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Isenhart

Roman

buch
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Artikeldetails zu Isenhart

AutorHolger Karsten Schmidt

Untertitel Roman

  • ISBN-103-462-04332-3
  • ISBN-139783462043327
  • Verlag Kiepenheuer & Witsch...
  • Einbandartgebunden
  • Seiten806
  • Auflage1. Auflage
  • Veröffentlicht15.09.2011
  • Gewicht935g
  • SpracheDeutsch

Kurzbeschreibung zu Isenhart



Im Namen des Herzens. Ein Serienmörder im hohen Mittelalter. Der junge Schmied Isenhart, der ihm als früher "Profiler" auf die Spur zu kommen versucht - und zugleich dem Geheimnis seiner eigenen Existenz. Ein umwerfend spannender Roman aus einer Zeit, in der der freie Geist mit Denkverboten rang - und die uns gar nicht so fern erscheint. Anno Domini 1171. Isenhart stirbt bei der Geburt. Und wird wieder zum Leben erweckt. Der wissbegierige Junge, der irgendwie anders ist, wächst als Sohn eines Schmieds auf der Burg Laurin bei Spira auf. Zusammen mit Konrad, dem Stammhalter des Hauses Laurin, erhält er Zugang zu einem ungeheuren Privileg: Bildung. Isenharts Welt bricht entzwei, als seine heimliche Liebschaft, die Fürstentochter Anna von Laurin, barbarisch ermordet - und ihr das Herz geraubt - wird. Der Mörder ist schnell gefasst und gerichtet. Isenhart widmet sich seinem großen Traum: dem Traum vom Fliegen. Und seiner Sehnsucht, zu verstehen, was die Welt im Innersten zusammenhält - dabei immer auf der Hut vor der katholischen Inquisition. Doch dann ereignet sich ein weiterer Mord nach identischem Muster. Isenhart und Konrad machen sich auf, den Serienmörder mit den forensischen Mitteln ihrer Zeit zu Strecke zu bringen. Die Jagd führt sie bis ins ferne Iberien, in den Basar des Wissens von Toledo, wo freie Geister aus Morgen- und Abendland sich austauschen. Dann findet Isenhart in einem dunklen Gewölbe nie gesehene anatomische Zeichnungen des menschlichen Herzens ...


Autorenportrait zu Isenhart



Holger-Karsten Schmidt, geb. 1965 in Hamburg, studierte Germanistik und Politikwissenschaft in Mannheim. 1992-1997 folgte ein Drehbuchstudium an der Filmakademie Baden-Württemberg. Seit vielen Jahren zählt er zu den erfolgreichsten Drehbuchautoren
Deutschlands. 2010 waren drei Filme für den Adolf-Grimme-Preis nominiert, zu denen Schmidt das Drehbuch schrieb. Für "Mörder auf Amrum" erhielt er die Auszeichnung.


Autorenportrait



Holger-Karsten Schmidt, geb. 1965 in Hamburg, studierte Germanistik und Politikwissenschaft in Mannheim. 1992-1997 folgte ein Drehbuchstudium an der Filmakademie Baden-Württemberg. Seit vielen Jahren zählt er zu den erfolgreichsten Drehbuchautoren
Deutschlands. 2010 waren drei Filme für den Adolf-Grimme-Preis nominiert, zu denen Schmidt das Drehbuch schrieb. Für "Mörder auf Amrum" erhielt er die Auszeichnung.


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12

50

22.04.2012

„Wissen ist Macht”

von Curculio aus Deutschland
Isenhart kommt 1171 tot auf die Welt, wird aber wieder zum Leben erweckt. So viel Glück hatte seine Mutter nicht und so wird er in die Obhut des Schmiedes Chlodio gegeben. Er wächst auf der Burg Laurin auf und freundet sich mit Konrad von Laurin an. Dank Walther von Ascisberg kommt Isenhart in den Genuss von Bildung. Schon bald zeigt sich, dass Isenhart einen unstillbaren Durst nach Wissen besitzt. Seine Welt scheint in Ordnung, bis er sich in Konrads Schwester, Anna von Laurin, verliebt. Doch das Glück der beiden währt nicht lange und weiteres Unglück zieht herauf. Dieser Schicksalsschlag lenkt Isenharts Leben in ganz neue Bahnen und holt ihn Jahre später wieder ein.

Dieser Roman ist unheimlich vielschichtig. Der Werdegang von Isenhart und Co., die unerklärlichen Morde, Isenharts Streben nach Erkenntnis, ungeachtet aller Konventionen. Was am Anfang noch denkbar miteinander zu tun hat, verknüpft sich im Laufe des Romans und hat mich immer weiter in die Welt des ausgehenden 12. Jahrhunderts geführt, mitsamt seinen Sitten und Gebräuchen, aber auch anderen, weniger offensichtlichen Seiten.
Besonders gelungen finde ich auch die Charaktere, die alle ihre Geheimnisse haben. Sie sind sehr lebendig und authentisch dargestellt, was sich sogar in den Nebencharakteren fortsetzt. Durch den langen Handlungszeitraum wird sehr viel Wert auf ihre Entwicklungen gelegt.
Der Schreibstil passt hervorragend zu der Geschichte, allerdings ist dieser Roman nichts für Zwischendurch, ein gewisses Maß an Konzentration ist erforderlich. Aber auch die Spannung kommt nicht zu kurz, brenzlige Situationen gibt es etliche und am Ende spitzt es sich richtig zu.
Ich hätte mir vom Autor allerdings ein ausführlicheres Nachwort gewünscht, mit näheren Informationen zu einigen Dingen, seiner Recherche usw. Bei anderen historischen Romanen hat das für mich immer eine Bereicherung dargestellt, daher habe ich das hier ganz besonders vermisst. Ich habe mich dann eben im Internet schlau gemacht und da die Geschichte so toll war, gibt es dafür keinen Abzug.

Fazit: Alles in allem ein vielschichtiger und lebendig erzählter historischer Roman, der seine Zeit sehr authentisch wiedergibt. Hier stimmt alles: Die Charaktere, die Handlung, der Schreibstil. Solche historische Romane würde ich mir öfters wünschen! Einziges Manko bleibt das fehlende Nachwort.

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50

14.04.2012

„Isenhart”

von karlchenao
Ein 800 seitiges „Kunstwerk“ aus Krimi-Hist. Roman-Philosophie und Mystik. Alleine schon das Wechselspiel: Der Suche nach dem Serienmörder und dann der Übergang zu spirituellen Gedankengängen ist kunstvoll bei der Buchlänge ohne dabei einen Einbruch zu erzeugen, wie z.Bsp. Spannungs-oder Fadenverlust. Durch den anspruchsvollen Inhalt (eine unglaubliche Ideenpalette) lässt sich das Buch nicht immer schnell lesen.

