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Feuer und Stein. Sonderausgabe. Highland-Saga, Band 1

Roman. Dtsch. v. Elfriede Fuchs u. Gabriele Kuby

buch
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Artikeldetails zu Feuer und Stein. Sonderausgabe. Highland-Saga,...

AutorDiana Gabaldon

Untertitel Roman. Dtsch. v. Elfriede Fuchs u. Gabriele Kuby

Abbildungsvermerk Sonderausg. 22 cm

  • bol.ch-Verkaufsrang1.544
  • ISBN-103-7645-0155-3
  • ISBN-139783764501556
  • Verlag Blanvalet
  • ReiheHighland-Saga
  • ÜbersetzerGabriele Kuby, Elfriede Fuchs, Maya Ubik
  • Einbandartgebunden
  • Seiten798
  • Veröffentlicht07.08.2002
  • GenreRoman
  • Gewicht955g
  • SpracheDeutsch
  • OriginaltitelOutlander

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Leseprobe aus Feuer und Stein. Sonderausgabe. Highland-Saga,...

Ein neuer Anfang
Der Ort sah, zumindest auf den ersten Blick, nicht so aus, als würden dort viele Menschen verschwinden. Mrs. Bairds Frühstückspension war ein Haus wie tausend andere im schottischen Hochland anno 1945; sauber und ruhig, mit verblaßten Blümchentapeten, gewienerten Böden und einem Durchlauferhitzer im Bad, in den man Münzen einwerfen mußte. Mrs. Baird war mollig und gelassen und hatte nichts dagegen, daß Frank all seine Bücher und Papiere, die ihn auf jeder Reise begleiteten, in ihrem kleinen, mit Rosenmuster verzierten Wohnzimmer deponierte.
Ich begegnete Mrs. Baird in der Diele, als ich auf dem Weg nach draußen war. Sie hielt mich auf, legte ihre etwas feiste Hand auf meinen Arm und zupfte an meinen Haaren herum.
»Ach du liebe Güte, Mrs. Randall, so können Sie doch nicht aus dem Haus gehen! Darf ich's mal ein bißchen festdrücken? So. Jetzt ist es schon viel besser. Meine Cousine hat mir von einer neuen Dauerwelle erzählt. Die wird wunderschön und hält traumhaft gut; vielleicht sollten Sie's das nächste Mal auch damit versuchen.«
Ich brachte es nicht übers Herz, Mrs. Baird zu sagen, daß die Widerspenstigkeit meiner hellbraunen Locken allein auf eine Laune der Natur und nicht auf Versäumnisse von seiten des Friseurgewerbes zurückzuführen war. Ihre steifgelockten Wellen zeichneten sich jedenfalls nicht durch derlei Eigensinn aus.
»Das werde ich tun, Mrs. Baird«, log ich. »Ich gehe nur schnell ins Dorf runter und treffe mich mit Frank. Wir sind zum Tee wieder da.« Ich verschwand, bevor sie weitere Mängel an meiner Erscheinung entdecken konnte. Ich war vier Jahre Krankenschwester bei der Royal Army gewesen und genoß es nun, statt der Uniform leichte, buntbedruckte Kattunkleider zu tragen, die für stramme Märsche durch die Heide jedoch völlig ungeeignet waren.
Nicht, daß ich ursprünglich geplant hätte, dies oft zu tun; ich hatte mir eher vorgestellt, morgens auszuschlafen und mit Frank lange faule Nachmittage im Bett zu verbringen. Es war jedoch schwierig, eine angemessen romantische Stimmung zu schaffen, wenn Mrs. Baird vor unserer Tür emsig staubsaugte.
»Das muß der schmutzigste Teppich von ganz Schottland sein«, hatte Frank heute vormittag bemerkt, als wir im Bett lagen und dem wilden Röhren des Staubsaugers auf dem Flur lauschten.
»Fast so schmutzig wie die Fantasie unserer Wirtin«, bestätigte ich. »Vielleicht hätten wir doch nach Brighton gehen sollen.«
Wir hatten uns entschlossen, daß wir, bevor Frank seiner Berufung als Geschichtsprofessor nach Oxford folgte, in den Highlands Urlaub machen wollten, weil die Schrecken des Krieges Schottland etwas weniger heimgesucht hatten als den Rest von Großbritannien und weil es nicht so anfällig war für die hektische Nachkriegsmunterkeit, die in populäreren Feriengegenden grassierte.
Und ohne es besprochen zu haben, glaubten wir wohl beide, es sei ein nachgerade symbolischer Ort zur Neubelebung unserer Ehe; kurz vor Ausbruch des Krieges - sieben Jahre war es her - hatten wir in den Highlands geheiratet und dort unsere zweitägigen Flitterwochen verbracht. Ein friedliches Refugium, in dem wir einander wiederentdecken konnten, so meinten wir, ohne zu bedenken, daß Golf und Angeln zwar Schottlands beliebteste Sportarten im Freien sind, Klatsch aber der beliebteste Zeitvertreib in geschlossenen Räumen. Und wenn es so ausgiebig regnet wie in Schottland, halten sich die Menschen oft in geschlossenen Räumen auf.
»Wohin gehst du?« fragte ich, als Frank seine Beine aus dem Bett schwang.
»Ich könnte es nicht ertragen, wenn die gute Frau enttäuscht von uns wäre«, antwortete er. Er setzte sich auf die Kante des hochbetagten Bettes und wippte behutsam auf und ab, was ein durchdringend rhythmisches Quietschen hervorrief. Das Staubsaugen auf dem Flur wurde eingestellt. Nach ungefähr zwei Minuten gab Frank ein lautes, theatralisches Stöhnen von sich und fiel hintüber, wogegen die Sprungfedern schnarrend protestierten. Ich kicherte in mein Kissen, um die atemlose Stille vor der Tür nicht zu entweihen.
Frank zog die Augenbrauen hoch. »Du sollst nicht kichern, sondern verzückt stöhnen«, ermahnte er mich flüsternd. »Sie wird noch denken, ich sei kein guter Liebhaber.«
»Wenn du verzücktes Stöhnen erwartest, mußt du schon länger durchhalten«, erwiderte ich. »Mit zwei Minuten verdienst du nicht mehr als Gekicher.«
»Unverschämtes Frauenzimmer. Ich bin hierhergekommen, um mich auszuruhen, hast du das vergessen?«
»Faulpelz. Wenn du nicht ein bißchen mehr Fleiß an den Tag legst, wirst du es nie bis zum nächsten Ast an deinem Stammbaum bringen.«
Franks Leidenschaft für Ahnenforschung war ein weiterer Grund dafür, daß wir uns die schottischen Highlands ausgesucht hatten. Einem der dreckigen Zettel zufolge, die er mit sich herumschleppte, hatte irgendein leidiger Vorfahr von ihm Mitte des siebzehnten oder achtzehnten Jahrhunderts irgend etwas in dieser Gegend zu schaffen gehabt.
