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Die Abwracker

Wie Zocker und Politiker unsere Zukunft verspielen

buch
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Artikeldetails zu Die Abwracker

AutorHans-Olaf Henkel

Untertitel Wie Zocker und Politiker unsere Zukunft verspielen

  • ISBN-103-453-62040-2
  • ISBN-139783453620407
  • Verlag Heyne Taschenbuch
  • ReiheHeyne-Bücher...
  • EinbandartTaschenbuch
  • Seiten256
  • Veröffentlicht08.12.2010
  • Gewicht214g
  • SpracheDeutsch

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Rezensionen der Redaktion zu Die Abwracker

"Nie würde ich auf die Idee kommen, Investmentbanker auf eine Stufe mit wirklichen Unternehmern zu stellen."Hans-Olaf Henkel"Henkel spricht aus, was deutsche Wirtschaftsführer und Politiker sich nicht zu sagen trauen."FAS"Die Weltwirtschaftskrise wurde nicht durch die Gier oder dieses oder jenes Laster ausgelöst, sondern durch das Gegenteil, den unbedingten Willen zur Tugend, zum Gutmenschentum." (Hans-Olaf Henkel)

Kurzbeschreibung zu Die Abwracker

Der Augenöffner des Jahres


Es war einmal eine Krise. Doch schnell ist der Staat in die Rolle des Retters geschlüpft. Ist nun wieder alles gut?


Die Politiker tun so, als haben sie alles im Griff - dabei haben sie weiter keine Idee, als mit vollen Händen das Geld herauszuwerfen: Mit Milliarden werden Rettungsschirme aufgespannt über Banken und Unternehmen, als gäbe es kein Morgen.


Schonungslos beschreibt Hans-Olaf Henkel, wer versagt hat und warum. Und sagt: Höchste Zeit zum Gegensteuern! Denn sonst wird die Finanzkrise nur der Vorbote für viel heftigere Erschütterungen sein.


Mit aktuellem Vorwort.


Beschreibung der Redaktion zu Die Abwracker

Mit diesem Buch betrete ich Neuland. Ich möchte über die Wirtschaftkrise sprechen, die unser Leben verändern wird wie noch keine zuvor - und zwar aus ganz persönlicher Warte: Ich werde berichten, wie ich die Krise als Privatmann und als Aufsichtsratsmitglied großer Unternehmen erlebt habe. Die subjektive Innenansicht einer Katastrophe.
Damit verlasse ich den objektiven Beobachterposten, den ich in meinen letzten Büchern eingenommen habe. Ich beschreibe das, was ich selbst erlebt oder erfahren habe. Statt minuziös die Abläufe darzustellen, die zum Crash führten, versuche ich, dem Leser die Dramatik des Geschehens zu vermitteln. Nicht nur das, was sich abspielte, will ich schildern, sondern auch, wie Akteure und Betroffene es erlebt haben.
Wir begegnen dabei Menschen, die aus Naivität und Vertrauensseligkeit Milliardenwerte vernichteten. Und anderen, die dies offenen Auges betrieben, die bewährte Finanzstrukturen zerrütteten und die Wirtschaft in Schieflage brachten. Dazu gehören nicht nur die Zocker, die sich nicht an Regeln hielten, sondern auch die Politiker, die ihnen mit falschen Regeln in die Hände spielten. Weil sie Bewährtes, das ihnen anvertraut war, leichtfertig zerstörten, bezeichne ich auch sie als Abwracker.
Aber ich möchte nicht nur beschreiben, was mir während dieser Krise aufgefallen ist. Ihre Ursachen müssen deutlich benannt werden, und - um dies vorweg zu sagen - ich bin auf andere Ursachen gestoßen als jene, die täglich der Öffentlichkeit präsentiert werden. Und auch der Weg, der nach meiner Überzeugung aus der Krise herausführt, ist ein anderer als der, den die Politiker augenblicklich beschreiten. Sie scheinen auf Zeit zu spielen und übersehen dabei, dass uns keine Zeit mehr bleibt.
Zugegeben, wir haben uns an die Krise gewöhnt. Seit zwei Jahren wissen wir, dass die Weltwirtschaft aus den Fugen geraten ist, und seit über einem Jahr können wir auch bei uns die Folgen beobachten: Firmenpleiten, wachsende Arbeitslosigkeit, ein Schuldenhimalaya, der seine Schatten bis in die fernste Zukunft wirft. Wir haben uns daran gewöhnt, wie an die Erklärung, die uns für die Krise gegeben wird, und an die Maßnahmen, die man dagegen ergreift. Geduldig wie ein Kranker, der auf seinen Arzt vertraut, nehmen wir die tägliche Verschlimmerung unseres Zustandes hin und hoffen, dass uns der Arzt die richtigen Rezepte verschreibt.
Ich bezweifle, dass diese Hoffnung berechtigt ist. Denn im Fall der Wirtschaftskrise gibt es kaum gute Ärzte, die etwas von ihrem Fach verstehen, sondern nur eine Menge Leute, die uns ihre Erklärungen aufschwatzen wollen, damit wir ihnen ihre Rezepte abkaufen: Da sind die Politiker, die sich den Wählern von morgen verpflichtet fühlen, aber auf die Schuldner von übermorgen keinen Gedanken verschwenden. Da sind die Ideologen, die längst widerlegte Patentlösungen anbieten und ihr vorgeprägtes Weltbild auf jede Lage anwenden, ob es nun passt oder nicht. Und da sind die Intellektuellen, die sich in der Rolle der moralischen Instanz gefallen und lieber leidenschaftlich verurteilen als nüchtern beurteilen.
Aber zum Gesundbeten und Salbadern bleibt uns keine Zeit. Die Weltwirtschaft ist krank, schwer krank. Was bisher unternommen wurde, glich allenfalls der Ersten Hilfe, die man einem Unfallopfer gibt: Wie der Notarzt eine Beruhigungsspritze verabreicht, hat man staatliche Garantien gegeben; wie er eine Bluttransfusion vornimmt, hat man den Banken Liquidität zugeführt; und wie er Amputationen durchführt, um den restlichen Körper zu retten, hat man Giftpapiere in Bad Banks ausgelagert. Niemand würde auf die Idee kommen, all dies als echte Therapie zu bezeichnen.
Wer sich nicht mit Valium und Symptombehandlung abspeisen lassen will, der braucht einen guten Arzt. Bevor der überhaupt mit der Behandlung beginnt, wird er untersuchen, unter welcher Krankheit sein Patient leidet und wodurch sie ausgelöst wurde. Er wird eine Anamnese erstellen, also die Vorgeschichte.

