Der erste richtige Fall für Allmen International Inqueries steht an. Nachdem Suters Held aus Allmen und die Libellen in seinem ersten Auftritt vom Kunstdieb zum Kunstbeschaffer wurde, hat er nun diese Tätigkeit zum Beruf gemacht, und beschafft für reiche Kunden deren Schätze wieder. Richtig lukrativ, jedenfalls nach Allmens Maßstäben, war davon noch keiner. Als er und sein Butler Carlos aber den Auftrag bekommen einen 45 Millionen schweren Diamanten wiederzubeschaffen, sieht der verschwenderische Lebemann darin nicht nur die Chance ordentlich Geld zu machen, sondern sich auch als Institution zu etablieren.
Johann Friedrich von Allmen ist wahrscheinlich der sympathischste Held den Martin Suter bis dato geschaffen hat. Zwar muss man über seine enorme Verschwendungssucht, und seinen extrem kostspieligen Lebensstil, einer den er sich eigentlich nicht leisten kann, nicht nur ein Mal lächelnd den Kopf schütteln, doch muss man den Mann auch einfach gern haben. Ebenso seinen Diener Carlos, der in Band 2 ihrer Abenteuer deutlich mehr Seiten eingeräumt bekommt, als noch im Vorgänger. Er ist ein bedeutender Bestandteil des Erfolgs von Allmen International Inquieries, und sorgt nebenbei dafür, dass es Allmen an nichts fehlt, sei es der morgendliche Tee, oder wichtige Informationen, die er aus einem entwendeten Laptop gekitzelt hat.
Allmen und der rosa Diamant knüpft stilistisch nahtlos an Allmen und die Libellen an, soll heißen, dass sich der Roman ebenso flüssig liest, wie jeder Suter vor ihm. Wie der Schweizer das macht, weiß ich immer noch nicht, aber seine Geschichten lesen sich so schnell weg, wie kaum ein anderes Werk auf dem Literatursektor. Dass die beiden Werke so miteinander verschmelzen heißt aber auch, dass der Genuss wieder recht kurz geraten ist. Nach guten 200 Seiten ist das Vergnügen bereits vorbei, wobei das Ende auch noch recht überhastet erscheint, wenn nicht sogar etwas unbefriedigend. Gut, dass die 200 Seiten vorher so viel Spaß machten. Diesmal begleitet der Leser den guten Allmen nicht nur durch seine Schweiz der Oberklasse, sondern auch an die Ostsee. Im dortigen Hotel spielt ein Großteil der Handlung, der es durch immer wieder eingestreute Details nicht langweilig zu werden, selbst wenn das Geschehen beinahe zu stagnieren scheint. Auch hier zeigt sich wieder Suters enorme Stärke die richtigen Worte zu wählen, und vor allem auch zum richtigen Zeitpunkt. Dementsprechend lässt es sich der Autor natürlich auch nicht nehmen seinen berühmten subtilen Humor zu bedienen, der nicht wenige Hiebe gen der sogenannten Upperclass mit sich bringt.
Allmen und der rosa Diamant ist ein Vergnügen, das viel zu früh endet. Freunde von Allmen und die Libellen müssen auf jeden Fall weiterlesen, und wer den Vorgänger noch nicht kennt, sollte dies sofort ändern.
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