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Die Erfindung des Lebens

Roman

buch
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Artikeldetails zu Die Erfindung des Lebens

AutorHanns-Josef Ortheil

Untertitel Roman

Abbildungsvermerk 22 cm

  • bol.ch-Verkaufsrang5.477
  • ISBN-103-630-87296-4
  • ISBN-139783630872964
  • Verlag Luchterhand Literaturverlag
  • Einbandartgebunden
  • Seiten589
  • Veröffentlicht14.09.2009
  • GenreRoman
  • Gewicht780g
  • SpracheDeutsch

Leseprobe aus Die Erfindung des Lebens

DAMALS, IN meinen frühen Kindertagen, saß ich am Nachmittag oft mit hoch gezogenen Knien auf dem Fensterbrett, den Kopf dicht an die Scheibe gelehnt, und schaute hinunter auf den großen, ovalen Platz vor unserem Kölner Wohnhaus. Ein Vogelschwarm kreiste weit oben in gleichmäßigen Runden, senkte sich langsam und stieg dann wieder ins letzte, verblassende Licht. Unten auf dem Platz spielten noch einige Kinder, müde geworden und lustlos. Ich wartete auf Vater, der bald kommen würde, ich wusste genau, wo er auftauchte, denn er erschien meist in einer schmalen Straßenöffnung zwischen den hohen Häusern schräg gegenüber, in einem langen Mantel, die Aktentasche unter dem Arm.
Jedes Mal sah er gleich hinauf zu meinem Fenster, und wenn er mich erkannte, blieb er einen Moment stehen und winkte. Mit hoch erhobener Hand winkte er mir zu, und jedes Mal winkte ich zurück und sprang wenig später vom Fensterbrett hinab auf den Boden. Dann behielt ich ihn fest im Blick, wie er den ovalen Platz überquerte und sich dem Haus näherte, er schaute immer wieder zu mir hinauf, und jedes Mal ging beim Hinaufschauen ein Lachen durch sein Gesicht.
Wenn er nur noch wenige Meter von unserem Haus entfernt war, eilte ich zur Wohnungstür und wartete darauf, dass sich die schwere Haustür öffnete. Ich blieb im Flur stehen, bis Vater oben bei mir angekommen war, meist packte er mich sofort mit beiden Armen, hob mich hoch und drückte mich fest. Für einen Moment flüchtete ich mich in seinen schweren Mantel, schloss die Augen und machte mich klein, dann gingen wir zusammen in die Wohnung, wo Vater den Mantel auszog und die Tasche ablegte, um nach Mutter zu schauen.
Das Erste, was er in der Wohnung tat, war jedes Mal, nach Mutter zu schauen. Wo war sie? Ging es ihr gut? Sie saß meist im Wohnzimmer, in der Nähe des Fensters, heute kommt es mir beinahe so vor, als habe sie in all meinen ersten Kinderjahren ununterbrochen dort gesessen. Kaum ein anderes Bild habe ich aus dieser Zeit so genau in Erinnerung wie dieses: Mutter hat den schweren Sessel schräg vor das Fenster gerückt und die helle Gardine beiseite geschoben. Neben dem Sessel steht ein rundes, samtbezogenes Tischchen, darauf eine Kanne mit Tee und eine winzige Tasse, Mutter liest.
Oft liest sie lange Zeit, ohne sich einmal zu rühren, und oft schleiche ich mich in diesen stillen Leseraum, ohne dass sie mich bemerkt. Ich kauere mich leise irgendwohin, gegen eine Wand oder vor das große Bücherregal, ich warte. Irgendwann wird sie etwas Tee trinken und von ihrer Lektüre aufschauen, das ist der Moment, in dem sie auf mich aufmerksam wird. Sie schaut etwas erstaunt, ich schaue zurück, ich versuche, herauszubekommen, ob ich mich zu ihr ans Fenster setzen darf ...
Manchmal ging es ihr damals nicht gut, ich spürte es bereits am frühen Morgen, weil sie alles in einer anderen Reihenfolge als sonst tat und sich zwischendurch häufig ausruhte. Dann hatte ich sie den ganzen Tag, vom frühen Morgen bis in die Nacht, im Blick. Meist aber beobachteten wir beide zugleich, was der andere jeweils gerade tat, denn wir beide, Mutter und ich, gehörten damals so eng zusammen wie sonst kaum zwei andere Menschen. Das jedenfalls glaubte ich fest, ja, ich weiß noch genau, dass ich manchmal sogar glaubte, nichts könnte uns beide je trennen, niemand, nichts auf der Welt.