Isenhart ist als Roman-Figur durch die mysteriösen Umstände seiner Geburt vom ersten Moment an geheimnisvoll und im weiteren Verlauf ein Sonderling seiner Zeit. In jungen Jahren eher von zierlicher Gestalt, zeichnet ihn eine unglaubliche Energie aus, die ihn fortwährend antreibt, Wissen zu sammeln. Alles muss er hinterfragen, speichern, darüber philosophieren und dann in Experimenten erproben…wie z. Bsp. die Flugversuche. Selbst als die Kirche sich und Gott durch seine Anschauungen bedroht fühlt, hält er trotz zu erwartender Strafe an seinen Grundsätzen fest.

Der aus einfachen Verhältnissen stammende Isenhart erhält besondere Privilegien. Durch den Mentor Walther von Ascisberg wächst er auf der Burg Laurin bei der Familie des Schmieds auf und Erhält wundersamer Weise Zugang zu wissenschaftlicher Bildung. Geist und Körper werden immer ausgeprägter. Isenhart pflegt außerordentlich bedeutsame Freundschaften. Wenn es die Situation erfordert reitet er im Kampf wie ein Ritter Seite an Seite mit ihnen…auf Leben und Tod.

H. K. Schmidt hat neben Isenhart mehrere Hauptromanfiguren geschaffen, die mich beeindruckt haben. Auf gewisse Art und Weise sind sie ihrer Sache alle linientreu-auch der Mörder! Zudem wird von der damaligen Zeit (12 Jh.) der Aberglaube und die Vorstellungskraft der Menschen, das alltägliche Leben der Ritter, des Gesindes in den Burgen oder im Kampf…auf Pilgerreise sowie das unehrbare Verhalten sich fehlendes Wissen gewaltsam anzueignen grandios vom Geschriebenen mit allen Gefühlen in die bildliche Vorstellung des Lesers übertragen…Endlos spannungsgeladen und fasziniert hält H.K. den Leser in der Geschichte drin. Ein unvergesslicher Titel-Ein unvergesslicher Autor! Phantastisch

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50

02.04.2012

„Isenhart”

von Dante
Isenhart wird 1171 tot geboren. Seine Mutter erliegt den Strapazen der Geburt. Ein Fremder, der scheinbar zufällig die Hütte betritt, haucht dem Säugling eine „Stück seiner Seele“ ein und erweckt das Kind zum leben. Kurz darauf betritt Walther von Ascisberg die Hütte, der schon lange auf der Suche nach diesem Fremden mit der“ dunklen Seite“ ist. Nach den Schilderungen der Hebamme, die den Vorfall beobachtet hat, erstickt er den Säugling, denn in ihm steckt die Seele des Bösen. Vom schlechten Gewissen geplagt haucht er dem Kind „zum Wettstreit der Seelen“ seinen Atem ein.

Walter bringt das Kind zu seinem Freund und Verbündeten Sigismund von Laurin. Dort wächst Isenhart in der Familie des Schmieds auf und erhält das für diese Zeit ungewöhnliche Privileg der Bildung. Zusammen mit Konrad, Sohn des Sigimund von Laurin, wird er von Vater Hieronymus und Walther unterrichtet und zeigt sich als übermäßig intelligent und wissbegierig. Während er zu einem jungen Mann heranwächst verlieben sich Anna, Sigimunds Tochter und Isenhart ineinander und treffen sich heimlich. Eines Abends, als Isenhart verspätet am verabredeten Ort eintrifft, findet er Anna ermordet unter einem Baum liegend auf. Schmerzhaft muss Isenhart feststellen das der Mörder seiner geliebten Anna das Herz herausgeschnitten hat.
Nach einem weiteren, fast identischen Mord beginnt die Suche nach dem Mörder, der sein Handwerk zu verfeinern scheint. Die Jagd führt Isenhart und Konrad ins ferne Iberien und Isenhart lässt keine Gelegenheit ungenutzt seinem Traum vom Fliegen und dem Wunsch verstehen zu können, was die Welt im Innersten zusammenhält nachzugehen.


Die Geschichte ist hervorragend erzählt und stellt eine perfekte Mischung aus historischem Roman und Krimi dar. Die Umgebung, die Lebensweise und verschiedenen Facetten der Geschichte sind detailreich und spannend beschrieben, sodass man sich in die Zeit hineinversetzt fühlt. Mit dem Protagonisten Isenhart schafft der Autor einen sympathischen, intelligenten und wissbegierigen jungen Mann in dessen Gefühls- und Gedankenwelt man eintauchen darf. Ein absolutes Lesevergnügen für das ich gut und gerne 10 Punkte vergeben würde!

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50

08.02.2012

„Kluger Held, spannende Handlung”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Bad Klosterlausnitz
Nach dem Lesen des Textauszuges bei Vorablesen vermutete ich einen spannenden historischen Roman mit Krimicharakter. Wie erfreut war ich, als ich verstand, der Roman tiefgründiger ist, als ich erwartete!
Das Buch beginnt mit vielen Fragezeichen. Ein Kind wird in einer Hütte geboren, die Mutter stirbt, auch das Neugeborene scheint leblos zu sein, als ein geheimnisvoller Unbekannter auftaucht, der dem Kind nach Meinung der Anwesenden seine Seele einhaucht und somit zum Leben erweckt, nur um gleich darauf der Hebamme den Jungen anzuvertrauen und zu verschwinden.
Kurze Zeit später erscheint ein weiterer Mann – Walther von Ascisberg - gemeinsam mit anderen Berittenen, der den Fremden sucht und sich für das Kind interessiert. Allein mit dem Baby will er das Kind töten, doch der Lebenswille des kleinen Jungen siegt. So nimmt Walther von Ascisberg ihn mit und lässt ihn auf der Burg seines Freundes aufwachsen. Seinem Überlebenswillen verdankt der Junge seinen Namen – Isenhart.
Jahre später setzt die Handlung wieder ein. Isenhart, der sich vor allem durch Aufgeschlossenheit und Intelligenz von seiner Umgebung abhebt, wird gemeinsam mit dem Sohn des Burgherrn, Konrad, im Lesen und in den Naturwissenschaften geschult. Sehr ausführlich schildert der Autor die Entwicklung Isenharts vom Jungen zum Jüngling. Interessant sind auch die Eindrücke vom Alltag auf der Burg. Mir gefällt, dass die Ereignisse und das Handeln stets verständlich und nachvollziehbar sind. Der Leser erlebt und versteht die Entwicklung Isenharts und auch Konrads zu den Männern, die sie später sein werden.
Die Handlung des Buches zieht sich über viele Jahre hin. Dabei überstürzen sich manchmal die Ereignisse, um dann wieder zur Ruhe zu kommen. Am Ende des Romans hat ist jedes Ereignis verständlich und erklärt, so dass keine logischen Fragen mehr offen bleiben.
Fast wichtiger als die sehr interessant gestaltete Aufklärung der Mordserie (junge Mädchen, eines davon Isenharts erste Liebe Anna, werden ermordet mit herausgeschnittenem Herzen aufgefunden) erscheint mir fast die Darstellung Isenharts als einen Menschen der Renaissance, der mit seinen Gedanken seiner Zeit vorauseilt. Als sehr gelungen empfinde ich die Darstellung der Gegensätze zwischen altem Gedankengut und neuen Ideen. Auch Liebe gibt es, und der Humor kommt nicht zu kurz. Manchmal musste ich tatsächlich laut lachen.
Insgesamt fand ich das Buch durchaus spannend und sehr vielseitig, amüsant und interessant mit einem sehr fesselnden und komplexen Kriminalfall. Wer Serien wie „Criminal minds“ und historische Romane mag, dem wird dieses Buch mit Sicherheit gefallen.
„Isenhart“ hat mit seinen über 800 Seiten Schmökerpotential, was ich an dieser Stelle ausschließlich positiv meine, und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Roman von Holger Karsten Schmidt.