»Wenn ich an meinem Stammbaum als kinderloser Knorren ende, ist es zweifellos die Schuld unserer unermüdlichen Wirtin da draußen. Schließlich sind wir seit fast acht Jahren verheiratet, und Frank junior wird ehelich genug sein. Jedenfalls brauchen wir keine Zeugen, wenn du ihn empfängst.«
»Falls überhaupt«, sagte ich pessimistisch. In der Woche vor unserem Aufbruch in die Highlands waren wir wieder enttäuscht worden.
»Wie sollen wir es nicht schaffen bei all der frischen Luft und gesunden Ernährung?« Zum Abendessen hatte es gestern Brathering gegeben. Zum Mittagessen Salzhering. Und der penetrante Geruch, der nun die Treppe heraufwehte, deutete stark darauf hin, daß es zum Frühstück Räucherhering geben würde.
»Wenn du nicht vorhast, zur Erbauung von Mrs. Baird eine Zugabe zu geben, dann solltest du dich jetzt anziehen«, sagte ich. »Wolltest du dich nicht um zehn mit dem Pfarrer treffen?« Reverend Dr. Reginald Wakefield, Pastor der hiesigen Gemeinde, würde Frank ein paar ungemein faszinierende Taufregister vorlegen; ganz zu schweigen von der verlockenden Möglichkeit, daß er vielleicht einige schimmelige Kriegsberichte ausgegraben hatte, in denen der berühmt-berüchtigte Vorfahr erwähnt wurde.
»Wie hieß dieser Ur-Ur-Ur-Ur-Urgroßvater von dir noch mal?« fragte ich. »Der hier bei einem Aufstand mitgemischt hat? Willy oder Walter? Ich weiß es nicht mehr.«
»Jonathan.« Frank nahm mein Desinteresse an der Familiengeschichte gelassen hin, blieb aber immer wachsam, um beim geringsten Ausdruck von Wißbegier meinerseits die Gelegenheit zu ergreifen und mir alle bisher bekannten Fakten über die Randalls und ihre Verbindungen aufzuzählen. Während er sein Hemd zuknöpfte, blitzte die Leidenschaft des fanatischen Dozenten aus seinen Augen.
»Jonathan Wolverton Randall - Wolverton hieß er nach dem Onkel seiner Mutter, einem Ritter aus Sussex. Er war jedoch unter dem schneidigen Beinamen>Black Jack »Mitte der dreißiger Jahre - des achtzehnten Jahrhunderts - kaufte er sein Offizierspatent und diente als Hauptmann bei den Dragonern. Den alten Briefen zufolge, die mir meine Cousine May geschickt hat, kam er beim Heer nicht übel zurecht. Eine gute Wahl für den zweitältesten Sohn, mußt du wissen; sein jüngerer Bruder hielt sich ebenfalls an die Tradition und wurde Geistlicher, aber ich habe noch nicht viel über ihn herausgefunden. Wie auch immer, der Herzog von Sandringham belobigte Jack Randall wegen seiner Aktivitäten vor und während des Aufstands 1746 - des zweiten jakobitischen Aufstands«, erläuterte Frank den Unwissenden unter seinen Zuhörern, nämlich mir. »Du weißt schon, Bonnie Prince Charles und diese Leute.«
»Ich bin nicht sicher, ob den Schotten klar ist, daß sie damals verloren haben«, warf ich ein, während ich mich aufsetzte und meine Haare zu bändigen versuchte. »Gestern abend im Pub habe ich deutlich gehört, wie uns der Mann hinterm Tresen als Sassenachs bezeichnet hat.«
»Nun, warum nicht?« sagte Frank gleichmütig. »Das bedeutet schließlich nur>EngländerFremde »Ich weiß, was es bedeutet. Mir hat sein Ton nicht gefallen.«
Frank suchte in der Kommodenschublade nach einem Gürtel. »Er hat sich bloß geärgert, weil ich ihm gesagt habe, sein Bier sei dünn. Ich habe ihm erklärt, daß man bei einem echten Hochlandgebräu dem Faß einen alten Stiefel beigeben und das Endprodukt durch alte Unterwäsche abseihen müßte.«
»Aha, das erklärt die Höhe der Rechnung.«
»Na ja, ich habe es etwas taktvoller formuliert, aber nur, weil es im Gälischen kein Wort für Unterhose gibt.«
Neugierig geworden, griff ich zu einer von meinen. »Warum nicht? Haben die alten Kelten keine Unterwäsche getragen?«
Frank grinste anzüglich. »Hast du nie das Lied gehört, in dem es darum geht, was ein Schotte unter seinem Kilt trägt?«
»Vermutlich keine lange Unterhose«, sagte ich trocken. »Während du dich mit Pfarrern vergnügst, mache ich mich vielleicht auf die Suche nach einem hiesigen Kiltträger und frage ihn.«
»Dann sieh zu, daß du nicht verhaftet wirst, Claire. Das würde dem Dekan des St. Giles College gar nicht gefallen.«
Letzten Endes schlenderten keine Kiltträger auf dem Dorfplatz herum und besuchten auch nicht die umliegenden Geschäfte. Es waren jedoch etliche andere Leute da, meistenteils Hausfrauen vom Typ Mrs. Baird, die ihre täglichen Besorgungen erledigten. Sie waren aus auf Klatsch und Tratsch und erfüllten, stramm und in bedruckte Kleider gehüllt, die Läden mit gemütlicher Wärme - eine Bastion gegen den kalten Morgendunst draußen.
Da ich bis jetzt noch keinen eigenen Haushalt hatte, gab es für mich nur wenig zu kaufen. Ich amüsierte mich damit, mir die frischgefüllten Regale anzuschauen, aus reiner Freude, vieles wieder angeboten zu sehen. Lange Zeit war alles streng rationiert gewesen, wir mußten ohne einfache Dinge wie Seife und Eier auskommen und noch länger ohne die kleinen Luxusartikel wie L'Heure Bleue, mein Eau de Cologne.
Mein Blick verweilte auf einer Auslage mit Haushaltswaren - bestickten Geschirrtüchern und Teewärmern, Krügen und Gläsern, einem Stapel recht heimeliger Plätzchendosen und einer Garnitur von drei Blumenvasen.
Ich hatte in meinem ganzen Leben noch keine Vase besessen. Während des Krieges hatte ich natürlich in den für Schwestern bestimmten Unterkünften gewohnt; erst im Pembroke Hospital, dann im Lazarett in Frankreich. Doch auch vorher hatten wir nirgendwo lange genug gelebt, um den Kauf eines solchen Gegenstands zu rechtfertigen. Hätte ich so etwas mein eigen genannt, dann hätte Onkel Lamb es bereits mit Topfscherben gefüllt, noch bevor ich mich ihm mit einem Strauß Gänseblümchen hätte nähern können.
Quentin Lambert Beauchamp. »Q« für seine Archäologiestudenten und Freunde. »Dr. Beauchamp« für die Gelehrtenkreise, in denen er sich bewegte. Aber für mich immer Onkel Lamb.
