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Top Dogs. Theaterbibliothek

Top Dogs. Theaterbibliothek

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Artikeldetails zu Top Dogs. Theaterbibliothek

AutorUrs Widmer

Abbildungsvermerk 19 cm

  • ISBN-103-88661-189-2
  • ISBN-139783886611898
  • Verlag Verlag der Autoren
  • ReiheTheaterbibliothek
  • EinbandartTaschenbuch
  • Seiten90
  • Auflage14. Auflage
  • Veröffentlicht02.04.2009
  • Gewicht114g
  • SpracheDeutsch

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Kurzbeschreibung zu Top Dogs. Theaterbibliothek

Das Thema könnte brisanter gar nicht sein: Es heißt: strukturelle Arbeitslosigkeit - es ist das Dilemma der westlichen Industrie- und Wohlstandsgesellschaft. Doch anders als sonst wird das Thema ganz vom Kopf her aufgezäumt. Nicht um underdogs geht es, sondern um Top Dogs. Um Spitzenmanager also, die im Zuge global bedingter Umstrukturierung entlassen wurden und die sich jetzt, zwecks Schockabfederung, Enttäuschungsverarbeitung und späterer beruflicher Reintegration, in einem Zürcher Outplacement-Büro zusammengefunden haben. Wichtig ist der Perspektivenwechsel. Präsentiert wird ein Königsdrama der Wirtschaft, nicht ein Kleine-Leute-Stück. Das bugsiert das Spiel aus den Grauzonen der üblichen Sozialreportage heraus, sichert ihm überraschende Einsichten- und Witz: Ein klein wenig Schadenfreude, natürlich, ist auch dabei - schon tröstlich zu wissen, daß es auch "die da oben" jederzeit treffen kann. Lachend, bestens unterhalten, aber immer wiedre auch in Beklommenheit begreifen wir: Da ist etwas faul, nicht nur im Staate Helvetia; da bahnt sich weltweit ein ziemlich wölfischer Kapitalismus seinen Weg - in seiner Inhumanität notdürftig getarnt hinter den phraseologischen Fassaden eines dynamischen Neoliberalismus; da wird der Mensch, falls er nicht gerade als Verbraucher bnenötigt wird, zunehmend überflüssig; da müssen Manager nicht nur ihre Untergebenen, sondern am Schluß auch sich selbst entlassen - das ist die groteske Logik der Ökonomie. Die Globalosierung frißt ihre Kinder. (Aus Gerhard Jörders Preisrede auf Top Dogs beim Berliner Theatertreffen 1997)

Beschreibung der Redaktion zu Top Dogs. Theaterbibliothek

Widmers Königsdrama über die Kündigungskultur wird in aller Welt gespielt. "Ein Kult-Stück." (BuchJournal) "Das Thema könnte brisanter gar nicht sein. Es heißt: strukturelle Arbeitslosigkeit - es ist das Dilemma der westlichen Industrie- und Wohlstandsgesellschaft. Doch anders als sonst wird das Thema ganz vom Kopf her aufgezäumt. Nicht um Underdogs geht es hier, sondern um Top Dogs. Um Spitzenmanager, die im Zuge global bedingter Umstrukturierungen entlassen wurden und die sich jetzt in einem Zürcher Outplacement-Büro zusammengefunden haben - zwecks Schockabfederung, Enttäuschungsverarbeitung und späterer beruflicher Reintegration. Präsentiert wird ein Königsdrama der Wirtschaft, nicht ein Kleine-Leute-Stück. Das burgsiert das Spiel aus den Grauzonen der üblichen Sozialreportage heraus, sichert ihm überraschende Einsichten - und Witz. Lachend, bestens unterhalten, aber immer wieder auch mit Beklommenheit begreifen wir: Da ist etwas faul, nicht nur im Staate Helvetia. Da müssen Manager nicht nur ihre Untergebenen, sondern am Schluß auch sich selbst entlassen - das ist die groteske Logik dieser Ökonomie. Die Globalisierung frißt ihre Kinder." (Gerhard Jörder in seiner Laudatio zum 3sat-Theaterpreis für TOP DOGS, 1997) "Widmers Stück über zerbrochene Wohlstandswelten, zerfallene Selbstwertgefühle bei denen, die sich bis vor kurzem noch als Stützen der Gesellschaft fühlten, trifft den eigentlichen Fortschritts-Nerv. Und findet die Parallele zu Shakespeares Königsdramen: angstgepeitschte Herrscher, Überlebensmörder. In TOP DOGS stürzen die Erfolgreichen. Diese Art Fortkommen, zeigt Widmer mit hinterhältig verständnisvollem Humor, steht inzwischen auch nur eine Handbreit vorm Fenstersturz. Gleich hinter den Wohlstandsburgen, den Porsches und Handys, in der nächsten Spalte heute noch überquellender Terminkalender - da beginnt ein wüstes Land." (Franz Wille) "Urs Widmer beherrscht es, die Schrauben im Kopf seiner Figuren immer noch eine Drehung weiter hineinzutreiben. Da hört der Spaß dann ziemlich abrupt auf, aus dem Wechselspiel von beklemmender Komik und komischer Beklemmung entsteht ein Ernst, der vom Spiel nicht mehr zu trennen ist." (Theater heute) "Ein High-Light polit-ökonomischen Theaters." (theater pur)

