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Das zweite Leben des Herrn Roos. Barbarotti, Band 3

Ein Fall für Inspektor Barbarotti. Roman

buch
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AutorHakan Nesser

Untertitel Ein Fall für Inspektor Barbarotti. Roman

Abbildungsvermerk 22 cm

  • ISBN-103-442-75172-1
  • ISBN-139783442751723
  • Verlag btb
  • ReiheBarbarotti
  • ÜbersetzerChristel Hildebrandt
  • Einbandartgebunden
  • Seiten525
  • Veröffentlicht17.08.2009
  • GenreRoman
  • Gewicht715g
  • SpracheDeutsch
  • OriginaltitelBerättelse om Herr Roos

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Leseprobe aus Das zweite Leben des Herrn Roos. Barbarotti,...

Am Tag, bevor sich alles veränderte, hatte Ante Valdemar Roos eine Erscheinung.
Er ging mit seinem Vater durch einen Wald. Es war Herbst, und sie hielten einander an der Hand; das Sonnenlicht sickerte durch die hoch aufragenden Nadelbaumkronen, sie folgten dem niedergetretenen Pfad, der sich zwischen Preiselbeergestrüpp und bemoosten Steinen schlängelte. Die Luft war klar und frisch, ab und zu roch es nach Pilzen. Er war wohl fünf oder sechs, in der Entfernung waren Vögel zu hören und das Bellen eines Hundes.
Hier ist das graue Moor, sagte sein Vater. Hier steht oft der
Elch.
Es war in den Fünfzigerjahren. Sein Vater trug eine Lederweste und eine karierte Mütze, jetzt nahm er sie ab, ließ die Hand seines Sohns los und wischte sich mit dem Hemdsärmel die Stirn ab. Er holte die Pfeife und seinen Tabak heraus und fing an, die Pfeife zu stopfen.
Schau dich um, Valdemar, mein Junge, sagte er. Besser als jetzt wird das Leben nie mehr.
Er war sich nicht sicher, ob das wirklich passiert war. Ob das eine richtige Erinnerung war oder nur ein Bild, das aus dem geheimnisvollen Brunnen der Vergangenheit auftauchte. Eine Sehnsucht nach etwas, das es vielleicht nie gegeben hatte. Und ausgerechnet heute, mehr als fünfzig Jahre später, saß er auf einem sonnenwarmen Stein neben seinem Auto, schloss die Augen in der Sonne und fragte sich, was nun Wahrheit war und was Schein. Es war August, und seine Mittagspause war in einer halben Stunde zu Ende. Sein Vater war 1961 gestorben, als Valdemar erst zwölf Jahre alt gewesen war. Wenn er zurückdachte, tauchten oft Erinnerungsfetzen auf, die ein Hauch von Idyll umgab. Meist dachte er, dass es nicht erstaunlich wäre, wenn diese oder jene Szene nie stattgefunden hätte. So im Nachhinein betrachtet.
Doch diese Worte hatten echt geklungen, er hatte nicht das Gefühl, als hätte er es selbst erfunden.
Besser als jetzt wird das Leben nie mehr.
Und an die Mütze und die Weste konnte er sich noch deutlich erinnern. Er war fünf Jahre jünger als ich jetzt, als er starb, dachte er. Vierundfünfzig, älter wurde er nicht.
Er trank den letzten Schluck Kaffee und setzte sich dann hinters Lenkrad. Drehte den Sitz so weit es ging nach hinten und schloss erneut die Augen. Kurbelte die Seitenscheibe herunter, damit ihn der sanfte Wind erreichen konnte.
Schlafen, dachte er, ich schaffe es noch, eine Viertelstunde zu schlafen.
Vielleicht sehe ich noch einmal diese Erscheinung im Wald. Vielleicht passiert etwas anderes Schönes.


