierung von Regisseur John Turteltaub (THE KID) kann sich sehen lassen. Da er jedoch eher für seine familienfreundlichen Werke bekannt ist, sollte man hier keine übermäßig harten Szenen, sondern massenkompatible Ware erwarten. Das Tempo der Handlung wird dafür konstant hoch gehalten, so dass man immer etwas geboten bekommt, was DAS VERMÄCHTNIS DER TEMPELRITTER zu einem idealen Unterhaltungsfilm macht. Die Darsteller agieren sicherlich nicht oscarreif, aber zweckmäßig, wobei namhafte Nebendarsteller wie Diane Krüger, Christopher Plummer oder Jon Voight für zusätzliche schauspielerische Würze sorgen. Insgesamt stellt dieses Werk einen durchweg unterhaltenden Abenteuerfilm dar, dem es etwas an Atmosphäre fehlt, aber dieses Manko durch ein hohes Tempo wieder wettmacht.
Die Blu-ray-Disk von Walt Disney zeigt DAS VERMÄCHTNIS DER TEMPELRITTER in sehr guter technischer Qualität, welcher einige interessante wie reichhaltige Extras zur Verfügung stehen.