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Der Aufstieg der Anderen

Das postamerikanische Zeitalter

buch
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Artikeldetails zu Der Aufstieg der Anderen

AutorFareed Zakaria

Untertitel Das postamerikanische Zeitalter

Abbildungsvermerk 22 cm

  • ISBN-103-88680-917-X
  • ISBN-139783886809172
  • Verlag Siedler Verlag
  • ÜbersetzerThorsten Schmidt
  • Einbandartgebunden
  • Seiten303
  • Veröffentlicht23.02.2009
  • Gewicht516g
  • SpracheDeutsch
  • OriginaltitelThe Post-American World

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Leseprobe aus Der Aufstieg der Anderen

Jedes goldene Zeitalter geht einmal zu Ende. Und je glanzvoller es war, desto dramatischer fällt das Ende aus. Der Kollaps des Jahres 2008 ist der schlimmste Zusammenbruch des Weltfinanzsystems seit 1929 und kann durchaus zu den gravierendsten Wirtschaftsproblemen seit der Großen Depression führen. Jedes Ereignis ist bislang beispiellos: die Verstaatlichung der größten US-Hypothekenfinanzie-rer; die Lehman-Brothers-Pleite, die größte, die es in der Geschichte je gab; der Beinahe-Zusammenbruch einst so altehrwürdiger Unternehmen wie Merrill Lynch und Washington Mutual; die Entscheidung der amerikanischen Zentralbank, Kreditrisiken von mehreren Billionen Dollar in ihre Bücher zu übernehmen; ein staatliches Rettungspaket, das 700 Milliarden Dollar umfasst, sowie ein Konjunkturprogramm im Wert von 850 Milliarden Dollar. Verbindet man diese historisch einmaligen Ereignisse mit den nüchterneren, aber gleichwohl schmerzhaften Tatsachen auf der Ebene der Realwirtschaft - steigender Arbeitslosigkeit, Negativwachstum, abstürzenden Immobilienpreisen -, kommt eine Geschichte dabei heraus, die noch auf Generationen hinaus immer wieder erzählt werden wird.
Doch wichtiger noch als der Rückblick auf den Ablauf der Großen Panik des Jahres 2008 ist die Erinnerung daran, wie es dazu kam. Verursacht wurde sie weitgehend durch den Erfolg. Obwohl es immer wieder Hochs und Tiefs gab, war das letzte Vierteljahrhundert insgesamt durch ein ungewöhnlich hohes Wirtschaftswachstum gekennzeichnet. Der Umfang der weltweiten Wirtschaftsleistung verdoppelte sich rund alle zehn Jahre, von 31 Billionen Dollar im Jahr 1999 auf 62 Billionen Dollar im Jahr 2008, wobei die Inflation überraschenderweise dauerhaft niedrig blieb. Immer neue Weltgegenden wurden vom Wachstum erfasst. Während die Familien im Westen in immer größere und komfortablere Häuser zogen, fanden Kleinbauern in Asien und Lateinamerika in den schnell wachsenden Städten Jobs. Rikscha-Fahrer arbeiteten nun in Softwareunternehmen. Afrikanische Geschäftsleute begannen den Weltmarkt zu nutzen, um ihre Waren zu verkaufen. Die Preise für Flachbildfernseher und iPods rauschten überall in den Keller; die Preise für Vermögenswerte wie Aktien, Obligationen und, ja, Immobilien schnellten in die Höhe. Makroökonomische Indikatoren machen die Geschichte auf einen Blick deutlich. In den Jahren 2006 und 2007, als das gerade vergangene goldene Zeitalter seinen Höhepunkt erreicht hatte, wuchs die Wirtschaft in 124 Ländern - knapp zwei Dritteln aller Staaten auf dieser Welt - um mehr als 4 Prozent jährlich.
Diese großartige Phase der Prosperität wurde durch Trends ermöglicht, auf die ich in diesem Buch noch detailliert eingehen werde. Der Untergang der Sowjetunion mündete in ein Menschenalter relativer Stabilität. Dutzende Bürgerkriege, bewaffnete Aufstände und kleine Guerillagruppen waren von den Sowjets finanziert worden - und in den meisten Fällen hatte der Westen entsprechend dagegengehalten. Als dieser Wettstreit der Supermächte vorbei war, brach auf dem ganzen Erdball Frieden aus. Zwar gab es Konflikte, etwa auf dem Balkan, und Gewalt, etwa die von al-Qaida entfesselte, aber aufs Ganze gesehen hatte die Welt seit Jahrhunderten nicht mehr so viel Frieden und Wohlstand erlebt. Immer weniger Menschen starben durch politisch motivierte Gewalt.
Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus blieb die freie Marktwirtschaft als einzig tragfähiges Wirtschaftsmodell übrig - ein enormer Anreiz für Regierungen in aller Welt, sich dem internationalen Wirtschaftssystem anzuschließen. Neue Abkommen und Einrichtungen wie die Welthandelsorganisation setzten sich den Abbau von Handelsbarrieren und eine noch stärkere wirtschaftliche Verflechtung zum Ziel. Als der technische Wandel an Fahrt gewann, fielen die Kosten für Kommunikation dramatisch, was die Integration in den Weltmarkt erleichterte. Plötzlich konnte ein Sportgeschäft in
Nebraska seine Waren aus China beziehen, sie nach Europa verkaufen und die Buchhaltung in Bangalore erledigen lassen. Von Vietnam bis nach Kolumbien erkannten die Regierungsverantwortlichen, dass sie es sich nicht leisten konnten, bei diesem weltweiten Wettlauf um Wohlstand außen vor zu bleiben. Sie senkten ihren Schuldenstand, bauten wettbewerbsverzerrende Subventionen ab und übernahmen ähnlich vernünftige Strategien, nicht weil sie von den US-Finanzministern Bob Rubin oder Hank Paulson dazu gezwungen wurden, sondern weil die Vorteile eines Umschwungs in diese Richtung (und die Kosten, wenn sie es nicht taten) auf der Hand lagen. Diese Reformen lockten ausländische Investoren an und schufen neue Arbeitsplätze.
Gleichzeitig lernte man bei den Zentralbanken, wie man den Konjunkturzyklus kontrollieren kann, um jene plötzlichen Ausschläge zu vermeiden, die zur Vernichtung von Arbeitsplätzen und Ersparnissen führen und Unruhen und Revolutionen auslösen können. Am Beispiel der USA lässt sich zeigen, dass es zwischen 1854 und 1919 alle vier Jahre zu einer Rezession kam, die dann fast volle zwei Jahre anhielt. In den letzten beiden Jahrzehnten vergingen zwischen jeder Rezession acht Jahre ununterbrochenen Wachstums; und wenn der Abschwung zuschlug, dann nur für acht Monate. Diese Stabilitätsperiode verdankte sich einem jahrzehntelangen Kampf gegen die Inflation. Beginnend mit Paul Volcker in den frühen achtziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts, rückte man bei der US-Zentralbank der Inflation mit den Werkzeugen der Geldpolitik brutal zu Leibe, um die Preise für Güter relativ stabil zu halten. Die in diesem Krieg verfeinerten Strategien wurden zu einem der größten amerikanischen Exportschlager. Im Jahr 2007 lag die Inflationsrate nur noch in 23 Ländern über 10 Prozent, und nur ein Staat - Simbabwe - litt unter Hyperinflation.
Der wichtigste Nebeneffekt der niedrigen Inflationsraten, des globalen Wirtschaftswachstums und des raschen technischen Fortschritts war jedoch das schwindende Risiko. Das politische Risiko war durch die politische Stabilität, die nach dem Ende des Kalten Krieges Einzug hielt, zurückgegangen. Aber, und wichtiger noch, auch das ökonomische Risiko hatte sich anscheinend nahezu in nichts aufgelöst. Investoren akzeptierten immer bereitwilliger relativ niedrige Erträge für Investitionen, die unter normalen Umständen als gefährlich gegolten hätten. Die Risikoprämien - die Renditedifferenz zwischen einem US-Schatzbrief, der als die sicherste Anlage der Welt gilt, und Anleihen, die mit einem höheren Ausfallrisiko behaftet sind - erreichten historische Tiefststände. Instabile Länder wie Ecuador und taumelnde Konzerne wie Chrysler konnten sich fast so billig Geld leihen wie die US-Regierung. (Im Jahr 2009 erklärte sich Ecuador für zahlungsunfähig, und Chrysler war nur deshalb nicht bankrott, weil es in letzter Minute vom Staat gerettet worden war.) Und da Kredite billig waren, nutzten Finanziers und Hausbesitzer sie im Übermaß und gaben mehr aus, als sie sich leisten konnten.

