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Name:
Eberhard Landes
Rezensionen:
65 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 26

nicht hilfreich: 10

Rang:
654
Über mich:

lese gern und finde "Wer die Arbeit ebenso scheut wie den Müßiggang, der findet leicht zum Buch (Peter Brückner)" und weil das Schreiben übers Lesen keine Arbeit ist, schreibe ich u.a. übers Lesen in www.eberhardlandes.de

Eberhard Landess Rezensionen

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40

08.07.2012

„Wieder ein klassischer Rosendorfer”

Wieder ein klassischer Rosendorfer aus dem höchst umfangreichen Werk des mit dem Literaturpreis der Stadt München ausgezeichneten Autors: sehr abwechslungsreich durch verschiedenste Themen, Genres und Zeitbezüge. Wie häufiger in seinem Gesamtwerk mit autobiographischem Touch zur Juristerei oder zur Kunst und dabei mit kritischer Distanz zu ihrer modernen Ausprägung. Humor, ebenso geistreich wie schwarz - und damit dem Titel entsprechend. Das Bändchen im gewohnten Zartrosa ist in gleicher Weise sehr lesenswert wie z.B. "Die große Umwendung" sowie "Das selbstfahrende Bett" von Herbert Rosendorfer.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

40

08.07.2012

„kritisch im Teil 1, visionär im Teil 2”

Wollen Sie wissen, wie man so verschiedene Themen wie "Wikileaks", "Die Entwicklung der realen und der nominalen Lohnstückkosten", "Stuttgart 21", "Die Erfindung des Buchdrucks", "Die Entwicklung des Betriebssystems Unix" u.v.a.m in einem Sachbuch unterbringt? Dann lesen Sie "Wätzold Plaum - Die Wiki-Revolution". Wollen Sie wissen, wie man zwischen so verschiedenen Themen einen roten Faden spannt? Dann lesen Sie " Wätzold Plaum - Die Wiki-Revolution" ein zweites Mal. Was ich damit sagen will ist, dass sich die Message des Autors nicht so schnell , letztlich aber doch erschließt. Ersteres weil sein Buch sehr vielfältig, um nicht zu sagen verworren, schwarzmalerisch beginnt; Zweites, weil sein roter Faden und seine Vision dann doch deutlich werden. Eines der Kernthemen ist die Wiki-Republik, die der Autor probagiert, weil seine Kritik an der bestehenden repräsentativen Demokratie heftig ist und er andererseits aber auch die Nachteile einer direkten Demokratie nicht verkennt. Den Vorwurf, er verharre in der Theorie kann man dem Autor jedenfalls nicht machen, denn er lässt seinen von der Kritik am gesellschaftspolitischen Status quo geprägten kritischen Gedanken im Teil 1 des Buches im Teil 2 sehr praktische Vorschläge folgen, z.B. bis hin dazu, wie ein - den technologischen Fortschritt, sprich die Verbreitung des Internets, berücksichtigender - Wahlzettel in seiner Wiki-Republik gestaltet sein könnte.

buch

Alte Liebe

Bernd Schroeder

CHF 14.50
auf Merkliste

40

19.11.2011

„Eigentlich ein ganz normales Paar, und doch ein besonderes (Autoren-)Paar”

Das Buch erzählt die Geschichte - nein treffender und dem Titel entsprechend ausgedrückt - die Liebesgeschichte der seit rund 40 Jahren miteinander verheirateten Lore und Harry. Ein Paar und eine Ehe mit allen Sehnsüchten und Ängsten, mit allen Freuden und Leiden - rund um die Beziehung untereinander und zur Tochter, zu anderen Verwandten sowie zum Beruf. Ein Buch also zu Themen, wie sie in vielen anderen Büchern auch zu finden sind; und doch ist dieses Buch ein ganz besonderes, ein ganz besonders lesenswertes Buch. Dies gilt natürlich primär für seinen Inhalt; gilt damit primär für das Zusammenhalten und (Wieder-) Zueinanderfinden von Harry und Lore sowie für das leider traurige Ende. Aber auch die Tatsache, dass der Roman zwei Autoren hat, die m.W. selbst mal ein Paar waren und nun nur noch ein Autorenpaar sind, ist ja durchaus was Besonderes. Es gilt weiterhin für den Stil, in dem es geschrieben ist. In jedem Kapitel setzen die Autoren Harry und Lore abwechselnd in die Rolle des Erzählers; ihren jeweiligen Monologen schließen sich dann die dazugehörenden Dialoge – stets interessant und amüsant - an. Die Spekulation, dass hierbei auch Autobiographisches eingeflossen sein kann, sei mir erlaubt. Aber auch vom Autorenpaar ganz abgesehen werden Paare in vergleichbaren Lebenssituationen und –abschnitten zahlreiche Parallelen zu eigenen Erfahrungen und Erlebnissen entdecken und nicht zuletzt dieses Alltägliche lassen Lore und Harry so sympathisch erscheinen. Der Beruf Lores – sie ist Bibliothekarin – ermöglicht es Elke Heidenreich zudem, ihre Rolle als Literaturkritikerin in diesen Dialogroman einzuweben