Am frühen Abend aber kam Vater, und Vater gehörte noch hinzu zu uns beiden. Er war der Dritte im Bunde, er verließ die gemeinsame Wohnung am frühen Morgen und war oft den ganzen Tag lang in der freien Natur unterwegs. Vater arbeitete als Vermessungsingenieur für die Bahn, und wenn er am Abend nach Hause kam, schaute er zuerst, wie es um uns beide so stand. Nach dem Ablegen von Mantel und Tasche ging er hinüber zu Mutter, er beugte sich etwas zu ihr herunter und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Einen kleinen Moment hielt sie sich an ihm fest, und es sah so aus, als klammerten sich die beiden eng aneinander. Doch spätestens, wenn Vater zu sprechen begann, lösten sie sich wieder aus der kurzen Umklammerung und waren danach ein wenig verlegen, weil sie nicht wussten, wie es nun weitergehen sollte.
Meist stellte Vater dann einige kurze Fragen, wie geht es Dir, ist alles in Ordnung, was gibt es Neues, und Mutter reagierte darauf wie immer stumm, indem sie ihm den kleinen Packen mit Zetteln zuschob, die sie während des Tages beschrieben hatte. Die Zettel lagen neben der Kanne mit Tee auf dem runden Tisch, sie wurden durch ein rotes Gummi zusammengehalten und sahen aus wie ein kleines, fest geschnürtes Paket, das Vater zu öffnen hatte. Er steckte es zunächst aber nur in die rechte Hosentasche und ging dann, die Hand ebenfalls in der Tasche, ins Bad.


Die Tür des Badezimmers ließ er offen, so dass ich zusehen konnte, wie er zum Waschbecken ging, den Wasserhahn aufdrehte, etwas Wasser in die hohle Hand laufen ließ und zu trinken begann. Wenn er genug getrunken hatte, fuhr er sich mit beiden Händen mehrmals durchs Gesicht, manchmal schöpfte er auch noch ein zweites Mal Wasser, ließ es sich über den Kopf laufen, griff nach einem Handtuch und blickte kurz in den Spiegel. Meist schaute er sehr ernst in den Spiegel, viel ernster, als er sonst schaute, dann fuhr er sich mit dem Handtuch über die Stirn und trocknete sich die Haare.
Nach Verlassen des Bades kam er gleich in die Küche und sah nach, ob es dort etwas zu erledigen gab, er musterte den großen Tisch, auf dem oft eine Zeitung oder die Post lagen, beides rührte Mutter niemals an, ich habe sie ausschließlich Bücher lesen sehen, nichts sonst, keine Zeitung, auch sonst nichts Gedrucktes, höchstens einmal einen Brief, aber auch den nur, wenn sie wusste, wer ihn geschrieben hatte. Überhaupt hatte sie gegenüber allem, was sie in die Hand nehmen sollte, eine starke Berührungsangst.

Kurzbeschreibung zu Die Erfindung des Lebens

Die Geschichte eines stummen Kindes, das sein Leben erfinden muss, um sein Glück zu machen


»Die Erfindung des Lebens« ist die Geschichte eines jungen Mannes von seinen Kinderjahren bis zu seinen ersten Erfolgen als Schriftsteller. Als einziges überlebendes Kind seiner Eltern, die im Zweiten Weltkrieg und der Zeit danach vier Söhne verloren haben, wächst er in Köln auf. Die Mutter ist stumm geworden, und auch ihr letzter Sohn lebt zunächst stumm an ihrer Seite. Nach Jahren erst kann er sich aus der Umklammerung der Familie lösen, in Rom eine Karriere als Pianist beginnen und nach deren Scheitern mit dem Schreiben sein Glück zu machen versuchen ...


In seinem neuen, autobiographisch inspirierten Roman erzählt Hanns-Josef Ortheil die Geschichte eines jahrelang stummen Kindes, dessen Eltern im Krieg und in der Nachkriegszeit vier Söhne verloren haben. Zusammen mit der ebenfalls stummen Mutter wächst es in einer künstlichen Schutzzone auf, aus der es sich erst langsam durch das geliebte Klavierspiel und den unorthodoxen Sprachunterricht des Vaters befreien kann. Doch die Befreiung ist schmerzhaft. Sie führt den Jungen auf lange, einsame Reisen durch Deutschland und in einem letzten Befreiungsakt schließlich nach Rom. Dort wird er ein erfolgreicher Pianist, der Freundschaften schließt und sogar ein Liebesverhältnis eingeht. Diese Bindungen aber zerreißen, und auch die Pianistenkarriere muss aufgegeben werden. Nach der Rückkehr nach Deutschland macht ihm ein früherer Lehrer den faszinierenden Vorschlag, es mit dem Schreiben zu versuchen ...


