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Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing zu träumen

Roman

buch
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Artikeldetails zu Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen...

AutorThomas Steinaecker

Untertitel Roman

Abbildungsvermerk s/w. Abbildungen

  • ISBN-103-10-070408-8
  • ISBN-139783100704085
  • Verlag Fischer, S.
  • Einbandartgebunden
  • Seiten399
  • Veröffentlicht17.02.2012
  • GenreRoman
  • Gewicht602g
  • SpracheDeutsch

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Kurzbeschreibung zu Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen...



Risiken abzusichern ist ihr Geschäft. Doch sie verstrickt sich in Unsicherheiten, trügerische Phantasien und Ängste. Brillant, packend und raffiniert erzählt Thomas von Steinaeckers großer Zeitroman von unserer Welt, in der alle Sicherheiten endgültig abhanden gekommen sind und unsere Sehnsüchte in die Irre führen. Ein schlau-präzises und gespenstisch-surreales Porträt unserer Gegenwart.



Renate Meißner wird versetzt, befördert und gewinnt für ihre Versicherungsgesellschaft einen großen Auftrag. Doch eine interne Evaluierung ergibt, dass in ihrer Abteilung Stellen gestrichen werden. Vielleicht war die Versetzung ein abgekarterter Spiel, um sie loszuwerden? Der große Auftrag ein Test? Sie reist nach Russland, um die Grande Dame hinter dem Projekt kennenzulernen, die Herrin über ein generationenaltes Vergnügungspark-Imperium. Die Greisin scheint erstaunliche Ähnlichkeiten mit Renates verschwundener Großmutter zu haben. In einer Welt futuristischer Jahrmarktsattraktionen verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Phantasie. Welcher Wirklichkeit ist noch zu trauen?

Thomas von Steinaeckers Roman entwirft ein großes Panorama, das mit Fotos, Zeichnungen und Tabellen die Möglichkeiten realistischen Erzählens auslotet und ein phantastisches Paranoia-Spiel in Gang setzt.


Autorenportrait zu Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen...



Thomas von Steinaecker wurde 1977 geboren und lebt als Autor, Journalist und TV-Regisseur in Augsburg. Er veröffentlichte die Romane >Wallner beginnt zu fliegen<, >Geister< und >Schutzgebiet<, für die er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, darunter dem aspekte-Literaturpreis und dem Bayerischen Kunstförderpreis. 2012 erscheint sein vierter Roman >Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing zu träumen<.


Portrait

Thomas Steinaecker:
Thomas von Steinaecker, geboren 1977 in Traunstein, studierte Literaturwissenschaft in München und Cincinatti und promovierte über literarische Foto-Texte.

Autorenportrait



Thomas von Steinaecker wurde 1977 geboren und lebt als Autor, Journalist und TV-Regisseur in Augsburg. Er veröffentlichte die Romane >Wallner beginnt zu fliegen<, >Geister< und >Schutzgebiet<, für die er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, darunter dem aspekte-Literaturpreis und dem Bayerischen Kunstförderpreis. 2012 erscheint sein vierter Roman >Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing zu träumen<.


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40

06.05.2013

„Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen...”

von einer Kundin oder einem Kunden
Renate Meißner musste den Tod ihrer Mutter und das Ende ihrer Affäre verkraften, weshalb sie ihre Versetzung nach München als große Chance empfindet.
Und anfangs läuft auch alles bestens: Renate gewinnt einen wichtigen Premium Kunden und kann private Beziehungen wieder vertiefen.
Doch dann taucht ein interner Prüfer auf und Renate verstrickt sich immer mehr in Ängsten und Wahnvorstellungen.
Ungewöhnliche Erzählung, perfekt ergänzt durch zahlreiche Fotografien, Zeichnungen und Statistiken.
Lesenswert!

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

40

16.03.2012

„Völlig zerfließendes Seelenleben”

von Michael Lehmann-Pape Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Man braucht schon einen langen Atem, um die Protagonisten des Buches, Renate Meißner, Versicherungsvermittlerin bei einem (fiktiven) Versicherungsunternehmen auf ihrer ständig assoziierenden, analysierenden, sich selbst motivierenden inneren Reise zu begleiten, von der man bereits auf den ersten Seiten ahnt, dass ein (innerer) Absturz der Person in absehbarer Zeit fast zwangsläufig folgen muss.