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50

05.02.2012

„Dieses Buch hat wirklich Klasse!”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Manching
Wer gerne historische Romane liest wird es genießen. Die Geschichte ist einmalig geschrieben mit einer vollkommenen Abrundung des Ganzem.
Auch wenn die Hauptperson Isenhart und sein adliger Freund Konrad auf der Suche nach dem Mörder am Anfang im Dunkeln tippen wird es am Schluss immer klarer, wer dies sein wird, aber auch wenn sie es wissen haben sie doch immer noch ein spannendes Ende vor sich um ihn zu richten.
Wirklich lesenswert.

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Dieser Thriller führt uns in das Mittelalter. Es ist Winter und wir haben das Jahr 1171. Das Buch hat mir sehr gut gefallen! Es war sehr spannend! Man merkt, dass der Autor auch Drehbücher schreibt!

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40

20.01.2012

„Mehr als ein Mittelalter-Thriller”

von Stefan Mayrhofer
Heiliges Römisches Reich im Jahre 1171: Bei der Geburt stirbt das neugeborene Kind einer nicht näher benannten Frau. Es wird von einem mysteriösen Fremden wiederbelebt, dann vom Ritter Walther von Ascisberg erst getötet und von diesem erneut wiederbelebt. Isenhart - so wird der Knabe fortan genannt - wächst auf der Burg von Laurin heran und genießt wie Konrad, dem Sohn des Fürsten, das Privileg einer umfassenden Bildung. Schon bald bemerken seine Lehrmeister, dass Isenhart außergewöhnlich wissbegierig ist und Fragen stellt, die so gar nicht in diese Zeit passen. Zu allem Überfluss beginnt Isenhart eine Beziehung mit der Fürstentochter Anna, die im Jahre 1189 auf bestialische Art ermordet wird. Isenhart schwört Rache. Bald wird ein Verdächtiger geschnappt und mit Hilfe eines fragwürdigen Gottesurteils zum Tode verurteilt. Isenhart kommen schon sehr bald Zweifel. Und tatsächlich geschieht einige Jahre später ein ähnlicher Mord, die Jagd geht also weiter.

Der Einstieg in diesen Roman fiel mir etwas schwer, aber schon nach wenigen Seiten war ich gefesselt von den Figuren und der Atmosphäre des Mittelalters. Obwohl das Buch laut Werbung und Klappentext als Mittelalter-Krimi oder –Thriller angepriesen wird, ist es doch sehr viel mehr. So stellt sich bei der Jagd nach dem Mörder schon bald die Frage nach dem Warum; und Isenhart erkennt, dass hier kein Wahnsinniger am Werk ist, sondern jemand, der ebenso wie er auf der Suche nach Wahrheit ist. Aber in einer Zeit, in der die Macht der Kirche noch ziemlich ungebrochen ist und Fragen nach den größeren Zusammenhängen lapidar mit „Gottes Wille“ erklärt werden, birgt die Suche nach Wahrheit oftmals große Gefahren.

Alles in allem ein packender Roman mit einem flüssigen Schreibstil, der einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt. Personen und ihr Handeln werden sehr vielschichtig und detailliert dargestellt. Zahlreiche Wendungen geben der Geschichte noch einen gewissen „Kick“. Lediglich einen kleinen Punktabzug gibt für die manchmal etwas unplazierten Rückblenden, von denen man die eine oder andere auch chronologisch in den Handlungsablauf hätte einbringen können.

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40

20.01.2012

„Mehr als ein Mittelalter-Thriller”

von Stefan Mayrhofer
Heiliges Römisches Reich im Jahre 1171: Bei der Geburt stirbt das neugeborene Kind einer nicht näher benannten Frau. Es wird von einem mysteriösen Fremden wiederbelebt, dann vom Ritter Walther von Ascisberg erst getötet und von diesem erneut wiederbelebt. Isenhart - so wird der Knabe fortan genannt - wächst auf der Burg von Laurin heran und genießt wie Konrad, dem Sohn des Fürsten, das Privileg einer umfassenden Bildung. Schon bald bemerken seine Lehrmeister, dass Isenhart außergewöhnlich wissbegierig ist und Fragen stellt, die so gar nicht in diese Zeit passen. Zu allem Überfluss beginnt Isenhart eine Beziehung mit der Fürstentochter Anna, die im Jahre 1189 auf bestialische Art ermordet wird. Isenhart schwört Rache. Bald wird ein Verdächtiger geschnappt und mit Hilfe eines fragwürdigen Gottesurteils zum Tode verurteilt. Isenhart kommen schon sehr bald Zweifel. Und tatsächlich geschieht einige Jahre später ein ähnlicher Mord, die Jagd geht also weiter.

