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Eine zufällige Begegnung. btb, Band 74142

Roman

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Artikeldetails zu Eine zufällige Begegnung. btb, Band...

AutorCharles Chadwick

Untertitel Roman

  • ISBN-103-442-74142-4
  • ISBN-139783442741427
  • Verlag Btb Taschenbuch
  • Reihebtb
  • ÜbersetzerKlaus Berr
  • EinbandartTaschenbuch
  • Seiten208
  • Veröffentlicht08.12.2010
  • GenreRoman
  • Gewicht223g
  • SpracheDeutsch
  • OriginaltitelA Chance Acquaintance

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Leseprobe aus Eine zufällige Begegnung. btb, Band...

Dorothy saß am Schreibtisch ihres Vaters. Henry hatte ihn ihr überlassen - mit einem von ihm festgesetzten Wert -und ihrem Anteil am Nachlass ihres Vaters hinzugeschlagen. Das war typisch Henry. Mindestens zweitausend Pfund wert, hatte er gesagt. Ü nein, so viel war er nicht wert. Und jetzt hatte er ihr einen aufgeblasenen Brief über den Verkauf des Cottage geschrieben. Sie schaute hinüber zum Spiegel über dem Kaminsims und lächelte, um für Elsie zu üben, die bald hier sein würde. Richtig war dieses Lächeln nie - freundlich, sogar einladend, aber wie viel Liebe lag darin? Der Spiegel hing zu hoch für Elsie, sie konnte sich nicht sehen. Das Lächeln verwandelte sich in eine Maske der Bitterkeit. Die Frisur, die sie sich heute Vormittag hatte machen lassen, war ein lächerlich wackeliger, silbriger Helm. Eine der Frauen beim Bridge-Vormittag - Gladys, nicht? - hatte ihr einmal gesagt, sie habe einen strengen Gesichtsausdruck. Es wäre ihr lieber, wenn sie nach all den Jahren ein anderes, dauerhafteres Lächeln für Elsie hätte. / Sie würde ihr wieder einen Scheck geben, als kleine Unterstützung für ihre Ausflüge in öffentliche Gärten. Sie wäre gern sicher, dass sie nicht nur deshalb kam. Vielleicht tat sie es aus Pflichtgefühl. Sie konnte nicht einmal vermuten, wie viel Liebe dabei war, denn ihrem Gesicht konnte man es nicht ansehen. Und auf ihrem eigenen, was war da zu sehen? Angst. Scham. Sie hatte immer versucht, zu Elsie zu stehen, als sie noch ein kleines Mädchen war. Wie oft hatte sie ihr gesagt, dass Aussehen nichts bedeute, wichtig sei nur, wie die Menschen darunter sind. Elsie hatte aufgehört zu weinen, als sie ungefähr acht war, sie hatte sich inzwischen an sich gewöhnt. / Sie war nicht mehr so besorgt wie früher. Elsie hatte ihre Putzarbeit und ihre Gartenbesuche und ihre gemütliche kleine Wohnung. Sie hatte die Stoffe ausgesucht und die Vorhänge für sie genäht, wie Mütter es tun sollten. Natürlich gab es auch einen Fernseher. Sie hatte ihr Fahrstunden bezahlt, und jetzt war sie eigentlich bereit für die Prüfung. Den schriftlichen Teil hatte sie schon bestanden, aber den praktischen schob sie immer wieder hinaus. Vielleicht war sie nervös wegen der Wirkung ihres Anblicks auf andere Leute und der Gefahr eines Unfalls. Es wäre anders, wenn kein Fahrlehrer neben ihr säße. Mehr gab es in ihrem Leben nicht. Keine Liebe, keine Aufregung. Es gab nichts, weswegen man sich Sorgen machen müsste. Jetzt würde Elsie nichts mehr passieren, da sie, Tag für Tag, nur sie selber sein musste. / Sie konnte die Frage nicht vergessen, die Gladys ihr beim Kartengeben gestellt hatte, nachdem es ihr nicht gelungen war, für Mavis mit dem seligen Arthur in Verbindung zu treten. Arthur war der langweiligste Mann gewesen, den sie je gekannt hatte. Gladys erreichte ihn dreimal, und jedes Mal wollte er Mavis nur sagen, sie solle nicht vergessen, die Geranien zu gießen. Genau so ein Langweiler war Arthur gewesen. Mavis musste zum x-ten Mal erzählen, dass Arthur der Vergessliche gewesen war und sie in ihrem ganzen Leben noch kein einziges Mal vergessen hatte, eine Blume zu gießen. / Sie ging in die Küche, um ein Teetablett herzurichten. Sie wollte, dass Elsie sich hier immer zu Hause fühlte. Die Frage, die Gladys gestellt hatte, lautete, ob sie Elsie während der Schwangerschaft hätte töten lassen, wenn sie gewusst hätte, was aus ihr werden würde. Das war nicht fair. Es war schwer, Gladys gegenüber fair zu sein. Im Grunde galt das für alle Frauen in diesem Kreis. Was Gladys tatsächlich gesagt hatte, äußerst beiläufig beim Kartengeben, war: "Man muss sich doch fragen, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn gewisse Leute nie geboren worden wären." Zugegeben, sie hatten davor über die Jugendbanden gesprochen, die eine benachbarte Wohnsiedlung terrorisierten.

