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Tagebuch eines Mörders

Roman

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Artikeldetails zu Tagebuch eines Mörders

AutorKerstin Ekman

Untertitel Roman

  • ISBN-103-492-05427-7
  • ISBN-139783492054270
  • Verlag Piper
  • ÜbersetzerHedwig M. Binder
  • Einbandartgebunden
  • Seiten244
  • VeröffentlichtMärz 2011
  • GenreRoman
  • Gewicht458g
  • SpracheDeutsch
  • OriginaltitelMordets praktik

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Rezensionen der Redaktion zu Tagebuch eines Mörders

"Wie Revinge sein Lebensmotto Leben ist Handlung umsetzt, bis schließlich alles für ihn seine schreckliche Ordnung hat das beschreibt Kerstin Ekman in dieser wunderbar klar, kühl und schnörkellos erzählten Geschichte. ( ) Ein literarisches Meisterwerk, das auch ein Kriminalroman ist." ARD "Ihr klug konstruierter Roman ist das grandiose Bekenntnis einer Schriftstellerin zum Schreiben als Passion." Deutschlandradio Kultur "Kerstin Ekmans Arzt ist das Musterbeispiel und beeindruckende Porträt eines seelisch Verformten, eines Menschen, der sich Rationalität einredet und sich betrügt. ( ) Ekman lässt ihn so selbstgerecht wie manchmal selbsthassend erzählen, in einem gemessenen, altmodischen Ton, den Hedwig M. Binder fein übersetzt hat. ( ) Kerstin Ekman gelingt die Mischung: Ihr Mörder macht schaudern und tut einem gleichzeitig leid." Frankfurter Rundschau "Ein besonderer Reiz des Romans besteht darin, dass die Autorin in die Haut eines männlichen Ich-Erzählers schlüpft. So schafft sie eine spielerische Distanz." Neue Zürcher Zeitung "Die große schwedische Autorin Kerstin Ekmann ist eine Meisterin im Schildern von Schicksalen, die die Menschen verbiegen wie unter Naturgewalt. " Emma "Kerstin Ekman hat ein aufwühlendes Buch geschrieben, in dem es um einen Mörder geht, der kein charakterloser Mensch ist und doch in einem Augenblick eine monströse Tat begeht. " Hamburger Abendblatt

Kurzbeschreibung zu Tagebuch eines Mörders

Am Sonntag, dem 6. April 1919, fügt der Stockholmer Arzt Pontus Revinge seinen Aufzeichnungen letzte Notizen hinzu. Adressiert sind sie an Hjalmar Söderberg, den von ihm bewunderten Schriftsteller. Ihm hatte Revinge einst die Inspiration zu einem Roman geliefert. Wie man nämlich, ohne Verdacht zu erregen, einen Menschen mittels Zyankali töten kann. Er selbst ermordete später seinen verhassten Arbeitgeber und heiratete dessen Witwe. Damit aber setzt Revinge folgenschwere Ereignisse in Gang. Als plötzlich von einer Obduktion des Toten die Rede ist, packt ihn die Angst ... Mit diesem vielschichtigen Roman einer Obsession gelingt Kerstin Ekman ein großer psychologischer Roman, der in Schweden zum Bestseller wurde.

Portrait

Kerstin Ekman:
Kerstin Ekman, geboren 1933 in Mittelschweden, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der Gegenwart. Sie wurde in ihrer Heimat mit allen großen Literaturpreisen ausgezeichnet, unter anderem erhielt sie für ihr Gesamtwerk den renommierten Pilotpreis.

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50

31.03.2011

„Fein literarisch”

von einer Kundin oder einem Kunden
Ein Tipp für Freunde der feinen literarischen Krimi-Gattung um die Frage nach dem perfekten Mord.

