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Eine Frage der Zeit

Roman

buch
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Artikeldetails zu Eine Frage der Zeit

AutorAlex Capus

Untertitel Roman

Abbildungsvermerk 19 cm

  • ISBN-103-442-73911-X
  • ISBN-139783442739110
  • Verlag Btb Taschenbuch
  • Reihebtb
  • EinbandartTaschenbuch
  • Seiten304
  • Veröffentlicht05.10.2009
  • GenreRoman
  • Gewicht280g
  • SpracheDeutsch

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Leseprobe aus Eine Frage der Zeit

Blind und irr vor Erschöpfung kletterte Anton Rüter den Bahndamm hinauf, dem er seit der Morgendämmerung entgegengelaufen war. Zwischen den Büscheln harten Buschgrases raschelten Schlangen und Echsen, hoch über ihm brannte die Sonne, und hinter ihm lag das Hochland Ostafrikas, das nun, zu Beginn der Regenzeit, über Hunderte von Kilometern überschwemmt war. Zehn Tage lang hatte er allein die geflutete Steppe durchwandert. Nachts hatte er sich an Bäume gelehnt und knietief im Wasser stehend stundenweise geschlafen; manchmal war er auch, umschwärmt von Wolken von Stechmücken, auf die Spitze eines Termitenhügels geklettert und hatte sich wie ein Hund zusammengerollt. Gegessen hatte er die rohen Kadaver ertrunkener Tiere, die sich in den Ästen gestürzter Bäume verfangen hatten, und getrunken das brackige Wasser, durch das er gewatet war. Sein Haar war filzig, der Bart lang, die nackten Beine waren übersät mit Dschungelgeschwüren. Seine Uniform, die in Fetzen an ihm herunterhing, war ein phantastisches Sammelsurium aus den Schlachtfeldern, über die er geflohen war. Die Jacke hatte er einem toten belgischen Askari abgenommen, die kurze Hose einem rhodesischen Sergeanten, den Tropenhelm einem südafrikanischen Offizier. Die Sandalen hatte er selbst geschustert aus den Überresten seiner eigenen Stiefel.
Nun lag er bäuchlings zwischen den Gleisen und presste das Gesicht auf den rostroten Schotter, horchte ins ohrenbetäubende Gekreisch der Zikaden und wagte es nicht, auf die andere Seite des Damms hinunterzuspähen. Anton Rüter wusste nicht, worauf er hoffen sollte. Falls sich, was er befürchtete, auch hinter dem Gleis bis zum Horizont das wüste, überschwemmte Grasland hinzog, würde er an Hunger und Entkräftung sterben. Wenn dort aber ein Eingeborenendorf lag, würde man ihn totschlagen wie einen Hund. Und falls er auf Soldaten stieß, würde man ihn erschießen, hängen oder bestenfalls in Ketten legen.
Da stach ihm ein Geruch in die Nase - der Duft von heißem Haferbrei. Anton Rüter schnupperte, ungläubig erst noch, dann voller Gier. Kein Zweifel, seine von langem Hunger geschärften Sinne täuschten ihn nicht. Das war Haferbrei, vermutlich ohne Zucker und Salz zwar, wie ihn die Briten mochten, und höchstwahrscheinlich mit Wasser statt mit Milch zubereitet - aber unbestreitbar Haferbrei. Er hob den Kopf, fasste mit beiden Händen die glühend heiße Schiene und zog sich vorwärts - und als er am Rand des Bahndamms anlangte, hatte er keinen Blick für den Trupp "King's African Rifles", der einen Steinwurf entfernt am Rande eines Wäldchens ihr Lager aufgeschlagen hatten. Er nahm keine Notiz von den fünf Panzerautos, den Minenwerfern, Maschinengewehren und den Bergen von Munitionskisten, er ignorierte die dreißig sauber gekämmten Männer in ihren tadellosen Uniformen, die ihre Zelte aufschlugen, Proviant ausluden, im Schatten der Bäume ruhten. Nur für eines hatte Anton Rüter Augen - das war der duftende Kupferkessel, der fahrlässig unbewacht abseits der Zelte am Waldrand über einem Feuer hing. Er rappelte sich auf und stürzte hinunter, griff sich den Kessel und torkelte dem Wäldchen entgegen, hörte nicht die überraschten Ausrufe der Engländer, auch nicht das Bellen der Hunde und das Pfeifen der Pistolenschüsse, verschwand im schützenden Dunkel zwischen den Bäumen und fiel nach wenigen Schritten samt Kessel und Haferbrei in eine Bachschlucht hinunter, die er im dichten Unterholz nicht hatte sehen können. Als er zerschunden, zerschlagen und verbrüht vom heißen Haferbrei am Grund der Schlucht wieder zu sich kam, verkroch er sich unter dem Wurzelstock eines umgestürzten Baumes, lauschte dem Hundegebell und den Stimmen der Männer, und da sie nicht näher zu kommen schienen, leckte er sich den Haferbrei vom Leib in der Gewissheit, dass man ihn über kurz oder lang finden würde. Dann schlief er ein und vergaß den Kessel und die Pistolenschüsse, die Hunde und den Bahndamm und das endlose Wasser und überhaupt alles, was er in den letzten vier Jahren erlebt, erduldet und getan hatte.