Als meine Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen, wurde ich ihm, dem einzigen Bruder meines Vaters und meinem einzigen noch lebenden Verwandten, aufgebürdet. Auf dem Sprung zu einer Reise in den Mittleren Osten hatte er seine Vorbereitungen so lange unterbrochen, bis er sich um das Begräbnis gekümmert, die Nachlaßangelegenheiten meiner Eltern geregelt und mich - ich war damals sechs - in einem standesgemäßen Mädcheninternat angemeldet hatte, das zu besuchen ich mich schlichtweg weigerte.
Mit der Notwendigkeit konfrontiert, meine dicken Finger vom Türgriff des Wagens zu lösen und mich die Treppe zur Schule hin- aufzuschleifen, seufzte mein konfliktscheuer Onkel Lamb verzweifelt auf, zuckte schließlich die Achseln und warf sein Urteilsvermögen mitsamt meinem neuerworbenen Strohhut über Bord.
»Verdammter Deckel«, murmelte er, als er ihn im Rückspiegel davonrollen sah, während wir im dritten Gang die Auffahrt entlangbrausten. »Aber an Frauen habe ich Hüte sowieso noch nie leiden können.« Er musterte mich mit einem wilden Blick.
»Damit eines klar ist«, sagte er in ehrfurchtgebietendem Ton. »Du darfst auf gar keinen Fall mit meinen persischen Grabfigurinen Puppen spielen. Alles, nur das nicht. Verstanden?«
Ich nickte zufrieden. Und war mit ihm in den Mittleren Osten, nach Südamerika und zu Dutzenden von archäologischen Stätten auf der ganzen Welt gereist. Hatte anhand von Entwürfen zu Zeitschriftenartikeln lesen und schreiben gelernt, auch Latrinen graben und Wasser abkochen und eine Reihe von anderen Dingen, die sich für eine junge Dame aus gutem Haus nicht schicken - bis ich dem hübschen, dunkelhaarigen Historiker begegnete, der zu Onkel Lamb kam, um ihn über ein Problem der französischen Philosophie zu befragen, das im Zusammenhang mit der ägyptischen Religion stand.
Auch nach der Hochzeit führten Frank und ich das Nomadenleben angehender Dozenten, pendelten hin und her zwischen Konferenzen auf dem Kontinent und provisorischen Wohnungen, bis es ihn durch den Krieg an die Offiziersschule und danach zum Geheimdienst verschlug und ich eine Ausbildung als Krankenschwester machte. Obwohl wir seit fast acht Jahren verheiratet waren, würde das neue Haus in Oxford unser erstes richtiges Heim sein.
Ich klemmte meine Handtasche entschlossen unter den Arm, marschierte in den Laden und kaufte die Blumenvasen.
An der Kreuzung von High Street und Gereside Road traf ich Frank, und wir bogen gemeinsam in die letztere ein. Als er meine Neuerwerbungen sah, hob er die Augenbrauen.
»Vasen?« Er lächelte. »Wunderbar. Vielleicht hörst du jetzt damit auf, Blumen in meine Bücher zu legen.«
»Das sind keine Blumen, das sind Exemplare. Und es war dein Vorschlag, daß ich mich mit Botanik beschäftige. Damit ich etwas zu tun habe, nachdem ich jetzt keine Kranken mehr zu pflegen habe«, sagte ich.
Frank nickte gutgelaunt. »Stimmt. Mir war nur nicht klar, daß mir jedesmal, wenn ich ein Nachschlagewerk aufklappe, Grünzeug in den Schoß fallen würde. Was war dieses gräßliche bröckelige, braune Kraut, das du in den Tuscum and Banks getan hast?«
»Arnika. Ist gut bei Hämorrhoiden.«
»Du triffst Vorbereitungen, weil ich alt werde, ja? Wie aufmerksam von dir, Claire!«
Wir traten lachend durch die Pforte, und Frank trat zurück, um mich zuerst die schmale Treppe hinaufsteigen zu lassen.
Plötzlich faßte er meinen Arm. »Achtung! Da wirst du doch nicht reintreten wollen.«
Vorsichtig hob ich den Fuß über einen großen, rotbraunen Fleck auf der obersten Stufe.
»Seltsam«, sagte ich. »Mrs. Baird putzt jeden Morgen die Treppe; ich habe sie dabei beobachtet. Was, meinst du, kann das sein?«
Frank beugte sich über die Stufe und schnupperte.
»Aus dem Stand würde ich sagen, das ist Blut.«
»Blut!« Ich trat einen Schritt zurück. »Wessen Blut?« Ich schaute nervös ins Haus. »Glaubst du, Mrs. Baird ist etwas zugestoßen?« Ich konnte mir nicht vorstellen, daß unsere untadelige Wirtin Blut auf ihrer Schwelle trocknen ließ, es sei denn, eine größere Katastrophe hätte sich ereignet. Ich fragte mich einen Moment, ob sich im Wohnzimmer ein geisteskranker Mörder verbarg, der sich mit markerschütterndem Schrei sowie einer Axt auf uns stürzen würde.
Frank schüttelte den Kopf. Er stand auf Zehenspitzen und spähte über die Hecke in den Garten nebenan.
»Das glaube ich kaum. Bei den Collins ist auch so ein Fleck auf der Schwelle.«
»Tatsächlich?« Ich rückte näher an Frank heran, sowohl um über die Hecke zu lugen als auch der moralischen Unterstützung wegen. Das schottische Hochland schien mir nicht der rechte Ort für einen Massenmörder zu sein; allerdings bezweifelte ich, daß sich solche Personen bei der Auswahl ihrer Wirkungsstätten an logische Kriterien hielten. »Das ist ziemliche unangenehm«, bemerkte ich. Aus dem Nachbarhaus drang kein Lebenszeichen. »Was, meinst du, ist passiert?«
Frank runzelte die Stirn, dachte nach und schlug sich dann in plötzlicher Eingebung auf sein Hosenbein.
»Ich weiß es, glaube ich. Warte einen Augenblick.« Damit überließ er mich meinem Schicksal, schoß durch die Pforte und trabte die Straße hinunter.
Wenig später war er, strahlend vor Gewißheit, zurück.
»Ja, das ist es. Muß es sein. Jedes Haus in dieser Reihe hatte es.«
»Hatte was? Besuch von einem gemeingefährlichen Irren?« Ich sprach in einem etwas scharfen Ton, weil ich mit nichts als einem großen Blutfleck zur Gesellschaft stehengelassen worden war.
Frank lachte. »Nein, ein rituelles Opfer. Faszinierend!« Er war jetzt auf allen vieren im Gras und betrachtete interessiert den Fleck.
Das schien mir kaum besser als ein gemeingefährlicher Irrer. Ich hockte mich neben ihn und rümpfte die Nase. Es war noch zu früh für Fliegen, aber ein paar von den großen, langsamen Hochlandmücken zogen über dem Fleck bereits ihre Kreise.
»Rituelles Opfer? Was soll das heißen?« fragte ich. »Mrs. Baird geht treu und brav zur Kirche wie alle anderen. Das ist doch kein Druidenhügel hier!«
