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Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels

Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels

Roman

buch
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Artikeldetails zu Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels

AutorStefan Moster

Untertitel Roman

Abbildungsvermerk 21 cm

  • ISBN-103-86648-111-X
  • ISBN-139783866481114
  • Verlag Mareverlag
  • Einbandartgebunden
  • Seiten445
  • Veröffentlicht25.08.2009
  • Gewicht620g
  • SpracheDeutsch

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Leseprobe aus Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels

Und jetzt Sie, sagte Gaus.
Er war fehlerfrei durchgekommen, zu langsam, aber fehlerfrei,
hatte sich erhoben und mir gegenüber Platz genommen. Seine
Hand wies auf den Blüthner.
Seine Aufforderung war deutlich mehr als eine Bitte.
Ich hätte sagen können: Nein, ich mag nicht, mir ist nicht danach,
ich kann jetzt nicht. Irgendetwas in der Art. Aber was hätte
er dann denken sollen? Dann hätte er ja denken können, es wäre
etwas Außergewöhnliches daran, in seiner Gegenwart Klavier zu
spielen.
Ich hatte es bisher nie getan, er hatte mich nicht darauf angesprochen,
mir wäre gar nicht mehr in den Sinn gekommen, dass er
es mir eines Tages abverlangen könnte. Er spielte, ich hörte zu, so
hatte sich das eingependelt.
Tun Sie mir den Gefallen?
Er war gewieft. Denn warum hätte ich ihm keinen Gefallen tun
sollen. Was sollte an ihm so besonders sein, dass ich ihm nicht mal
eine kleine Gefälligkeit erweisen konnte.
Oder fällt es Ihnen schwer?
Er war gnadenlos.
Ich bin es nicht gewohnt, vor Publikum zu spielen.
Ich bitte Sie, Frau Schäfer. Immerhin bin ich kein Fremder mehr
für Sie. Also. Welches Impromptu spielen Sie?
Ich spiele kein Impromptu. Ich spiele Bach.
Ach nein, nicht Bach. Spielen Sie mir das Impromptu, das Ihnen
am meisten am Herzen liegt. Oder wenigstens dasjenige, das Sie
am besten können.
Ich spiele Bach, sagte ich und stand auf. Was haben Sie gegen
Bach?
Er ist mir zu mechanisch. Oder wie soll ich sagen. Ich sehe in
ihm eher einen Konstrukteur von Musik für Spieluhren.
Ich nahm die Schubert-Partitur vom Notenhalter und räumte
sie in den Schrank. Sie verstehen Bach nicht, sagte ich. Sie wollen
ihn nicht verstehen.
Aha. Und warum nicht, wenn ich fragen darf?
Weil Sie Angst vor ihm haben.
Ich sagte es ihm ins Gesicht, darum sah ich das maliziöse Lächeln,
mit dem er seine Reaktion garnierte.
Aha. Und warum habe ich Angst vor ihm?
Der Kontrapunkt beunruhigt Sie, das Disparate. Sie ertragen es
nicht, wenn zwei Stimmen unabhängig voneinander parallel laufen.
Ich sagte ihm auch dies ins Gesicht, nun aber war seine Antwort
Schweigen.
Er schwieg so lange, bis es ihm wohl unschicklich vorkam.
Dann fragte er mit belegter Stimme: Was werden Sie spielen?

Rezensionen der Redaktion zu Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels

» Ob Almut und Sebastian einander in die Arme oder gar ins Messer laufen,
hinter Kap Hoorn, unterwegs nach Patagonien, das ist die Frage, die uns
nicht loslassen wird, gerade wegen der vielen, dem Text äußerst raffiniert
eingeschriebenen Geschichten, die von Almuts Klienten handeln, von ihrem
Mut, ihrer Feigheit, von Sebastians Versuchen, ein autonomer Mensch zu
sein, das Leben zu verstehen, das Glück zu finden – und nicht zuletzt
auch von der Liebe zur Musik, die Mutter und Sohn womöglich mehr verbindet,
als sie wahrhaben wollen.« Katja Lange-Müller

Kurzbeschreibung zu Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels

Sie sind vor Monaten im Streit auseinandergegangen; nun ahnen sie nicht, dass sie sich auf demselben Kreuzfahrtschiff befinden: Almut, Ende vierzig, als Bordpsychologin, und ihr Sohn Sebastian, Anfang zwanzig, als Barpianist. Während sich Sebastian in eine Kollegin aus der Crew verliebt und in das Schicksal von vier blinden Passagieren verstrickt wird, bekommt Almut Einblicke in die Ehe-Abgründe der Mitreisenden und muss sich ihrer Vergangenheit stellen, die plötzlich allgegenwärtig ist: in Gestalt von Bernd Gaus, dem Personalmanager des Luxusliners, der sich täglich zur Musikstunde am Flügel in Almuts Beratungszimmer einfindet . . .

Beschreibung der Redaktion zu Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels

Ein Roman über Mutter und Sohn,
Einsamkeit und Sehnsucht,
Vertrauen und Verrat –
und über die Liebe zur Musik

Sie sind vor Monaten im Streit auseinandergegangen; nun ahnen sie nicht, dass
sie sich auf demselben Kreuzfahrtschiff befinden: Almut, Ende vierzig,
als Bordpsychologin, und ihr Sohn Sebastian, Anfang zwanzig, als Barpianist.
Während sich Sebastian in eine Kollegin aus der Crew verliebt und in das
Schicksal von vier blinden Passagieren verstrickt wird, bekommt Almut Einblicke
in die Ehe-Abgründe der Mitreisenden und muss sich ihrer Vergangenheit
stellen, die plötzlich allgegenwärtig ist: in Gestalt von Bernd Gaus, dem Personalmanager
des Luxusliners, der sich täglich zur Musikstunde am Flügel in
Almuts Beratungszimmer einfindet . . .

