In diesem HoN Band dreht sich viel um die zwischenmenschlichen Beziehungen. Ein großer Teil handelt von dem Verhältnis zwischen Stevie Rae und Rephaim. Man spürt deutlich die Zerrissenheit, sowohl von Rephaim, der seinen Vater nicht verraten will, aber der auch seine Gefühle für "seine Rote" nicht leugnen kann. Stevie Rae hingegen hat sich zwar mit ihren Gefühlen Rephaim gegenüber abgefunden, weiß aber nicht, wie sie das ihren Freunden beibringen soll - Schweigen oder Reden? Diesen Gefühlen nachgeben oder ihn vergessen? Persönlich finde ich es gut, dass es in diesem Teil mal weniger um Zoey geht. Ich mag Rephaim und finde, dass er ein wirklich gut dargestellter Charakter ist, der auch zeigt, dass man auch ohne den "Teenie - Slang" einen wunderbaren, tiefgründigen Charakter schaffen kann.
Wo wir auch wieder beim Punkt "Sprache" wären. Es mag als Markenzeichen der Serie gehandelt werden, aber ich finde es an manchen Stellen einfach unpassend und nervig - der flappsige Teenieslang, der mehr als einmal wirklich nicht in die Situation passt. Es wirkt zwar, als hätte Zoey sich weiterentwickelt - leider ändert sich dies jedesmal, wenn sie den Mund aufmacht. Auch Stark wirkt in diesem Band nicht mehr wie der eigenständige Krieger, der er war. Seine Unterwürfigkeit Zoey gegenüber und das immer wieder auf die "Ehre" hinweisende Gerede, beides hat ihn auf meiner Beliebtheitsliste deutlich nach unten rutschen lassen.
Ansonsten fand ich einige Stellen wirklich etwas zu knapp gehalten, so dass diese einfach unglaubwürdig wirkten. Besonders die Stelle, in der Stevie Rae "plötzlich" (als sie dringend jemanden zum reden braucht) auf ihre Mutter trifft und diese nicht eine Sekunde erschrocken ist, sondern alles einfach so akzeptiert. Stevie Rae gesteht ihr auch die Liebe zu einem Rabenspötter - jede normale Mutter wäre erst einmal schockiert, ihre aber nimmt das ganze etwas zu gelassen für meinen Geschmack.
In diesem Band gibt es auch eindeutig Sexszenen und obwohl ich dachte, dass das mit Zoeys Männergeschichten nun vorbei wäre und nur noch Stark für sie relevant ist, versöhnt sie sich innerhalb einer Buchseite wieder mit Eric und die beiden sind plötzlich wieder ganz dicke Freunde - Begründung sollte der Tod eines gemeinsamen Freundes sein, trotzdem konnte ich diese wirklich schnelle Versöhnung nicht nachvollziehen. Und ja richtig, es gibt einen Toten in Zoeys Freundeskreis, wen verrate ich hier allerdings nicht.
Trotzallem hab ich den Band wiedermal verschlungen, der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen und an sich find ich die Story auch wirklich super. Ich frage mich nur manchmal, ob die Autorin die Kritiken zu ihren Büchern überhaupt liest.
Fazit:
Alles in allem sind die House of Night Bücher wirklich lesenwert. Interessant Idee, interessante Story. In diesem Band habe ich allerdings mehr als einmal den Kopf geschüttelt, sowohl über den Schreibstil, als auch über das Geschriebene an sich. Letztendlich ist dies ein Band, der Zwischenmenschlich bei den Beziehungen einiges klärt, ohne viel Handlung aufzuweisen. Freue mich trotzdem darauf zu erfahren, wie es denn nun weiter geht - mit Neferet, Heath, Rephaim, Kalona und dem weißen Stier. ;)
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