Frank erhob sich und bürstete Gras von seiner Hose. »Hast du eine Ahnung, Mädchen«, sagte er. »Es gibt keinen Ort auf Erden, wo der alte Aberglaube und die alte Magie lebendiger sind als in den Highlands. Ob Mrs. Baird zur Kirche geht oder nicht, sie glaubt ans Hügelvolk, und ihre Nachbarn ebenso.« Er deutete mit seiner säuberlich polierten Schuhspitze auf den Fleck. »Das Blut eines schwarzen Hahnes«, erklärte er und wirkte durchaus zufrieden. »Die Häuser sind neu, das siehst du wohl. Fertigbauweise.«
Ich betrachtete Frank kühl. »Wenn du den Eindruck hast, das erkläre alles, dann täuschst du dich. Welchen Unterschied macht es, wie alt die Häuser sind? Und wo, um Himmels willen, sind die ganzen Leute?«
»Im Pub, nehme ich an. Schauen wir nach, ja?« Frank nahm meinen Arm und führte mich durch die Pforte und die Gereside Road hinunter.
»Früher«, berichtete er im Gehen, »und das ist noch gar nicht so lange her, war es üblich, etwas zu töten, wenn ein Haus gebaut wurde, und es unterm Fundament zu begraben - das sollte die Erdgeister besänftigen.>Er wird die Grundfesten in seinem Erstgeborenen errichten, und in seinem jüngsten Sohn wird er die Tore bauen. Ich schauderte bei dem Zitat. »Dann ist es wohl sehr modern und aufgeklärt, daß die Leute statt dessen Hähne nehmen. Du meinst also, da die Häuser ziemlich neu sind, ist nichts unter ihnen begraben worden, und dem helfen die Bewohner jetzt ab?«
»Genau.« Frank tätschelte mir wohlwollend den Rücken. »Nach Auskunft des Pfarrers denken viele Leute hier, zum Krieg sei es unter anderem deshalb gekommen, weil die Menschen ihre Wurzeln vergessen und es versäumt hätten, geeignete Sicherheitsmaßnahmen zu treffen, das heißt, ein Opfer unterm Fundament zu vergraben oder Fischgräten im Herdfeuer zu verbrennen - außer Schellfischgräten natürlich«, fügte Frank in seliger Weitschweifigkeit hinzu. »Schellfischgräten verbrennt man grundsätzlich nicht - wußtest du das? -, sonst fängt man nie wieder einen. Schellfischgräten muß man vergraben.«
»Ich werde es mir merken«, antwortete ich. »Sag mir, was ich machen muß, um nie wieder einen Hering zu sehen, und ich werde es umgehend tun.«
Frank schüttelte den Kopf, da er auf einem seiner geistigen Höhenflüge war, jenen kurzen Phasen gelehrter Verzückung, in denen er den Kontakt zu seiner unmittelbaren Umgebung verlor und sich ganz darauf konzentrierte, aus allen erreichbaren Quellen Wissen zu schöpfen.
»Hering? Keine Ahnung«, sagte er zerstreut. »Aber gegen Mäuse hängst du Zittergras auf ->Hast du Zittergras im Haus, siehst du nie mehr eine Maus. »Es heißt, auf Weisung des Bauherrn sei zunächst eine Mauer hochgezogen worden. Dann habe man von deren Krone einen Steinblock auf einen der Maurer fallen lassen - vermutlich wurde ein unangenehmer Kerl ausgewählt -, und anschließend sei er im Keller begraben und der Rest des Hauses über ihm errichtet worden. Er geht im Keller um, wo er getötet wurde, außer an den vier alten Jahreszeitenfesten.«
»Den vier alten Jahreszeitenfesten?«
»Ja, die alten Feste«, erklärte Frank. »Imbolc, das ist der keltische Frühlingsanfang am ersten Februar; Beltene, das Maifest; Lugnosa am ersten August führt den Herbst ein; und Samhain, der erste November - das spätere Allerheiligen. Druiden, Glok- kenbecherkultur, Pikten, sie alle feierten, soviel wir wissen, die Sonnen- und Feuerfeste. Wie auch immer, an diesen Tagen sind die Geister frei, können umherwandern und Gutes oder Böses tun, wie es ihnen beliebt.« Frank rieb sich versonnen das Kinn. »Die Frühlingstagundnachtgleiche haben wir hinter uns, wir nähern uns Beltene. Paß also lieber auf, wenn du das nächste Mal am Friedhof vorbeikommst.« Er zwinkerte, und ich merkte, daß er aus seiner Trance erwacht war.
Ich lachte. »Gibt es hier viele berühmte Gespenster?«
Frank zuckte die Achseln. »Das weiß ich nicht. Wir werden den Pfarrer fragen, wenn wir ihn sehen, ja?«
Tatsächlich trafen wir den Pfarrer weitaus eher als vermutet. Er saß, zusammen mit den meisten anderen Dorfbewohnern, im Pub und trank anläßlich der Häuserweihe ein Helles.
Zwar schien er ziemlich verlegen, weil er dabei ertappt worden war, heidnische Bräuche zu dulden, aber er tat es beiläufig als bloße lokal-historische Gepflogenheit ab.
»Obwohl es durchaus faszinierend ist«, vertraute er uns an, und ich erkannte, innerlich seufzend, das Lied des Gelehrten. Frank lauschte dem Ruf einer verwandten Seele, begann sofort mit dem akademischen Balztanz, und binnen kurzem waren sie bis über beide Ohren in Archetypen und die Parallelen zwischen Aberglauben und Religion vertieft. Ich zuckte die Achseln und bahnte mir durch die Menge einen Weg zum Tresen und zurück, in jeder Hand einen großen Brandy mit Soda.
Da ich aus Erfahrung wußte, wie schwer es war, unter solchen Umständen Franks Aufmerksamkeit zu erregen, nahm ich einfach seine Hand, schloß seine Finger um das Glas und überließ ihn sich selbst.
Ich sah Mrs. Baird auf einer Bank in der Nähe des Fensters. Sie trank ein Glas halbdunkles Bier mit einem alten Herrn, den sie mir als Mr. Crook vorstellte.
»Das ist der Mann, von dem ich Ihnen erzählt habe, Mrs. Randall«, sagte sie mit hellen Augen, belebt durch den Alkohol und die Gesellschaft. »Der sich so gut mit Pflanzen auskennt.«
Und dann erklärte sie ihrem Gefährten, der seinen Kopf in einer Mischung aus Höflichkeit und Schwerhörigkeit neigte: »Mrs. Randall interessiert sich sehr für Pflanzen. Preßt sie in Büchern und so.«
»Wirklich?« fragte Mr. Crook, eine buschige weiße Augenbraue hochziehend. »Ich habe ein paar Pflanzenpressen - die richtigen, wohlgemerkt. Habe sie von meinem Neffen gekriegt, als er in den Ferien hier war. Er geht zur Universität. Hat sie extra für mich mitgebracht, und ich konnte ihm nicht sagen, daß ich keine Verwendung dafür habe. Kräuter hängt man einfach auf, oder man trocknet sie auf einem Rahmen und tut sie in Leinenbeutel oder in Gläser, aber warum man die kleinen Dinger plattdrückt, das weiß ich nicht.«
