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Gift

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Artikeldetails zu Gift

AutorBarbara Yelin, Peer Meter

Abbildungsvermerk 2010. SW-Comics. 25,5 cm

  • ISBN-103-941099-41-8
  • ISBN-139783941099418
  • Verlag Reprodukt
  • EinbandartTaschenbuch
  • Seiten199
  • Auflage1. Auflage
  • VeröffentlichtMärz 2010
  • Gewicht698g
  • SpracheDeutsch

Rezensionen der Redaktion zu Gift

Im Jahr 1828 wurde in Bremen ein Verbrechen entdeckt, das in Deutschland und ganz Europa für Aufsehen und Entsetzen sorgte. Es ging um die Ermordung von zahlreichen Menschen durch Gift. Die Witwe Gesche Gottfried gestand die Morde schon während der ersten Verhöre, außerdem erklärte sie, mindestens 19 Menschen Gift in nicht-tödlicher Dosis verabreicht zu haben. Und doch konnte sie keine schlüssigen Motive für ihre Taten angeben. Am 21. April 1831 wurde sie nach einem sich über drei Jahre hinschleppenden Gerichtsverfahren auf dem Bremer Domhof vor mehr als 35 000 Zuschauern durch das Schwert hingerichtet.

Die Zeichnerin Barbara Yelin hat diese Geschichte jetzt in Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Peer Meter zu einem beklemmenden Comic verarbeitet; in verwischten Bleistiftbildern zeichnet sie das Bremen der Gottfried als bedrohlichen Ort. Es sind auch vor allem die Ungereimtheiten des Falls, für die Yelin sich interessiert. Im Prozess wurde noch das sogenannte Inquisitionsverfahren angewendet, deswegen herrschte bis zum Urteilsspruch eine strenge Zensur, die Prozessakten unterlagen strengster Geheimhaltung. Dennoch kamen noch während des Verfahrens die Verhörprotokolle in Umlauf und bedienten nicht zuletzt das sensationslüsterne Publikum. Gottfrieds Anwalt, Friedrich Leopold Voget, erwies sich in seiner Verteidigung als fortschrittlich, da er seine Mandantin als psychisch kranke und also unzurechnungsfähige Frau darstellte und ihr so den Tod ersparen wollte; in seinen später erschienenen Büchern aber stellte er sie als heimtückische, geldgierige Mörderin dar.

Die Person Vogets ist nur eine Facette in einem undurchsichtigen Spiel. Gottfrieds frei gelebte Sexualität, immerhin war sie drei Mal verheiratet, weckte den Argwohn nicht nur des streng religiösen Juristen, sondern sorgte in der ganzen Stadt für Gespräch. Zugleich war die Frau gerade wegen der hingebungsvollen Pflege der in ihrem Haus auffällig oft krank werdenden Menschen anerkannt und geachtet. Bis zuletzt gaben die Ärzte, die in Gottfrieds Unglückshaus ein- und ausgingen, katastrophale Fehldiagnosen ab. Davon aber und von der Mitverantwortung des Bremer Bürgertums sollte im Prozess keine Rede sein.

Barbara Yelin führt uns behutsam in die Bremer Verhältnisse ein und lässt eine junge Schriftstellerin an der Weser eintreffen: Eigentlich soll sie eine Reisereportage schreiben, doch alsbald gerät sie in den Sog der Ereignisse, nur wenige Tage vor der Hinrichtung herrschen in der Stadt Aufregung und Misstrauen. Hier zeigt sich das besondere Geschick Yelins. In Bildfolgen, die sich wie Kamerafahrten von den Dächern bis in die Straßenniederungen ausnehmen, tauchen wir in die Geschichte ein. Es sind zumeist dunkle Bilder, die gerade deswegen eigentümlich erleuchtet erscheinen. Yelin schafft von Licht durchflutete, durch Licht erst geschaffene, in das Dunkel gegrabene, dem Dunkel entrissene Räumlichkeiten.