Der Einstieg in diesen Roman fiel mir etwas schwer, aber schon nach wenigen Seiten war ich gefesselt von den Figuren und der Atmosphäre des Mittelalters. Obwohl das Buch laut Werbung und Klappentext als Mittelalter-Krimi oder –Thriller angepriesen wird, ist es doch sehr viel mehr. So stellt sich bei der Jagd nach dem Mörder schon bald die Frage nach dem Warum; und Isenhart erkennt, dass hier kein Wahnsinniger am Werk ist, sondern jemand, der ebenso wie er auf der Suche nach Wahrheit ist. Aber in einer Zeit, in der die Macht der Kirche noch ziemlich ungebrochen ist und Fragen nach den größeren Zusammenhängen lapidar mit „Gottes Wille“ erklärt werden, birgt die Suche nach Wahrheit oftmals große Gefahren.

Alles in allem ein packender Roman mit einem flüssigen Schreibstil, der einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt. Personen und ihr Handeln werden sehr vielschichtig und detailliert dargestellt. Zahlreiche Wendungen geben der Geschichte noch einen gewissen „Kick“. Lediglich einen kleinen Punktabzug gibt für die manchmal etwas unplazierten Rückblenden, von denen man die eine oder andere auch chronologisch in den Handlungsablauf hätte einbringen können.

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50

16.01.2012

„Grossartig”

von buchina aus Mainz
Isenharts Leben begann außergewöhnlich und bleibt es auch. Als Kind schon für tot gehalten, flöhst ihm ein Fremder wieder Leben ein. Leider hat seine Mutter weniger Glück, auch sie stirbt bei der Geburt, aber endgültig. Ohne seine wirklich Eltern zu kennen wächst er als Sohn eines Schmieds auf der Burg Laurin auf. Auf Fürsprache des Intellektuellen Hieronymus darf er mit Konrad, dem Sohn des Burgherren gemeinsam die Schule besuchen. Dadurch wird ihm eine Ausbildung zu Teil, die für seinen Stand ungewöhnlich ist. Isenhart erweist als gelehriger Schüler, der schon bald seine Lehrer überflügelt. Sein Wissenshunger ist so groß, dass es in dadurch oft in Schwierigkeiten bringt.

Ein grausamer Mord und die Zerstörung seines Zuhauses beendet sein bisher glücklich verlaufendes Leben und es ist der Beginn der Kriminalgeschichte. Denn es bleibt nicht der einzige Mord. Immer wieder wird der Leser auf eine falsche Spur geführt. Logisch erscheinende Handlungsstränge verlieren sich im nichts. Alles was man bei einem guten Krimi sucht, bietet dieser Roman.

Die Kriminalhandlung ist der rote Faden, der sich durch den Roman zieht, aber sie ist nur Mittel zum Zweck. Isenharts Entwicklung und die gut recherchierten Begebenheiten dieser Zeit sind, eigentlich interessante Handlungsstränge dieses Buches. Ich konnte mich in dieser Zeit verlieren. Es werden nicht die typischen Stereotypen geschaffen. Bei allen Figuren findet eine Entwicklung statt, die logisch und nachvollziehbar ist. Die zum Teil schon fast philosophisch anmuteten Diskussionen von Isenhart machen den Roman nicht langatmig oder gar langweilig, sondern mein Verständnis für diese Zeit gestärkt. Im Laufe des Romans lernte ich Isenhart so gut kennen, wie ich es am Anfang nicht für möglich gehalten habe, da er mir da noch sehr fremd und eigenartig vorkam.

„Isenhart“ ist ein großartiger Roman, vor allem für Fans historischer Romane, aber auch traditionelle KrimileserInnen sollten sich einmal ran wagen, es lohnt sich. Für mich einer der besten historischen Roman der letzten Zeit. Falls jemand den Film gesehen hat, bitte nicht abschrecken lassen!

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40

25.11.2011

„Überraschend!”

von einer Kundin oder einem Kunden
Dieses Buch schafft die Brücke zwischen einem historischem Kriminalroman und der Naturwissenschaft des 12. Jahrhunderts.
Wir begleiten Isenhart und Konrad auf der Suche nach Wahrheit, nach Gleichgesinnten, nach Liebe und Freundschaft, aber vor allem auf der Suche nach Annas Mörder und Isenharts Wurzeln. Dieses Abenteuer ist gefährlich, traurig, manchmal unfassbar grausam und dann ... Erleichterung, bevor das nächste "Unglück" geschieht.
Mich hat dieses Buch beeindruckt, weil es die Zeit des Mittelalters mal ohne Kitsch darstellt, eben anders, detaillierter im Zeitgeist und dabei trotzdem nachvollziehbar bleibt.

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30

01.11.2011

„Puh, anstrengend.”

von einer Kundin oder einem Kunden
Ich habe mich schwer getan, den Einstieg in diese Geschichte zu finden. Nachdem es mir gelungen war, fand ich mich im Mittelalter in einer düsteren Zeit voller Angst wieder. In der ein geistig reger Junge zum Mann wird und er von Geburt an jeden durch seine Existenz, seinem Wissensdurst und seinen Fragen nebst Folgerungen verwirrt. Das bringt natürlich Verwicklungen und gefährliche Situationen mit sich. Tiefgründige Gefühle fehlen ebenso wenig wie Wut und Verzweiflung.
Zum Ende der Geschichte hatte ich wieder, wie zu Beginn, Schwierigkeiten der Geschichte zu folgen. Was aber dem Buch KEINEN Abbruch gab, sondern es einfach anspruchsvoller machte. Für alle, die Unterhaltung auf eine nicht ganz so lockere Art, mit vielen Denkanstössen mögen.

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40

30.10.2011

„Ein Profiler des Mittelalters”

von einer Kundin oder einem Kunden
Deutschland Anno Domini 1171.
Die Lebensgeschichte des jungen Schmieds Isenhart beginnt mit seiner Geburt, die im höchsten Maße ungewöhnlich – aus der Sicht vieler Menschen auch unheimlich – ist.
Die Umstände dieses Beginns begleiten ihn im Leben, zunächst ohne sein Wissen, später mit dem seltsamen Gefühl, anders zu sein.
Als in seinem persönlichsten Umfeld ein grausamer Mord geschieht, macht er sich auf die Suche nach dem Mörder und – für ihn vielleicht noch wichtiger – dem Motiv.
Als der vermeintliche Mörder gestellt und verurteilt ist, wendet sich Isenhart wieder dem zu, was ihn antreibt – dem Wissen um die Dinge und ihre Zusammenhänge, der Bildung.
Dann geschieht ein weiterer Mord in identischem Muster und die Suche geht von vorne los.
Isenhart reist, begleitet von Freunden, Ratgebern und immer auf der Flucht vor seinen Feinden, bis ins entfernte Spanien, um den Mörder zu finden und sein Wissen zu erweitern. Wissen, das aus der Neugier und der Logik eines wachen Geistes entsteht. Wissen, das in seiner Zeit als schwarze Magie gilt und die Blicke der Inquisition auf sich lenkt.

