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Das fremde Land

Das fremde Land

Roman

buch
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Artikeldetails zu Das fremde Land

AutorEduard Breimann

Untertitel Roman

  • ISBN-103-9522981-3-1
  • ISBN-139783952298138
  • Verlag Universal Frame GmbH
  • Einbandartgebunden
  • Seiten446
  • Auflage1. Auflage
  • VeröffentlichtFebruar 2007
  • Gewicht459g
  • SpracheDeutsch

Leseprobe aus Das fremde Land

Die Frauen drängten sich an die Stäbe, krallten sich fest und sahen ihm zu, verfolgten jede Bewegung. Ab und zu stöhnte eine Frau und im Hintergrund weinten die Kinder leise.
„Hier! Kannst sie anfassen – für einen Eimer frisches Wasser darfste die sogar küssen“, rief die Rothaarige dem stiernackigen Soldaten zu.
Als sie ihre Brüste frei machte, das Kleid über die schmalen Schultern nach unten zog, blickte sich der Soldat sichernd um und kam langsam näher. Die Frau lachte heiser; sie drückte die Brüste durch die Gitter und preßte ihren Unterkörper gegen die Eisenstangen. „Pribiwaj! Pribiwaj! – Komm! Komm! Faß an!“, gurrte sie.
Dicht vor den Stäben blieb der Soldat stehen, sog die Luft ein und krauste die Nase. Er betrachtete das Gesicht der Frau, dann ihre großen, weißen Brüste.
Er lächelte. Die Frauen standen starr. „Woda!“, flüsterte die Frau hinter ihr. Auch Aja spürte eine leise Hoffnung und ihre Lippen formten das Wort Wasser.
Langsam, sehr langsam, zog der Soldat das Gewehr von der Schulter, faßte es am Lauf – direkt unter dem Schnappverschluß für das Bajonett – und schlug blitzschnell zu.
Die Frau schrie auf, als der Kolben ihre Brüste traf und fiel in den Waggon zurück. „Swinja – du Sau“, schluchzte sie, zog ihr Kleid hoch und verdeckte die verschrammten Brüste.
Der Mann ging zurück, nahm erneut das Wasserglas, füllte es und trank einen einzigen Schluck. Sie konnten deutlich hören, wie er rülpste. Den Rest des Wassers schüttete er mit Schwung in die Luft. Aja glaubte einen Moment lang, hinter dem Wasser einen kleinen Regenbogen zu sehen.
Ein zweiter Soldat, schmal und klein, trat aus der Bahnhofstür. Die Männer unterhielten sich, blickten zum Waggon und lachten. Dann ging der erste Soldat weg, bog um die Ecke des kleinen Bahnhofs. Er blickte sich nicht um, sah nicht zu den anderen Waggons, die sich hinter der Dampflokomotive reihten – alle gleich im Aussehen, alle gleich beladen.
Der Soldat trat aus dem Schatten des Überdachs, kam langsam auf sie zu. Jetzt konnte Aja ihn besser sehen. Mit der Rechten zog der Mann den Riemen des geschulterten Karabiners stramm, streckte den Daumen vor. Die Bajonettspitze reflektierte das Sonnenlicht. Er war jung, viel jünger als der andere Soldat. Seine Nase war breit, knubbelig, verformt wie bei einem Boxer. Er war unruhig, blickte sich ständig um, als fürchte er, von einem Offizier überrascht zu werden.
Erneut keimte Hoffnung, langsam nur, zögernd, sehr langsam. „Woda! - Woda!“, flüsterten einige Frauen. „Bitte, gib uns etwas Wasser.“ Dicht vor der vergitterten Waggontür blieb der Soldat stehen, sog prüfend die Luft ein, drehte angewidert den Kopf zur Seite und trat einen Schritt zurück.
Er suchte die Gesichter der Frauen ab. Kein Lächeln. Keine Regung. Die Augen der Frauen hingen gebannt an dem unreifen Gesicht. Aber nur an Ajas blieb der Blick des Jungen hängen. Sie wartete, holte kaum Luft. In ihrem Kopf war alles leer.
Sie konnte seine Augen nicht sehen, sie lagen im Schatten des viel zu großen Stahlhelms.

