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Celinas Tochter / Nacht ohne Ende. Blanvalet Taschenbücher, Band 37614

Zwei Romane in einem Band

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Artikeldetails zu Celinas Tochter / Nacht ohne Ende. Blanvalet...

AutorSandra Brown

Untertitel Zwei Romane in einem Band

  • ISBN-103-442-37614-9
  • ISBN-139783442376148
  • Verlag Blanvalet
  • ReiheBlanvalet Taschenbücher
  • ÜbersetzerDinka Mrkowatschki, Elke Bartels
  • EinbandartTaschenbuch
  • Seiten283
  • Veröffentlicht18.10.2010
  • Gewicht440g
  • SpracheDeutsch
  • OriginaltitelBest Kept Secrets; Standoff

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Leseprobe aus Celinas Tochter / Nacht ohne Ende. Blanvalet...

Der Entsetzensschrei galt eigentlich nicht der Kakerlake, sondern ihrem eingerissenen Fingernagel. Die Kakerlake war klein, der Riß eine Katastrophe. Auf ihrem manikürten Nagel sah er so tief und zerklüftet aus wie der Grand Canyon.
Alex schlug mit der kunststoffbeschichteten Karte, die das spärliche Zimmerservicemenü des Motels anpries, nach der Kakerlake. Auf der Rückseite warb man für das mexikanische Buffet und The Four Riders, eine Country-und-We- stern-Band, die täglich von sieben bis Mitternacht in der Silver Spur Lounge auftrat.
Sie verfehlte die Kakerlake um Meter, und diese huschte hinter den holzfurnierten Toilettentisch. »Dich krieg ich später!«
Sie fand eine Nagelfeile am Boden des Kosmetikkoffers, den sie gerade auspacken wollte, als das Insekt auftauchte, um den neuen Bewohner von Zimmer 125 zu inspizieren, und der Verschluß ihren Fingernagel ruinierte. Das Zimmer lag im Erdgeschoß des Great Westerner Motels, drei Türen von der Eismaschine und dem Verkaufsautomaten entfernt.
Nachdem der Nagel repariert war, musterte sich Alex ein letztes Mal kritisch im Spiegel. Der erste Eindruck mußte umwerfend sein. Sie würden ohnehin staunen, wenn sie ihnen sagte, wer sie war, aber sie wollte mehr.
Sie sollten schockiert, sprachlos und hilflos sein.
Zweifelsohne würden sie Vergleiche ziehen. Das konnte sie nicht verhindern; aber auf keinen Fall wollte sie bei ihren Intelligenztests schlecht abschneiden. Sie würde dafür sorgen, daß an Celina Gaithers Tochter kein Makel feststellbar wäre.
Ihre Aufmachung hatte sie mit größter Sorgfalt ausgewählt. Alles - Kleidung, Schmuck, Accessoires - war von erlesenem Geschmack, insgesamt schlicht, aber nicht streng; schick, aber nicht zu modisch. Sie strahlte eine Aura von Kompetenz aus, die ihrer Weiblichkeit keinerlei Abbruch tat.
Ihr Ziel war es, sie zuerst zu beeindrucken und dann mit dem Grund ihrer Anwesenheit in Purcell zu überraschen.
Bis vor wenigen Wochen war die Stadt mit dreißigtausend Einwohnern ein einsamer Punkt auf der Karte von Texas gewesen. Hier lebten genauso viele Hasen und Kröten wie Menschen. Vor kurzem waren aber die Geschäftsinteressen der Stadt in die Gazetten geraten, allerdings nur am Rande. Doch wenn Alex einmal mit ihrer Arbeit fertig war, würde Purcell von El Paso bis Texarkana Schlagzeilen machen, davon war sie überzeugt.
Nachdem sie sich vergewissert hatte, daß ihre Erscheinung höchstens noch durch ein Wunder Gottes oder Schönheitschirurgie verbessert werden könnte, hängte sie sich ihre Handtasche um, nahm ihre Aalhaut-Aktentasche, überprüfte den Zimmerschlüssel und zog die Tür von Nr. 125 hinter sich zu.
Auf der Fahrt in die Stadt mußte Alex im Schneckentempo zwei Schulzonen durchqueren. In Purcell begann die Stoßzeit, sobald die Schule zu Ende war. Eltern transportierten ihre Kinder von der Schule zum Zahnarzt, zu Klavierstunden und Einkaufszentren. Vielleicht waren einige sogar auf dem Weg nach Hause, aber der zähfließende Verkehr und die verstopften Kreuzungen ließen vermuten, daß an diesem Tag offensichtlich keiner direkt heimfuhr. Der Stop-and-go-Ver- kehr machte ihr eigentlich nichts aus. Sie nutzte die Trödelei, sich ein bißchen mit dem Charakter der Stadt vertraut zu machen.
Schwarzgoldene Bänder flatterten von der Markise der Purcell High School. Die Karikatur eines schwarzen
Panthers fauchte vorbeifahrende Autos auf dem Highway an, und ein Schriftzug verkündete POUNCE PERMIAN. Auf dem Feld des Footballstadions trainierte das Footballteam und übte Spielzüge. Die Marschkapelle probte auf einem angrenzenden Trainingsplatz ihren Auftritt für Freitag.