In Anlehnung an die großen Bildungsromane der deutschen Literatur entwirft dieser auch historisch weit ausholende Roman eine Biographie, die nach jedem Rückschlag wieder ganz neu erfunden werden muss. Entstanden ist dabei die ergreifende Geschichte von einem jungen Pianisten und späteren Schriftsteller, deren am Ende glücklicher Verlauf an ein Wunder grenzt.


Autorenportrait zu Die Erfindung des Lebens

Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Werk ist mit vielen Preisen ausgezeichnet worden, zuletzt mit dem Brandenburger Literaturpreis, dem Thomas-Mann-Preis, dem Georg-K.-Glaser Preis, dem Koblenzer Literaturpreis, dem Nicolas Born-Preis und jüngst dem Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis. Seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt.

Portrait

Hanns-Josef Ortheil:
Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren, er lebt in Stuttgart, Hildesheim und Wissen a.d. Sieg. Er gehört zu den bedeutenden deutschen Schriftstellern der Gegenwart, sein Werk ist mit vielen Preisen ausgezeichnet worden, u.a. mit dem Brandenburger Literaturpreis und dem Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck. 2009 erhielt Hanns-Joseph Ortheil den Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis der Stadt Alzey. Der Autor lehrt als Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim.

Autorenportrait

Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Werk ist mit vielen Preisen ausgezeichnet worden, zuletzt mit dem Brandenburger Literaturpreis, dem Thomas-Mann-Preis, dem Georg-K.-Glaser Preis, dem Koblenzer Literaturpreis, dem Nicolas Born-Preis und jüngst dem Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis. Seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt.

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40

11.06.2010

„Für Musikliebhaber”

von einer Kundin oder einem Kunden
Hanns-Josef Ortheil zeichnet in seinem stark autobiographischen Roman die Entwicklung von Johannes von dessen Kindheit bis zum frühen Erwachsenenalter nach. Eine Lebensgeschichte, die unter die Haut geht und den Leser tief berührt! Die Hauptfigur spricht kein Wort bis zu seinem 6. Lebensjahr und wird von einer Mutter großgezogen, die nach schweren Schicksalsschlägen ihre Sprache verloren hat. Johannes wächst in Köln sehr isoliert auf, er muss für sich das wahre Leben erst "erfinden". Allein das Klavierspielen, bei dem er sich als sehr begabt erweist, reißt ihn aus seinem Kokon. Sich wahrhaft lebendig und integriert zu fühlen gelingt ihm erst in Rom, wo er am Konservatorium zum Pianisten ausgebildet werden soll - aber wird er diese Karriere schaffen? 30 Jahre später reist Johannes zurück in die Stadt seiner Träume und geht seinen alten Spuren nach.

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50

21.02.2010

„Die Erfindung des Lebens”

von einer Kundin oder einem Kunden
Johannes Catt, der Protagonist,erzählt seine ungewöhnliche Lebensgeschichte selbst, sodass wir sie aus der Innensicht, also vollkommen authentisch miterleben können. Die Ereignisse des Romans sind in den wesentlichen Teilen autobiographisch inspiriert. Zu Beginn erleben wir, wie der fünfjährige stumme Johannes mit seiner ebenfalls stummen Mutter in einer von der Außenwelt vollkommen isolierten, symbiotischen Beziehung lebt. Nur der Vater bringt am Abend ein Stück Sprache ins Haus. Die Athmosphäre ändert sich erst, als ein Klavier ins Haus kommt. Johannes ist von dem Klavier nicht mehr zu trennen. Es naht die Einschulung, eine Herausforderung für das Kind, der er sich aber verweigert, er will nicht aus seinen Kokon heraus. Der Vater spürt instinktiv was dem Sohn gut tut. Er sieht sich gezwungen Johannes wieder von der Schule zu nehmen und unterrichtet ihn auf ungewöhnliche Weise selbst. Er wandert mit ihm durch die Natur, erklärt ihm die Steine, Pflanzen und die Landschaft. Johannes begreift alles sofort. So zählt er alles auf, was er gelernt hat. Der Bann ist gebrochen. Auch die Mutter kann zur Sprache zurückfinden. Jahre später, als bekannter Schriftsteller zieht Johannes (alias Hanns-Josef Ortheil) sich nach Rom zurück, um erinnernd die Wege aufzuschreiben, die er gegangen ist. Dieses bewegende Buch sollten sie lesen!