»Um sie anzuschauen vielleicht«, warf Mrs. Baird freundlich ein. »Mrs. Randall hat so hübsche Sachen aus Malvenblüten und Veilchen gemacht, die könnte man ohne weiteres einrahmen und an die Wand hängen.«
»Mmmpf.« Von Mr. Crooks zerfurchtem Gesicht war abzulesen, daß er dies, wenn auch nur unter gewissen Vorbehalten, für möglich hielt. »Also, wenn Sie die Pressen brauchen können, Missus, dann können Sie sie gerne haben. Ich will sie nicht wegwerfen, aber ich muß sagen, daß ich keine Verwendung dafür habe.«
Ich versicherte Mr. Crook, daß ich begeistert wäre, wenn er mir seine Pflanzenpressen gäbe, und noch begeisterter, wenn er mir zeigte, wo die selteneren Pflanzen der Region zu finden seien. Er beäugte mich einen Moment mit scharfem Blick, den Kopf zur Seite gelegt wie ein alter Turmfalke, aber dann schien er zu dem
Schluß zu kommen, daß mein Interesse echt war, und wir verabredeten für den nächsten Morgen eine Exkursion ins hiesige Buschwerk. Frank hatte vor, den ganzen Tag in Inverness zu verbringen, wo er im Rathaus irgendwelche Urkunden einsehen wollte, und es freute mich, daß ich eine gute Ausrede hatte, um ihn nicht begleiten zu müssen. Für meine Begriffe glichen sich solche Dokumente wie ein Ei dem anderen.
Bald darauf riß sich Frank vom Pfarrer los, und wir gingen gemeinsam mit Mrs. Baird nach Hause. Ich scheute mich, das Hahnenblut auf der Treppe zu erwähnen, aber Frank war nicht so schüchtern und fragte unsere Wirtin eifrig nach den Hintergründen dieses Brauches aus.
»Er ist sehr alt, nicht wahr?« erkundigte er sich, wobei er einen abgebrochenen Zweig durch die Gewächse am Straßenrand sausen ließ. Weißer Gänsefuß und Fingerkraut blühten bereits, und am Besenginster schwollen die Knospen - noch eine Woche, und sie würden platzen.
»Ja.« Mrs. Baird watschelte flotten Schrittes dahin. »Älter als die Erinnerung. Den gab's schon vor den Riesen.«
»Riesen?« fragte ich.
»Ja. Fionn und seine Männer.«
»Gälische Volkssagen«, bemerkte Frank. »Helden, weißt du. Wahrscheinlich nordländische Wurzeln. Es gibt hier etliche altnordische Einflüsse, die ganze Küste hinauf und bis nach Westen. Manche Ortsnamen sind nicht etwa keltisch, sondern altnordisch.«
Ich befürchtete eine weitere Eruption gelehrten Wissens und rollte die Augen, aber Mrs. Baird lächelte freundlich und ermutigte Frank, sagte, das sei wahr und sie sei selbst einmal im Norden gewesen und habe den Zwei-Brüder-Stein gesehen und der sei auch altnordisch, nicht wahr?
»Die Nordländer sind zwischen 500 und 1300 nach Christus Hunderte von Malen an dieser Küste gelandet«, fuhr Frank fort und blickte verträumt zum Horizont, wo er wohl in den windzerzausten Wolken Drachenschiffe sah. »Wikinger. Und sie brachten viele ihrer Mythen mit. Dies ist ein gutes Land für Mythen. Die Dinge scheinen hier Wurzeln zu schlagen.«
Das glaubte ich Frank aufs Wort. Die Dämmerung brach herein, und ein Gewitter zog auf. Im unheimlichen Licht wirkten selbst die modernen Häuser an der Straße so uralt und düster wie der piktische Stein dreißig Meter weiter, der seit tausend Jahren die Kreuzung bewachte. Ein guter Abend für geschlossene Räume und fest verriegelte Fensterläden.
Doch statt gemütlich in Mrs. Bairds Wohnzimmer zu bleiben, entschied sich Frank dafür, seine Verabredung mit Mr. Bainbridge einzuhalten, einem Rechtsanwalt, der sich für historische Dokumente aus der Gegend interessierte. Ich dachte an meine frühere Begegnung mit Mr. Bainbridge und beschloß, zu Hause zu bleiben.
»Komm möglichst zurück, bevor das Unwetter losbricht«, sagte ich zu Frank und gab ihm einen Abschiedskuß. »Und grüße Mr. Bainbridge von mir.«
»Äh - ja. Ja, natürlich.« Sorgsam darauf bedacht, mir nicht in die Augen zu blicken, nahm Frank seinen Regenschirm und ging.
Ich schloß die Tür, klinkte sie aber nur ein, damit Frank wieder hereinkommen konnte. Ich wanderte ins Wohnzimmer und dachte mir, er werde zweifellos so tun, als hätte er keine Frau - und Mr. Bainbridge würde sich ihm darin anschließen. Nicht, daß ich ihm das besonders verdenken könnte.
Zunächst war alles gutgegangen während unseres Besuches bei Mr. Bainbridge am Nachmittag zuvor. Ich war bescheiden gewesen, zurückhaltend intelligent, gepflegt und dezent gekleidet, wie man es von der Gattin eines Hochschullehrers erwartet. Bis der Tee serviert wurde.
Ich drehte die rechte Hand um und inspizierte bekümmert die großen Brandblasen. Schließlich war es nicht meine Schuld gewesen, daß sich der verwitwete Mr. Bainbridge mit einer billigen Blechkanne begnügte, statt eine richtige aus Steingut zu besitzen. Auch nicht, daß er mich, um Höflichkeit bemüht, gebeten hatte einzuschenken. Auch nicht, daß der Topflappen, den er bereitgelegt hatte, an einer Stelle durchgescheuert war, so daß meine Hand schmerzhaft Bekanntschaft mit dem rotglühenden Henkel schloß, als ich die Kanne hochhob.
Nein, sagte ich mir. Die Teekanne fallen zu lassen, war eine völlig normale Reaktion. Sie in Mr. Bainbridges Schoß fallen zu lassen, war bloß ein dummes Versehen; irgendwo mußte sie ja landen. Erst mein Ausruf »Gottverdammte Scheiße!« hatte bewirkt, daß mich Frank über die Teekuchen hinweg anfunkelte.
Nachdem sich Mr. Bainbridge von seinem Schock erholt hatte, war er durchaus ritterlich, machte viel Aufhebens um meine Hand und ignorierte Franks Versuche, meine Sprache damit zu entschuldigen, daß ich fast zwei Jahre im Lazarett stationiert gewesen war. »Meine Frau hat bei den Amis leider einige, äh, farbige Wendungen aufgeschnappt«, sagte er mit nervösem Lächeln.
»Das stimmt«, bestätigte ich und schlang mit zusammengebissenen Zähnen eine nasse Serviette um meine Hand. »Männer neigen zu farbigen Wendungen, wenn man ihnen Schrapnellsplit aus dem Leib pult.«
Mr. Bainbridge versuchte nun taktvoll, das Gespräch in neutrale historische Bahnen zu lenken, indem er sagte, er habe sich immer für die Wandlungen dessen interessiert, was zu verschiedenen Zeiten als lästerliche Sprache gegolten habe. Da gebe es zum Beispiel Gorblimey, eine neuere Verballhornung des Fluches God blind me - »Gott soll mich mit Blindheit schlagen«.