Alles sah so unschuldig aus. Einen Augenblick lang bedauerte Alex ihre Mission und was sie wahrscheinlich der Gemeinde antun würde. Doch dann verdrängte sie rasch ihre Schuldgefühle, indem sie sich daran erinnerte, warum sie hier war. Eine Fülle von Ablehnung und die harten Vorwürfe ihrer Großmutter waren in ihrem Kopf gespeichert, falls sie je auch nur eine Sekunde lang vergaß, was sie hierher geführt hatte. Den Luxus eines schlechten Gewissens konnte sie sich nicht leisten.
Die Innenstadt von Purcell war fast menschenleer. Viele der Geschäftshäuser und Büros um den Hauptplatz standen verlassen und vernagelt da. Es gab zu viele Konkursschilder, um sie noch zu zählen.
Die Sicherheitsglasscheiben, hinter denen einst verlockende Waren prangten, waren mit Graffiti verschmiert. An einer geschlossenen Wäscherei hing ein handgeschriebenes Schild. Jemand hatte das »r« weggekratzt, jetzt las sich das Schild: 3 SHI TS/ $ i, dreimal Scheiße/i Dollar, die Wirtschaftslage von Purcell County in dürren Zahlen.
Sie stieg vor dem Bezirksgericht aus und fütterte die Parkuhr mit Münzen. Das Gerichtsgebäude war vor neunzig Jahren aus dem roten Granit der hiesigen Berge erbaut worden. Italienische Steinmetze hatten prätentiöse Fabelwesen und Greifvögel auf jede verfügbare Fläche eingemeißelt, als ob die Masse der Verzierungen das Honorar ihres Auftrags rechtfertigen sollte. Das Ergebnis war protzig, aber gerade dies machte das Gebäude eindrucksvoll. Auf der Kuppel flatterten die Landesfahne und die Flagge von Texas im frischen Nordwind.
Nachdem Alex im letzten Jahr ständig in und um das Ka- pitol von Austin gearbeitet hatte, konnten offizielle Gebäude sie nicht mehr einschüchtern. Sie schritt entschlossen die Treppe hoch und zog die schweren Türflügel auf. Im Inneren zeugten bröckelnder Putz und abblätternde Farbe vom langsamen Verfall. Auf dem Kachelboden sah sie Haarrisse wie auf den Innenseiten uralter Hände.
Die Gänge waren hoch, zugig und rochen nach Industriereinigungslösung, staubigen Akten und einer Überdosis Parfum, die die Sekretärin des Bezirksstaatsanwalts ausströmte. Sie hob erwartungsvoll den Kopf, als Alex das Vorzimmer betrat.
»Hallo. Haben Sie sich verlaufen, Schätzchen? Tolle Frisur. Ich wünschte, ich könnte so einen Knoten tragen. Aber dazu braucht man winzige Ohren. Und ich mach den Elefanten Konkurrenz. Nehmen Sie Henna, um diesen roten Schimmer zu kriegen?«
»Ist das hier das Büro von Bezirksstaatsanwalt Chastain?«
»Klar, Schätzchen. Was wollen Sie denn von ihm? Heute hat er ziemlich viel zu tun.«
»Ich bin von der Staatsanwaltskammer von Travis County. Mr. Harper hat mich telefonisch angemeldet, glaube ich.«
Das Kaugummi in der Backe der Sekretärin erstarrte. »Sie? Wir haben einen Mann erwartet.«
»Wie Sie sehen Alex hob die Brauen.
Die Sekretärin zog einen Flunsch. »Mr. Harper hätte doch wirklich erwähnen können, daß sein Assistent eine Lady ist, aber, Scheibenkleister, was soll's«, sagte sie mit einer verächtlichen Handbewegung. »Sie wissen ja, wie die Männer sind. Ja, Schätzchen, Sie sind auf die Minute pünktlich für Ihren Termin. Ich heiße Imogene. Möchten Sie einen Kaffee? Toll, was Sie da anhaben, so modisch. Die Röcke sind jetzt wieder kürzer, was?«
Alex riskierte es, unhöflich zu sein, und fragte: »Sind die Verhandlungsparteien schon hier?«
In diesem Augenblick ertönte männliches Gelächter durch die geschlossene Tür von nebenan. »Beantwortet das Ihre Frage, Schätzchen?« fragte Imogene. »Da hat wahrscheinlich grade einer einen dreckigen Witz erzählt, um ein bißchen Dampf abzulassen. Die platzen fast vor Neugier, was dieses geheime Treffen soll. Wie heißt denn das große Geheimnis? Mr. Harper hat Pat nicht erzählt, warum Sie nach Purcell kommen, obwohl sie zusammen auf der Uni waren. Hat das was damit zu tun, daß ME eine Glücksspiellizenz kriegen soll?« »ME?«
»Minton Enterprises.« Sie sagte das, als wäre sie überrascht über Alex' Ahnungslosigkeit.
»Vielleicht sollte ich sie nicht länger warten lassen«, schlug Alex taktvoll vor und entzog sich so einer Antwort.
»Scheibenkleister, ich red mal wieder zuviel. Wollten Sie jetzt einen Kaffe oder nicht, Schätzchen?«
»Nein danke.« Alex folgte Imogene zur Tür. Ihr Puls beschleunigte sich.
»Verzeihung.« Imogene unterbrach das Gespräch, indem sie den Kopf durch die Tür steckte: »Der Assistent von Bezirksstaatsanwalt Harper ist hier. Macht euch auf was gefaßt.« Sie drehte sich zu Alex um und zwinkerte ihr mit blauverschmierten Wimpern zu, von Frau zu Frau. »Hereinspaziert, Schätzchen.«
