Nach den «Tiergeschichten» legt der Berner Autor Matto Kämpf mit «Krimi» einen zweiten schmucken Band bei Menschenversand vor. Der Krimi ist eine Variation und Parodie einer typischen schweizerischen Kriminalgeschichte: Ein Kommissar aus der Stadt kommt in ein kleines Dorf und versucht, zusammen mit seinem Assistenten Meuchli einen Mordfall zu lösen. Er lernt das Dorfleben und seine Exponenten kennen, besucht den Pfarrer Jesses Strübi mit seiner Haushälterin Antibiotika Wälti, den Advokaten Phüetis Stützli, trifft auf Knechte, Hösteler und Hippies. Er logiert und bechert in der Wirtschaft «Zur Sau».Ein konventioneller Krimi ist es freilich nicht: Allzu viel Absurdes und Abstruses trägt sich zu. Der Kommissar ermittelt zwar scheinbar, doch entwickelt sich kein richtiger Kriminalfall, der Mord wird nur verwirrlich aufgeklärt und die Identität des Toten, der eingangs des Textes von einer Mistgabel verlöchert an einem Zwetschgenbaum hängt, bleibt letztlich ein Rätsel. Ausserdem sind zahlreichen Illustrationen und Fotos (Noyau, Gefe u.a.) und zwölf Seiten Fleischwickler, wie man sie vom Metzger kennt, fester Bestandteil dieses rätselhaften und aberwitzigen «Krimis».