Autorenportrait zu Die Abwracker

Hans-Olaf Henkel, Jahrgang 1940, war Chef der IBM Deutschland, Präsident des BDI und der Leibniz-Gemeinschaft. Seine Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Europäischen Buchpreis "Corine". Er ist Mitglied in mehreren Aufsichtsräten und lehrt als Honorarprofessor an der Universität Mannheim "Internationales Management in einer globalisierten Welt".

Portrait

Hans-Olaf Henkel:
Am 14.März 1940 wurde Hans-Olaf Henkel als Halbwaise in Hamburg geboren. Sein Vater ist in Ungarn im zweiten Weltkrieg gefallen. Später absolvierte Hans-Olaf Henkel erst eine kaufmännische Lehre, bevor er begann an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik zu studieren. 1962 übernahm er verschiedene Managementfunktionen bei IBM Deutschland. Jahre später wurde er zum Vorsitzenden der Geschäftsführung ernannt und ab 1993 leitete er als Chef für drei Jahre IBM in Europa, Mittleren Osten und Afrika. Zu der Zeit hatte er seinen Dienstsitz in Paris. Hans-Olaf Henkel ist ehemaliger Präsident des BDI, Bundesverband der Deutschen Industrie, welches er von 1995 bis 2000 ausübte. Anschließend übernahm er die Rolle als Präsident der Leibniz-Gesellschaft, wo er 2005 von dem Chemiker Prof. Ernst Theodor Rietschel abgelöst wurde. Zum Abschied wurde ihm zum Dank ein Wirtschaftspreis gewidmet, den Hans-Olaf Henkel Preis, der im Abstand von zwei Jahren verliehen wird. Desweiteren ist Hans-Olaf Henkel seit 2006 Berater der Bank of America. Er ist Mitglied von mehreren Aufsichtsräten in Deutschland und der Schweiz, darunter Bayer AG, Continental AG und auch Ringier AG. Bekannt wurde Hans-Olaf Henkel vor allem in der Öffentlichkeit durch seine Direktheit, kontroversen Standpunkte und provozierenden Aussagen. Trotzdem gehört er keiner Partei an und bezeichnet sich selbst als Wechselwähler. Seine Debatten und Äußerungen füllen oft politische Talkshows sowie Radiointerviews. Unter der Führung von Alt-Bundespräsident Roman Herzog ist er Gründungsmitglied des Konvents für Deutschland, welches sich für die "Reform der Reformfähigkeit" einsetzt. An der Universität Mannheim lehrt er als Honorarprofessor "Internationales Management in einer globalisierten Welt". Für seine Veröffentlichungen und Bücher wurde Hans-Olaf Henkel schon mehrfach ausgezeichnet. Den internationalen Buchpreis Corine erhielt er für "Die Ethik des Erfolgs", für seine Wirtschaftspublizistik unter anderem den Ludwig-Erhard-Preis. Als gebürtiger Hanseat lehnte Hans-Olaf Henkel jedoch die Annahme des Bundesverdienstkreuzes im Jahr 2002 ab. Dies gründete auf hanseatische Tradition. Privat mag Hans-Olaf Henkel Jazzmusik und ist Vater von vier Kindern.