50

01.11.2011

„Nicht nur für Freunde der Naturwissenschaften sehr lesenswert”

„Eigentlich“ wollte ich mir dieses Buch mit dem - in tradierter Manier gezeichneten - Vulkan auf dem Titel schon lange kaufen, da ich es doch schon so oft auf den Bestsellerlisten sah. Den Ausschlag für den Kauf gab dann ein Aufenthalt in einer großen Berliner Buchhandlung, wo ich es in einer Sonderedition von rororo in kleinformatiger gebundener Form sah. So viel Wissen, Unterhaltung und wertvolle Literatur – dass dem so sein wird, ahnte ich bereits – so kompakt in der Manteltasche zu haben, fast so wie ein Brockhaus auf einem USB-Stick, gab mir ein gutes Gefühl. Ich sollte nicht enttäuscht werden. Daher nun aber zum Inhaltlichen: Daniel Kehlmann beschreibt das Leben des Forschers und Entdeckers Alexander von Humboldt und des Mathematikers Carl Friedrich Gauss und deren Bekanntschaft, fast schon Freundschaft, sowie ihre Erfolge, aber auch ihre Ängste, charakterliche Schwächen, Launen und Sehnsüchte. Während in der ersten Hälfte des Buches Alexander von Humboldts Reise und Abenteuer in Südamerika (damals Neuspanien, Neubarcelona, Neuandalusien) im Vordergrund stehen , spielt der zweite Teil insbesondere im preußischen Berlin, wodurch neben Naturwissenschaften auch Geschichtliches aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Roman einfließt. Daniel Kehlmann vermag interessante Dialoge verständlich zu beschreiben, ohne auch nur einmal die direkte Rede zu verwenden. Insofern ist das Buch nicht nur lehrreich, sondern auch sehr unterhaltsam und auch für jeden der Physik, Astronomie, Mathematik, Geographie und –logie usw. nicht zu seinen ersten Interessengebieten zählt, sehr lesenswert. Insgesamt wird das Buch den vielen Lorbeeren, die es erhielt, mehr als gerecht. Es hat mich animiert, mehr von diesem und über diesen Autor zu lesen. Zunächst wird dies wohl das Buch von Gunther Nickel (Hrsg.) mit Materialien, Dokumente, Interpretationen zu Kehlmanns Historienroman und Doppelbiographie „Die Vermessung der Welt“ (ISBN 978-3-499-24725-5) sein.

30

28.03.2011

„Cómo no, Don Martin Suter”

Wissen Sie, was ich mich fragte, als ich zum ersten Mal das im Januar 2011 erschienene Buch zur Hand nahm, dessen Titel (Allmen?) mir so gar nichts sagen wollte und als ich las, dass es das erste Buch einer Serie sei? Ich fragte mich, warum Martin Suter, wenn er Ideen und Stoff für x Bücher über Allmen (wie ich inzwischen weiß Herr Johann Friedrich von Allmen) und seinen Diener Carlos hat, seine Leser mit einer „Kurzgeschichte“ statt einem Roman „ beglückt“. Aber: Schließlich haben „Der letzte Weynfeldt“ 320 Seiten, „Die dunkle Seite des Mondes“ 320 Seiten, „Der Koch“ 320 Seiten, „Small World“ 336 Seiten, „Der Teufel von Mailand” 304 Seiten, „Ein perfekter Freund“ 352 Seiten, „Lila, Lila“ 352 Seiten usw. Okay, okay, das sind natürlich nicht die Kriterien für die Bewertung eines Buches; trotzdem: Sie merken schon, ich war etwas sauer und meine langjährige Zugehörigkeit zur „Suterschen Fangemeinde“ bekam einen Knacks. Nachdem ich nun „Allmen und die Libellen“ gelesen habe, bin ich etwas versöhnt. Der Lebemann und Privatier Allmen hat meine Sympathie: nicht zuletzt weil ich seinen Lebensstil auch mal pflegen möchte; zumindest zeitweise (Nein, nicht wegen Jojo, eher wegen
„Allmen schlief noch, als Carlos ihm den Tee brachte“).
Apropos Carlos: Die Figur des Schuhputzers aus Guatemala hat noch Potenzial nach oben. „Allmen und die Libellen“ ist zweifelsohne leichte Lektüre (und damit meine ich nicht nur das Gewicht des Büchleins) ; viele Suter-Fans hätten sich mehr (dto.) erwartet und viele Suter-Fans werde die Buchreihe von Allmen und seinem Buttler trotzdem weiter verfolgen. Und ich glaube, ich gehör´ dazu. Also: Schaun mer mal, was die Schweizer Version von Holmes und Watson noch so bieten werden.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

20

26.12.2010

„Ein Buch, wie wohl die Palette des Malers ausgesehen haben”