Rezensionen der Redaktion zu Eine zufällige Begegnung. btb, Band...

Charles Chadwick, ein Könner in der Handhabung überraschender, spannender Plots, ein liebevoller Porträtist seiner Figuren und ein Meister der Dialogführung, ist ein begnadeter Verführer seiner Leser. Deutschlandfunk

Kurzbeschreibung zu Eine zufällige Begegnung. btb, Band...

Zwei Außenseiter begegnen sich - die anrührende Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft


Was hat Schönheit mit Liebe zu tun? Für Elsie viel, denn sie ist so hässlich, dass die Leute erschrecken, wenn sie sie sehen. Auch Stan ist ein Außenseiter der Gesellschaft: Er saß wegen Mordes fünfzehn Jahre im Gefängnis. Wie die beiden sich zufällig begegnen und wie daraus eine ungewöhnliche Freundschaft erwächst, das erzählt der literarische Solitär Charles Chadwick so unsentimental, so zart und zugleich hart, wie es nur ein großer Menschenkenner vermag.


Autorenportrait zu Eine zufällige Begegnung. btb, Band...

Charles Chadwick, geboren 1932, hat bis 1992 als Mitarbeiter des British Council in verschiedenen afrikanischen Staaten, in Brasilien, Kanada und Polen gelebt. Mit 72 Jahren veröffentlichte er seinen ersten Roman, "Ein unauffälliger Mann", an dem er knapp

Portrait

Klaus Berr:
Klaus Berr, geb. 1957 in Schongau, Studium der Germanistik und Anglistik in München, einjähriger Aufenthalt in Wales als "Assistant Teacher", ist der Übersetzer von u.a. Lawrence Ferlinghetti, Tony Parsons, William Owen Roberts, Will Self.
Charles Chadwick:
Charles Chadwick, geboren 1932, hat bis 1992 als Mitarbeiter des British Council in verschiedenen afrikanischen Staaten, in Brasilien, Kanada und Polen gelebt. Mit 72 Jahren veröffentlichte er seinen ersten Roman. Charles Chadwick lebt in London.

Autorenportrait

Charles Chadwick, geboren 1932, hat bis 1992 als Mitarbeiter des British Council in verschiedenen afrikanischen Staaten, in Brasilien, Kanada und Polen gelebt. Mit 72 Jahren veröffentlichte er seinen ersten Roman, "Ein unauffälliger Mann", an dem er knapp

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50

12.01.2011

„Schönheit”

von einer Kundin oder einem Kunden
"Eine zufällige Begegnung" ist einzigartig.

Charles Chadwick zeichnet in feinen Konturen unvergleichliche Bilder der Protagonisten.
Zum einen erzählt uns der Autor in zarten Tönen die Geschichte von Stanley und porträtiert Elsie in ihrer Sanftheit und in ihrem Innersten.
Es ist das Anderssein der Welt, wenn man mit Elsie zusammen ist - ganz fein beobachtet sie die Welt, nimmt sie in sich auf, vergisst sie nie, legt sie in ihre Seele und sie bleiben Erinnerung.
In Elsie ist keine Arroganz, keine Wut, kein Ärgernis - in ihr ist Schönheit, dauerhafte...

Und das Buch bleibt -

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