Nachts kamen die Flusspferde
Es ist ja nicht so, dass der Mensch sich in jedem Augenblick seines Lebens darüber Rechenschaft gibt, wie wichtig oder belanglos die Dinge sind, die er so treibt, während die Zeit vergeht. Jeder rührt seinen Teig, schleppt seinen Stein, striegelt sein Pferd. Man hat Zahnschmerzen und macht Pläne, isst Suppe und geht sonntags spazieren; und ehe man es sich versieht, ist eine Pyramide gebaut, eine Millionenstadt mit Brot versorgt, ein Zarenreich gestürzt. Große Taten, unsterbliche Werke - die vollbringt man nicht im Vollgefühl ihrer Bedeutsamkeit; man mag sich nicht unablässig selbst befragen. Sonntags vielleicht, und an Silvester. Aber doch nicht bei der Arbeit.
Schiffbaumeister Anton Rüter zerbrach sich gewiss nicht den Kopf über die historische Bedeutsamkeit des Augenblicks, als ihn die Fabriksirene der Papenburger Meyer Werft am 20. November 1913 kurz nach halb elf Uhr zur Schiffstaufe rief. Eine Pause war eine Pause. Es würde Ansprachen und Branntwein für alle geben, und dann Tabak in jenen langen, holländischen Tonpfeifen, die die Werft für solche Anlässe kistenweise auf Lager hielt. Er durchmaß mit sparsamen Schritten den Maschinenraum des nagelneuen Schiffes, schob vorsichtig am Dampfregler und lauschte dem Gleiten der Kolben, dem Summen der Räder und dem Zischen der Ventile. Während draußen die Kapelle des Papenburger Turnvereins "Heil dir im Siegerkranz" spielte, kontrollierte er die Spannung des Stromgenerators, warf einen Blick in die Feuerluken und vergewisserte sich, dass der Frischwasserhahn offen war. Er war stolz auf das Schiff. Die Götzen war sein Schiff - das größte und schönste Schiff, das je in Papenburg gebaut worden war. Rüter hatte sich das Schiff ausgedacht, er hatte die ersten Pläne gezeichnet und zehn Monate lang den Bau geleitet, und die wichtigsten und heikelsten Arbeiten hatte er eigenhändig ausgeführt. Seit der Kiellegung hatte er seine Tage im Gerippe des Schiffsrumpfs verbracht, und oft auch die Nächte; wenn er wach war, hatten seine Gedanken um das Schiff gekreist, und wenn er schlief, hatte er von ihm geträumt. Und jetzt war es fertig. Die Maschinen liefen rund, der Dampfdruck war stabil. Darüber, dass er das Schiff gleich nach der Taufe wieder in seine kleinsten Einzelteile zerlegen würde, grübelte Anton Rüter nicht nach. Das war nun mal seine Aufgabe, und technisch würde es keine Schwierigkeiten geben. Er wischte sich mit einem Lappen die Hände ab und stieg hinauf aufs Hauptdeck.