Frank akzeptierte die Ablenkung erleichtert. »Ja, natürlich«, sagte er. »Nein danke, Claire, mir keinen Zucker. Und wie steht es mit Gadzooks? Das Gad scheint mir klar zu sein,>Gott »Nun«, warf der Anwalt ein, »darüber habe ich auch schon nachgedacht. Vielleicht ist es eine Verballhornung des alten schottischen Wortes yeuk, was>jucken Frank nickte, ließ eine ungelehrte Haarsträhne in die Stirn fallen und strich sie automatisch zurück. »Interessant«, sagte er, »die ganze Entwicklung der Vulgärsprache.«
»Ja, und sie schreitet ständig fort«, sagte ich, indem ich behutsam ein Stück Würfelzucker mit der dafür bestimmten Zange aufnahm.
»Ach?« fragte Mr. Bainbridge höflich. »Sind Sie während Ihrer, äh, Kriegszeit auf solche interessanten Wandlungen gestoßen?«
»Allerdings«, antwortete ich. »Meine Lieblingswendung habe ich bei einem Yankee aufgeschnappt. Er hieß Williamson und kam, glaube ich, aus New York. Er sagte es jedesmal, wenn ich seinen Verband wechselte.«
»Und was war das?«
»Jesus H. Roosevelt Christ«, sagte ich und ließ den Würfelzuk- ker säuberlich in Franks Tee gleiten.
Nach einem friedlichen und nicht unangenehmen Plausch mit Mrs. Baird stieg ich die Treppe hinauf, um mich bettfertig zu machen, bevor Frank nach Hause kam. Ich wußte, seine Grenze bei Sherry waren zwei Gläser, und so erwartete ich ihn bald zurück.
Der Wind frischte auf, und selbst im Schlafzimmer war die Luft elektrisch aufgeladen. Ich zog die Bürste durch meine Haare, und prompt knisterten meine Locken und verhedderten sich wüst miteinander. Sie müssen heute abend ohne ihre hundert Bürstenstriche auskommen, dachte ich. Bei diesem Wetter würde ich mich damit begnügen, mir die Zähne zu putzen. Haarsträhnen klebten an meinen Wangen und blieben störrisch an Ort und Stelle, als ich versuchte, sie zu entfernen.
Kein Wasser im Waschkrug; Frank hatte es verbraucht, als er sich frischmachte, bevor er zu seinem Treffen mit Mr. Bainbridge aufbrach, und ich hatte den Krug nicht wiederaufgefüllt. Ich nahm die L'Heure-Bleue-Flasche und schüttete eine Pfütze in meine Hand. Bevor sich der Duft verflüchtigen konnte, rieb ich meine Hände aneinander und fuhr mir mit ihnen durch die Haare. Ich kippte eine weitere Portion auf meine Haarbürste und fegte mir damit die Locken hinter die Ohren.
Das ist sehr viel besser, dachte ich, als ich meinen Kopf von einer Seite zur anderen drehte, um das Ergebnis in dem fleckigen Spiegel zu überprüfen. Die Haare umrahmten mein Gesicht in schweren, schimmernden Wellen. Der verdunstende Alkohol hatte einen sehr angenehmen Duft zurückgelassen. Das wird Frank gefallen, dachte ich. L'Heure Bleue ist sein liebstes Eau de Cologne.
Plötzlich zuckte in unmittelbarer Nähe ein Blitz, ein Donnerschlag folgte, und sämtliche Lichter gingen aus. Leise fluchend, kramte ich in mehreren Schubladen herum.
Irgendwo hatte ich Kerzen und Streichhölzer gesehen; Stromausfälle kamen in den Highlands so häufig vor, daß Kerzen ein unentbehrliches Requisit aller Fremdenzimmer waren. Selbst in den vornehmsten Hotels hatte ich welche gesehen - dort waren sie allerdings parfümiert und präsentierten sich in eleganten Mattglashaltern.
Mrs. Bairds Kerzen waren da weitaus gewöhnlicher, schlichte weiße Haushaltskerzen, aber es waren etliche, und drei Heftchen Streichhölzer lagen dabei. In einem solchen Moment wollte ich, was Stilfragen betraf, nicht allzu pingelig sein.
Beim Licht des nächsten Blitzes steckte ich eine Kerze in den blauen Keramikhalter auf der Frisierkommode, dann zündete ich weitere an, bis der ganze Raum von einem sanften, flackernden Schein erfüllt war. Sehr romantisch, dachte ich und drückte geistesgegenwärtig den Lichtschalter nach unten, damit der Strom, wenn er zu einem ungelegenen Zeitpunkt zurückkommen sollte, nicht die Stimmung verderben würde.
Die Kerzen waren erst einen Zentimeter heruntergebrannt, als es Frank hereinwehte. Buchstäblich, denn die Zugluft, die ihm die Treppe hinauf folgte, löschte drei von den Kerzen aus.
Die Tür schloß sich mit einem Knall, der noch einmal zwei auspustete, und Frank blinzelte im plötzlichen Dämmerlicht und fuhr sich mit der Hand durch die zerzausten Haare. Ich stand auf und zündete die Kerzen wieder an, wobei ich einige Bemerkungen fallenließ, die seine jähe Art, Zimmer zu betreten, betrafen. Erst als ich fertig war und mich umdrehte, um ihn zu fragen, ob er etwas trinken wolle, merkte ich, daß er blaß und ziemlich verstört aussah.
»Was ist?« fragte ich. »Bist du einem Gespenst begegnet?«
»Na ja«, sagte er langsam, »ich bin nicht sicher.« Zerstreut griff er nach meiner Haarbürste, um seine Mähne zu ordnen. Als ihm ein Hauch L'Heure Bleue in die Nüstern stach, rümpfte er die Nase, legte die Bürste aus der Hand und gab sich statt dessen mit seinem Taschenkamm zufrieden.
Ich warf einen Blick aus dem Fenster; draußen schwankten die Ulmen wild hin und her. Irgendwo auf der anderen Seite des Hauses schlug ein Fensterladen gegen die Mauer, und mir kam der Gedanke, daß wir unsere vielleicht schließen sollten, obwohl es draußen recht spannend war.
»Ein bißchen stürmisch für Gespenster, würde ich meinen«, sagte ich, »ziehen sie nicht stille Nebelabende auf Friedhöfen vor?«
Frank lachte ein wenig verlegen. »Na ja, wahrscheinlich liegt es ja nur an Bainbridges Geschichten und daran, daß ich etwas mehr von seinem Sherry getrunken habe, als ich ursprünglich wollte. Vermutlich war es gar nichts.«
Jetzt war meine Neugier geweckt. »Was genau hast du gesehen?« fragte ich und ließ mich auf dem Hocker vor der Frisierkommode nieder. Ich deutete mit dem Kopf auf die Whiskyflasche, und Frank machte sich sofort auf, zwei Drinks einzugießen.
Einen Fingerbreit für sich, zwei für mich. »Eigentlich nur einen Mann«, sagte er. »Er stand draußen auf der Straße.«

