Wenn der Originalmünchner ¿ivlaski, Adolf, von seinem schönsten Weihnachtserlebnis erzählt, das zu verraten wir uns hier verbieten, und ein Originaltiroler Baulöwe erklärt, weshalb im Reibachtal so gut Geld zu scheffeln ist, läuft der Originalaltöttinger Gerhard Polt zu Hochform auf. Die Einsichten, die seine Figuren erlangen, überzeugen auch uns. Ein Beispiel gefällig? Was heisst Tragik: Wenn ein Nichtschwimmer ersäuft, ist das nicht tragisch sondern konsequent; tragisch ist, wenn ein Schwimmer ertrinkt. Der Augenzeuge, der so spricht, ist dermassen lebensecht gespielt, dass wir ihm beinahe auf den Leim gehen. Apropos Leim: Gegen Schleim hilft Transparenz - beziehungsweise ein Glaskrug. Und man muss auch mal Ja sagen - auch wenn's ein Ja zum Nein ist. Überhaupt: die Erkenntnisse, die wir aus diesem Live-Auftritt von Gerhard Polt gewinnen, sind von solch dramatischer Tragweite, dass wir endlich Europa, Kindheitstraumata und Frauen verstehen. Und eine japanische Radioansage.