Kurzbeschreibung zu Eine Frage der Zeit

Drei deutsche Werftarbeiter und ihre Odyssee im Herzen Afrikas


Drei Männer transportieren für Kaiser Wilhelm ein Dampfschiff in Einzelteilen nach Afrika, um es am Tanganikasee zusammenzubauen. Zu Beginn der Odyssee sind die drei norddeutschen Werftarbeiter fasziniert vom kolonialen Charme Deutsch-Ostafrikas, aber dann bricht der Erste Weltkrieg aus. Plötzlich werden Nachbarn zu Feinden und Gegner zu Freunden. Keiner will, aber jeder muss Krieg führen vor der pittoresken Kulisse des tropischen Sees. Und jeder versucht, mit heiler Haut davonzukommen in einer aus den Fugen geratenden Welt.


Beschreibung der Redaktion zu Eine Frage der Zeit

Drei norddeutsche Werftarbeiter werden 1913 von Kaiser Wilhelm II. beauftragt, ein Dampfschiff in seine Einzelteile zu zerlegen und am Tanganikasee südlich des Kilimandscharo wieder zusammenzusetzen. Der Monarch will damit seine imperialen Ansprüche unterstreichen. Die drei Männer fahren nach Deutsch-Ostafrika mit der Aussicht auf guten Verdienst, lassen sich bezaubern von der exotischen Kulisse und der schönen Gouverneurin, geraten aber rasch in das gewalttätige Räderwerk des Kolonialismus, aus dem es kein Entrinnen gibt.
Zur gleichen Zeit beauftragt Winston Churchill den exzentrischen, aber liebenswerten Oberleutnant Spicer Simson, zwei Kanonenboote über Land durch halb Afrika an den Tanganikasee zu schleppen. Als der Erste Weltkrieg ausbricht, liegen sich Deutsche und Briten an seinen Ufern gegenüber. Keiner will, aber jeder muss Krieg führen vor der pittoresken Kulisse des tropischen Sees. Alle sind sie Gefangene der Zeit, in der sie leben, und jeder hat seine eigene Art, damit fertig zu werden.

Autorenportrait zu Eine Frage der Zeit

Alex Capus, geboren 1961 in Frankreich, studierte Geschichte, Philosophie und Ethnologie in Basel und arbeitete während und nach seinem Studium als Journalist und Redakteur bei verschiedenen Tageszeitungen und bei der Schweizer Depeschenagentur. 1994 veröffentlichte Alex Capus seinen ersten Erzählband ("Diese verfluchte Schwerkraft"), dem seitdem neun weitere Bücher mit Kurzgeschichten, historischen Reportagen und Romanen folgten. Capus verbindet sorgfältig recherchierte Fakten mit fiktiven Erzählebenen, in denen er die persönlichen Schicksale seiner Protagonisten einfühlsam beschreibt. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt; für seine schriftstellerische Arbeit erhielt er zahlreiche Preise. Daneben hat Capus auch als kongenialer Übersetzer von Romanen des US-amerikanischen Autors John Fante gewirkt. Alex Capus lebt als freier Schriftsteller mit seiner Familie in Olten/Schweiz.

Portrait

Alex Capus:
Alex Capus, geboren 1961 in Frankreich, studierte Geschichte, Philosophie und Ethnologie in Basel und arbeitete während und nach seinem Studium als Journalist und Redakteur bei verschiedenen Tageszeitungen und bei der Schweizer Depeschenagentur. 1994 veröffentlichte Alex Capus seinen ersten Erzählband ("Diese verfluchte Schwerkraft"), dem seitdem neun weitere Bücher mit Kurzgeschichten, historischen Reportagen und Romanen folgten. Capus verbindet sorgfältig recherchierte Fakten mit fiktiven Erzählebenen, in denen er die persönlichen Schicksale seiner Protagonisten einfühlsam beschreibt. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt; für seine schriftstellerische Arbeit erhielt er zahlreiche Preise. Daneben hat Capus auch als kongenialer Übersetzer von Romanen des US-amerikanischen Autors John Fante gewirkt. Alex Capus lebt als freier Schriftsteller mit seiner Familie in Olten/Schweiz.

