Inzwischen sollte wirklich jedem Seher, oder Leser, der Twilight Saga klar sein, was die Twilight Saga ist. Weniger eine Geschichte über einen Vampir, der ein normales Mädchen liebt, sondern eine Parabel über Enthaltsamkeit. Im ersten Teil musste sich Edward Bella fern halten, da es zu gefährlich sei, wenn sie zusammen sind, da er den unweigerlichen Drang verspürte sie zu beißen. Im zweiten Teil verließ Edward Bella aus Vorsicht, da einer seiner Brüder beinahe über die hergefallen war, und er fürchtete dies könne auch ihm passieren. Und nun ist alles anders. Wieso? Bella und Edward werden heiraten. Und wenn sie verheiratet sind, dann wird er sie auch beißen. Die Parallelen sind regelrecht aufdringlich. Damit ist eigentlich beinahe alles zur Story gesagt, denn Edward versucht weiterhin Bella nicht zu beißen und Victoria kehrt zurück, die bereits in den beiden Vorgängern Auftritte hatte, und diesmal richtig ernst macht, wenn sie mit einer Armee von Jungvampiren anrückt um sich an Bella für den Tod ihres Geliebten aus Twilight zu rächen. Wir haben also Enthaltsamkeit, Todesdrohung, was fehlt noch? Ein Nebenbuhler und fertig ist das beinahe klassische Liebesgeschichtenpotpourri. Jacob kann seine Gefühle gegenüber Bella noch immer nicht unter Kontrolle bringen, und auch sie scheint mehr als Freundschaft für ihn zu empfinden, sie gibt sogar zu ihn zu lieben, sie liebe aber Edward mehr. Na, das sind doch Gedanken, die man haben sollte, wenn man jemanden heiraten möchte. Aber die gute Bella hat ja bereits in New Moon aufgegeben plausibel zu sein. Schade eigentlich, dass sich eine junge Schauspielerin wie Kristen Stewart für diese Rolle so verschenkt. In The Runaways konnte sie schon zeigen, dass sie richtig gut schauspielern kann. Ein solcher Vergleich fällt mir bei Robert Pattinson mangels von mir bekannter Filme schwerer. Zwar war er in Wasser für die Elefanten wesentlich besser als Vampir ohne Kontur, aber noch immer nicht wirklich gut. Das ist aber vielleicht auch gar nicht Pattinsons Schuld, die Figur Edward ist weiterhin einfach völlig uninteressant. Ein ständig hauchender, anstatt sprechender, Zeitgenosse, der weder Humor besitzt, noch sonstige ihn liebenswert machende Eigenschaften, kann niemanden zu einem tollen Akteur machen. Aber trotzdem weiß Eclipse doch am besten zu gefallen von allen drei Twilight Filmen. Schlicht und ergreifend weil er spannender ist. Langweilten Teil 1 und 2 noch durch langsames Tempo und eine nicht fesselnde Story, so macht der dritte Teil hier doch einiges besser. So ist die Geschwindigkeit merklich straffer, auch wenn der Konflikt zwischen Wolfsjunge Jacob und Blutsauger Edward teils unnötig breit getreten wird. Und vor allem bietet Eclipse storytechnisch am meisten, besonders was die Hintergründe einiger Cullens betrifft. So erfährt der Zuschauer wieso Rosalie so wenig mit Bella anfangen kann. Wie Jasper zum Vampir wurde, und wieso gerade er so gut weiß, wie man gegen Jungvampire kämpft. Das Aufeinandertreffen der guten Vampire und der Armee Victorias gerät dann auch noch tatsächlich zu einer guten Actionsequenz, dem ersten Highlight seit dem Baseballspiel aus Twilight. Damit ist Eclipse, auch wenn es nicht viel sagt, der beste Teil der Twilight Saga bisher.
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