Alex wappnete sich innerlich für das bisher wichtigste Treffen ihres Lebens und betrat das Büro. Die Atmosphäre war so entspannt, daß man kein Hellseher sein mußte, um zu erkennen, wen die Herren erwarteten. Sobald sie die Schwelle übertreten und Imogene die Tür hinter ihr zugemacht hatte, sprang der Mann hinter dem Schreibtisch von seinem Stuhl hoch. Er drückte seine brennende Zigarre in einem schweren Glasaschenbecher aus und griff nach seinem Jackett, das er über die Stuhllehne drapiert hatte.
»Pat Chastain«, sagte er und reichte ihr die Hand. »Das ist aber wirklich eine nette Überraschung. Mein Kumpel Greg Harper zeigte immer schon guten Geschmack, was Ladys betrifft. Wundert mich nicht, daß er eine schöne Frau in seinem Team hat.«
Seine sexistische Bemerkung stieß ihr sauer auf, aber sie sagte nichts, neigte nur leicht den Kopf zum Dank für das Kompliment. Die Hand, die sie zur Begrüßung drückte, war so mit Goldarmbändern behängt, daß man daran eine mittelgroße Jacht hätte verankern können. »Danke, daß Sie dieses Treffen arrangiert haben, Mr. Chastain.«
»Kein Problem. Kein Problem. Freut mich, wenn ich Ihnen und Greg einen Gefallen tun kann. Und nennen Sie mich Pat.« Er nahm ihren Ellbogen und führte sie zu den beiden anderen Männern, die höflich auf sie zukamen. »Das hier sind Mr. Angus Minton und sein Sohn, Junior.«
»Meine Herren.« Ihnen so zum ersten Mal von Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen, war ein merkwürdiges Gefühl zwischen Neugier und Antipathie. Sie wollte sie doch analysieren, entlarven. Statt dessen tat sie das, was man von einem zivilisierten Menschen erwartet, und schickte sich an, sie zu begrüßen.
Eine schwielige Hand umfaßte die ihre. Der Händedruck war fast zu kräftig, aber so ehrlich und freundlich wie das Gesicht, das sie anlächelte. »Ist mir ein Vergnügen, Ma'am. Willkommen in Purcell County.«
Das Gesicht von Angus Minton war gebräunt, verwittert von sengender Sommersonne, eisigen Nordwinden und Jahren der Arbeit im Freien. Seine zwinkernden blauen Augen umgaben zahllose Lachfältchen, und er besaß eine durchdringende, fröhliche Stimme. Alex vermutete, daß sein Lachen genauso breit wie seine Brust und sein Bierbauch war, die einzigen Anzeichen für kleine Schwächen. Im übrigen sah er sehr fit und kräftig aus. Sein Auftreten war so selbstsicher, daß wohl auch ein jüngerer Mann Bedenken hätte, sich mit ihm anzulegen. Aber trotz all der Kraft, die er ausstrahlte, schaute er so harmlos drein wie ein Ministrant.
Der Händedruck seines Sohnes war weicher, aber genauso herzlich. Er sagte mit vertrauenerweckender Stimme: »Ich bin Junior Minton. Guten Tag.«
»Guten Tag.«
Er sah nicht aus wie dreiundvierzig, schon gar nicht, wenn er lächelte. Seine makellosen Zähne blitzten, und ein vorwitziges Grübchen erschien auf einer Wange, zeugte davon, daß er sich immer nur so gut benahm, wie es die Situation erforderte. In den blauen Augen, die etwas dunkler waren als die seines Vaters, saß versteckter Schalk. Er ließ ihren Blick nicht los, bis sie das Gefühl hatte, nur sie beide bevölkerten diesen Raum. Sie entzog ihm ihre Hand, was er widerwillig geschehen ließ.
»Und dort drüben ist Reede. Reede Lambert.«
Alex wandte sich in die von Pat Chastain angedeutete Richtung und entdeckte den vierten Mann, den sie bis jetzt nicht bemerkt hatte. Etikette schien ihn wenig zu scheren, er lehnte lässig in seinem Stuhl in der Ecke. Abgestoßene Cowboystiefel an den übergeschlagenen Beinen, deren Spitzen zur Decke zeigten und unverschämt hin- und herwackelten. Die Hände hielt er locker über seiner Westerngürtelschnalle verschränkt. Er hob kurz die Rechte und tippte mit zwei Fingern an die Krempe seines Cowboyhutes. »Ma'am.«
»Mr. Lambert«, sagte sie kühl.
»Nehmen Sie Platz«, bat Chastain und zeigte auf einen Stuhl. »Hat Imogene Ihnen einen Kaffee angeboten?«
»Ja, aber ich möchte keinen. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn wir so schnell wie möglich zur Sache kommen könnten.«
»Aber sicher. Junior, zieh den Stuhl hier rüber. Angus.« Chastain bedeutete dem Älteren, sich zu setzen. Als sich alle niedergelassen hatten, setzte sich der Staatsanwalt hinter seinen Schreibtisch. »Also Miss ^ Verdammt noch mal. Bei der ganzen Vorstellerei haben wir's versäumt, Ihren Namen rauszukriegen.«
Alle Augen waren auf Alex gerichtet, voller Neugier. Sie ließ sich Zeit, um die Wirkung zu steigern. Sie wollte ihre einzelnen Reaktionen genau beobachten und katalogisieren. Zu schade, daß sie Reede Lambert nicht besser sehen konnte. Er saß schräg hinter ihr, und der Cowboyhut verdeckte die obere Hälfte seines Gesichts.
