Neukunde?

Hier starten

Erweiterte Suche
Name:
Wird nicht angezeigt
Ort:
Zürich
Rezensionen:
1 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 4

nicht hilfreich: 1

Rezensionen

40

02.03.2012

„Kunstvoller Spagat”

Rolf Dobelli hat einen unmissverständlichen Stil. Mit klaren, kurzen Sätzen schafft er es, dem Leser auf direktem Weg einen reichhaltigen Einblick ins Feld der "cognitive biases" (zu deutsch "kognitive Verzerrungen") zu geben.

Die "Denkfehler", wie er sie nennt, präsentiert er dabei in 52 überschaubaren Kapiteln, in denen er jedes Phänomen mit eingängigen Beispielen illustriert. In dieser knappen Form der Erzählung findet eine enorme Fülle an Kenntnis platz. In anderen Worten: das Buch entpuppt sich als veritables Wissenskonzentrat.

Aber auch hier hat die Medaille eine Kehrseite.
Dobellis Erzählungen sind vor allem deshalb so kompakt, weil er (trotz grosser Belesenheit) enttäuschend eindimensional denkt. Seine Denkweise ist durchgängig von der Heuristik des Wirtschaftsmanns geprägt. Man entdeckt dabei immer wieder, wie er beim Argumentieren seinen zuvor selbst aufgezeigten Denkfehlern auf den Leim kriecht. Doch hat man diesen Umstand erst durchleuchtet, kann man über derlei Ungereimtheiten grinsend hinwegsehen und das Buch in vollen Zügen geniessen.

Dobelli ist kein "Intellektueller", wie ihn einige seiner Kollegen bezeichnen. Dafür sind seine Analysen zu wenig eigenständig, seine Ideen zu phantasielos, die Präsentationsform zu lasch. Dobelli ist ein "Wissens-Sammler" und genau in dieser Position findet das Buch seine Stärke; es stellt sich als überaus dichte und umfangreiche Wissenssammlung zu einem zündstoffgeladenen Thema heraus. Die sorgfältig aufgeführten Literaturverweise tragen ihren Teil dazu bei.

Wer also von Wissensdurst getrieben und nicht zu sehr von methodischen Ansprüchen besessen ist, der wird das Buch bestimmt zu schätzen wissen.

Denn eines hat Dobelli begriffen: In der Kürze liegt die Würze.

4 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.