Die Firma Wrigmans Elektriska stellte Thermoskannen her. Zu Beginn, Ende der Vierziger und bis in die Achtziger hinein, hatte die Palette aus verschiedenen elektrischen Produkten bestanden, wie Ventilatoren, Haushaltsgeräte und Haartrockner, aber seit den Siebzigerjahren hatte man begonnen, Thermoskannen zu produzieren. Schuld an dieser Veränderung war in erster Linie die Tatsache, dass sich der Firmengründer, Wilgot Wrigman, in Verbindung mit einem Transformatorenbrand im Oktober 1971 buchstäblich in Rauch aufgelöst hatte. Was einer Firma für Elektrogeräte ein schlechtes Image verleiht. Die
Leute vergessen nicht so schnell. Doch der Name wurde beibehalten, es gab Stimmen, die behaupteten, Wrigmans Elektriska sei ein Begriff. Die Fabrik lag in Svartö, einige Kilometer nördlich von Kymlinge, man hatte an die dreißig Beschäftigte, und Ante Valdemar Roos arbeitete als kaufmännischer Leiter seit 1980 dort.
Achtundzwanzig Jahre bis heute. Jeden Tag vierundvierzig Kilometer mit dem Auto; und wenn man außerdem vierundvierzig Arbeitswochen im Jahr rechnete - wenn man schon mal bei Zahlenspielen war - und dazu fünf Tage in der Woche, dann wurden das 271 040 Kilometer, was ungefähr einer siebenfachen Erdumkreisung entsprach. Die weiteste Reise, die Valdemar in seinem Leben gemacht hatte, war auf die griechische Insel Samos gegangen, das war im zweiten Sommer mit Alice gewesen und inzwischen zwölf Jahre her. Man konnte über die Zeit sagen, was man wollte, auf jeden Fall verging sie.
Aber es gab noch eine andere Art von Zeit. Ante Valdemar Roos stellte sich nämlich häufiger vor, dass es zwei stark voneinander abweichende Zeitbegriffe gäbe.
Die Zeit, die dahinraste - die einen Tag dem anderen hinzufügte, eine Falte zur anderen und ein Jahr zum nächsten -, an der war nicht viel zu ändern. Da hieß es nur nach bestem Vermögen dranzubleiben, wie die jungen Hunde an einer läufigen Hündin und die Fliegen an einem Kuharsch.
Mit der anderen Zeit, der immer wiederkehrenden, war es etwas anderes. Sie war langsam und zäh von ihrem Charakter her, manchmal geradezu stillstehend, zumindest konnte es den Anschein erwecken; wie diese zähen Sekunden und Minuten, wenn man als Siebzehnter vor einer roten Ampel an der Kreuzung Fabriksgatan-Ringvägen steht und wartet. Oder wenn man eine halbe Stunde zu früh aufwacht und ums Verrecken nicht wieder einschlafen kann - einfach seitlich im Bett liegt, den Wecker auf dem Nachttisch beobachtet und mit der Dämmerung eins wird.
Und sie war Gold wert, diese ereignislose Zeit, je älter man wurde, umso deutlicher trat einem das vor Augen.
Die Pausen, dachte er häufig, es sind die Pausen zwischen den Ereignissen - und während sich das Eis in einer Novembernacht über den See legt, wenn man ein wenig poetisch sein möchte -, in denen ich mich zu Hause fühle. In denen solche wie ich sich zu Hause fühlen. Er hatte nicht immer so gedacht. Eigentlich erst im letzten Jahrzehnt. Es hatte sich wohl irgendwie eingeschlichen, aber er war sich dessen erst bei einer ganz gewissen Gelegenheit bewusst geworden - erst dann hatte er es in Worte fassen können. Das war an einem Tag im Mai vor fünf Jahren gewesen, als das Auto plötzlich zwischen Kymlinge und Svartö seinen Geist aufgegeben hatte. Es war morgens gewesen, ein paar Minuten, nachdem er die Kreuzung an der Kvartofta-Kirche passiert hatte. Valdemar war an den Straßenrand gerollt, hatte ein paar Mal versucht, wieder zu starten, aber absolut vergebens. Als Erstes rief er Red Cow an und teilte ihr mit, dass er später kommen werde, anschließend den Straßendienst, der versprach, innerhalb einer halben Stunde mit einem Leihwagen bei ihm zu sein.

Rezensionen der Redaktion zu Das zweite Leben des Herrn Roos. Barbarotti,...

Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de, 07.09.09
Der dritte Fall für den lakonischen und sehr sympathischen Inspektor Barbarotti. Er ist ganz anders als Nessers Kult-Kommissar Van Veeteren, aber er reicht schon an ihn heran. Still, leise und unaufgeregt erzählt Nesser von Lebensbildern, die einen neugierig machen. Der Kriminalfall, der sich dann daraus entwickelt, hat die typische Nesser-Klasse.

Kurzbeschreibung zu Das zweite Leben des Herrn Roos. Barbarotti,...