Sie holte tief Luft. »Ich bin Alexandra Gaither, Celinas Tochter.«
Schockiertes Schweigen quittierte diese Enthüllung.
Schließlich fragte Pat Chastain benommen: »Wer ist Celina Gaither?«
»Da brat mir doch einer 'nen Storch.« Angus sank im Stuhl zusammen wie ein leckes Gummitier.
»Celinas Tochter. Mein Gott, das glaub ich einfach nicht«, flüsterte Junior. »Das glaub ich nicht.«
»Würde mich bitte jemand aufklären?« sagte Pat hilfesuchend. Er wurde einfach ignoriert.
Die Mintons starrten Alex unverhohlen an, suchten in ihrem Gesicht nach einer Ähnlichkeit mit ihrer Mutter, die sie so gut gekannt hatten. Aus dem Augenwinkel sah sie, daß Lamberts Stiefelspitzen nicht mehr wippten. Er zog die Beine an und setzte sich aufrecht.
»Was, in aller Welt, haben Sie denn in all den Jahren gemacht?« fragte Angus.
»Wie viele Jahre ist das her?« wollte Junior wissen.
»Fünfundzwanzig«, sagte Alex präzise. »Ich war erst zwei Monate alt, als Großmama Graham von hier wegzog.«
»Wie geht's Ihrer Großmutter?«
»Sie befindet sich derzeit in einem Pflegeheim in Waco, an Krebs erkrankt, Mr. Minton.« Sie sah keine Veranlassung seine Gefühle zu schonen. »Sie liegt im Koma.«
»Das tut mir leid.«
»Danke.«
»Und wo haben Sie die ganze Zeit gesteckt?«
Alex nannte eine Stadt in Mitteltexas. »Wir haben mein ganzes Leben lang dort gelebt - zumindest seit ich mich erinnern kann. Ich hab dort meinen High-School-Abschluß gemacht, bin dann auf die University von Texas gegangen, danach direkt auf die juristische Fakultät. Ich hab vor einem Jahr mein Diplom gemacht.«
»Juristische Fakultät. Stellt euch das vor! Also, Sie haben sich toll rausgemacht, Alexandra. Was sagst du, Junior?«
Junior setzte sein unwiderstehliches Lächeln auf. »Das kann man wohl sagen. Sie haben sich ganz schön verändert, seit ich Sie das letzte Mal gesehen habe«, neckte er sie. »Soweit ich mich erinnern kann, war Ihre Windel naß und Sie hatten kein einziges Haar auf dem Kopf.«
Seine Versuche, mit ihr zu flirten, machten Alex nervös angesichts ihres Motivs für dieses Treffen. Sie war froh, als Pat Chastain sich wieder zu Wort meldete. »Tut mir leid, daß ich dieses rührende Wiedersehen stören muß, aber ich tappe immer noch im dunkeln.«
Angus klärte ihn auf. »Celina war eine Klassenkameradin von Junior und Reede. Sie waren die besten Freunde, praktisch unzertrennlich, die drei, solang sie auf der High School waren. Verrückte Kinder.«
Dann verdüsterten sich seine blauen Augen, und er schüttelte traurig den Kopf. »Celina ist gestorben. War wirklich tragisch.« Er nahm sich Zeit, um sich zu sammeln. »Wie dem auch sei, heute hören wir zum ersten Mal wieder von Alexandra, seit ihre Großmutter, Celinas Mutter, mit ihr von hier weggezogen ist.« Er schlug sich lächelnd auf die Schenkel. »Verdammt, ist das ein gutes Gefühl, dich wieder hier in Pur- cell zu haben.«
»Danke, aber_« Alex öffnete ihre Aktentasche und nahm einen braunen Umschlag heraus. »Ich werde nicht bleiben. Ich bin in offizieller Mission hier.« Sie reichte dem Bezirksstaatsanwalt den Umschlag. Er sah ihn ratlos an.
»Offizielle Mission? Als Greg mich angerufen und gebeten hat, seinem top prosecutor1 zu helfen, hat er etwas vom Wiederaufrollen eines Falls gesagt.«
»Steht alles da drin«, sagte Alex und deutete auf den Umschlag. »Ich schlage vor, Sie sehen sich den Inhalt an und machen sich gründlich mit den Details vertraut. Greg Harper bittet um die volle Unterstützung Ihres Büros und der lokalen Polizeibehörde, Mr. Chastain. Er hat mir versichert, daß Sie für die Dauer meiner Ermittlungen seiner Bitte entsprechen werden.« Sie schloß energisch ihre Aktentasche, erhob sich und ging zur Tür.
»Ermittlungen?« Staatsanwalt Chastain sprang auf. Die Mintons folgten seinem Beispiel.
»Arbeiten Sie mit der Pferderennkommission zusammen?« fragte Angus. »Uns wurde gesagt, wir würden genau durchleuchtet, bevor sie uns eine Glücksspiellizenz geben, aber ich dachte, wir hätten die Probe schon bestanden.«
»Ich dachte auch, der Rest wäre nur noch eine Formalität«, sagte Junior.
»Soviel ich weiß, ist es das auch«, sagte Alex. »Meine Ermittlungen haben nichts mit der Rennkommission oder der Erteilung Ihrer Pferderennlizenz zu tun.«
Da sie dem nichts mehr hinzufügte, fragte Chastain: »Und womit hat es dann etwas zu tun, Miss Gaither?«
Sie baute sich zu ihrer vollen Größe auf und sagte: »Ich rolle einen fünfundzwanzig Jahre alten Mordfall wieder auf. Greg Harper hat um Ihre Hilfe gebeten, Mr. Chastain, da das Verbrechen im Purcell County begangen wurde.«
