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05.04.2010
„Jay "Bird" Dobyns singt...”
von Pip
... Und der Song heißt "Jippie Ya Yeay, Schweinebacke!". Na ja, ganz so rasant wie in 'Stirb langsam' geht's dann doch nicht zu. Trotzdem bekommt man einen netten Einblick in die Welt eines Undercover Agenten und natürlich der Hells Angels. Vermutlich. Denn eines darf man beim Lesen nicht vergessen. Jay Dobyns ist ein amerikanischer Cop, der seine Nation und natürlich Gott liebt (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge) und eine klare Vorstellung von Gut und Böse hat. Das bedeutet: Cops guuuut, Hells Angels bööööse. Jedenfalls zunächst, denn Dobyns entwickelt tatsächlich eine gewisse Zuneigung zu den HAs und auch etwas mehr als nur eine unschuldige Faszination für das Outlaw Leben. So enfernt er sich immer weiter von Jay und wendet sich seinem alter ego 'Bird' zu, wobei ich mir nicht sicher bin, ob er seine innerliche Zerissenheit nicht ein wenig zu Gunsten der Geschichte romantisiert...
Andere Begebenheiten scheinen mir aber dann doch sehr weit hergeholt. So glaube ich nicht, dass ein erfahrener Undercover Agent vergisst den Klingelton seines Handys von einem HipHop Song in einen anderen Ton zu ändern, der etwas mehr dem Klischee entspricht (Born to be wild, oder so...), oder die Kutten, gemäß der Biker Haute Couture, auf used zu trimmen. Ausgedacht oder nicht, gelacht habe ich trotzdem sehr. Auch ist die Story, sollte Hollywood jemals auf die Idee kommen diese zu verfilmen, mit genügend 'coolen' Sprüchen gespickt. Außerdem sind die Nicknames der Hells Angels sowie der Cops einfach der Brüller! Interessant waren auch die Fotos, die die zarte elfenhafte Gestalt von Bird und seinen Bikerkollegen dokumentiert...
Zu 'JayBird' kann ich nur sagen, dass ich ihn sehr sympathisch finde, ABER ich hätte mir doch ein wenig mehr Einblick in die illegale Welt von Undercover Ermittlungen gewünscht. Es dürfte jedem klar sein, dass solche Agenten immer an der Grenze zu Illegalität leben, doch Mr.Dobyns hätte hier die Chance gehabt, einzugestehen, dass diese Grenze auch mal überschritten wird, sei es um die eigene Haut zu retten oder ganz einfach um die Ermittlungen voran zu treiben. Das dies so ist wird von der Tatsache gestützt, dass das ATF sich geweigert hat, zahlreiche Aufnahmen an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten. Was so alles auf diesen Aufnahmen zu sehen und hören ist, kann ich nur raten... Zumindest gesteht sich Jay gegen Ende ein, dass er nicht nur gut ist und die Hells Angels nicht nur böse.
Fazit: Wer gerne wissen möchte, unter welchen Umständen Bird den Weihnachtsmann ins Knie schießen würde, oder gerne Sätze liest wie: "Bobby, Joby, Timmy und Pops saßen an der Bar, während Bad Bob und Dirty Dan sich mit Casino Cal unterhielten und ich heimlich Buddha unseren Standort durchgab.", oder wer sich darüber den Kopf zerbrechen möchte, was an einem Satz wie "Joey fliegt raus, weil er mit der Freundin eines anderen Mitglieds, ohne dessen Erlaubnis, im Bett gewesen war." nicht stimmt, der ist mit diesem Buch gut bedient. Ich hab mich jedenfalls bestens amüsiert!
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