Aufgrund einer Liaison mit ihrem ehemaligen Vorgesetzten in Frankfurt wird Renate Meißner intern nach München, ihre alte Heimat, versetzt. Und trifft auf Kollegen, eine ganze Büroetage, die unter einer drohenden Restrukturierung steht. Sieht es zu Anfang noch so aus, als wäre Renate Meißner ungefährdet und eher noch aktiver Teil dieser Restrukturierung, stellt sich langsam, Schritt für Schritt heraus, dass auch sie gefährdet sein wird. Trotz durchaus anfänglich guter und erfolgreicher Arbeit. In einem Umfeld, das sich mit „Desaster Monopoly“ vergnügt und interne Wetten auf zukünftige Katastrophen abschließt.

Aber ganz bei sich ist diese Renate Meißner an sich ja von der ersten Seite an nicht mehr. Mülltüten stapeln sich an der Wand der neuen Wohnung, die voller Kartons steht, bei weitem nicht eingerichtet ist. Jeden Abend zählt Renate neben ihrer speckigen Matratze die Pillen für die Nacht ab. Jene Pillen, die Träume verhindern, die einfache Schwärze wohltuend in die Nacht setzen. Auch an deren sich allmählich erhöhender Anzahl spürt der Leser den fortschreitenden inneren Zerfall der Frau. Begleitet von einer ständigen, teils fast penetranten, Sicht alleine aus der Innenperspektive der Protagonisten her. Einer Innensicht, die ständig den Radar in die Umgebung wirft um vor zu erahnen, was denn nun an Verhalten angebracht, erfolgreich, zielführend wäre. Ein mäanderndes Denken, dass durchaus in bester Weise die vollständige Unsicherheit, das „Wegdriften“ des Kerns der Persönlichkeit darstellt.

Nebenbei steht auf diversen To-Do Zetteln der Protagonisten immer wieder die Suche nach der Großmutter, eine Suche, die nach dem Tod der Mutter vor kurzer Zeit wichtig wäre. Zu der Renate Meißner aus eigener Kraft aber einfach keinen Ansatz findet. Bis der Zufall zuschlägt und über die Arbeit in Russland ein Kontakt zustande kommt, der die Grenzen zwischen Realität und Wahn, Fakten und Traum endgültig zerfließen lässt.

Bei aller Sprachkunst des Autors, ein gemischtes Gefühl nach diesem Leseerlebnis verbleibt dennoch. Einerseits quält sich Renate Meißner seitenweise (und mit ihr der Leser) durch die Betrachtung und umgehende Analysierung von tatsächlich einfach Banalitäten, andererseits führt natürlich gerade diese ausufernde Darlegung der inneren Vorgänge den Leser bis in den fast letzten Winkel mit hinein in die Innenschau einer vereinsamenden Welt in der modernen Berufs- und Lebenswelt, in der Image alles zu sein scheint und menschliches Miteinander selbst als Sehnsucht kaum mehr spürbar ist. Somit könnte man sagen, dass die Mühe des sich „Durchwühlens“ durch seitenlange Assoziationen, Momentimpulse, die auch als Bilder im Buch mit festgehalten werden, sich am Ende des Buches durchaus gelohnt hat. Auf einer etwas abstrakten Ebene.

Keine leichte Kost ist dieses Buch und in Form und Stil nicht einfach, durchzuhalten. Aber letztlich einer der besten Spiegel des Lebens in der modernen (Berufs)- Welt mit all den Folgen auch für die „eigentliche“ Existenz,.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

40

21.02.2012

„Paranoia ist heilbar”

von einer Kundin oder einem Kunden Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Frau Renate Meißner ist sehr ehrgeizig. Da macht man auch schneller Karriere. Sie verschafft der Versicherung in deren Diensten sie steht ein satten Auftrag. Na ja, und dann fangen die Zores an. Inklusive russischem Vergnügungspark-Imperium, samt seiner Besitzerin, einer geheimnisvollen alten Dame. Dürrenmatt lässt grüßen. Außerdem hat der Titel gute Chancen als längster und originellster in die Annalen des Buchfrühlings 2012 einzugehen.

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