Sie sah Angus direkt in die Augen, dann Junior. Schließlich richtete sich ihr Blick auf Reede Lamberts Hut. »Und bevor ich hier fertig bin, werde ich wissen, wer von euch meine Mutter umgebracht hat.«
2
Alex schälte sich aus ihrer Kostümjacke und warf sie auf das Motelbett. Ihre Achseln waren schweißnaß, und ihre Knie drohten nachzugeben. Ihr war speiübel. Der Auftritt im Büro des Staatsanwalts hatte sie mehr mitgenommen, als sie sich eingestehen wollte.
Pat Chastains Räume hatte sie hocherhobenen Hauptes verlassen. Sie war nicht zu schnell gegangen, aber auch nicht zu langsam, hatte Imogene, die offensichtlich an der Tür gehorcht hatte und Alex mit offenem Mund anstarrte, zugelächelt.
Ihren Abgangstext hatte sie gut einstudiert, gut getimt und perfekt durchgeführt. Das Treffen war genauso verlaufen, wie sie es geplant hatte, aber ihr fiel ein Zentnergewicht vom Herzen, daß es nun vorbei war.
Inzwischen streifte sie ein klebriges Stück Kleidung nach dem anderen ab. Es wäre zu schön, annehmen zu dürfen, sie hätte das Schlimmste hinter sich; aber sie befürchtete, daß ihr das noch bevorstand. Die Männer, die sie heute kennengelernt hatte, würden sich nicht auf den Rücken legen und tot spielen. Sie mußte ihnen wieder gegenübertreten, und dann würden sie nicht so erfreut sein über das Treffen.
Angus Minton wirkte wie ein heiliger Nikolaus, aber Alex wußte, daß kein Mann in Angus' Position so arglos sein konnte, wie er sich gab. Er war der reichste, der mächtigste Mann im Bezirk. Diesen Status erwarb man nicht durch gütige Führungsqualitäten. Er würde darum kämpfen, das zu behalten, was er sich ein Leben lang aufgebaut hatte.
Junior war ein Charmeur, der sich mit Frauen auskannte. Die Zeit war glimpflich mit ihm umgegangen. Er hatte sich kaum verändert im Vergleich mit den alten Fotos, die sie kannte. Sie wußte auch, daß er sein gutes Aussehen ausnutzte. Ihn zu mögen würde ihr nicht schwerfallen. Ihn des Mordes zu verdächtigen auch nicht.
Reede Lambert war am schwersten einzuschätzen, weil sie von ihm nur einen undeutlichen Eindruck hatte. Im Gegensatz zu den anderen war es ihr nicht gelungen, ihm in die Augen zu sehen. Reede, der Mann, sah viel härter und kräftiger aus als Reede, der Junge, aus der Fotoschachtel ihrer Großmutter. Er wirkte verstockt, unfreundlich und gefährlich.
Einer dieser Männer hatte ihre Mutter getötet, davon war sie überzeugt.
Celina Gaither war nicht von Buddy Hicks, dem Verurteilten, ermordet worden. Ihre Großmutter, Merle Graham, hatte das Alex ihr ganzes Leben lang wie den Katechismus eingebleut.
»Deine Aufgabe ist es, Alexandra, das wieder in Ordnung zu bringen«, hatte Merle ihr fast täglich gepredigt. »Das ist das mindeste, was du für deine Mutter tun kannst.« Dann hatte sie immer einen sehnsüchtigen Blick auf eines der vielen gerahmten Fotos ihrer toten Tochter geworfen, die im ganzen Haus verstreut standen. Und danach war sie unweigerlich in Tränen ausgebrochen, und ihre Enkelin hatte stets Mühe gehabt, sie zu trösten.
Doch bis vor wenigen Wochen hatte Alex nicht gewußt, wen Merle des Mordes an Celina verdächtigte. Es war die finsterste Stunde in Alex' Leben gewesen, als die Großmutter auspackte.
Nach einem dringenden Anruf des Arztes aus dem Pflegeheim war Alex über die Interstate nach Waco gerast. Das Heim galt als ruhig, makellos gepflegt und von verantwortungsvollen Profis geführt. Merles Pension von der Telefongesellschaft ermöglichte ihren Aufenthalt. Trotz aller Annehmlichkeiten hing der graue Geruch des Alters, der Verzweiflung und des Verfalls wie ein Nebel in seinen Gängen.
Als sie an jenem scheußlichen, kalten, regnerischen Nachmittag dort ankam, hatte man Alex mitgeteilt, der Zustand ihrer Großmutter wäre kritisch. Sie betrat das stille Privatzimmer und ging auf das Krankenhausbett zu. Merles Körper war seit Alex' Besuch letzte Woche in sich zusammengefallen. Aber ihre Augen funkelten wie Silvesterraketen, nur war es ein feindseliges Funkeln.
»Komm hier nicht rein«, ächzte Merle kurzatmig. »Ich will dich nicht sehen. Das ist alles nur wegen dir!«
»Was, Großmama?« fragte Alex entsetzt. »Wovon redest du überhaupt?«
»Ich will dich hier nicht haben.«
Beschämt über diese krasse Abfuhr sah Alex den anwesenden Arzt und die Schwestern an. Sie zuckten ratlos die Schultern. »Warum willst du mich nicht sehen? Ich bin den ganzen weiten Weg von Austin hergekommen.«
