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01.11.2008
„Es fragt sich nicht, ob, sondern nur WANN Öl zur Neige geht.”
von tancarino aus Düsseldorf (esbarato@web.de)
Ölwechsel beschreibt die unabwendbare Notwendigkeit, jetzt mit der Reduzierung unseres Energieverbrauchs zu beginnen. Bereits vor über dreißig Jahren warnte der Club Of Rome in den Grenzen des Wachstums vor dem Glauben an ein immerwährendes exponentielles Wachstum. Leider verhallte der Ruf weitgehend ungehört. Auf eine kleine politisch motivierte Energiekrise, die keinesfalls auf physischer Ölknappheit beruhte, folgte ein weiterer Anstieg des Verbrauchs, als ob es kein Morgen gäbe.
Jene, die sich als Kritiker des nahenden Ölfördermaximums verstehen und den Peak Oil eher als Theorie abtun, setzen vermehrt auf den mangelnden Einfallsreichtum von Politikern und Konsumenten und auf unser aller beschränktes Vorstellungsvermögen. Tatsächlich sind Öl und seine zahllosen abgewandelten Treibstoffe und Produkte kaum aus unserem Alltag wegzudenken. Es steckt in jedem Gegenstand, den wir in unserem Haushalt finden. Jedes Kunststoffteil wurde aus Erdöl gefertigt, und selbst wenn wir Gegenstände aus Holz oder Metall betrachten, so gab es Produktions- und Gewinnungsverfahren, die nur mit Öl als Energielieferant möglich waren. Letzendlich wurde alles, was jemals transportiert wurde, unter Einsatz ölbasierter Treibstoffe bewegt.
Mitreden kann nur, wer die Einzigartigkeit dieser Substanz versteht, und daher ist dieses Buch ein probates Mittel, sich von verbreiteter Gleichgültigkeit gegenüber Energiefragen zu befreien. Kennen wir nicht schon all jene halbherzigen Beschwichtigungsfloskeln in- und auswendig?
Es werden immer sparsamere Motoren und Geräte entwickelt. Das ist richtig. Die Zahl der Kraftfahrzeuge, das durchschnittliche Fahrzeuggewicht und der Gerätepark in unseren Haushalten steigen jedoch so unablässig, dass diese die Effizienzgewinne kompensieren und übersteigen.
Der technische Fortschritt wird künftig Ölvorräte erschließbar machen, die jetzt noch als unerreichbar gelten. Leider falsch. Die Explorationstechnologien sind so ausgereift, dass fast jedes noch so winzige Ölfeld erreichbar ist. Dummerweise wäre die Ausbeutung so teuer, dass sich der Aufwand nicht rechnet oder anders gefragt: würden Sie gern 7,00 EUR für einen Liter Benzin bezahlen? Spätestens dann, wenn man mehr Energie in die Förderung hineinstecken muß, als man gewinnt, kommt diese zum erliegen, denn dann wäre es nur noch eine Energievernichtung.
Die Menschen haben immer Lösungen gefunden. Sie werden andere Energiequellen erschließen. Aha, und mit was, bitteschön, wollen Sie künftig Ihr Auto betreiben? Wasser- und Windkraft? Atomenergie? Flugzeuge mit Brennstoffzellen? Es gibt keinen anderen Energieträger auf der Welt, der so hohe Energiedichte besitzt, so leicht zu langern und zu transportieren ist wie Öl und seine Derivate. Die gesamte Anbaufläche der Welt reichte nicht aus, um so viele Energiepflanzen heranzuziehen, um Erdöl durch Biosprit zu ersetzen, legt man den heutigen Verbrauch zugrunde. Und: was wollten Sie dann essen?
Es wird keinen anderen Weg geben als unsere aktuelle Energieverschwendung radikal zu reduzieren. Mit Energiesparlampen und idealem Reifendruck ist es nicht getan, es wird um Grundlegendes gehen: Christmas Shopping in New York, der schnelle Trip mit dem Auto nach Holland wegen des billigen Kaffees , ... all das und noch viel mehr wird bald der Vergangenheit angehören. Die Produktion wird sich wieder regionalisieren, in große Teilen wird der globalisierte Warenverkehr zum Stillstand kommen. Lebensmittel aus der Region werden dann unseren Speiseplan bestimmen. Sie glauben all dies nicht? Dann lesen Sie dieses Buch!
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