Rezensionen der Redaktion zu Feuer und Stein. Sonderausgabe. Highland-Saga,...

"Prall, üppig, lustvoll, kühn, historisch korrekt - und absolut süchtig machend!" (Berliner Zeitung)

Kurzbeschreibung zu Feuer und Stein. Sonderausgabe. Highland-Saga,...

Eine geheimnisvolle Reise ins schottische Hochland des 18. Jahrhunderts. Eine Liebe, wildromantisch und stärker als Zeit und Raum. Und der Beginn einer einzigartigen Erfolgsgeschichte!




Autorenportrait zu Feuer und Stein. Sonderausgabe. Highland-Saga,...

Diana Gabaldon war Honorarprofessorin für Tiefseebiologie und Zoologie an der Universität von Arizona, bevor sie sich hauptberuflich dem Schreiben widmete. Bereits ihr erster Roman „Feuer und Stein" wurde international zu einem gigantischen Erfolg und füh

Portrait

Diana Gabaldon:
Diana Gabaldon, wurde 1952 in Arizona geboren und besitzt mexikanische und amerikanische Wurzeln. Während ihrer Schulzeit hat sie sich nie fürs Schreiben interessiert, weshalb Diana Gabaldon auch Tiefseebiologie, Zoologie und Ökologie studierte. Bevor sie sich hauptberuflich dem Schreiben widmete, arbeitete sie als Honorarprofessorin für Tiefseebiologie und Zoologie, als Computerspezialistin und schrieb Storylines für Walt Diesney Comics. Ab 1980 begann Diana Gabaldon zu schreiben, ob Bücher über Computer, Rezensionen oder Artikel. Bereits ihr erster Roman "Feuer und Stein" (1991) wurde international zu einem riesigen Erfolg. Die Highland- Saga rund um die zeitreisende Krankenschwester Claire und den schottischen Rebellen Jamie verzauberten Millionen von Lesern. Die beiden treffen sich im Schottland des 18. Jahrhunderts und verlieben sich ineinander. Die zweite Romanreihe von Diana Gabaldon, die "Lord John Saga" besitzt ebenfalls großes Hitpotential, nicht zuletzt, da Lord John den Lesern als treuer Freund des Helden der ersten Saga, Jamie, bekannt sein dürfte. Zuletzt belegten in Deutschland "Das flammende Kreuz" und "Das Meer der Lügen" Spitzenplätze auf allen Bestsellerlisten. Diana Gabaldon lebt mit Mann und drei Kindern in Scottsdale, Arizona.

Meinung der Redaktion
Die Romane von Diana Gabaldon sind genau recherchiert historische Leckerbissen mit einer Ansammlung Spannung, Humor, Romantik und einer Prise Erotik. Die große Anzahl treuer Fans erwarten jeden neue Veröffentlichung mit Spannung und warten gebannt, wohin die Reise erneut führt.
Gabriele Kuby:
Gabriele Kuby studierte Soziologie und war 1967 Referentin im AStA der Freien Universität Berlin. Ihre spirituelle Suche begann 1973. Von 1974 bis 1976 besuchte sie in England die Gurdjieff-Schule "International Academy for Continuous Education". 1977 unternahm sie als Journalistin eine ausgedehnte Reise durch spirituelle Kommunen in Amerika. Außerdem arbeitet sie als Dolmetscherin und Übersetzerin.

Autorenportrait

Diana Gabaldon war Honorarprofessorin für Tiefseebiologie und Zoologie an der Universität von Arizona, bevor sie sich hauptberuflich dem Schreiben widmete. Bereits ihr erster Roman „Feuer und Stein" wurde international zu einem gigantischen Erfolg und füh

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50

30.03.2012

„Super Auftakt...”

von Silke aus Erfurt (silke_ruhmannseder@web.de) Top-10 Rezensent Top 10 Rezensent
Feuer und Stein

Die Bücher der Highland Saga habe ich mir nach und nach alles gewünscht, nur zum Lesen war ich bis jetzt nicht gekommen.

Jetzt dachte ich mir, ich fange mit dem ersten Teil mal an. Ja, was soll ich jetzt sagen? Ich finde es einfach toll, eine echt tolle Story. Freu mich schon auf die anderen Teile der Saga.

Die Highland Saga sollte man so lesen und / oder hören:

1. Feuer und Stein
2. Die geliehene Zeit
3. Ferne Ufer
4. Der Ruf der Trommel
5. Das flammende Kreuz
6. Ein Hauch von Schnee und Asche
7. Echo der Hoffnung

Ich bin ganz gespannt auf die anderen Teile. Euch auch viel Spaß bei Lesen!

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20

12.01.2011

„Enttäuschend...”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Grindel
Langatmig, Spannungsaufbau fehlt, Erotik geht schon bald verloren, trotz (oder wegen)UNZÄHLIGEN Bettszenen. Historisch leider nicht immer glaubwürdig.
Schade für die gute Grundidee...

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50

04.01.2011

„faszinierend, süchtig machend :o)”

von einer Kundin oder einem Kunden
Ich habe dieses Buch geschenkt bekommen. Nach der Biss-Reihe habe ich weiteren schönen Lesestoff gesucht und hiermit gefunden. Diese Liebe ist erwachsener, intensiver, impulsiv und einfach wunderschön. Gleichwohl die Zeit in der Claire gelandet ist, zeitweise derb & brutal ist. Was mit Jamie am Ende des Buches widerfährt hat mich zu Tränen gerührt. Die Kraft dieser Liebe ist einfach faszinierend. Ich musste gleich Band 2 lesen um zu wissen wie es weiter geht.

Die Zeit, die Lebensumstände, die Landschaft etc. sind oft sehr detailliert und bildlich beschrieben und gut recherchiert.

Ich lese derzeit den 3. Band und kann einfach nicht aufhören. Ich freue mich auch schon auf die weiteren Bände. A B S O L U T L E S E N S W E R T !!!

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Diese Artikel haben mir auch gefallen: Biss-Reihe, Die geliehene Zeit, Ferne Ufer..

50

13.10.2010

„Süchtigmacher”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Lünen
Mittlerweile habe ich alle 7 Bücher durch und ich hoffe auf ein achtes. Eine Arbeitskollegin erzählte mir von dem ersten Buch und ich dachte mir, hört sich gut an, also holte ich mir dieses auch am gleichen Tag, das war 2005. Ich habe ein Buch nach dem anderen verschlungen, es war ein und die andere schlaflose durchgelesene Nacht dabei und muss sagen, dass wenn ich mit meinen jetztigen Büchern durch bin ich GERNE noch mal von vorne beginne.

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50

22.03.2010

„Der Auftakt zur großen Highland-Saga!”

von einer Kundin oder einem Kunden
Die 24-jährige Claire wird durch einen magischen Steinkreis ins schottische Hochland des 18. Jahrhunderts befördert.
Dort landet sie mitten in einer Schlacht zwischen den Briten und den Schotten, wo sie von dem jungen Highlander Jamie aufgegriffen und so vor dem Tod bewahrt wird.
Wunderbar bildhaft beschrieben, historisch korrekt und auch die Liebe findet Platz. Und sind wir mal ehrlich: Wir alle lieben Jamie!

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50

17.07.2009

„Jamie und Claire”

von mondpirat aus Leseland
Das größte Liebespaar der Geschichte...


1998 habe ich den ersten Teil (Feuer und Stein) zum ersten Mal gelesen und bin seither verliebt in die Highland-Saga. Hier kommt jeder auf seine Kosten: Zeitreisen, Hochland-Schotten im 18.Jhdt., Kriege, Schlachten, Liebe, Drama, Hexenjagd.