Ein Fall für Inspektor Barbarotti


Ante Valdemar Roos, 59 Jahre alt, ist der Prototyp des Langweilers: grau, unauffällig, in zweiter Ehe mit Alice verheiratet, seit mehr als zwanzig Jahren als Ingenieur in einer Firma beschäftigt, die mittlerweile nur noch Thermoskannen herstellt. Roos ist unzufrieden mit sich, dem Leben, seiner Ehe, weiß aber keinen Ausweg. Doch eines Tages geschieht ein kleines Wunder - er gewinnt im Toto, das er seit dem Tod seines Vaters spielt. Anstatt seine Freude groß hinauszuposaunen, beginnt er ein Doppelleben in einem abgelegenen Häuschen im Wald. Dort macht er bald eine neue Bekanntschaft, die er in seinem ersten Leben so nie für möglich gehalten hätte. Roos freundet sich mit einem jungen Mädchen an, das aus einem Heim für junge Drogenabhängige ausgerissen ist und nun verzweifelt eine Zuflucht sucht. Doch schon bald stört ihr Exfreund die Idylle - und Inspektor Barbarotti hat einen Mordfall zu klären...


Autorenportrait zu Das zweite Leben des Herrn Roos. Barbarotti,...

Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der interessantesten und aufregendsten Krimiautoren Schwedens. Für seine Kriminalromane um Kommissar Van Veeteren erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in mehrere Sprachen übersetzt und wurden erfolgreich verfilmt. Daneben schreibt er Psychothriller, die in ihrer Intensität und atmosphärischen Dichte an die besten Bücher von Georges Simenon und Patricia Highsmith erinnern. "Kim Novak badete nie im See von Genezareth" oder "Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla" gelten inzwischen als Klassiker in Schweden, werden als Schullektüre eingesetzt, und haben seinen Ruf als großartiger Stilist nachhaltig begründet. Håkan Nesser lebt mit seiner Frau derzeit in London und auf Gotland.

Portrait

Hakan Nesser:
Hakan Nesser, geboren 1950, ist einer der interessantesten und aufregendsten Kriminalautoren Schwedens. Dem deutschen Publikum ist er vor allem durch seine Reihe um Kommissar Van Veeteren bekannt, die bereits Millionen Fans hat. 'Kim Novak badete nie im See von Genezareth' gilt inzwischen als Klassiker in Schweden, das Buch wird als Schullektüre eingesetzt, und es hat seinen Ruf als 'absoluter Meister des Stils' (Göteborgs Posten) nachhaltig begründet. Für seine Kriminalromane um Inspektor Van Veeteren erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in mehrere Sprachen übersetzt und wurden erfolgreich verfilmt. Hakan Nesser lebt in New York.
Christel Hildebrandt:
Christel Hildebrandt, geboren 1952 in Lauenburg, studierte Germanistik, Soziologie und Literaturwissenschaft und wandte sich nach der Promotion der skandinavischen Literatur zu. Seit 1988 arbeitet sie als freie literarische Übersetzerin aus den Sprachen Norwegisch, Dänisch und Schwedisch. Sie erhielt den Paul-Celan-Preis nominiert wurde. Daneben reicht die Palette ihrer Übersetzungen von Henrik Ibsen bis zu Håkan Nesser, Jógvan Isaksen und Hanne Marie Svendsen. Mit ihrem Mann, drei Töchtern und einer Katze lebt Christel Hildebrandt in Hamburg.

Autorenportrait

Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der interessantesten und aufregendsten Krimiautoren Schwedens. Für seine Kriminalromane um Kommissar Van Veeteren erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in mehrere Sprachen übersetzt und wurden erfolgreich verfilmt. Daneben schreibt er Psychothriller, die in ihrer Intensität und atmosphärischen Dichte an die besten Bücher von Georges Simenon und Patricia Highsmith erinnern. "Kim Novak badete nie im See von Genezareth" oder "Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla" gelten inzwischen als Klassiker in Schweden, werden als Schullektüre eingesetzt, und haben seinen Ruf als großartiger Stilist nachhaltig begründet. Håkan Nesser lebt mit seiner Frau derzeit in London und auf Gotland.

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50

20.03.2010

„Barbarotti - Klappe die dritte!”

von einer Kundin oder einem Kunden

Zwei Millionen Kronen, ein Häuschen im Wald und so etwas wie Glück.

Ante Valdemar Roos, wenige Monate vor seinem Sechzigsten, trübsinnig, mutlos und übellaunig, stets müde, ja lebensmüde. Seine Ehe: er zehn Jahre zu alt, sie fünfundzwanzig Kilo zu schwer; ein eisiges Schweigen, hin und wieder von Beleidigungen durchzogen. Und dann, ja dann die grundlegende, schicksalsschwere Veränderung: ein Totogewinn, zwei Millionen Kronen! Valdemar kündigt und kauft heimlich ein Häuschen, abgeschieden, in einem Wald. Kaffee, ein Nickerchen am Nachmittag, ein Pfeifchen... so etwas wie Glück.