Ein Buch, das dem Leser die begrenzte Bildung und Weltanschauung des Hochmittelalters im ländlichen Deutschland vor Augen hält. Und die Gefahr, der ein Suchender stets ausgesetzt war.
Spannend!

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30

26.10.2011

„umfangreiche Geschichte”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Barsinghausen
Ein recht mysteriöser Beginn. 1171, bei der Geburt ihres Kindes stirbt eine Frau und auch das Baby kommt tot zur Welt. Doch ein Fremder taucht auf und haucht dem Baby wieder Leben ein. Dieser Fremde scheint auf der Flucht und verschwindet, als Walther von Ascisberg auftaucht. Walther erstickt ds Kind, besinnt sich aber, und haucht ihm ebenfalls wieder das Leben ein. Dann bringt er es zu seinem Freund von Laurin, mit dessen Sohn er später lesen und schreiben lernt, aber beim Gesinde, einem Schmied, aufwächst. Als Namen bekommt er Isenhart. Soweit verläuft Isenharts Leben in ruhigen Bahnen, bis Anna von Laurin ermordet wird. Nicht nur, dass Isenhart und Anna ein Liebespaar waren, hier begin-nen auch reichlich unglückselige Umstände für Isenhart und die von Laurins.
Jahre später wird wieder eine junge Frau auf dieselbe Weise wie Anna umgebracht und Isenhart setzt alles daran den Mörder zu finden.
Alle weiteren entstehenden Handlungsstränge, Verwicklungen, Begebenheiten und aus der in dieser Zeit scheinbar raren Wissbegier und Kombinationsgabe Isenharts sich entwickeln-den Geschehnisse hier anzureißen, wäre einfach zu viel.

Ein sehr umfangreicher Roman, der zum Ende 12, Jahrhunderts spielt und der unheimlich viele Punkte mit anreißt. Wie Länder- und Kirchenfürsten, wo gerade letztere mal wieder weit weg von christlichen Gedanken handeln. Neugierige, wissensdurstige Menschen, die ihre Entdeckungen geheim halten müssen. Böses und gutes, dass daraus entsteht, und dabei noch irgendwie eine Art Krimi, der sich als roter Faden durch den Roman ziehen soll.
Eine sehr interessante Idee für einen Roman, der sich dadurch zu Anfang viel versprechend liest. Doch gerade diese immense Menge an Stoff erfordert vom Leser viel Durchhaltever-mögen. Immer wieder geht dieser rote Faden etwas verloren, werden viele andere Dinge recht ausführlich beschrieben, erwähnt. Da mag der häufige Hinweis, dass eine der Figuren nun Geschlechtsverkehr mit Tieren hat, auch nicht weiter stören. Trotzdem fehlt den ver-schiedenen Charakteren noch der letzte Rest an Tiefgang in ihrer Darstellung.
Isenhart scheint schon eine außergewöhnliche Person in seiner Zeit gewesen zu sein, doch komplett fesseln konnten er, und die anderen Hauptprotagonisten, mich nicht.
Für mich ist dieser Roman einfach viel zu umfangreich gewesen, um begeistert lesen zu können. Entsprechend, denke ich, hat sich das auf den Schreibstil, oder mein Empfinden dafür, ausgewirkt.
Die Gestaltung des Einbandes und des Schutzumschlages gefällt mir sehr gut.

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50

24.10.2011

„Auf der Suche .........”

von Melanie Enns aus L.
Wer ein wirlich gutes historisches Buch lesen möchte, sollte sich Isenhart auf seinen Wunschzettel setzen. Ich bin immer wieder erstaunt wie sehr ein Buch mich fesseln kann. Es ist sehr detalliert geschrieben, mehr als 800 Seiten wollen ja auch erst einmal gelesen werden, aber jede Seite ist ein wahrer Genuss.
Wir lernen wieder einmal wie sehr die Kirche das Leben der Menschen dominiert und auch abschreckt.
Wir lesen von Morden, die begangen werden um das Wunder der Seelenwanderung zu begreifen, die mich abstossen und erschrecken. Leichen werden geschändet um die Anatomie des Körpers kennen zu lernen. Es war verboten an Leichen herumzudoktorn oder auszuwiegen, wie schwer die Seele eines Menschen ist. Aus der heutigen Sicht natürlich unfassbar, was Menschen taten um Wissen zu erlangen, aber für die damalige Zeit ein Muss um den Hunger nach Wissen zu befriedigen oder vielleicht einfach nur verrückt?
Und wieder einmal bin ich froh, daß ich als Frau zur heutigen Zeit geboren wurde. Ich muss meinem Mann nicht zu Diensten sein, wann er es will, habe meine eigene Meinung und bin nicht nur aufs Kinder kriegen und Arbeiten beschränkt. Schlimmer noch, wäre es wenn ich die Tochter armer Eltern gewesen wäre und sogar durch Hurerei meinen Lebensunterhalt bestreiten müsste. Oder ich würde einfach genommen, nur weil ein Mann gerade seinen Trieb nachgeben muss. Bei den Gedanken stellen sich mir tatsächlich die Nackenhaare auf. Außerdem durfte ich zur Schule gehen, was Mädchen zur damaliger Zeit untersagt wurde. Die wenigsten konnten Lesen oder Schreiben.
Isenhart ist eine Person, die man gleich ins Herz schliesst. Geradeheraus und immer ehrlich. Konrad ist dagegen ein echt Heissporn, der seinen Wut oft nicht im Zaum halten kann und dadurch gravierende Fehler macht. Das Gesamtergebnis dieses Buches, die Suche nach der Wahrheit hat auch Schattenseiten, aber Isenhart ist ein Mann, der dies zum Guten für sich zu wenden weiß. Kein leichtes Leben im Jahr 1100 n.Chr. Oft Brutal und grausam, wie Menschen sich gegenseitig abschlachten und Intrigen gegeneinander spinnen. Immer wieder müssen Konrad und Isenhart ihren Hals aus der Schlinge ziehen und dazu braucht man Weisheit, Kraft und ein kleines bißchen Glück. Mir hat es sehr gefallen und daher spreche ich auch eine ernst gemeinte Leseempfehlung für das Buch " Isenhart" von Holger K. Schmidt aus. Ein toller Wälzer mit sehr sympathischen Hauptpersonen!
Schade, daß ich die Verfilmung im Fernsehen verpasst habe. Ich habe zwar den Trailer zum Film gesehen, aber mir keine Gedanken darum gemacht, ob es sich um eine Verfilmung zu diesem Buch handelt. Am liebsten würde ich mir in den Hintern beißen, obwohl, es in Bild und Farbe zu sehen oder nur zu lesen ist dennoch ein kleiner Unterschied, denn zuweilen geht es hier doch ganz schön blutig zu und darauf verzichte ich dann doch vielleicht besser!