Autorenportrait zu Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels

Stefan Moster, geboren 1964 in Mainz, lebt als Autor,
Übersetzer, Lektor und Herausgeber mit seiner Familie in
Espoo, Finnland. Er unterrichtete an den Universitäten
München und Helsinki; 1997 erhielt er das Münchner
Literaturstipendium für Übersetzung, 2001 den Staatlichen
finnischen Übersetzerpreis. Unter anderem übertrug er
Werke von Hannu Raittila, Ilkka Remes, Kari Hotakainen,
Markku Ropponen, Petri Tamminen und Daniel Katz ins
Deutsche. Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels
ist Stefan Mosters erster Roman.

Portrait

Stefan Moster:
Stefan Moster, geboren 1964 in Mainz, lebt als Autor, Übersetzer, Lektor und Herausgeber mit seiner Familie in Espoo, Finnland. Er unterrichtete an den Universitäten München und Helsinki; 1997 erhielt er das Münchner Literaturstipendium für Übersetzung, 2001 den Staatlichen finnischen Übersetzerpreis. Unter anderem übertrug er Werke von Hannu Raittila, Ilkka Remes, Kari Hotakainen, Markku Ropponen, Petri Tamminen und Daniel Katz ins Deutsche. Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels ist Stefan Mosters erster Roman.

Autorenportrait

Stefan Moster, geboren 1964 in Mainz, lebt als Autor,
Übersetzer, Lektor und Herausgeber mit seiner Familie in
Espoo, Finnland. Er unterrichtete an den Universitäten
München und Helsinki; 1997 erhielt er das Münchner
Literaturstipendium für Übersetzung, 2001 den Staatlichen
finnischen Übersetzerpreis. Unter anderem übertrug er
Werke von Hannu Raittila, Ilkka Remes, Kari Hotakainen,
Markku Ropponen, Petri Tamminen und Daniel Katz ins
Deutsche. Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels
ist Stefan Mosters erster Roman.

Bewertung unserer Kunden zu Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels

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50

09.02.2010

„Unbedingt lesen!”

von Thomas Löw aus Saarland
Ein schöner Roman, der ähnlich wie der Luxusliner, auf dem die Hauptdarsteller spielen, langsam in Fahrt kommt.

Zu Beginn plätschert die Geschichte langsam vor sich hin - es gibt einen Konflikt "Mutter/Sohn", der im Fokus zu stehen scheint.

Von Seite zu Seite nimmt das Kreuzfahrtschiff Tempo auf - der Konflikt ist nur schöne Verpackung für die Abrechnung mit dem DDR-Regime, mit den Stasi-Spitzeln. Spannung entsteht durch diverse Liebesabenteuer, durch aufgenommene, illegale Flüchtlinge und vor allem dadurch, daß Almut immer sicherer, immer stärker und immer mutiger wird.

Die parallel laufenden Kapitel aus der Sicht von Almut und Sebastian werden kürzer, spannender und klarer.

Sehr schön, Stefan Moster!

Auf jeden Fall lesen!

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

40

09.11.2009

„Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels”

von einer Kundin oder einem Kunden
Der Handlungsort von Stefan Mosters ersten Romans ist ein Luxusschiff.
Der 21jährige Sebastian verläßt seine Mutter Almut kurzentschlossen, ohne Erklärung. Die Mutter bleibt verwirrt zurück. Sie geht auf ein Angebot, als Bordpsychologin auf einem Kreuzfahrtsschiff zu arbeiten ein.
Der Sohn reist zu seinem Vater, der ihn durch einen Bekannten als Barpianist auf das gleiche Schiff vermittelt.
Sebastian verliebt sich in eine Kollegin.
Seine Mutter wird täglich mit den Lebensängsten der Gäste konfrontiert.
Beide lieben Musik. Sebastian unterhält die Passagiere mit seinen verschiedenen Musikfantasien. Mutter Almut spielt zur Erholung Bach auf ihrem Flügel im Behandlungsraum.
Es bleibt eine Frage der Zeit, wann sich Mutter und Sohn auf dem Schiff begegnen.

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

40

11.10.2009

„Choral am Ende der Reise”

von einer Kundin oder einem Kunden
Nachdem Mutter und Sohn nach einem Streit den Kontakt zueinander abgebrochen hatten, treffen sie auf einem Kreuzfahrtschiff zufällig wieder aufeinander: sie als Bord-Psychologin und er als Bord-Pianist. Bis zum letzten Drittel des Romans wissen sie aber noch nichts von ihrer jeweiligen Anwesenheit und man liest in abwechselnden Kapiteln (und Sprachstilen, denn es trennen sie ja 20 Jahre) über ihr Tun und ihre (DDR-)Vergangenheit. Die wichtigste Verbindung zwischen den beiden ist die Musik, wenngleich sie auch Anlass ihres Streites war, Mutters Traum ist das vierhändige Spiel der Schubert-Phantasie mit dem Sohn. - Der Roman ist eine wunderbare Reise durch Gefühle, Musik und noch einiges "Meer", was nicht in eine Kurz-Rezension passt!

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