"Er spürte, wie Tränen in ihm aufstiegen, doch als er von seinem Käsebrot abbiss, ging das vorüber."

"... merkte... zu seinem eigenen Schrecken, dass er vor sich hinpfiff. Ich muss mich beruhigen, dachte Ante Valdemar Roos... neutralisierte seine Gesichtszüge und näherte sich schweren Schrittes seinem Heim."

Wie die sieben Zwerge Schneewittchen, findet er eines Tages eine junge Frau in seinem Heim vor, auf Entzug, auf der Flucht.
Selbstverständlich gibt es auch eine Leiche und Kommissar Barbarotti ermittelt, mit gegipstem Bein und schwer verliebt.

Ein gewohnt witziger Kriminalroman um familiären Alltag, der zerrütteter und somit realistischer kaum sein könnte. Man stelle sich vor, Loriot moderiere Aktenzeichen XY und erkläre dem Zuschauer wie uns die Lotterie des Lebens, eine Zufälligkeit zum Verbrecher machen kann.

Herr, du mein Schöpfer, sorge dafür, dass noch viele Fälle für Kommissar Barbarotti folgen mögen. Danke.

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40

10.12.2009

„Ein Krimi mit Tiefe”

von einer Kundin oder einem Kunden
Ein in jeder Hinsicht langweiliger und durchschnittlicher Typ, genervt von Ehefrau und Stieftöchtern, trifft ins Lotto-Schwarze und ergreift seine zweite, vielleicht letzte Chance.
Mit dem gewonnenen Geld verschwindet er, kauft er sich ein kleines Häuschen abseits der Zivilisation – und trifft dort eine junge Frau, die offensichtlich psychisch am Ende ist. Es entwickelt sich eine sensible Beziehung zwischen den beiden „Verlierern“ - fast wie zwischen Vater und Tochter. Doch dann holt die Vergangenheit das Mädchen ein.
Kommissar Barbarotti, dessen familiäres Umfeld auch im dritten Fall mit viel Augenzwinkern geschildert wird, kommt schwer in den Fall, der eigentlich lange Zeit keiner zu sein scheint.
Nesser beschreibt mit seinen Hauptfiguren gescheiterte Menschen und ihre Versuche, doch noch irgendwie ihr Leben zu meistern.
Kein rasanter Krimi- aber einer, der sich von vielen “Serienkiller- Blutschockern“ angenehm abhebt.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

15.11.2009

„Nesser ist ein Meister des psychologischen Kriminalromans”

von einer Kundin oder einem Kunden
Ante Valdemar Roos, 59 ist ein grauer, deprimierender Mensch. Introvertiert, wortkarg bis hin zur Unfreundlichkeit. Er ist verheiratet (mehr aus Zufall; es ist ihm so passiert, so wie andere Menschen sich den Fuss verstauchen) hat zwei Stieftöchter und einen erwachsenen Sohn aus erster Ehe.


Ante Valdemar Roos, 59 ist ein Langweiler. Er geht seit über zwanzig Jahren in die gleiche Firma, um die kaufmännische Abteilung zu leiten. Er macht seit über zwanzig Jahren zur gleichen Zeit Mittagspause und spielt seit über zwanzig Jahren Toto mit den gleichen Zahlen. Mehr aus Gewohnheit und weil sein Vater schon Toto spielte. Das hat sich vererbt, ebenso die Zahlen. Er lebt sein Leben bei seiner Familie, die ihn nervt und in seinem Büro, das ihn anödet. Dazwischen gibt es höchstens seine halbstündige Mittagspause, die er in seinem Auto verbringt, mit Butterbroten und anschließendem Nickerchen. Diese Zeit gehört nur ihm.


Ante Valdemar Roos, 59 hat Glück. Einmal in seinem Leben. Er gewinnt eine Millionen Kronen. Aber er sagt es niemandem.Und er will mehr Freiraum für sich.
Er kündigt seine Arbeit und kauft sich ein kleines Häuschen mitten im Wald. Also fährt er morgens nicht mehr zur Arbeit, sondern in seine kleine Kate. Dort verbringt er ein paar zufriedene Stunden bis es Zeit ist, wieder nach Hause zu fahren. Denn seine Frau weiß nichts davon. Niemand weiß etwas davon.Er führt ein zufriedenes, zweites Leben.