Wirklich lesenswert und daher alle verfügbaren Sterne!

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50

16.10.2011

„Ein großartiges Buch!”

von Halfgard72 aus Berlin
Isenhart hat keinen leichten Start ins Leben. Er ist zweimal tot und wird auch beide Male wiederbelebt. Er wächst bei einem Schmied auf und bekommt Bildung. Isenhart lernt seine große Liebe kennen und es könnte für ihn eigentlich alles perfekt sein, aber Anna wird eines Tages ermordet aufgefunden. Annas Herz wurde gestohlen und bald darauf wird auch schon jemand hingerichtet. Aber derjenige ist nicht Annas Mörder und es geschehen noch weitere Morde, die auf einen Serienmörder hindeuten. Isenhart begibt sich somit auf die Jagd nach dem Mörder.

Zugegeben das Buch ist keine Lektüre für Zwischendurch. Man braucht schon etwas Geduld und sollte auch sehr aufmerksam lesen. Es ist bis zur letzten Seite sehr spannend, und es gibt auch einige überraschende Wendungen. Das Buch war für mich ein pures Lesevergnügen. Auch das sehr schön gestaltete Cover macht das Buch zu einem Blickfang in meinem Regal.

Was mir überhaupt sehr gut gefallen hat, war nicht nur die spannende Geschichte über die Jagd nach dem Seelensammler sondern auch die vielen interessanten Informationen über die damalige Zeit. Das mittelalterliche Leben wurde sehr authentisch dargestellt, und ich konnte mich sehr gut in diese Zeit hineinversetzen. Ich fand es hochinteressant zu erfahren wie damals der Wissensstand gerade was die Mathematik, Wissenschaft, Medizin und Astronomie angeht, war. Auch der ständige Konflikt mit der Kirche und die Angst vor der Verurteilung zur Ketzerei kamen sehr glaubhaft rüber.

Isenhart war für mich ein bemerkenswerter Charakter. Ich fand es sehr schön seinen Gedankengängen zu folgen. Seine Jagd nach dem Serienmörder war hochspannend. Die damaligen Möglichkeiten eine Leiche zu sezieren oder einen Mord aufzuklären waren zwar recht primitiv, aber das hat Isenhart trotzdem nicht davon abgehalten den Mörder weiterzusuchen. Sein wacher Geist und sein Verstand waren ihm eine sehr große Hilfe.

Meiner Meinung nach war dies ein sehr spannendes und toll geschriebenes Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. Das Buch gehört zu meinen Lesehighlights diesen Jahres, und ich vergebe dem Buch 5 Sterne!

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40

15.10.2011

„Ein Schmied der ganz besonderen Art”

von Buchwurm aus Ober-Ramstadt
Man schreibt das Jahr 1171. Im tiefsten Winter wird ein Säugling in einer Hütte im Wald geboren, der zusammen mit seiner Mutter stirbt. Da taucht ein unheimlicher Fremder auf, der dem Kind, wie er sagt, ein Stück seiner Seele einhaucht und es ins Leben zurück holt. Die Menschen sind von diesem "untoten" Kind abgeschreckt, fordert doch Ritter Walther von Acisberg, dass das Kind in den Mauern von Burg Laurin aufwächst und dort unterrichtet wird. Und so wächst Isenhart als Sohn des Schmiedes Chlodio am Hofe von Laurin auf und wird dort auf Acisbergs Wunsch und Kontrolle hin, gemeinsam mit Konrad, dem Sohn von Sigimund von Laurin in allen möglichen Naturwissenschaften und natürlich auch Religion (wie sie die Kirche lehrt), unterrichtet. Schnell erweist sich Isenhart als weit überdurchschnittlich intelligent, stellt alles und jeden in Frage, während Konrad von seiner Natur her eher zum Kämpfer geeignet ist. Trotzdem entwickelt sich zwischen den ungleichen beiden jungen Männern eine Freundschaft, die ein Leben lang halten soll. Bis eines Nachts Konrads Schwester Anna von Laurin, Isenharts heimliche Liebe, bestialisch ermordet wird. Isenhart und Walther von Acisberg versuchen gemeinsam, die Spur des Mörders aufzunehmen, der Anna das Herz entfernt hat. Doch warum tat er dies? Dient der Mord einem höheren Zweck? Es beginnt eine lange Reise und Forschung nach dem Täter und dem Warum des Mordes...

Zuerst einmal möchte ich kurz erzählen, wie ich zu diesem Buch gekommen bin. Es gab bei Vorablesen eine Leseprobe, die mich neugierig auf das Buch machte. Leider gewann ich es nicht. Also bestellte ich es mir im Internet und kaum war das Buch da, musste ich feststellen, dass das Buch als Film am 03.10. bereits im Fernsehen laufen sollte. Wie das? Seit wann kann ein Film gedreht sein, bevor das Buch überhaupt erschienen ist? Diese Frage konnte ich leider bis heute nicht klären. Also entschied ich mich verärgerten Herzens, mir erst den Film anzusehen und dann das Buch zu lesen. Jedoch fand ich den Film leider dermaßen schlecht gemacht, dass ich ihn nach der Hälfte ausschaltete und mich dann doch nur um das Buch kümmerte.
Welchen Eindruck hat dieses bei mir hinterlassen? Nun, die Geschichte ist angenehm und spannend geschrieben. Auch die Charaktere sind sympathisch und stimmig beschrieben. Was mich jedoch im Verlauf der 800 Seiten irritierte, war die Sprunghaftigkeit des Autors. Denkt man ursprünglich, es gehe um eine Art CSI im Mittelalter; wechselt die Geschichte immer wieder ihren Haupthandlungsstrang. Ich hatte irgendwie das Gefühl, als könne der Autor sich nicht wirklich entscheiden, als wolle er lieber einen Krimi, eine Kirchenkritik, ein Geschichtsbuch, ein Buch über Freundschaft und Familie oder ein Buch über Wissenschaft zur damaligen Zeit schreiben. Sicher überschneiden sich die diversen Themen und Wissenschaft und Kirche waren damals nicht zu trennen, was ja auch zu den beschriebenen Konflikten führte. Aber mich hat dieses Hin- und Hergespringe etwas gestört. Trotzdem alles in allem ein solider, sympathischer und spannender Roman. Nur das Ende hat mir nicht so gut gefallen, empfand ich dann doch etwas weit her geholt und konstruiert.