Portrait

Urs Widmer:
Urs Widmer, geboren 1938 in Basel, studierte Germanistik, Romanistik und Geschichte in Basel, Montpellier und Paris. 1966 promovierte er mit einer Arbeit über die deutsche Nachkriegsprosa. Danach arbeitete er als Verlagslektor im Walter Verlag, Olten, und im Suhrkamp Verlag, Frankfurt. Heute lebt und arbeitet Urs Widmer als Schriftsteller in Zürich. Er ist verheiratet und hat eine Tochter. 2007 erhielt Urs Widmer den Friedrich-Hölderlin-Preis der deutschen Stadt Bad Homburg.

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40

06.06.2010

„"Schenken Sie Ihre Krawatte dem nächsten Obdachlosen" ”

von einer Kundin oder einem Kunden

„Es ist vorbei mit den fetten Jahren“ heißt es auf der „Gipfeli-Konferenz“ der „New Challenge Company“, die entlassene Top Dogs aus dem Management zur optimalen Replatzierung coacht und jedem über seiner Verzweiflung, Wut und Tränen ein neues Verständnis des „Lead, follow or get out of the way“ einprägt. – Die mit betriebswirtschaftlichem Vokabular gespickten Szenen aus dem Hinterraum der Businesswelt sind teils zum Schreien komisch dargestellt, auch wenn im „Theater“ mitunter die Realität anklopft!


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50

12.04.2008

„Kastensturz”

von Polar aus Aachen Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Vermutet haben wir es schon lange, auch wenn wir es nicht gerne wahrhaben wollen. Immer dann wenn uns ein Kredit nicht gewährt, Arbeitsplatzabbau begründet, die Globalisierung verteidigt wurde, blieb als einziger Trost die Hoffnung, dass die da oben irgendwann auch an der Reihe wären. Top Dogs zeigt: Manager sind auch nur Menschen, man sieht es ihnen nur nicht an. Ihr Charakter verschwindet unter gestärkten Oberhemden und in Einheitsanzügen. Einmal vor die Tür gesetzt beginnt bei Ihnen genauso das Lamentieren, Klagen, Jammern wie bei allen anderen Arbeitslosen. Allerdings erscheint ihr Sturz umso gravierender, da sie sich lange Zeit im Olymp, unangreifbar wähnten. Urs Widmer hat dieses Drama um Macht und Scheitern humorvoll eingekleidet. Seine Helden werden zwar bloßgestellt, aber erwirken sofort Mitleid. Das Drama als Tragödie des nach Einfluss und Macht gierenden Entscheidungsträgers, über dessen Kopf hinweg entschieden worden ist. Wenn ich es gewohnt bin, Mitarbeiter zu führen, mit ausgestrecktem Finger in die Zukunft zu weisen, ist es bitter, miterleben zu müssen, dass es eine Zukunft ohne mich gibt. Die Selbsthilfegruppe, die Widmer für sie als Auffangbecken ins Leben ruft, hat viel zu tun. Die Schicksale scheinen so unterschiedlich zu sein und bleiben im Kern dieselben. Man wird nicht mehr gebraucht. Wer ist man überhaupt, wenn man nicht mehr mitspielen darf? Gibt es ein Leben nach der Abfindung? Mit Widmer gehen wir auf die Suche danach.

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