Doch bald macht er die Bekanntschaft der jungen Anna, die aus einem Heim für drogenabhängige Mädchen abgehauen ist. Sie sucht verzweifelt eine Unterkunft und Valdemar lässt sie in seiner Kate wohnen. Er versteht es selbst nicht, aber irgendetwas an diesem Mädchen rührt ihn an und auch er selbst, löst bei dem Mädchen so etwas wie Zuneigung aus.
Doch diese Idylle, wird eines Tages durch den Besuch von Annas Ex-Freund gestört und es passiert ein Mord...



Hakan Nesser schafft es wieder einmal, das Zerbrechen alltäglicher Situationen in ein bedrohliches, nicht zu überschauendes Chaos darzustellen. Die psychologische Ausleuchtung seiner Figuren, ihre Glaubwürdigkeit und Konsequenz bezüglich ihres Handelns, ist wie immer ein spannender und geistreicher Lesegenuss.

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50

21.10.2009

„Gunnar ist der Beste ! ”

von einer Kundin oder einem Kunden
Hakan Nesser schreibt Kriminalromane für Menschen, die eigentlich keine Krimis lesen.Mit der Erfindung des Inspektor Gunnar Barbarotti ist ihm ein großer Wurf gelungen.Gunnar ist maulfaul,sentimental, chaotisch und sehr sehr clever.In seinem dritten Fall macht er sich gemeinam mit seiner hochsympathischen Kollegin Eva Backman auf die Suche nach dem verschwundenen Herrn Roos, dessen einzige Auffälligkeit komplette Unauffälligkeit ist und dessen größter Traum, ein Leben auf dem Stuhl vor einer Hütte im Wald in Erfüllung zu gehen scheint.Gemeinsam mit Herrn Roos ist ein junges, drogensüchtiges Mädchen auf Entzug verschollen und irgendwann gibt es auch eine Leiche.Müßte es aber nicht,das Buch wäre trotzdem spannend! Danke, Herr Nesser!

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50

18.10.2009

„Neues Spiel, neues Glück?”

von Dr. Christian Rößner aus Göttingen Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Nach „Mensch ohne Hund“ und „Eine ganz andere Geschichte“ ist nun mit „Das zweite Leben des Herrn Roos“ der dritte Kriminalroman um den charismatischen Kommissar Gunnar Barbarotti erschienen. Diesmal ermittelt der leicht lädierte Barbarotti in einem Vermisstenfall: Ante Valdemar Roos, 59 Jahre alt, durchschnittlicher als jeder Durchschnittstyp, frustriert und abgehalftert, ändert in einer verspäteten Midlife-Crisis und dank eines verheimlichten Lotto-Gewinns sein Leben. Er wirft sein monotones Dasein von heute auf morgen über Bord, doch als er plötzlich verschwindet und dazu noch ein vermisstes Mädchen und ein Toter auf- bzw. abtreten, ist es Zeit für Gunnar Barbarotti zu ermitteln. Haakan Nesser schafft es erneut, einen hochspannenden Krimi zu präsentieren, der vor allem durch die wunderbare Beschreibung Valdemar Roos’ besticht, der zwar ein zweites Leben beginnt, seinem Schicksal aber nicht entrinnen kann. Einfach klasse!

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

20.08.2009

„Wer aber wird glücklich?”

von einer Kundin oder einem Kunden
Ein ganzes langes Jahr lang mussten wir auf den neuen Nesser warten, nun ermittelt Inspektor Barbarotti endlich wieder. Aber noch vor dem neuen Fall sind die Fans der Serie gespannt, ob denn nun wirklich einmal ein schwedischer Ermittler glücklich werden darf und also Gunnar Barbarotti seine Marianne bekommt.
Diese Frage hier zu beantworten, verbietet sich natürlich. Und doch sei schon mal schonend verraten, dass wir 250 satte Seiten auf eine Antwort warten müssen.
Bis dahin nämlich lernen wir zum einen den titelgebenden Herrn Ante Valdemar Roos kennen, einen 59jährigen grässlichen Langweiler - verheiratet, zwei Stieftöchter und seit 28 Jahren kaufmännischer Leiter einer kleinen Firma für Thermoskannen (noch Fragen?).
Zum anderen läuft uns die 21jährige Anna Gambowska über den Weg, die gern Gitarre spielt, ein wenig verschlossen ist und die es im Entzugsheim für junge Drogensüchtige einfach nicht aushält.
Wie alles und alle nun zusammenkommen oder auch nicht, wer ein klein wenig Glück oder doch große Tragödien erlebt – das alles erzählt uns Nesser wieder grandios in seinem nun schon dritten Barbarotti.
Grandios in der feinfühlig psychologischen Studie seiner Hauptpersonen, grandios im hinterhältig schleichenden Spannungsaufbau und natürlich grandios schwedisch-melancholisch.

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