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50

12.10.2011

„Isenhart und der Seelenfänger”

von alphacia aus Berlin
Ich habe das Buch nun auch gelesen und muss sagen, das es mir außerordentlich gut gefallen hat!

Isenhart wird tot geboren und insgesamt zweimal wiederbelebt. Sein unbändiger Lebenswille verhilft ihm schließlich zu seinem Namen. Er wächst bei einem Schmied auf und bekommt Bildung, was eigentlich nicht selbstverständlich ist. Aber Isenhart weiß dieses Privileg zu schätzen. Er freundet sich mit Konrad von Laurin an und verliebt sich in dessen Schwester; Anna. Auch Anna erwiedert seine Liebe, aber das Liebesglück der Beiden währt nicht lange. Eines Tages wird Anna tot aufgefunden - mit herausgeschnittenem Herzen. Und Isenhart macht sich zusammen mit Konrad auf die Suche nach Annas Mörder.

Zuallerst ist mir das tolle Cover positiv aufgefallen. Es ist sehr extravagant und dafür schon mal ein ganz dickes Lob.

Mit Isenhart ist dem Autor ein großartiger historischer Roman gelungen, der an Spannung kaum zu überbieten war. Die Jagd nach dem Serienmörder war ultraspannend und bot auch einige sehr interessante Überraschungen. Aber nicht nur das war sehr positiv, sondern auch das ganze Umfeld in dem die Geschichte eingebettet war. Das Mittelalter wurde sehr anschaulich dargestellt, roh und sehr düster, aber auch ungerecht und brutal. Die Sprache war der damaligen Zeit angepasst. Sehr schön fand ich den Gebrauch einiger Redewendungen wobei ich richtig erstaunt war, dass sie ihren Ursprung im Mittelalter hatten. Ich habe beim Lesen auch viel neues erfahren.

Der Hauptprotagonist Isenhart hat mir sehr gefallen. Sein Wissendurst war legendär, und es machte einfach Spaß seinen Gedankengängen zu folgen. Er war nicht nur auf der Suche nach Annas Mörder, sondern auch nach seiner Herkunft. Er musste aber immer wieder auf der Hut vor der Kirche sein.

Alles in einem war dies ein sehr spannendes und gut recherchiertes Buch über einen sympathischen Helden, der mir ans Herz gewachsen ist. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und würde es jedem, der gerne anspruchsvolle Bücher liest, empfehlen.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

50

04.10.2011

„Freie, fliegende Gedanken”

von allegra
Isenhart wird im Winter des Jahres 1171 geboren. Seine Mutter stirbt bei der Geburt und auch bei dem kleinen Jungen kann die Hebamme keinen Herzschlag spüren. So wird er beiseite gelegt, während sich die Hebamme um den Leichnam der Mutter kümmert.
Doch es passiert etwas völlig Unerwartetes: Ein Fremder stürmt ins Haus, nimmt das tote Kind in seine Arme und haucht ihm seinen Atem und damit einen Teil seiner Seele ein. Er hinterlässt der Hebamme einige Münzen für die Betreuung des kleinen Jungen und flieht ins Unterholz kurz bevor sein Verfolger, Walther von Ascisberg vorbeikommt. Auch er haucht dem Baby seinen Atem und damit einen Teil seiner Seele ein, auf dass diese in Widerstreit trete mit derjenigen des geheimnisvollen Fremden. Er nimmt das Neugeborene mit und bringt es seinem Freund, Sigimund von Laurin, wo es in der Familie des Schmieds aufwachsen kann.

Da der kleine Junge sehr zäh ist und wider Erwarten den Frühling erlebt wird er auf den Namen Isenhart getauft. Walther von Ascisberg veranlasst, dass Isenhart gemeinsam mit Sigimunds Sohn Konrad unterricht wird in Latein und in Kenntnissen, die man später mit Naturwissenschaften bezeichnen wird.

Isenhart spürt sehr bald, dass er in der falschen Zeit lebt. Sein Geist verlangt nach Freiheit und lässt sich nicht in ein enges Glaubenskorsett zwängen, wie es für die Zeit des Hochmittelalters zu erwarten wäre. Walther von Ascisberg fördert Isenhart in Naturbetrachtungen und sät einen Samen der Neugierde nach Erkenntnis, des in Isenhart auf fruchtbaren Boden fällt.

Die Idylle wird sehr schmerzhaft zerstört durch den gewaltsamen Tod von Anna von Laurin, der Tochter Sigimunds. Walther ermittelt gemeinsam mit Isenhart und er kommt zu einer Verhaftung mit Todesurteil eines Händlers. Doch sehr bald wird es zur Gewissheit, dass ein Unschuldiger hingerichtet worden ist, da es zu weiteren Todesfällen kommt.

Die Ermittlungen, die Isenhart und Konrad von der Rhein/Neckar Region über Spira (das heutige Speyer) quer über die Alpen nach Toledo an den Bazar des Wissen führen werden, bilden den Rahmen dieses 800 Seiten starken Erstlingswerk von Holger Karsten Schmidt.
Das Buch beinhaltet aber weit mehr als nur einen historischen Krimi. Isenhart ist ein unruhiger Geist und stellt viele Überlegungen und wissenschaftliche Experimente an, so dass man auch eine Menge lernen kann über die Entwicklung der Technik im Hochmittelalter. Interessanterweise sind die Araber in vielen Belangen, was Medizin aber auch Fliegen betrifft, sehr viel weiter als die Europäer. Neben wissenschaftshistorischen Kenntnissen vermittelt das Buch auch sehr viele Anregungen zu philosophischen Überlegungen.

Sprachlich lässt sich das Buch sehr leicht und angenehm lesen. Teilweise hätte ich mir etwas mehr Beschreibungen gewünscht über das Aussehen der Figuren. Aber die interessanten und abwechslungsreichen Landschaftsbeschreibungen machen das locker wett.

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30

04.10.2011

„Heller Kopf, dunkles Zeitalter”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Bonn
Ich bin kein Freund von historischen Romanen. Die Idee eines mittelalterlichen Profilers hat mich gereizt, das Buch trotzdem zu lesen. Bekehren konnte es mich allerdings nicht, denn ich bin und bleibe kein Fan düsterer Erzählungen von Pest und Cholera. Es war die Ausstrahlung der (am Rande bemerkt schlecht gespielten und nahezu unerträglich seichten!) Verfilmung im TV, die mich letztlich dazu angetrieben hat, mich durch den Schinken zu wühlen. Was ich haarscharf geschafft habe.