Zitat

"Der hervorragend recherchierte, wunderbar erzählte Roman macht ein wenig bekanntes Kapitel deutscher Kolonialgeschichte lebendig."

Autorenportrait

Alex Capus, geboren 1961 in Frankreich, studierte Geschichte, Philosophie und Ethnologie in Basel und arbeitete während und nach seinem Studium als Journalist und Redakteur bei verschiedenen Tageszeitungen und bei der Schweizer Depeschenagentur. 1994 veröffentlichte Alex Capus seinen ersten Erzählband ("Diese verfluchte Schwerkraft"), dem seitdem neun weitere Bücher mit Kurzgeschichten, historischen Reportagen und Romanen folgten. Capus verbindet sorgfältig recherchierte Fakten mit fiktiven Erzählebenen, in denen er die persönlichen Schicksale seiner Protagonisten einfühlsam beschreibt. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt; für seine schriftstellerische Arbeit erhielt er zahlreiche Preise. Daneben hat Capus auch als kongenialer Übersetzer von Romanen des US-amerikanischen Autors John Fante gewirkt. Alex Capus lebt als freier Schriftsteller mit seiner Familie in Olten/Schweiz.

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40

06.08.2012

„Fesselnde Unterhaltung”

von einer Kundin oder einem Kunden
Es ist eine irrwitzige Geschichte, aber sie basiert auf Tatsachen: Im Jahr 1913 wird in Deutschland ein Kriegsschiff in seine Einzelteile zerlegt und – in 5.000 Kisten verpackt – nach Deutsch-Ostafrika verschickt, um auf dem Tanganikasee zum Einsatz zu kommen. Zur gleichen Zeit lässt England zwei Kriegsschiffe mit dem Zug quer durch Afrika zum Tanganikasee transportieren, um dort einen deutschen Dampfer zu versenken. Beide Missionen steuern auf das unvermeidliche Finale zu …
Diese historisch verbürgte Geschichte ist schon spannend genug, durch Capus' wortwitzige und bildreiche Sprache bekommt sie noch einen zusätzlichen Reiz, man meint fast die tropische Glut selbst zu spüren und das Donnern der Kanonen hören zu können.
"Eine Frage der Zeit" ist ein fesselndes Lesevergnügen !

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50

10.11.2011

„Ein wahres Abenteuer”

von einer Kundin oder einem Kunden
"Eine Frage der Zeit" hat mir von der ersten bis zur letzten Seite Freude bereitet. Es berichtet von drei Papenburger Schiffbauern die ein Schiff mitten in Afrika zusammenbauen sollen und vom 1. Weltkrieg überrascht werden.

Ein sehr atmosphärisches Buch, dass das Leben und die Gedanken der Hauptprotagonisten lebendig und erlebbar macht. Eine wahre Geschichte, die die Wirren des Krieges mit den menschlichen Schicksalen wunderbar unterhaltsam verwebt.

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50

30.06.2010

„Ein wunderbares Abenteuer ”

von Axel Korinth aus Erlangen
Eines meiner absoluten Lieblingsbücher! Wunderbar atmosphärisch und mit einer Prise Humor erzählt Alex Capus die wahre Geschichte der drei Papenburger Werftarbeiter, die am Tanganikasee ein Dampfschiff für Seine Majestät Wilhelm II bauen sollen. Lesern von "Die Vermessung der Welt" wird dieses Buch gefallen! Das Dampfschiff tut übrigens noch heute seine Dienste auf dem Tanganikasee!