Kurzbeschreibung zu Das fremde Land

Das fremde Land – Leseprobe von Eduard Breimann

Die Frauen drängten sich an die Stäbe, krallten sich fest und sahen ihm zu, verfolgten jede Bewegung. Ab und zu stöhnte eine Frau und im Hintergrund weinten die Kinder leise.
„Hier! Kannst sie anfassen – für einen Eimer frisches Wasser darfste die sogar küssen“, rief die Rothaarige dem stiernackigen Soldaten zu.
Als sie ihre Brüste frei machte, das Kleid über die schmalen Schultern nach unten zog, blickte sich der Soldat sichernd um und kam langsam näher. Die Frau lachte heiser; sie drückte die Brüste durch die Gitter und preßte ihren Unterkörper gegen die Eisenstangen.
„Pribiwaj! Pribiwaj! – Komm! Komm! Faß an!“, gurrte sie.
Dicht vor den Stäben blieb der Soldat stehen, sog die Luft ein und krauste die Nase. Er betrachtete das Gesicht der Frau, dann ihre großen, weißen Brüste.
Er lächelte. Die Frauen standen starr. „Woda!“, flüsterte die Frau hinter ihr. Auch Aja spürte eine leise Hoffnung und ihre Lippen formten das Wort Wasser.
Langsam, sehr langsam, zog der Soldat das Gewehr von der Schulter, faßte es am Lauf – direkt unter dem Schnappverschluß für das Bajonett – und schlug blitzschnell zu.
Die Frau schrie auf, als der Kolben ihre Brüste traf und fiel in den Waggon zurück. „Swinja – du Sau“, schluchzte sie, zog ihr Kleid hoch und verdeckte die verschrammten Brüste.
Der Mann ging zurück, nahm erneut das Wasserglas, füllte es und trank einen einzigen Schluck. Sie konnten deutlich hören, wie er rülpste. Den Rest des Wassers schüttete er mit Schwung in die Luft. Aja glaubte einen Moment lang, hinter dem Wasser einen kleinen Regenbogen zu sehen.
Ein zweiter Soldat, schmal und klein, trat aus der Bahnhofstür. Die Männer unterhielten sich, blickten zum Waggon und lachten. Dann ging der erste Soldat weg, bog um die Ecke des kleinen Bahnhofs. Er blickte sich nicht um, sah nicht zu den anderen Waggons, die sich hinter der Dampflokomotive reihten – alle gleich im Aussehen, alle gleich beladen.
Der Soldat trat aus dem Schatten des Überdachs, kam langsam auf sie zu. Jetzt konnte Aja ihn besser sehen. Mit der Rechten zog der Mann den Riemen des geschulterten Karabiners stramm, streckte den Daumen vor. Die Bajonettspitze reflektierte das Sonnenlicht.
Er war jung, viel jünger als der andere Soldat. Seine Nase war breit, knubbelig, verformt wie bei einem Boxer. Er war unruhig, blickte sich ständig um, als fürchte er, von einem Offizier überrascht zu werden.
Erneut keimte Hoffnung, langsam nur, zögernd, sehr langsam. „Woda! - Woda!“, flüsterten einige Frauen. „Bitte, gib uns etwas Wasser.“
Dicht vor der vergitterten Waggontür blieb der Soldat stehen, sog prüfend die Luft ein, drehte angewidert den Kopf zur Seite und trat einen Schritt zurück.
Er suchte die Gesichter der Frauen ab. Kein Lächeln. Keine Regung. Die Augen der Frauen hingen gebannt an dem unreifen Gesicht. Aber nur an Ajas blieb der Blick des Jungen hängen. Sie wartete, holte kaum Luft. In ihrem Kopf war alles leer.
Sie konnte seine Augen nicht sehen, sie lagen im Schatten des viel zu großen Stahlhelms.

Beschreibung der Redaktion zu Das fremde Land

In farbigen Bildern schildert der Roman „Das fremde Land“ vor allem das Leben der Hauptprotagonistin, Angela Pawlowska, Aja, einer einfachen, warmherzigen Landarbeiterin im Russland der Stalinzeit, ihre dramatischen Erlebnisse im kleinen Dorf an der Desna, sowie ihre Zwangsverschleppung nach Deutschland und ihre bösen Erfahrungen, die sie hier machen musste und schliesslich die Erschütterungen, die der Besuch im Deutschland der Gegenwart bei ihr auslösen.Im Kontrast dazu steht das heutige Geschehen in der kleinen rheinischen Stadt, wo sich Schüler einer Gesamtschule mit einem Projekt dafür einsetzen, dass den ehemaligen Zwangarbeitern durch Auszahlung der zustehenden Entschädigungen endlich ein wenig Recht geschieht. Äusserst glaubwürdig und ergreifend zeigt Eduard Breimann, wie die Geschichte, über Jahrzehnte hinweg, die früheren Geschehnisse mit den heute Lebenden verstrickt.
Schüler, Lehrer, Unternehmer, Journalisten und Politiker spielen hier Rollen, die uns vertraut sind und auf intensive Weise eigenes Erleben bestätigen.

Eduard Breimann - kleinEduard Breimann versteht es in seinem neuen Roman, ein immer noch heikles Thema, das heutige Problem mit den Zwangsarbeitern des letzten Weltkriegs in Deutschland, auf eine unter die Haut gehende Weise, spannend und anrührend darzustellen.

Der Roman beleuchtet Vergangenheit und Gegenwart, das Leben in Russland, wie auch die Verwicklungen, die durch das Eintreten einer Schüler-Projektgruppe für eine zügige Entschädigung, in einer rheinischen Kleinstadt ausgelöst werden.