»Es ist deine Schuld, daß sie gestorben ist, weißt du. Wenn du nicht gewesen wärst Merle stöhnte vor Schmerz und klammerte sich mit bleistiftdünnen, blutleeren Fingern an ihr Laken.
»Daß sie ^ ? Du sagst, ich wäre verantwortlich für Mutters Tod?«
Merle riß die Augen auf. »Ja«, zischte sie böse.
»Aber ich war doch erst ein Baby, ein Säugling«, wehrte Alex ab und fuhr sich mit der Zunge über die Lippen. »Wie sollte ich
»Frag sie alle.«
»Wen, Großmama? Wen soll ich fragen?«
»Den, der sie ermordet hat. Angus, Junior, Reede. Aber du warst es, du ^ du ^ du
Der Arzt hatte Alex aus dem Zimmer bringen müssen, mehrere Minuten nachdem Merle in ein tiefes Koma gefallen war. Die schreckliche Beschuldigung hatte sie gelähmt, dröhnte durch ihr Gehirn und griff ihre Seele an.
Wenn Merle Alex für den Tod von Celina verantwortlich machte, dann erklärten sich so viele Dinge, die Alex seit ihrer Kindheit gespürt hatte. Sie hatte sich immer gefragt, wieso Großmama Graham nie sonderlich liebevoll mit ihr umgegangen war. Gleichgültig wie bemerkenswert Alex' Leistungen waren, sie reichten nie für ein Lob von Großmama. Sie wußte, daß sie niemals als so talentiert, klug oder gemütvoll galt wie das lächelnde Mädchen auf dem Foto, das Merle mit so trauriger Sehnsucht anzustarren pflegte.
Alex haßte ihre Mutter nicht. Im Gegenteil, sie hatte sie wie ein Idol verehrt, mit der blinden Leidenschaft eines Kindes, das ohne Eltern aufgewachsen war. Sie bemühte sich ständig, genausogut in allem zu sein wie Celina; nicht nur, um eine würdige Tochter zu sein, sondern auch in der verzweifelten Hoffnung, die Liebe und Anerkennung ihrer Großmutter zu gewinnen. Deshalb war sie wie vom Donner gerührt, als die sterbende Großmutter ihr den Mord an Celina in die Schuhe schob.
Der Arzt hatte behutsam vorgeschlagen, es wäre doch vielleicht in ihrem Sinne, Mrs. Graham von den lebenserhaltenden Apparaten abzukoppeln. »Wir können jetzt nichts mehr für sie tun, Miss Gaither.«
»O doch«, sagte Alex so heftig, daß er erschrak. »Sie können sie am Leben erhalten. Ich möchte mit Ihnen in ständiger Verbindung bleiben.«
Sofort nach ihrer Rückkehr nach Austin begann sie im Mordfall Celina Gaither zu recherchieren. Sie verbrachte viele schlaflose Nächte mit dem Studium von Protokollen und Gerichtsdokumenten, bevor sie ihren Boß, den Bezirksstaatsanwalt von Travis County, darauf ansprach.
Greg Harper hatte seine brennende Zigarette von einem Mundwinkel in den anderen geschoben. Im Gerichtssaal war Greg die Geißel schuldiger Angeklagter, lügender Zeugen und gesitteter Richter. Er redete zu laut, rauchte zuviel, trank reichlich und trug fünfhundert Dollar teure Nadelstreifenanzüge mit Eidechsenstiefeln, die doppelt soviel kosteten.
Ihn als Angeber und Egomanen zu bezeichnen wäre eine glatte Untertreibung. Er war klug, ehrgeizig, rücksichtslos, ohne Erbarmen und hatte ein echtes Schandmaul, was seine Chancen, in die Politik des Staates einzusteigen, ziemlich schmälerte, und ausgerechnet das war sein größter Ehrgeiz. Er war ein Anhänger des Pluspunktesystems und dankbar für unverbogene Talente. Deshalb stellte er Alex in sein Team ein.
»Sie wollen einen fünfundzwanzig Jahre alten Mordfall aufrollen?« fragte er, als sie ihm erklärte, warum sie ihn um das Arrangieren dieses Treffens gebeten hatte. »Grund?«
»Das Opfer war meine Mutter.«
Zum ersten Mal seit sie ihn kannte, hatte Greg eine Frage gestellt, auf die er die Antwort noch nicht kannte - oder zu- mindest ahnte. »Mein Gott, Alex. Tut mir leid, das wußte ich nicht.«
Sie tat das mit einem Schulterzucken ab. »Na ja, ist auch nicht unbedingt etwas, das man an die große Glocke hängt, oder?«
»Wann war das? Wie alt waren Sie?«
»Ich war noch ein Säugling. Ich kann mich nicht an sie erinnern. Sie war erst achtzehn, als sie getötet wurde.«
Er strich mit seiner langen, knochigen Hand über sein noch längeres knochiges Gesicht. »Der Fall läuft in den Akten als offiziell unaufgeklärt?«
»Nicht direkt. Ein Verdächtiger wurde verhaftet und angeklagt, aber das Verfahren wurde eingestellt, kam nie vor Gericht.«
»Erzählen Sie mir alles Nötige, aber machen Sie's kurz. Ich esse heute mit dem Generalstaatsanwalt zu Mittag«, erklärte er. »Sie haben zehn Minuten. Schießen Sie los.«
Nachdem sie fertig war, runzelte Greg die Stirn und zündete sich eine Zigarette an der glühenden Kippe in seiner Hand an. »Verdammt, Alex, Sie haben nicht gesagt, daß die Mintons da mit drinhängen. Ihre Oma glaubt wirklich, daß einer von ihnen Ihre Mutter abgemurkst hat?«