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50

18.03.2011

„Kopfkino par excellence”

von Michael Lehmann-Pape Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
„Frieda war 11 Jahr alt, als er ihr Stiefvater wurde. Ich mochte nicht, wie er sie ansah“.
Er, dass ist der Arzt Skade, Dienstherr von Pontus Revinge. Schon vorher war Skade ihm nicht angenehm und die Blicke auf die Stieftochter sind nur ein weiterer Puzzlestein für das, was späterhin passieren wird.

Ein Puzzlestein neben dem tiefen Eindruck des Pontus Revinge, dass es das Leben nicht gut mit ihm meint. Verarmt durch Schulden seiner Mutter, die er abzuzahlen hat, allein ohne gesellige oder gesellschaftliche Kontakte, ganz sich selbst und seinem Inneren mitsamt seiner Fantasien, seinem eigenen Kopfkino überlassen. Bemitleidenswert durchaus, wie dieser Pontus fast kriecherisch dem von ihm bewunderten, ansonsten aber sehr zwiespältig gesehenen, Autor Södergerg hinterher schaut und versucht, diesem dienlich zu sein. Und dann den fast kühlen Entschluss fast, all dieses „unten sein“ im Leben hinter sich zu lassen.

Pontus, dessen fiktive Tagebuchaufzeichnungen als Rückschau auf sein Leben in der Form das Buch bilden, ist auch ein Mann vorschneller Rückschlüsse. Seine Gedanken rasen bereits in alle Richtungen, bevor er eine Situation ganz erfasst hat. So, als er es wagt, ein Treffen mit dem bewunderten Autor anzustreben und nach einigen Zeilen des Antwortbriefes, nur lesend, dass der Autor das Treffen wohl absagt, überlesend, dass es nur um eine Zeitverschiebung des Treffens geht, sich bereits in der Vermutung einer Demütigung durch den Autor ergeht.

So gibt das Buch von Ekman nun Seite für Seite mehr Zeugnis darüber ab, wie sehr sich Pontus in sich selbst verstrickt und ganz eigenen inneren Pfaden folgt. Da Söderberg ihm bei einem Randgespräch einmal mitgeteilt hatte, er suche für einen seiner Romane die perfekte und nicht nachweisbare Art des Mordes, macht sich Pontus Revinge stellt Pontus einige Zyankalikapseln her, die genau den gewünschten Effekt nach sich ziehen. Doch nirgends stand im Raum, dass sich diese Idee verselbstständigen sollte. Das nun gebührt Kerstin Ekman, eine mögliche Umsetzung des literarischen Vorbildes ebenso fiktiv literarisch vor Augen zu führen
Endlich handeln, dass wird die Devise des Pontus Revinge. Kühl, mörderisch und ohne Reue.

Pontus tötet seinen Arbeitgeber. Er heiratet die Witwe des Mannes, wird damit selber zum Stiefvater Friedas und sieht sich in der Folge mit einer drohenden Obduktion des Todes und einer genaueren Untersuchung des Todesfalles konfrontiert. Schon von Natur aus voller Fantasien über das, was um ihn herum geschieht, verliert er nun die innere Contenance, trotz seiner nun endlich erreichten Ankunft im anerkannten, bürgerlichen Leben der Stadt..

Eine Entwicklung, die Kerstin Ekman dicht und emotional treffend zu beschreiben versteht. Von der ersten Seite an nimmt sie den Leser mit hinein in dieses ständig arbeitende und denkende Innenleben ihrer Hauptfigur. Mit dieser gewählten Form des Tagebuches gelingt es ihr, Schritt für Schritt die innere Entfaltung einer ganz eigenen, Weltsicht vor die Augen des Lesers zu stellen, der sich bald vorsehen muss, sich nicht mit in diese Welt zu verlieren.
Eine Welt, die aus Fantasien zu kühlen Überlegungen und Handlungen sich entfalten wird. Eine Welt, die Kerstin Ekman mit nüchterner Sprache, bildreicher Darstellung und umfangreichem Sprachschatz darzustellen versteht.

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