Yelins Könnerschaft besteht in dieser kunstvollen Modellierung aus Licht. Dabei erinnert ihr ästhetisches Verfahren an Piranesis berühmte Kerkerbilder: kontrastreiche und theatralische Inszenierungen. Yelin findet auf diese Weise großartige Bilder der Erhabenheit noch im finstersten Schrecken." (Berliner Zeitung, 28.07.2010)

Kurzbeschreibung zu Gift

Bremen 1831. Den Auftrag im Gepäck, eine Reisebeschreibung über die Hansestadt zu verfassen, trifft eine junge Schriftstellerin an der Weser ein. Doch ihr schlägt eine Atmosphäre des Misstrauens entgegen, denn die Stadt kennt dieser Tage nur ein Thema: die unmittelbar bevorstehende Hinrichtung der mehrfachen Giftmörderin Gesche Gottfried. Ungewollt verbindet sich das Schicksal der jungen Frau mit dem der Gesche Gottfried... Im März 1828 wurde in Bremen ein Kriminalfall aufgedeckt, der die Stadt aufs tiefste und nachhaltigste erschüttern sollte und der in seiner Beispiellosigkeit ungeheures Aufsehen erregte. Bereits in den ersten Verhören gestand die 43-jährige Gesche Margarethe Gottfried, von 1813 bis 1827 fünfzehn Menschen vergiftet zu haben, darunter ihre Ehemänner, ihre Eltern und ihre Kinder. Ausgehend von diesem historischen Drama entwickeln Peer Meter (Szenario) und Barbara Yelin (Zeichnungen) eine Geschichte voller Spannung und Intensität.

Autorenportrait zu Gift

Peer Meter lebt als freier Schriftsteller in Worpswede. Nach Jahren der Wanderschaft am Theater und in der Literatur arbeitet er derzeit mit mehreren deutschen Zeichnerinnen und Zeichnern an Comic-Projekten. Barbara Yelin ist als Comiczeichnerin vor allem in Frankreich durch die Bände "Le visiteur" und "Le retard" bekannt geworden. Sie ist Mitherausgeberin der Anthologie "Spring" und lebt in Berlin.

Autorenportrait

Peer Meter lebt als freier Schriftsteller in Worpswede. Nach Jahren der Wanderschaft am Theater und in der Literatur arbeitet er derzeit mit mehreren deutschen Zeichnerinnen und Zeichnern an Comic-Projekten. Barbara Yelin ist als Comiczeichnerin vor allem in Frankreich durch die Bände "Le visiteur" und "Le retard" bekannt geworden. Sie ist Mitherausgeberin der Anthologie "Spring" und lebt in Berlin.

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40

13.07.2010

„Gift”

von einer Kundin oder einem Kunden
Im Jahre 1831 trifft eine junge Schriftstellerin in der Hansestadt Bremen ein. Sie soll einen Reisebericht über die Stadt verfassen. Doch schon als sie eintrifft, und das ohne Begleitung, schlagen ihr Wellen des Misstrauens entgegen. Man vermutet, dass sie nur wegen der bevorstehenden Hinrichtung der Giftmörderin Gesche Gottfried in die Stadt gekommen sei.

Aufgrund des Tumults kann sich die junge Frau kaum auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren, und so wird sie ungewollt in die Ereignisse hineingezogen, da sie durch neugierige Fragen anscheinend an der Fassade des aufgeklärten freien Bürgertums kratzt.

Diese Graphic Novel überzeugt durch ihre akurate Darstellung der damaligen Gesellschaft und den realen Kriminalfall um Gesche Gottfried. Außerdem gilt meine Hochactung der Künstlerin, die nur mit Bleistift und Schraffuren die beklemmende Stimmung, in der sich die Hauptperson befindet, einfängt. Eine wahrlich gute Graphic Novel, die man gelesen haben muss.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

50

09.07.2010

„Comic-Kunst vom Feinsten!”

von einer Kundin oder einem Kunden
Ein atemberaubender wahrer Kriminalfall umgesetzt in eine graphic novel, die den Leser sofort in ihren Bann zieht. Diese Geschichte gewährt Einblicke in die düsteren Winkel der Seele und zeigt, dass es in jeder Zeit Menschen gibt, die einfach wegschauen.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

50

14.06.2010

„Grausame Realität”

von einer Kundin oder einem Kunden
Sehr interessante und fesselnde Geschichte über eine Frau, deren Charakter man nicht zu beschreiben vermag. Lebendige Bilder, die einem beim Anblick des grausamen Geschehens schaudern lassen. Unglaublich wahre Begebenheit!

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