Portrait

Eduard Breimann:
Schon während seiner Tätigkeit in einem grossen Unternehmen, war der 1940 in einer Stadt am Rhein geborene Autor für verschiedene Zeitungen journalistisch tätig. Die intensive Beschäftigung mit der Gechichte seiner Heimat führte dann zur Veröffentlichung von drei Büchern aus seiner Feder, die lokal grossen Anklang fanden.
Daneben schrieb Eduard Breimann zahlreiche Kurzgeschichten, von denen einige mit Preisen ausgezeichnet wurden. 2005 erschienen von ihm im Universal Frame Verlag zwei Taschenbücher mit Erzählungen: "Der Tod hat ein Gesicht" und "Die schwarze Katze". In diesen bringt er uns, intensiv und unter die Haut gehend, die Schicksale von Aussenseitern nahe, aber auch Probleme die uns allen geläufig sind.
Mit "Das fremde Land" erscheint jetzt sein erster Roman als Hardcover. Hier schildert er packend das Schicksal einer ehemaligen Zwangsarbeiterin im Russland der Stalinzeit, in Nazideutschland und ihren wenig erfreulich verlaufenden Besuch in der heutigen Bundesrepublik.

Bewertung unserer Kunden zu Das fremde Land

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50

28.03.2007

„Geschichte & Politik ergreifend lebendig”

von einer Kundin oder einem Kunden aus USA
Auch ich habe "Das fremde Land" mit Begeisterung gelesen. Obwohl es durch einen Zufall in meinen Besitzt kam und ich mir niemals freiwillig ein Buch mit diesem Thema ausgewählt hätte, habe ich es in einem Zug durchgelesen und konnte es kaum vor dem Ende aus den Händen legen. Die Erzählung ist so spannend, lebensnah und mitfühlend geschrieben, man hat fast den Eindruck sie beruhe auf tatsächlichen Vorkommnissen. Besonders gereizt haben mich die vielen ineinander geschobenen, einfühlsamen Geschichten der unterschiedlichsten Personen aus Gegenwart und Vergangenheit. Durch die verschlungene Erzählung spannender Lebensgeschichten mit gegenwärtigen Episoden wird Politik und Geschichte zum Leben erweckt, anteilnehmend und einfühlsam. Ein brisantes Thema wurde hier auf ansprechende Art und in angenehmer, spannender Weise unterhaltend und zum Nachdenken anregend aufgearbeitet. Ein Buch das für jeden, und ganz besonders für Jugendliche und junge Erwachsene zu empfehlen ist.

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50

28.03.2007

„Geschichte & Politik ergreifend lebendig ”

von einer Kundin oder einem Kunden aus USA
Auch ich habe "Das fremde Land" mit Begeisterung gelesen. Obwohl es durch einen Zufall in meinen Besitzt kam und ich mir niemals freiwillig ein Buch mit diesem Thema ausgewählt hätte, habe ich es in einem Zug durchgelesen und konnte es kaum vor dem Ende aus den Händen legen. Die Erzählung ist so spannend, lebensnah und mitfühlend geschrieben, man hat fast den Eindruck sie beruhe auf tatsächlichen Vorkommnissen. Besonders gereizt haben mich die vielen ineinander geschobenen, einfühlsamen Geschichten der unterschiedlichsten Personen aus Gegenwart und Vergangenheit. Durch die verschlungene Erzählung spannender Lebensgeschichten mit gegenwärtigen Episoden wird Politik und Geschichte zum Leben erweckt, anteilnehmend und einfühlsam. Ein brisantes Thema wurde hier auf ansprechende Art und in angenehmer, spannender Weise unterhaltend und zum Nachdenken anregend aufgearbeitet. Ein Buch das für jeden, und ganz besonders für Jugendliche und junge Erwachsene zu empfehlen ist.

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50

05.03.2007

„Gefühle und Eindrücke”

von Gordian Hense aus Zofingen-Mühlethal
Eine Geschichte die unter die Haut geht. Eduard Breimann erzählt eine Geschichte die im heute und gestern spielt. In der Kriegszeit und jetzt. Die Geschichte von Zwangsarbeitern die von Deutschen Soldaten aus Russland verschleppt wurden und in Deutschland zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Und, wie sie nach jahrzehnten der Freilassung bzw. Befreiung, das alte Gebiet ihrer Qualen besuchen. Wie eine Schülergruppe versucht die Vergangenheit aufzurollen und Entschädigungen für die Opfer fordert. Welche Widerstände, Eindrücke und unterschiedliche Gefühle damit bei den Beteiligten aufgewirbelt werden. Zentrale Figur ist Frau Angela Pawlowska Aja aus Desna in Russland. Aber auch Unternehmen, Politiker und Journalisten spielen eine grosse Rolle. Ein Buch das für Lehrer und Schüler ideal ist um die Geschichte und Zusammenhänge zu verstehen. Es spannend zu lesen und öffnet einem eine ganz ungewöhnliche Sicht der Dinge, Gedanken und Gefühle.

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