»Oder ihr Freund, Reede Lambert.«
»Hat sie ihnen vielleicht auch ein Motiv angehängt?«
»Nicht ausdrücklich.« Alex widerstrebte es, ihm zu sagen, daß Merle sie als Motiv genannt hatte. »Offensichtlich war Celina eng mit ihnen befreundet.«
»Warum sollte dann einer von ihnen sie umbringen?«
»Das will ich ja herausfinden.«
»Auf Staatskosten?«
»Der Fall ist aufklärbar, Greg«, sagte sie mit zusammengebissenen Zähnen.
»Alles, was Sie haben, ist eine Ahnung.«
»Es ist mehr als eine Ahnung.«
Er räusperte sich. »Sind Sie sicher, daß das keine persönliche Fehde ist?«
»Natürlich nicht«, Alex war gekränkt. »Ich verfolge die Sache vom strikt legalen Standpunkt aus. Wenn Buddy Hicks der Prozeß gemacht und er von einer Jury verurteilt worden wäre, würde ich das, was Großmama gesagt hat, nicht so ernst nehmen. Aber es steht in den Akten.«
»Wieso hat sie dann nicht Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, nachdem der Mord passiert war?«
»Das hab ich sie auch gefragt. Sie hatte nicht viel Geld, und die Justizmaschinerie jagte ihr Angst ein. Außerdem hatte der Mord sie ihrer ganzen Energien beraubt. Das bißchen, was sie noch besaß, brauchte sie, um mich durchzubringen.«
Inzwischen war Alex klar, warum ihre Großmutter, seit sie denken konnte, sie gedrängt hatte, Juristin zu werden. Und weil man das von ihr erwartete, hatte Alex die Schule mit Auszeichnung und ihr Jurastudium als eine der zehn Besten abgeschlossen. Juristin war zwar der Beruf, den Merle für sie ausgesucht hatte, aber glücklicherweise war es obendrein ein Gebiet, das Alex faszinierte und begeisterte. Ihr wissensdurstiger Verstand genoß es, in die verschlungenen Raffinessen der Justiz einzutauchen. Sie war auf ihr Ziel gut vorbereitet.
»Großmama war eine verwitwete Dame, die plötzlich mit einem Baby dastand, das aufgezogen werden mußte«, begann sie, um ihn für sich einzunehmen. »Sie konnte praktisch nichts machen bei Hicks' Zurechnungsfähigkeitsprüfung. Sie nahm das bißchen Geld, das sie hatte, packte ihre Sachen, verließ die Stadt und ist nie zurückgekehrt.«
Greg warf einen Blick auf seine Uhr. Dann klemmte er sich die Zigarette zwischen die Zähne, stand auf und zog sich sein Jackett an. »Ich kann keinen Mordfall wieder aufrollen, ohne den geringsten Beweis oder Grund. Das wissen Sie. Ich hab Sie nicht von der juristischen Fakultät entführt, weil Sie dumm sind. Ich muß aber zugeben, Ihr schöner Hintern war da schon ein bißchen ausschlaggebend.«
»Danke.«
Sie war augenscheinlich angewidert und nicht nur wegen seiner sexistischen Bemerkung, die sie ohnehin nicht ernst nahm, so dick, wie die aufgetragen war. »Hören Sie, Alex, das ist nicht gerade ein kleiner Gefallen, um den Sie mich da bitten«, sagte er. »Nachdem es dabei um diese hochkarätigen Typen geht, wäre das ein mittleres Erdbeben. Bevor ich meinen Hals in die Schlinge stecke, brauchen Sie noch ein bißchen mehr als eine Ahnung und Omas Gefasel.«
Sie folgte ihm zur Bürotür. »Kommen Sie, Greg, ersparen Sie mir das juristische Geschwafel. Sie denken doch nur an sich selbst.«
»Da haben Sie verdammt recht. Ständig.«
Seine Bestätigung ließ ihr keinen Raum für Manöver. »Geben Sie mir wenigstens die Erlaubnis, in diesem Mordfall zu ermitteln, solange ich nicht aktiv an anderen Fällen arbeite.«
»Sie wissen, wieviel Rückstau wir aufzuarbeiten haben. Wir kriegen jetzt schon nicht alle Fälle vor Gericht.«
»Ich mache Überstunden. Ich werde meine anderen Aufgaben nicht vernachlässigen. Sie wissen das.«
»Alex
»Bitte, Greg.« Er wollte sie dazu bringen, die Bitte zurückzuziehen, aber sie würde sich nur einem glatten Nein fügen. Ihre vorläufigen Recherchen hatten ihr Interesse geweckt. Ihre verzweifelte Sehnsucht, den großmütterlichen Schuldspruch zu entkräften und sich selbst von der Last zu befreien, motivierten sie außerdem. »Wenn ich nicht bald irgend etwas ans Licht bringe, lasse ich die Sache fallen, und Sie werden nie wieder davon hören.«
Er musterte ihr entschlossenes Gesicht. »Warum arbeiten Sie Ihren Frust nicht so ab wie alle anderen und ficken mal wieder nach Herzenslust? Mindestens die Hälfte aller Männer in der Stadt, ob verheiratet oder nicht, würde Ihnen gern behilflich sein.« Sie warf ihm einen vernichtenden Blick zu. »Okay, okay. Sie können ein bißchen bohren, aber bitte in Ihrer Freizeit. Bringen Sie mir etwas Konkretes. Wenn ich Wählerstimmen gewinnen will, kann ich nicht wie ein Narr handeln und die andern in dieser Abteilung auch nicht. Jetzt komm ich zu spät zum Mittagessen. Tschüs.«