Wer Angst hat, vor langwierigen Reihen: sie ist hier völlig unbegründet. Man kann nach jedem beliebigen Band aufhören weiterzulesen - wenn man es schafft!!!

Lange habe ich nichts gleichwertiges gefunden - bis(s) ich Bella und Edward kennenlernte....

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50

25.01.2009

„süchtig machend”

von einer Kundin oder einem Kunden
der erste Band ist der spannendste, grausam und mitreissend, absolut süchtig machend

0 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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Diese Artikel haben mir auch gefallen: auch die 5 weiteren Bände müssen gelesen werden

30

23.03.2008

„Higland-Saga mit Liebe und Leidenschaft”

von Segler und Bücherfan Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Diana Gabaldon erzählt uns eine fantastische Reise einer jungen Frau aus dem 20. Jahrhundert (1945) in das das Jahr 1743. Es geht um "Liebe", Leidenschaft und Abenteuer im Schottischen Hochland. Es ist keine große Literatur sondern eine interessante, leicht zu lesende und unterhaltsame Highland-Saga. Nach meiner Auffassung ist dies kein historischer Roman sondern ein Märchen, das in Schottland spielt. Das Jahr spielt nach meiner Auffassung eigentlich keine Rolle.

14 von 25 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

31.08.2006

„sehr guter Zeitreise-Roman”

von LongGoneBy aus Wien Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Dies ist von allen Zeitreise-Romanen mit Abstand der beste. Der tolle Handlungsort Schottland, die spannende Geschichte und die sympathischen Figuren machen diesen Roman zu einen super Lesevergnügen.
Die Protagonistin Claire Randall fällt bei einem Spaziergang durch eine Felsspalte und findet sich im Schottland des 18. Jahrhunderts und somit mitten in den Kämpfen der schottischen Clans gegen die Engländer wieder. Die nun folgende Handlung ist den ganzen Roman hindurch spannend und abwechslungsreich, sie wird nie langweilig. Im Mittelpunkt steht vor allem die Liebe zwischen Claire und Jamie, wechselt aber mit Kampfhandlungen u.Ä..
Fazit: ein überaus gelungenes und süchtig machendes Buch, das ich jedem nur empfehlen kann.

4 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

17.06.2004

„Super schön”

von Tanja aus Remscheid
Ich habe alle 5 Bände innerhalb von 14 Tagen durchgelesen. Das war letztes Jahr.
Mittlerweile lese ich die Bücher zum 3 mal und kann einfach nicht genug bekommen.
Es ist einfach immer wieder schön die Geschichte von Jamie und Claire zu lesen.Von ihrer großen Liebe die Zeit und Raum überwindet.
Lesesucht pur.

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50

29.05.2003

„Suchtgefahr!!!”

von Steffi
Meine Mutter hat das Buch von einer Arbeitskollegin ausgeliehen bekommen. Sie war so begeistert davon, dass auch ich mich an die gut 800 Seiten herangewagt habe.
Und ich habe das Buch nicht mehr aus der Hand gegeben! Man könnte beinahe sagen, ich habe jede Seite verschlungen.
Die Geschichte der jungen Claire Randall, die durch Zufall vom Ende des 2. Weltkrieges in das schottische Hochland des mittleren 18. Jahrhunderts versetzt wird,sich dort in den Schotten Jamie Fraser verliebt und diesen auch heiratet, ist einfach gigantisch.
Diana Gabaldon beschreibt wie keine andere Autorin die Umwelt, die Menschen, deren Gefühle und Gedanken. Man kann sich total in die jeweiligen Gestalten hineinfühlen.
Und da das Buch zum einen wunderbar romantisch ist, zum anderen aber auch sehr viele Informationen über historische Hintergründe und das damalige Leben gibt, ist Langeweile ausgeschlossen und sicher für jeden Leser etwas dabei!
Ich kann es einfach nur weiterempfehlen!
Momentan bin ich bei Band 3 und noch genauso begeistert, wenn nicht noch mehr!!

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50

20.03.2003

„Faszinierend und romantisch”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Eifel
Ein wundervolles Buch über Liebe und Leidenschaft, über das Loslassen eines geliebten Menschen - und Schottland im 18. Jahrhundert. Mit vielen wunderbaren Details und Humor erzählt Diana Gabaldon eine Geschichte, die so unglaublich ist, dass sie schon wieder wahr sein könnte.

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50

24.02.2003

„Fast besser als die Nebel von Avalon”

von einer Kundin oder einem Kunden
Dieses,wie die anderen Teile der Gaboldan sind einfach nur hervorragend!!
Eine so perfekt Persönlichkeitsbeschreibung wie sie bei
Jamie und Clair vorliegt,findet man nur selten.
Und auch die geschichtlichen Hintergrundinformationen sind wirklich
interesant und gut nachzu vollziehen.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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30

16.12.2002

„Sehr romantisch!”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Garmisch-Partenkirchen
Das Buch wurde mir von zwei Arbeitskollegeinnen empfohlen, die auch ganz verrückt nach den Büchern waren.
Mein Eindruck:
Liest sich sehr schnell und einfach und ich muss zugeben, ich hatte "Feuer und Stein" auch innerhalb von ein paar Stunden durch. Aber...ich war nach der Hälfte des Buches von den Bettgeschichten etwas gelangweilt. Das Buch wechselt ständig von Bett- zu Krankengeschichte. Ich glaube mindestens 3mal ist Jamie kurz vor dem Ableben und wird dann in teilweise wilden Rettungsversuchen wieder belebt und dann wieder in wilde sexuelle Extase mit Claire einzutauchen. Gääähhhnnnn!
Historisch blieb ich allerdings etwas unbefriedigt. Trank man 1745 in Schottland Bordeaux? Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass das Leben in der Zeit so wundervoll war. Wenn ich allein an die Sterblichkeit von Kindern denke...! Auch mit der damaligen Hygiene hatte die wilde Claire kein Problem.
Alles in Allem:
Ein sehr unterhaltsames Buch. Aber ob ein Historiker auch davon so begeistert wäre?

2 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

„Ein Buch mit hohem Suchtfaktor”

von einer Kundin oder einem Kunden
habe leider das Pferd von hinten aufgezäumt.durch Zufall hab ich den vierten Band der Saga gesehen und gekauft.und dann fing ich an: bibliotheken durchstöbert, buchhandlungen geplündert, in ebay ersteigert (mein Mann hält mich schon für verrückt, lach) und endlich habe ich die ersten vier Bände komplett. Und dann?- mein Haushalt mußte warten, jede Minute, die meine Kids Ruhe gaben, steckte meine Nase in einem der Bücher. Innerhalb von einer Woche hatte ich alle vier durch. und dann direkt nochmal, und dann wieder. ich denke mein Mann hat doch recht. Ich bin verrückt-verrückt nach Jamie und Claire und ihrer Geschichte. Alle die sich das Buch jetzt neu kaufen, sollten sich viel Zeit einplanen. man kann es nicht einfach aus der Hand legen, und sagen, ich lese morgen weiter.
Viel Spaß beim Lesen.

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