Meinung der Redaktion
Hans-Olaf Henkel spricht aus, was deutsche Wirtschaftsführer und Politiker sich nicht zu sagen trauen.

Autorenportrait

Hans-Olaf Henkel, Jahrgang 1940, war Chef der IBM Deutschland, Präsident des BDI und der Leibniz-Gemeinschaft. Seine Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Europäischen Buchpreis "Corine". Er ist Mitglied in mehreren Aufsichtsräten und lehrt als Honorarprofessor an der Universität Mannheim "Internationales Management in einer globalisierten Welt".

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50

03.05.2011

„Neoliberale Stimme zur Wirtschaftskrise”

von Dominique Voigt (dom-voigt@web.de)
Der ehemalige BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel plädiert in seinem Buch Die Abwracker" neben vielen neoliberalen Forderungen, wie sie von FDP und CDU/CSU gefordert werden, auch für:

1. Verstaatlichung des gesamten deutschen Bankensektors im Notfall

2. europäische, staatlich-finanzierte Ratingagentur

3. nicht mehr so hohe Managergehälter und Boni

4. globale Aufsichtsinstanz beim IWF oder als eigenständige Organisation (z.B. WFO)

5. Lockerung der Basel-II-Regeln für die EU

6. globale Aufführung von finanziellen Risiken in der Unternehmensbilanz

7. TÜV für Finanzprodukte (wobei auch hier die Neutralität und Objektivität der Prüfer anzuzweifeln ist - D.V.)

8. Gesetz, wonach der Zwischenhändler entweder einen bestimmten Prozentsatz der weiterverkauften Papiere im eigenen Portefeuille behalten muss oder aber auf andere Weise am Risiko der verkauften Ware beteiligt wird.

Außerdem hält Henkel die Beteiligung der Arbeiter am Produktivvermögen über Aktien etc. für ungeeignet. Stattdessen bevorzugt er die Idee einer Betriebsente. Außerdem zeigt er auf S. 206, dass Deutschland trotz manipulierter Statistik im Jahr 2010 rund 5 Millionen Arbeitslose haben wird. Er vermutet wegen entstandenen Blasen im Beschäftigungs-, Sozial- und Verschuldungsbereich sogar, dass nach Platzen dieser Blasen ähnlich den Folgen der Abwrackprämie nach deren Auslaufen noch mehr Arbeitslose zu verzeichnen sind. Siehe das schon vorher marode Unternehmen Opel. Daher der Titel seines Buches Die Abwracker". So wurden der deutschen Realwirtschaft bisher ungefähr 10 Milliarden Euro (S. 246) zum Auffangen der Krise bereitgestellt (5 Mrd. für Abwrackprämie, 5 Mrd. für andere Unternehmen s.S.184). Auch die Statistik der wieder ansteigenden Exportüberschüsse widerlegt Henkel, indem er darstellt, dass in die Exportquote schon in die immer noch schwache Importquote eingerechnet wird. Ebenfalls wundert er sich, dass die durch die Wettbewerbsverzerrung staatlicher Eingriffe nicht betroffenen Unternehmen nicht Sturm laufen gegen diese Ungerechtigkeit. Ebenfalls fordert er bei den staatlichen Rettungsmaßnahmen eine strenge Unterscheidung zwischen Finanz- und Realwirtschaft. Die Banken seien systemrelevant, die anderen Unternehmen eben nicht und daher sollten diese auch nicht gerettet werden. Dies bezeichnet Henkel mit Schumpeters Worten als schöpferische Zerstörung". Auch Ludwig Erhard habe bedeutende Unternehmen wie die Borgward-Werke nicht gerettet. Auf S. 220 ist zu lesen: Der Grad der Infektion" mit toxischen Papieren ist bei der WestLB, der LBBW, der HSH Nordbank und der Bayrischen Landesbank inzwischen höher als bei allen großen Geldinstituten der Welt, gleich ob in Staats- oder Privatbesitz." Auf Seite 99 steht dann: Bis 2008 wurden von deutschen Banken vermutlich rund 300 Milliarden Euro in die wackeligen Verbriefungen investiert."

(Zum Vergleich: der Bankenrettungsschirm hat einen Umfang von 480 Mrd. Euro; ca. 102 Mrd. Euro wurden bereits für die HRE-Rettung bezahlt - D.V.)

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