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50

27.12.2009

„Sehnsucht nach Leben und Freiheit”

von einer Kundin oder einem Kunden Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Dieser autobiographische Roman läßt ein Gefühl von Nähe und Distanz, Freiheitsdrang und Enge entstehen. Hanns-Josef Ortheil wechselt die Erzählebenen, schreibt über sich als Kind in der dritten Person und erzeugt so einen famosen Spannungsbogen. Nicht das Wiedererlangen der Sprache und seine musikalischen Erfolge führen zur Befreiung aus seinem Kindheitstrauma, sondern die Ankunft und das Leben in Rom als junger Mann. So lautet sein erster laut gesprochener Satz in der Ewigen Stadt - Johannes, Du bist jetzt fort! Und weiter: Ich bin draußen, ich habe es endlich geschafft.- Was für eine Erlösung, dachte ich beim Lesen. Am Ende seiner Geschichte ist er wieder in Rom, kann die Leichtigkeit des römischen Lebens genießen, in der Gewißheit zwar kein großer Pianist, aber ein großer Schriftsteller geworden zu sein. Diese Buch sollten Sie lesen!

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40

25.11.2009

„Ein wunderschöner,einfühlsamer Roman”

von einer Kundin oder einem Kunden
Durch den Verlust von 4 Söhnen verliert die
Mutter ihre Sprache. Der überlebende Sohn
wächst stumm an ihrer Seite auf. Sein Vater
erkennt die Isolation und löst ihn behutsam
aus der engen Bindung. Der Junge beginnt Klavier zu spielen und zu sprechen. Nach vielen Rückschlägen gelingt ihm ein eigenständiges Leben als Pianist in Rom. Er schließt Freundschaften und entdeckt die Liebe.

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Diese Artikel haben mir auch gefallen: Ortheil:Verlangen nach Liebe

50

17.11.2009

„Von der Musik zur Sprache.”

von einer Kundin oder einem Kunden Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Hier beschreibt Ortheil seine Kindheit im schönen Köln. Er ist zwar der fünfte Sohn der Familie, aber der einzige Überlebende. Vor lauter Trauer wurde seine Mutter stumm. Von klein an bildet er eine Symbiose mit ihr und mit drei Jahren stellt auch er das Sprechen ein. Seine Mutter und er fangen dann erst an, sich langsam zu öffnen als ein Klavier Einzug in die Wohnung erhält. Er übt jeden Tag mehrere Stunden. Mit sechs kommt er in die Schule und wird gehänselt. Er kapselt sich noch mehr ab, bis sein Vater beschließt seine Ausbildung erst mal alleine in die Hand zu nehmen. Sie fahren aufs Land, machen lange Streifzüge durch die Natur und erfinden nach und nach das Leben, die Welt und die Sprache neu. Eine aufregende Zeit beginnt.
Ortheil schafft es eine wunderbare Familien- und Entwicklungsgeschichte zu schreiben. Er fesselt uns von der ersten Seite an. Wir leiden mit ihm und freuen uns über jeden Fortschritt im Dasein seiner Familie die, durch die Kraft seines Vaters, trotz Schicksalschläge nie die Hoffnung aufgibt.

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40

10.11.2009

„Keine bloße Erfindung, sondern tatsächlich seine Roman-Biographie”

von einer Kundin oder einem Kunden
erzählt Hanns-Josef Ortheil hier in seinem mitreißendem großen Roman. Bis zu seinem siebten Geburtstag bleibt der Junge Johannes stumm, weil er seine durch den Krieg traumatisierte stumme Mutter imitiert. Mit vier Jahren beginnt er mit dem Klavierspiel, was ihn bis heute nicht losgelassen hat. Durch die innige Beziehung zu seinem Vater, den heilenden Kräften der Natur und der Leidenschaft zur Musik wird er später sogar zur Freude all seiner Leser ein Meister der Sprache und ein erfolgreicher Schriftsteller, da er nach einer schweren Krankheit seinen Lebenswunsch, Pianist zu werden, nicht mehr verfolgen kann.Wunderschön und bewegend, dies mitzuerleben!

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50

18.10.2009

„Ortheil, Die Erfindung des Lebens”

von einer Kundin oder einem Kunden






Dieses Buch beschreibt die Geschichte eines stummen Kindes, das sein Leben erfinden muss, um sein Glück zu machen. Durch eine familiäre Tragödie wird die Mutter stumm, und der Sohn lebt stumm an ihrer Seite. Nach Jahren löst er sich aus der Umklammerung, nicht allein durch seinen Vater, der ihm nicht alltäglichen Sprachunterricht in und durch die Natur gibt, sondern auch durch das Klavierspiel.
Ein großer Bogen wird dabei von den 50er Jahren bis in die Gegenwart geschlagen, in der wir dem Erzähler in Rom begegnen. Dort hat er sich eine Wohnung gemietet um diesen Roman zu schreiben. Gegenwart und Vergangenheit gehen ineinander über und allmählich erhellt sich sein Leben.
Dieser Roman hat mich sehr berührt, denn Ortheil besticht durch seine klangvolle, sinnliche Sprache, aber auch durch seine Authentizität.



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