Es ist ein skurriler Haufen, der sich, nachdem eine Sturmflut eine Lücke in ihre Inselfestung geschlagen hat, auf den Weg in die vermeintliche Freiheit macht: Losian, der Mann ohne Gedächtnis, die siamesischen Zwillinge Godric und Wulfric, Simon, der epileptische Anfälle bekommt, King Edmund, der sich für einen gemarterten heiligen König hält, Luke, in dessen Bauch eine Schlange wütet, Oswald, der mongolid ist und Regy, ein Kinderschänder und Mörder. Sie alle waren von Mönche auf einer Insel wie Bestien verwahrt worden. Besessen vom Teufel, nicht würdig, als Menschen unter Menschen zu leben.
Ziellos irren sie umher, nachdem sich für manche von ihnen ihr vermeintliches Zuhause als Trugschluss herausgestellt hat. Sie leiden unter Hunger und Kälte, aber das Band, das sie zusammenhält, wird immer stärker, je widriger ihre Lebensumstände werden. In Norwich lernen sie den Juden Josua ben Isaac kennen, der sie vorübergehend in seinem Haus aufnimmt. Als Josua Losian jedoch dabei erwischt, wie er seine Tochter Miriam küsst, verweist er die Freunde seines Hauses und ihre ziellose Wanderung geht weiter. Bis sie eines Tages nach Helmsby gelangen und Losian seine Vergangenheit wieder entdeckt und die Rolle, die er im Bürgerkrieg zwischen Kaiserin Maud und König Stephen spielt
Hiobs Brüder ist für mich das Buch des Jahres 2009. Rebecca Gablé, deren historische Romane ich alle gelesen habe, ist seit vielen Jahren meine Lieblingsschriftstellerin und ich bin immer glücklich, wenn ein neues Buch erscheint. Aber mit diesem Roman hat sie sich selbst übertroffen. Es ist ein Buch über besondere Menschen, die in einer Welt, von der sie wegen dieser Besonderheit ausgestoßen sind, überleben müssen. Die Geschichte ist aufregend, spannend, abenteuerlich, romantisch, besinnlich, traurig. Jede Figur, jeder Ort ist bis ins Detail liebevoll und lebendig beschrieben. Kein Satz überflüssig, langatmig oder langweilig. Gablé nimmt ihre Leser mit ins England des 12. Jahrhunderts. Sie erweckt Geschichte zum Leben...
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