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Thriller
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Die junge Frau hoch oben auf den Stufen der Großen Pyramide von Gizeh lachte. "Beeil dich, Robert!", rief sie zu ihm hinunter. "Ich hätte wirklich einen jüngeren Mann heiraten sollen!" Ihr Lächeln war zauberhaft.
Er bemühte sich mitzuhalten, doch seine Beine fühlten sich an wie Blei. "Warte!", flehte er. "Bitte ..."
Er mühte sich weiter, und seine Sicht begann zu verschwimmen. In seinen Ohren rauschte es. Ich muss zu ihr! Doch als er erneut nach oben sah, war die Frau verschwunden. An ihrer Stelle stand ein alter Mann mit faulen Zähnen. Der Mann starrte zu ihm hinunter und verzog das Gesicht zu einer sehnsüchtigen Grimasse. Dann stieß er einen gequälten Schrei aus, der weit über die Wüste hallte.
Robert Langdon schrak aus seinem Albtraum hoch. Das Telefon neben dem Bett klingelte. Benommen nahm er den Hörer ab.
"Hallo?"
"Ich suche Robert Langdon", sagte eine Männerstimme.
Langdon richtete sich in seinem Bett auf und versuchte die Benommenheit abzuschütteln. "Hier ... hier ist Robert Langdon." Er schielte auf seine Digitaluhr. Es war fünf Uhr achtzehn.
"Ich muss Sie unbedingt treffen."
"Wer ist denn da?"
"Mein Name ist Maximilian Kohler. Ich bin Teilchenphysiker."
"Was?" Langdon konnte sich kaum auf das Gespräch konzentrieren. "Sind Sie sicher, dass Sie den richtigen Langdon gefunden haben?"
"Sie sind Professor für religiöse Symbolologie an der Harvard University. Sie haben drei Bücher über Symbolologie geschrieben und ..."
"Wissen Sie eigentlich, wie spät es ist?"
"Bitte entschuldigen Sie. Ich habe etwas, das Sie sich ansehen müssen. Ich kann am Telefon nicht darüber sprechen."
Ein ahnungsvolles Stöhnen drang über Langdons Lippen. Es war nicht das erste Mal, dass so etwas geschah. Eine der Gefahren beim Schreiben von Büchern über religiöse Symbolologie waren die Anrufe von religiösen Eiferern, die ihre jüngsten Zeichen Gottes von ihm bestätigt haben wollten. Letzten Monat erst hatte eine Stripperin Langdon den besten Sex seines Lebens versprochen, wenn er nach Oklahoma fliegen und die Echtheit eines Kreuzes bestätigen würde, das auf magische Weise auf ihrem Bettlaken entstanden war. Das Leichentuch von Tulsa, hatte Langdon es genannt.
"Woher haben Sie meine Nummer?" Langdon bemühte sich, höflich zu bleiben, trotz der frühen Stunde.
"Aus dem Internet. Von der Webseite, auf der Ihr Buch vorgestellt wird."
Langdon runzelte die Stirn. Er war verdammt sicher, dass seine Telefonnummer nicht auf der Seite zu finden war. Der Mann log offensichtlich.
"Ich muss Sie treffen!", beharrte der Anrufer. "Ich werde Sie großzügig entlohnen!"
Allmählich verlor Langdon die Geduld. "Es tut mir Leid, aber ich habe wirklich ..."
"Wenn Sie auf der Stelle aufbrechen, könnten Sie gegen ..."
"Ich werde nirgendwohin aufbrechen! Es ist fünf Uhr morgens!" Langdon warf den Hörer auf die Gabel und fiel zurück ins Bett. Er schloss die Augen und versuchte wieder einzuschlafen - vergebens. Seine Gedanken kreisten immer wieder um den Traum. Schließlich schlüpfte er in seinen Morgenmantel und ging nach unten.
Barfuß wanderte Robert Langdon durch das leere viktorianische Haus in Massachusetts, in der Hand sein traditionelles Mittel gegen Schlaflosigkeit - einen Becher dampfenden Nesquik. Der Aprilmond schimmerte durch die Erkerfenster und spielte auf den Orientteppichen. Langdons Kollegen witzelten oft, dass sein Haus mehr nach einem anthropologischen Museum aussah als nach einem Heim. Die Regale waren voll gestopft mit religiösen Artefakten aus der ganzen Welt - einem ekuaba aus Ghana, einem goldenen Kreuz aus Spanien, einem kykladischen Idol aus der Ägäis; sogar ein seltener gewebter boccus aus Borneo war darunter, das Kriegersymbol ewiger Jugend.
Als Langdon auf seiner messingbeschlagenen Maharischi-Truhe saß und die warme Schokolade genoss, bemerkte er im Glas des Erkerfensters sein Spiegelbild. Es war verzerrt und bleich ... wie ein Gespenst. Ein alterndes Gespenst, dachte Langdon
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06.08.2009
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