"Es ist schwer zu sagen, worin die größte Stärke dieses voll ausgebildeten Erzählers liegt: In seiner scharfsichtigen (Alltags-) Beobachtungsgabe, seinem subtil beißenden Humor, seinem Hang zur philosophischen Anreicherung der eigenen Prosa? Die Gleichzeitigkeit dieser Qualitäten, ihre einnehmende Melange in einem lakonisch-melancholischen Erzählton, machen auch den Reiz von Kehlmanns neuer Erzählung aus, in der der Autor verblüffend formvollendet mit der Frage nach einem zweiten Anfang experimentiert." (Kieler Nachrichten, 22. Oktober 2002)
""Der fernste Ort" wird mit leiser Stimme erzählt, aber in einer bildkräftigen Sprache. Diese Erzählung, ebenso fein wie genau "gearbeitet", mit vielen versteckten Bezügen, häufig verdeckten Verweisen und sanft gleitenden Übergängen, läßt den unmerklichen Schwund an Realität kaum erkennen. Julian verliert sich am Ende und holt so den Anfang wieder ein. "Die Flocken fielen aus dem Himmel, unzählbar viele, das Weiß schien makellos. Für einen Moment, aus Gewohnheit noch, wunderte er sich, daß er nicht fror." Diese Verwirrung erweist sich als Zauberwort, in ihr verbirgt sich die ganze Kunstfertigkeit des Erzählers Daniel Kehlmann." (Die Zeit, 3. Januar 2002)
"Ein fabelhaftes Vexierspiel, gespenstisch und irritierend." (Die Welt, 6. Oktober 2001)
"Der fernste Ort ist Kehlmanns konsequentester und bester Roman. Wahrscheinlich haben die Romane des Autors deshalb so prompten Erfolg, weil das Aufgeben der Wirklichkeit eine Art letztes Traum- und Freiheitsversprechen enthält. Der Autor führt weniger den Psychofall eines Wirklichkeitsverlustes vor, als daß er seine erzählerischen Mittel am Ernstfall erprobt. Das gelingt ihm so gut, daß es schon fast wieder frivol ist." (Falter, Wien, 21. September 2001)