LIEBE LESER,
einerseits steigen die Kosten des Gesundheitswesens der Industrienationen ins Unermessliche, andererseits beklagen viele Menschen die zunehmende Technisierung und Enthumanisierung der Medizin. Die Menschen in unserem Land sind stolz darauf, weitgehend selbst verantwortlich, unabhängig und selbstbewusst zu handeln; sie sollten daher auch bereit sein, sich aus den Zwängen des gegenwärtigen, überlasteten Gesundheitssystems zu lösen.
Der zeitweilige Verzicht auf Nahrung, das Fasten, ist ein Weg hierzu. Vor allem bei der Bewältigung der vorwiegend chronischen Krankheitsbilder, die in unserem Land über zwei Drittel aller Krankheiten ausmachen, ist die moderne Medizin häufig machtlos. Von keiner Seite wird heute ein kausaler Zusammenhang dieser Krankheitsbilder mit dem Lebensstil bestritten, so dass völlig richtig von gesundheitspolitischer Seite mehr Eigenverantwortlichkeit und Gesundheitsmündigkeit gefordert wird.
Naturheilkundlich orientierte Ärzte vertreten schon seit Jahrtausenden die Auffassung, dass Verdauungsvorgänge und Darmgeschehen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von chronischen und de generativen Erkrankungen spielen. Um die Selbstregulation eines belasteten oder erkrankten Organismus wiederherzustellen, ist das Prinzip des zeitweiligen Nahrungsverzichtes oder der Nahrungsbeschränkung eine der ältesten naturheilkundlichen Methoden.
Welche Form des Fastens der Einzelne für sich bevorzugen mag - Entschlackung und Entsäuerung sind heute notwendig. Fasten steht niemals allein für sich - es beinhaltet zahlreiche Elemente aktiver Gesundheitsbildung. Sabine Wacker hat mit ihrer Methode des Basenfastens eine ideale, milde Fastenform ohne Heilkrisen entwickelt, die es auch berufstätigen und kranken, geschwächten Menschen ermöglicht, von den positiven Wirkungen dieses Heilverfahrens zu profitieren. Gerade für chronisch Kranke ist mit dem Basenfasten ein Einstieg in ein langfristiges Ernährungskonzept möglich, um nicht nur kurzfristig eine Symptomenerleichterung zu bewirken. Es ist zu wünschen, dass über das Basenfasten viele Menschen zu einem gesundheitsbewussteren und achtsameren Umgang mit sich selbst finden.
Dr. med. György Irmey
Basenfasten - was ist das?
Fasten - der freiwillige Verzicht auf Nahrungsaufnahme für einen begrenzten Zeitraum - gehört zu den ältesten Naturheilverfahren der Menschheit. Beim Basen fasten darf man zwar essen, jedoch wird dabei vollständig auf säurebildende Nahrungsmittel verzichtet, denn diese schaden der Gesundheit. Basen fasten ist also eine milde Form des Fastens und damit ausgesprochen alltagstauglich.
FASTEN ZUR INNEREN REINIGUNG
In allen großen Kulturen finden wir Hinweise auf das Fasten, meist in Kombination mit Darmreinigung.
Fasten hat eine lange Tradition. Bereits der Pharao als politisches und religiöses Oberhaupt im alten Ägypten fastete immer vor wichtigen Entscheidungen, um einen klaren Kopf zu haben. Auch Jesus fastete 40 Tage in der Wüste. Aus nachchristlicher Zeit gibt es aber auch Hinweise auf das sogenannte Sühnefasten, um Buße zu tun. Der große Naturarzt Paracelsus (Theophrast Bombast von Hohenheim, 1493-1541) sah im Fasten den Weg, um seinem "inneren Arzt", den Archaeus paracelsi, wieder Raum zum Tätigwerden zu geben. Fasten war für ihn eine wichtige Voraussetzung, um wieder gesund zu werden. Dieser Archaeus paracelsi ist nichts anderes, als das, was 250 Jahre später Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, die Selbstheilkräfte nannte. Heute sprechen wir von den Regulationskräften und meinen damit unsere Selbstheilungskräfte.