Zugute halten muss man dem Roman, dass er wahnsinnig gut geschrieben ist und eine dichte Atmosphäre schafft - die bei mir allerdings zuverlässig einen flauen Magen und Würgereiz verursacht und mich fragen lässt, woher viele meiner Zeitgenossen die permanente Verklärung und Faszination für diese Epoche nehmen?! Hier dagegen wird nichts beschönigt, und das ist dann andererseits und zur Abwechselung mal ganz gut so. "Isenhart" punktet außerdem mit sehr glaubwürdigen, fein geschliffenen Charakteren. Es gibt pointierte Dialoge mit Witz und Scharfsinn. Statt platt mit Gut und Böse zu hantieren, wird in einem komplexen erzählerischem Geflecht fein differenziert.

Isenhart hinterfragt die Welt und ist seiner Zeit voraus. Rund 300 Jahre vor da Vinci und sicher auch in Anspielung auf diesen wagt er sich in Gefilde vor, die nicht nur seinem Umfeld zumeist völlig fremd und bisweilen sogar unheimlich, sondern auch der allgegenwärtigen Kirche ein Dorn im Auge sind, denn ein wacher, denkender Geist könnte ihre Allmacht untergraben. Der Gegensatz von Glauben und Wissen tritt vor dem Hintergrund historischer Begebenheiten plastisch zu Tage, er versauert nicht in bloßer Beschreibung und es ist spannend, dass sich Holger Karsten Schmidt als zentrales Objekt gerade das ausgesucht hat, was elementar für die Konzepte von Fegefeuer und Erlösung war: die Seele.

Vor dem heutigen Wissen wird die Beengtheit deutlich, der ein heller Kopf wie Isenhart ausgesetzt war. Aus damaliger Sicht überschreitet er Grenzen. Doch verharrt der Roman nicht in einer bloßen Rückschau, sondern wirft eine Frage auf, die auch aus heutiger Sicht aktuell ist: Wie weit darf Wissensdurst, darf die Wissenschaft gehen, um ethisch vertretbar zu bleiben? An der Seite Isenharts kommt der Leser der Antwort näher.

Kritisch wird es immer dann, wenn sich der Erzähler in allzu detaillierten Zustandsbeschreibungen ergeht, die Variationen auf ein bekanntes Thema liefern und die Geschichte nicht recht voran bringen. Der Rabe Gweg ist ein Beispiel. Phasenweise schweift es dann ins Langatmige ab. Ausgedehnte Reisebeschreibungen und zahlreiche Nebenhandlungen, mitunter eingebunden in Rückblenden und das sogar erzählerisch recht clever, die zur Erläuterung einer Situation dienen sollen, helfen zwar dabei, das stimmige Bild einer Zeit entstehen zu lassen, walzen das Ganze aber auch ganz schön aus.

Fazit: Für Fans des dunklen Zeitalters und dicker Mittelalterschinken, bei denen man sich erleichtert daran ergötzen kann, wie gut es uns heute vergleichsweise geht, sicher ein besonderer Leckerbissen und durchaus vielschichtig. Im wahrsten wie auch übertragenen Sinne des Wortes.

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50

02.10.2011

„Achtung lehrreich und Unterhaltung”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Magdeburg
Noch bei der Geburt von der Nabelschnur erwürgt, gleich zweimal für tot erklärt und wundersamerweise ins Leben zurückgekehrt, hat Isenhart alles andere als einen guten Start ins Leben. Der Burgherr beschließt Gnade walten zu lassen und gibt ihn in die Obhut des Schmiedes, verspricht aber dem Retter des Kindes ihm die selbe Bildung zu teil werden zu lassen, wie seinem Sohn. Schon bald stellt Isenharts unstillbarer Wissensdurst seine Umwelt auf eine harte Geduldsprobe und auch seine Lehrer versetzt er in Erstaunen. Durch seine Güte und Loyalität erntet er nicht nur die Aufmerksamkeit und Freundschaft Konrad von Laurins, dem Sohn des Burgherrn, sondern auch die Liebe von dessen Schwester Anna. Als diese dann gewaltsam ermordet im Wald aufgefunden wird, beginnt die Suche nach einem Mörder, denn was bis dahin niemand ahnt, die war lediglich das Gesellenstück eines Seelensammlers, der weitere Morde begehen wird, im Namen der Wissenschaft. Isenhart und Konrad machen sich auf den Tot von Anna zu sühnen und verlassen auf ihrer Jagd schon bald die Grenzen des Abendlandes und der bis dahin geltenden Weltanschauung. Nichts ahnend wie eng all die Geschehnisse mit Isenharts Herkunft verknüpft sind.
Ein wahnsinnig toller historischer Roman, in den ein Kriminalfall eingewoben wurde. Detailreich schildert der Autor wie Isenhart durch seinen Wissensdurst mehr als einmal in Gefahr gerät, aber auch wie er sich mit Hilfe seines Verstands immer wieder aus brenzligen Situationen befreit. Erzählt wird die Geschichte von Freundschaft, Rache, Tot aber auch der Suche nach dem göttlichen Wirken. Ich habe jede Seite verschlungen. Kaum hatte ich das Buch geöffnet, nahm mich Isenhart mit in seine Zeit und ich war für Stunden im 13. Jahrhundert verschollen. Holger Karsten Schmidt versteht es die Ursprünge von Sprichworten durch lustige Annekdoten einzuflechten, so das der Leser beim Streifzug durch die Welt Isenharts noch eine Menge dazu lernt, sozusagen im Vorbeigehen. Die Fülle an Details die den Leser erwarten, werden nicht ein einziges mal monoton oder langweilig, vielmehr befindet man sich plötzlich ohne zu ahnen in einem philosophischen Gedankenaustausch, bei dem man beginnt seine eigenen Schlussfolgerungen zu ziehen und sie auf Gültigkeit zu überprüfen. Mich hat Isenhart mit seinem Hunger nach Wissen beeindruckt und ich möchte dem Autor für die tollen Lesestunden und die Unterweisungen danken, sowie für den liebevoll gezeichneten Charakter Gwegs, er war mir von allen der Liebste. Ich hoffe bald wieder eins von Herrn Schmidts Büchern in der Hand zu halten und vielleicht auch darin zu erfahren, wie es Hennrick mit seinen Hühnern erging oder dem befreiten Moslem.

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12

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