Der Roman handelt von dem dänischen Maler Carl Eric Rasmussen und seinen beiden Grönlandreisen. Er ist zweifelsohne in schöner Sprache von einem guten Erzähler geschrieben; aber mir ist das Buch zu traurig; nicht nur sein Schluss, sondern insgesamt. Vielleicht muss man sich intensiver als ich das beim Lesen wollte und konnte auf die schöne Sprache und den Erzählstil einlassen, muss man sich von dem Buch mehr mitnehmen lassen, um es zu genießen. Auf mich wirkte aber alles - die Personen, die Landschaft, das Wetter, die Erlebnisse - so deprimierend. Für mich ist Rasmussens letzte Reise ein Buch, wie wohl die Palette des Malers ausgesehen haben mag: umbrabraun, grau; kein Ultramarinblau, kein Karminrot und daher nicht meine Welt. Am interessantestes erschien mir noch die Passage, als Carl Rasmussen einen französischen Maler mit dänischer Frau - unschwer als Gauguin zu erkennen - trifft. Hätt' ich die Wahl zwischen einem Gauguin oder einem Rasmussen an meiner Wohnzimmerwand, so wäre meine Wahl genauso eindeutig, wie die zwischen einem Aufenthalt auf Gauguins Tahiti in der Südsee oder Rasmussens Eiswüste auf Grönland, wie die zwischen lebensbejahendem Selbstbewusstsein a la Gauguin und lebensverneinender Selbstzerstörung im Stile Rasmussens.

40

30.10.2010

„Ehrlich und mutig”

Liest man den Untertitel dieses Buches von Ulrich Wickert, so ist man geneigt, zu kontern „Wieso unbekannt? Natürlich kenne ich Frankreich!“ Das wäre voreilig! Wickert belegt nämlich in dem Band wahrhaft intime Kenntnisse. Eine sehr , sehr umfängliche und sorgfältige Recherche muss vorausgegangen sein. Und so liest man in der Tat Unbekanntes und zum Teil auch Unglaubliches. Natürlich geht er dabei auch in historische und regionale Details, von denen man sich fragt, ob man das wirklich wissen muss; interessant und kurzweilig zu lesen, sind aber auch die allemal. Sympathisch finde ich , dass es keine blinde Liebe zu Land und Leute ist, sondern dass der Autor ehrlich „rüberkommt“ und sich durchaus auch einen kritischen Blick auf manches bewahrt hat. Mutig finde ich, wie er unter Nennung prominenter Namen, Korruption und Vetternwirtschaft selbst in den obersten Chargen der Politik anprangert. Dass U. Wickert neben einem guten Erzähler und fleißigem Rechercheur sowie intellektuell Gebildetem auch ein Genussmensch ist, wird dadurch deutlich dass die Berichte über Gaumenfreuden, seien sie durch den Käse oder auch nur die Kartoffel verursacht, ebenfalls ihren Platz gefunden haben.

30

03.09.2010

„Lohnt sich zu lesen; zumal ganz anders als andere Bryson-Bücher”

Wer Bill Bryson kennt, etwa aus "Picknick mit Bären" oder "Streifzüge durch das Abendland" wird ein solches Buch nicht erwarten ! Ein Buch, ausschließlich naturwissenschaftlichen Inhalts: Astronomie, Geologie, Physik, Chemie, Biologie, Botanik,... bilden die Schwerpunkte, um nur einige zu nennen. Schwarze Löcher, Quarks, die Relativitätstheorie, der Urknall, die Quantentheorie, die Plattentektonik, Asterioiden, das System der Arten u.v.v.a.m werden in 30 Kapiteln und auf 671 Seiten erklärt. Leider fehlt es völlig an bildhaften Darstellungen; dafür wird aber das Verständnis häufig durch griffig Vergleiche oder Humor gefördert. Beispiele: Die Wärmemenge, die der Golfstrom jeden Tag nach Europa trägt, ist ebenso groß wie jene, die auf der ganzen Erde im Lauf von 10 Jahren durch Verbrennung von Kohle erzeugt wird. Oder - im Zusammenhang mit absoluter und relativer Größe des Gehirns - : Elefanten und Wale haben ein größeres Gehirn als wir (Menschen) und doch dürfte es uns leicht fallen, sie bei Vertragsverhandlungen über den Tisch zu ziehen. Trotzdem ist das Buch keineswegs leichte Kost; es kostete mich sehr wohl Durchhaltevermögen. Kritisch anzumerken ist folgendes: Den Titel finde ich etwas irreführend (es sei denn, man betont das "fast" ganz stark), denn es fehlen sämliche Geisteswissenschaften; Philosophie, Kunst, Musik, Literatur u.a. kommen nicht vor. Zweitens finde ich den Einband des Goldmann-Verlages, der wohl eine Art Bauanleitung für diese unsere Erde darstellen soll (?), nicht sonderlich gelungen und 3. kommen Genies der Naturwissenschaft aus dem deutschsprachigen Raum - mit Ausnahme Großbritanniens könnte man gar sagen, aus Europa - gegenüber solchen aus Amerika oder Australien für meinen Geschmack etwas zu kurz. Aber dieser Eindruck hat wohl was mit meinem Weltbild, das zwangsläufig ein anderes als das von Bill Bryson ist, zu tun.

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