Kurzbeschreibung zu Celinas Tochter / Nacht ohne Ende. Blanvalet...

Zwei packende Romane von Sandra Brown in einem Band


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Beschreibung der Redaktion zu Celinas Tochter / Nacht ohne Ende. Blanvalet...

Celinas Tochter

Nach Jahren kehrt die attraktive Alexandra Gaither in ihre Heimatstadt zurück, als erfolgreiche Anwältin und weltgewandte Frau. Endlich scheint der Zeitpunkt da, das zu bekommen, was sie seit langem anstrebt: Gerechtigkeit - und Rache. Vor fünfundzwanzig Jahren nämlich ist ihre Mutter Celina hier, im tiefsten Texas, ums Leben gekommen, und drei der mächtigsten Männer der Stadt kommen als Mörder in Frage. Keine einfache Aufgabe für Alexandra: Jeder der drei ist aussergewöhnlich charmant - und jeder ist verdächtig. Alle versuchen sie, ihre Sünden und Geheimnisse vor ihr zu verbergen. Doch sie wäre nicht Celinas Tochter, wenn es ihr nicht gelänge, die Schatten zu lüften - und sich von der Last der Vergangenheit zu befreien.


Nacht ohne Ende
Auf der Suche nach der entführten Tochter des Millionärs Dendy gerät die ehrgeizige Fernsehreporterin Tiel McCoy zufällig in einen Überfall an einer abgelegenen Raststätte in New Mexico. Sie traut ihren Augen kaum, als sich die beiden jugendlichen Gangster als die angeblich entführte, hochschwangere 18-jährige Sabra Dendy und ihr Freund Ronny Davidson entpuppen. Aus dem Überfall wird jedoch rasch eine von Panikgetriebene Geiselnahme, als bei Sabra verfrüht die Wehen einsetzen. Ronny bedroht mit seiner Pistole alle Anwesenden: Tiel, ein älteres Ehepaar, zwei Mexikaner, einen Ranger sowie die Kassiererin. Der Ranger, ein besonnener Mann, scheint zum Glück medizinische Erfahrung zu haben, denn er stellt fest, dass der jungen Frau eine höchst komplizierte Geburt bevorsteht. Aber Sabra will auf keinen Fall ins Krankenhaus, denn sie befürchtet, dass ihr tyrannischer Vater ihr das Kind entreißt und Ronny ins Gefängnis stecken lässt. Bald schon wird auch das FBI in den Fall eingeschaltet, und trotz der Ausweglosigkeit der Situation gilt die Sympathie der Opfer ihren jungen Geiselnehmern. Tiel selbst ist hin und her gerissen zwischen dem Wunsch, diese einzigartige Situation beruflich für sich zu nutzen, und ihrem Mitgefühl für die beiden Jugendlichen, die nichts dringender brauchen als eine Verbündete mit großem Herzen und kühlem Verstand. Als die Lage zusehends eskaliert, droht eine Kurzschlussreaktion des jungen Ronny, denn die beiden Mexikaner werden gefährlich nervös, der Zustand der jungen Mutter ist lebensbedrohlich, und der Ranger ist offensichtlich nicht das, was er zu sein vorgibt. Der Countdown läuft...

Autorenportrait zu Celinas Tochter / Nacht ohne Ende. Blanvalet...

Sandra Brown arbeitete mit großem Erfolg als Schauspielerin und TV-Journalistin, bevor sie mit ihrem Roman Trügerischer Spiegel auf Anhieb einen großen Erfolg landete. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten internationalen Autorinnen, die mit jedem ihrer Bücher die Spitzenplätze der New-York-Times-Bestsellerliste erreicht! Ihren großen Durchbruch als Thrillerautorin feierte Sandra Brown mit dem Roman Die Zeugin, der auch in Deutschland auf die Bestsellerlisten kletterte - ein Erfolg, den sie mit jedem neuen Roman noch einmal übertreffen konnte. Sandra Brown lebt mit ihrer Familie abwechselnd in Texas und South Carolina.
Weitere Informationen finden Sie auf: www.sandra-brown.de

Portrait

Sandra Brown:
Sandra Brown ist ein wahres Multitalent. Sie arbeitete mit großem Erfolg als Schauspielerin und TV-Journalistin, bevor sie 1990 mit ihrem Roman "Trügerischer Spiegel" auf Anhieb einen internationalen Erfolg landete. Mittlerweile gehört sie längst zu den erfolgreichsten Autorinnen in den USA und in Europa. Jedes ihrer Bücher stand monatelang auf den Spitzenplätzen der "New York Times"-Bestsellerliste - einmal sogar drei Romane gleichzeitig! Ihren großen Durchbruch als Thrillerautorin feierte Sandra Brown mit dem Roman "Die Zeugin", der auch in Deutschland auf die Bestsellerlisten kletterte - ein Erfolg, den sie mit "Nachtglut" und "Im Haus meines Feindes" wiederholen konnte. Ihre Romane wurden in 33 Sprachen übersetzt und erreichen eine Weltauflage von mehr als 70 Millionen Exemplaren. Sandra Brown lebt mit ihrer Familie abwechselnd in Texas und South Carolina.

Autorenportrait

Sandra Brown arbeitete mit großem Erfolg als Schauspielerin und TV-Journalistin, bevor sie mit ihrem Roman Trügerischer Spiegel auf Anhieb einen großen Erfolg landete. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten internationalen Autorinnen, die mit jedem ihrer Bücher die Spitzenplätze der New-York-Times-Bestsellerliste erreicht! Ihren großen Durchbruch als Thrillerautorin feierte Sandra Brown mit dem Roman Die Zeugin, der auch in Deutschland auf die Bestsellerlisten kletterte - ein Erfolg, den sie mit jedem neuen Roman noch einmal übertreffen konnte. Sandra Brown lebt mit ihrer Familie abwechselnd in Texas und South Carolina.
Weitere Informationen finden Sie auf: www.sandra-brown.de

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