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50

13.06.2010

„Brilliant!”

von einer Kundin oder einem Kunden
Dieses Buch gehört zu meinen absoluten Favoriten! Alex Capus schreibt brilliant: Mit feiner Ironie und Witz kommt er dem Zeitgeist des beginnenden 20. Jahrhunderts auf die Spur; Militarismus und die Engstirnigkeit der Bürokratie zwingen die Kontrahenten Großbritannien und Deutsches Reich auch an einem entlegenen See in Afrika in das Unvermeidliche. Mit seinen sympathischen Charakteren gelingt es Capus jedoch eine zutiefst menschliche Komponente in diesen Krieg einzuflechten. Kompliment!

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40

09.02.2010

„Eine Frage der Zeit”

von einer Kundin oder einem Kunden
Auf der Papenburger Meyer-Werft wird im Jahre 1913 ein Dampfschiff gebaut, dann komplett wieder abgebaut, in 5.000 Holzkisten verpackt und nach Afrika verschifft.
Dort soll es in der damaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika am Tanganjikasee, unter der Leitung von drei Papenburger Werftarbeitern, wieder aufgebaut werden.

Als dann der 1. Weltkrieg ausbricht, geraten sowohl das Schiff, als auch die drei Norddeutschen Schiffsbauer zwischen die Fronten der Kolonialmächte.

Ein Leckerbissen für geschichtlich interessierte Leser, der auf historischen Tatsachen basiert, hervorragend recherchiert und mit viel Witz und Ironie geschrieben ist.

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40

16.01.2010

„Ein historischer Roman - auch mal für Männer”

von einer Kundin oder einem Kunden
Drei Werftarbeiter im Jahre 1913 in Papenburg mit dem Auftrag betraut ein größeres Dampfschiff - nach dessen Schiffstaufe - in seine Einzelteile zu zerlegen, auf die Eisenbahn zu verfrachten und an den Tanganikasee im Osten Zentralafrikas zu transferieren, um es dort wieder aufzubauen und schliesslich als Fährschiff einzusetzen. Dabei geraten sie in die Wirren des ersten Weltkriegs ...
Sprachlich sehr der damaligen Kolonialzeit nachempfunden. Abenteuerlicher und spannender Historienroman mit stellenweise realem Hintergrund.

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50

14.01.2010

„Nach langem Sträuben...”

von einer Kundin oder einem Kunden Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
... habe ich mich endlich überreden lassen und nahm das Buch (augenverdrehend) zur Hand. Ist es nicht erstaunlich, dass es häufig gerade diese Bücher sind, die einen schlußendlich am meisten packen? So hier geschehen: Die Geschichte ist so mitreißend erzählt, die Beschreibungen derart detail-getreu, dass man meint, man wäre dabei. Und es geht doch nicht nur um das Schiff, nein, es geht um so vieles mehr. Ein Weltkrieg, drei Männer, die so verschieden sind, dass sie sich beinah schon wieder ähneln und ein Land, das gebeutelt ist vom Streit fremder Nationen und das den Zwist geduldig erträgt. Dieses Buch nur den Liebhabern historischer Romane in die Hand zu geben, wäre ein Frevel! Viel Spaß beim Lesen.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

16.11.2009

„Eine Frage der Zeit”

von einer Kundin oder einem Kunden
Sie lieben irrwitzige, unglaubliche Geschichten, die superspannend und mit feinem Humor wunderbar geschrieben sind? Dann ist es sicher nur „eine Frage der Zeit“, bis Sie genauso hingerissen sind von diesem Buch wie ich!
Drei wackere, bodenständige Werftarbeiter aus Papenburg werden im Jahr 1913 von Kaiser Wilhelm nach Deutsch-Ostafrika geschickt; im Gepäck 5000 Kisten mit den Einzelteilen eines Dampfschiffes. Es soll auf dem Tanganika-See zum Einsatz kommen und die Macht des Kaiserreichs demonstrieren. Mit diesem Geheimauftrag reisen sie ins Herz Afrikas und damit beginnt ein Abenteuer, das sich unsere tragischen Helden so sicherlich nicht vorgestellt haben.
Und was niemand weiß: zeitgleich hat auch das britische Königreich bizarre Pläne: Churchill schickt einen exzentrischen, aber liebenswerten Oberleutnant mit zwei Kanonenbooten auf dem Landweg quer durch Afrika zum Tanganika-See...
und diese beiden verrückten Missionen steuern nun auf das unvermeidliche Finale zu!
Der Erste Weltkrieg bricht aus, und plötzlich stehen sich Deutsche und Briten an diesem wunderschönen See gegenüber und sollen Krieg führen, nur: töten will eigentlich keiner von ihnen...
Es ist herrlich zu lesen, wie jeder dieser Männer versucht, unter diesen grotesken Umständen irgendwie mit Anstand und Würde sein auf den Kopf gestelltes Leben zu führen und mit heiler Haut davonzukommen!
Ich liebe dieses Buch!!!!!