Wie immer wir es auch nennen, an der Bedeutung des Fastens für unsere Gesundheit hat sich seit Paracelsus' Zeiten nichts geändert. Fasten bedeutet Entlastung des Stoffwechsels und des gesamten Organismus. Besonders der Verdauungstrakt wird während einer Fastenkur entlastet. Ein entlasteter Organismus ist neuen Herausforderungen, seien sie körperlicher oder seelischer Natur, besser gewachsen. Eine Fas ten kur bildet zu dem die optimale Grundlage für den Erfolg jeder Therapie. Dennoch rückte die Bedeutung solcher Therapien angesichts der modernen Apparatemedizin immer mehr in den Hintergrund. Sicher haben viele Therapeuten und Patienten gehofft, dass es bequemere Wege gibt, um gesund zu bleiben. In Zeiten zunehmender Nebenwirkungen moderner Medizin und Medikamente und der Kostenexplosion im Gesundheitswesen kann man jedenfalls davon ausgehen, dass Fasten die kostengünstigste Therapiemethode ist, die wir kennen.
Im 20. Jahrhundert haben viele Therapeuten - Dr. Norman Walker, Prof. Ehret, F. X. Mayr und vor allem Dr. med. Otto Buchinger - dazu beigetragen, Heilfasten wieder gesellschaftsfähig zu machen. Die Bedeutung solcher Entlastungskuren in einer Zeit, in der chronische Krankheiten in dramatischer Weise zunehmen, kann nicht genug betont werden.
Aber nicht nur der völlige Verzicht auf Nahrung, bereits der Verzicht auf säurebildende Nahrungsmittel führt zu Entsäuerung, Entgiftung und Gewichtsverlust. Es hat sich gezeigt, dass es genügt, für eine begrenzte Zeit alle sauer wirkenden Nahrungsmittel aus dem Speiseplan zu entfernen, um einen deutlichen Entschlackungseffekt zu erzielen.
Basenfasten kann daher auch als Entlastungskost oder Heilkost bezeichnet werden.
Wenn Sie nur Säfte oder Gemüsebrühe zu sich nehmen, wird der Stoffwechsel heruntergefahren. Beim Basenfasten essen Sie eigentlich ganz normal - Sie verzichten lediglich auf alle säurebildenden Nahrungsmittel. Dadurch geht die Stoffwechselarbeit unverändert weiter, nur die Belastungsfaktoren fallen weg. Der Effekt: Eine Entgiftung findet genauso statt wie beim traditionellen Fasten, und ohne Mühe und mit einem schönen Sättigungsgefühl können Sie bis zu 4 kg Gewicht in einer Woche verlieren.
Das kommt natürlich all den Fastenwilligen entgegen, die zu heftigen Heilkrisen neigen. Basenfasten wird viel besser vertragen und lässt sich leicht in jeden noch so stressigen Alltag einbauen.
Grundsätzlich ist beim Basenfasten alles erlaubt, was der Körper basisch verstoffwechselt. Dies sind im Wesentlichen Obst, Gemüse, Kräuter und Pflanzenöle.
Natürlich kommt es auch auf die Zusammensetzung und die Menge an. Ein Entlastungstag ist beim Basenfasten nicht unbedingt nötig. Auch gibt es kein Fastenbrechen. Fastenbrechen erfolgt üblicherweise mit einem Apfel und der darf ja während der gesamten Fastenzeit gegessen werden. Den Aufbautagen und der Ernährung nach dem Fasten - einer Ernährung im Säure-Basen-Gleichgewicht - wird dafür eine größere Bedeutung beigemessen.
BASENFASTEN - DIE MILDE FASTENFORM
Beim Basenfasten wird der Organismus wesentlich weniger strapaziert als beim traditionellen Heilfasten.
Die Ziele und Erfolge des Basenfastens sind vergleichbar mit denen des Heilfastens. Eine Entschlackung und Entsäuerung des Organismus und Besserung oder gar Heilung von chronischen Erkrankungen ist meist die Motivation von Fastenwilligen. Viele Menschen haben mit Fasten auch sehr gute Erfolge erzielt. Damit diese Erfolge von Dauer sind, ist meist eine langfristige Umstellung der Ernährungs- und Lebensweise erforderlich. Eines der Hauptziele des Basenfastens ist deshalb nicht primär der Effekt dieser einen Woche, sondern der Einstieg in eine neue Denk-, Lebens- und Ernährungsweise.