Rezensionen der Redaktion zu Der Aufstieg der Anderen

"Ein schonungslos intelligentes Buch, das simple Prophezeiungen von Krisen und Katastrophen vermeidet." Josef Joffe, New York Times Book Review

Kurzbeschreibung zu Der Aufstieg der Anderen

Die Neue Welt liegt nicht mehr in Amerika


Die höchsten Gebäude, die mächtigsten Staudämme, die größten Flugzeuge und die innovativsten Mobiltelefone kommen schon heute nicht mehr aus den USA - sondern aus Ländern wie Indien, China, Russland oder Brasilien. In seinem ebenso hellsichtigen wie glänzend geschriebenen Buch zeigt Fareed Zakaria, was der rasante wirtschaftliche und politische Aufstieg dieser »anderen« Staaten für die gesamte westliche Welt bedeutet und gibt einen überraschenden Einblick in das postamerikanische Zeitalter.


Das beispiellose Wirtschaftswachstum und der zunehmende Wohlstand von Staaten wie Indien, China, Brasilien, Südafrika oder Russland bringen ein neues politisches Selbstbewusstsein dieser Länder mit sich, das von vielen Beobachtern mit Skepsis betrachtet wird. Fareed Zakaria ist jedoch überzeugt, dass der »Aufstieg der Anderen« keine Gefahr für die globale Sicherheit sein muss. Vielmehr liegt es am Westen, ob sich diese neuartige Machtverschiebung eher als Bedrohung oder als Chance für die internationale Politik auswirken wird. Wenn die Vereinigten Staaten außenpolitische Alleingänge in Zukunft vermeiden und so multilateral handeln, wie sie es seit Jahrzehnten predigen, kann eine neue multipolare Weltordnung und ein wirklich globaler Kapitalismus zu größerer Sicherheit und letztlich auch zu mehr Wohlstand für alle führen.


Der Bestseller-Autor Fareed Zakaria liefert mit seinem neuen Buch nicht nur eine aufschlussreiche und treffende Analyse unseres Zeitalters, sondern zugleich ein Plädoyer für einen neuen Ansatz der internationalen Politik. Eine wegweisende Studie über das neue Weltzeitalter, das gerade erst begonnen hat.


Ein wegweisendes Buch über das neue Weltzeitalter von einem der klügsten Köpfe der internationalen Politik.


Autorenportrait zu Der Aufstieg der Anderen

Fareed Zakaria, 1964 in Bombay geboren, lehrte an der Harvard University Internationale Beziehungen sowie Politische Philosophie und war Leitender Redakteur von „Foreign Affairs“. Seit dem Jahr 2000 ist er Chefredakteur von „Newsweek International“, das r

Portrait

Fareed Zakaria:
Fareed Zakaria, 1964 in Bombay geboren, lehrte an der Harvard University Internationale Beziehungen sowie Politische Philosophie und war Leitender Redakteur von Foreign Affairs . Seit dem Jahr 2000 ist er Chefredakteur von Newsweek International , das rund 3,5 Millionen Leser weltweit erreicht. Daneben moderiert Zakaria eine außenpolitische Sendung auf CNN und schreibt regelmäßig für Newsweek , die New York Times , das Wall Street Journal und den New Yorker .

Autorenportrait

Fareed Zakaria, 1964 in Bombay geboren, lehrte an der Harvard University Internationale Beziehungen sowie Politische Philosophie und war Leitender Redakteur von „Foreign Affairs“. Seit dem Jahr 2000 ist er Chefredakteur von „Newsweek International“, das r

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40

07.09.2010

„Es gibt nicht nur Amerika”

von Asti Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Zakaria gehört zu den einflussreichsten politischen Denkern unserer Zeit. Anschaulich und auch für Laien verständlich schildert er, welche Entwicklungen dazu führten, das Amerika inzwischen nicht mehr die einzig verbliebene Supermacht ist, und weshalb dieser Prozess noch nicht beendet wird - eine packende Darstellung der internationalen Welt zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

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