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40

08.11.2009

„Sehr gelungen”

von einer Kundin oder einem Kunden
Auf der Meyer Werft in Pappenburg wird ein Danpfschiff gebaut. Eigentlich nichts ungewöhnliches, doch dieses Schiff wird nach seiner Fertigstellung wieder in seine Einzelteile zerlegt und nach Deutsch-Ostafrika verschickt. Schiffsbaumeister Anton Rüter und die zwei Werftarbeiter Tellermann und Wendt begleiten die Götzen auf ihrem Weg. Alex Capus läßt uns teilhaben an diesem ungewöhnlichen Auftrag zur Zeit Kaiser Wilhelm II. Durch den Beginn des ersten Weltkrieges verändert sich auch die Lage für die drei Emsländer dramatisch.
Ein bewegender Roman über die Liebe zum
Schiffsbau und die Auswirkungen dieses
grausamen Krieges.

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50

29.10.2009

„Gut recherchierter Abenteuer-Roman”

von einer Kundin oder einem Kunden Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Alex Capus hat gründlich recherchiert und einen tollen Abenteuer-Roman geschrieben.
Drei Emsländer Schiffsleute werden Ende 1913 nach Deutsch-Ostafrika geschickt und geraten dort unversehens in den Krieg der Kolonialmächte. Der Roman besticht durch detailgenauen Beobachtungen, herrliche Landschaftsbeschreibungen und eine pointierte Sprache. Für alle Freunde guter historischer Romane!

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

50

23.10.2009

„SPANNENDER, UNTERHALTSAMER GESCHICHTSUNTERRICHT!”

von einer Kundin oder einem Kunden
Die ganze Groteske eines Krieges spiegelt sich wieder in Alex Capus hervorragend recherchiertem Roman "Eine Frage der Zeit".
Drei Männer zerlegen, nur um imperiale Ansprüche Kaiser Wilhelms II. zu unterstreichen, ein Dampfschiff in alle Einzelteile und transportieren es unter grössten Schwierigkeiten und Strapazen an den Tanganikasee, am Kilimandscharo, um es dort wieder zusammenbauen.
Zur gleichen Zeit veranlasst Winston Churchill den Transport zweier Kanonenboote an den selben See. Bald stehen sich Deutsche und Briten gegenüber und führen einen Krieg, den sie eigentlich gar nicht führen wollen.
Capus historischer Roman verführt zu mehr Geschichtsinteresse.
Hochspannend und sehr unterhaltsam.

3 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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40

18.10.2009

„Eine wunderbare atmosphärische Geschichte!”

von einer Kundin oder einem Kunden
Eine wunderbare atmosphärische Geschichte! Die Erzählung beginnt vor dem ersten Weltkrieg und spielt in ihn hinein. Schiffsbauer werden von Deutschland nach Afrika geschickt um dort ihrer Arbeit nachzugehen. Unter den gegebenen Umständen tun sie ihr Bestes und alles wäre zeitlich gut gelaufen, wenn nicht der besagte Krieg begonnen hätte. Der Sinn der Arbeiten ändert sich, auch für die Deutschen in Afrika. Wunderbar geschrieben!

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

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