Wie ich mich durchs Leben lache
Offensichtlich bin ich mit einem besonders ansteckenden Lachen gesegnet. Beim Einkaufen zum Beispiel höre ich oft: »Ich habe Sie gleich an Ihrem Lachen erkannt.« Das ansteckende Lachen scheint mir trotz eines schwierigen Lebens, in dem es oft nichts zu lachen gab, nicht vergangen zu sein. Ich lache viel, und ich weine auch viel. Lachen und weinen sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Ich bin eine Lachwurzn. Dieses urbayerische Wort ist inzwischen
Lachen trotz eines schwierigen Lebens Allgemeingut geworden und gerade aus der Theatersprache nicht mehr wegzudenken. Bei mir haben Sie es also mit einer preußischen Lachwurzn zu tun. Meine Mutter war eine Lachwurzn, meine Großmutter, meine Tanten – alle Frauen meiner Familie – waren Lachwurzn, die Männer hingegen eher schweigsame Typen. Alle diese Frauen hatten witzigerweise im Alter von dreißig Jahren graue Haare und alle lachten sie Tränen - nicht wegen der grauen Haare, sondern über alles und jedes, über jedes Kinkerlitzchen. Ich bleibe der Tradition treu.
Oft stelle ich jedoch fest, dass ich über ganz andere Dinge lache als die meisten Menschen - und wiederum nicht über das, was diese Dinge hinterfragen, warum der Mensch überhaupt lacht. Doch auch Tiere lachen, meine Hunde, meine Pferde habe ich lachen sehen.
Vielleicht lacht ja auch das Krokodil.
In diesem Büchlein möchte ich Ihnen meine Erfahrungen mit dem Lachen zum Besten geben. Es ist die Kompaktversion meines 2001 erschienenen Buchs »Lachen wir uns gesund«, die ich um praktische Ratschläge ergänzt habe.
Ich will Sie animieren mitzulachen. Am meisten in die Tiefe geht das Lachen ohne Grund. Allerdings haben viele Menschen damit ein Problem. Der Verstand sagt: »Über einen Witz kann ich lachen. Doch einfach so lachen, ohne Grund: Wie soll das denn gehen? und für was soll das gut sein?«
Das Lachen als Lebensbewältigungshilfe hat eine uralte Tradition, erlebt heute jedoch eine Renaissance. Nachdem der indische Arzt Dr. Madan Kataria in den Straßen Bombays ganze Menschenmassen zum Lachen brachte, haben sich weltweit mehr als 300 000 Menschen in Lachclubs zusammengeschlossen. Die Lachwelle schwappte von Indien nach Amerika über. Lachtherapeuten und »Clown-Doktoren« arbeiten äußerst erfolgreich nicht nur in Kinderkliniken, auch Erwachsene lernen in Seminaren durch Lachen und Rollenspiele, ihre inneren Heilungskräfte zu mobilisieren. Neuerdings treffen sich Humorforscher sogar jährlich zu Lachkongressen und tauschen ihre Erfahrungen darüber aus, wie man am besten lacht. Denn dass Lachen die beste Medizin ist, diese alte Volksweisheit gilt auch heute noch, auch wenn sie viel zu wenig beherzigt wird.
Lachen mobilisiert die inneren Heilungskräfte
Ende der Siebzigerjahre erregte die Krankheitsgeschichte eines amerikanischen Journalisten Aufsehen. Dieser litt an Morbus Bechterev, einer schweren Knochen-und Gelenkserkrankung. Die Ärzte machten ihm wenig Hoffnung auf Genesung. Aber der junge Mann hatte bemerkt, dass sich seine Schmerzen nach einem kräftigen Lachanfall jeweils besserten. Er machte sich nach dieser Erfahrung seine eigene Therapie zurecht, die aus dem Anschauen von Slapstickkomödien, Comics und Witzen bestand. Er hat sich zwar nicht, wie oft berichtet wird, gesundgelacht, aber seine Schmerzen auf ein erträgliches Maß reduzieren können. Auch und gerade wenn uns überhaupt nicht zum Lachen zumute ist - warum nicht einfach einmal ausprobieren?
Lachen aktiviert mehr als achtzig Muskeln, eine Miesepetermiene dagegen weniger als zehn!
Lachen ist wirksam, billig und garantiert ohne schädliche Nebenwirkungen. Sie brauchen nicht einmal Ihren Arzt oder Apotheker zu fragen. Schwimmen Sie mit auf der weltweiten Lachwelle. Lassen Sie sich entspannt auf ihr treiben. Lachen Sie sich gesund.
Nach einem Lachanfall bessern sich die Schmerzen
Der Chef einer Holzhandlung will die Schlagfertigkeit des neuen Lehrlings prüfen. Er ruft von außerhalb in seiner Firma an, der Lehrling meldet sich am Telefon:
Der Chef: »Haben Sie Astlöcher?«
Der Lehrling nach einer winzigen Pause: »Selbstverständlich führen wir auch Astlöcher!«
Der Chef: »Sie führen Astlöcher?!«
Der Lehrling: »Aber sicher, Astlöcher sind der Schlager der Saison. Wir sind total ausverkauft, hatten gerade einen Versand von 100 000 Astlöchern nach Amerika für eine Spielzeugfabrik.«
Der Chef: »100 000 Astlöcher nach Amerika?
Was machen die denn mit 100 000 Astlöchern?«
Der Lehrling: »Arschlöcher für Schaukelpferde.«
Lachen ist die beste Medizin
Erst in den Sechzigerjahren begann der Neurologe William Fry von der Stanford University die Wirkungen des Lachens wissenschaftlich zu erforschen. Er gilt als Begründer der Gelotologie, der Wissenschaft vom Lachen (abgeleitet vom griechischen »gelos«, das »lachen« bedeutet). Inzwischen gibt es so viele Arbeiten zum Thema, dass sie ganze Bände füllen würden. Ich will mich deshalb hier auf die meiner Meinung nach wichtigsten Informationen beschränken und über meine
Schauen wir uns die Gründe an, warum wir (viel) lachen sollten:
Es wurde nachgewiesen, dass Lachen:
die Ausschüttung von Glücks- und Lachenhormonen steigert;
das Immunsystem stärkt;
die Atmung verbessert;
die Durchblutung fördert;
Herz und Kreislauf in Schwung bringt;
Blutdruck und Cholesterinspiegel senkt;
die Verdauung anregt;
die Selbstheilungskräfte stärkt;
Schmerzen lindert;
Ängste und Depressionen löst;
Stress abbaut.