Dass Todd Phillips bei der Fortsetzung seines Sensationserfolgs The Hangover prinzipiell das komplette Gerüst übernommen hat, und nur die Witze verändert hat, sowie die Schrauben in Sachen Derbheit, Düsternis und Dreckigkeit angezogen hat, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Dass er aber sogar beim Soundtrack fröhlich recyclet ist neu. Ob das nun als ironischer Verweis darauf zu sehen ist, dass er das erfolgreiche Konzept schamlos wiederverwertet ist jedem selbst überlassen, denn gut ist diese Compilation abermals. Den Beginn macht wie schon bei Teil 1 ein Danzig Song. Düster geht es her, wenn der Mann mit der dunklen Stimme Black Hell intoniert. Ganz anders der nun folgende Kollege. Kanye West war ebenfalls auf dem Soundtrack des Vorgängers zu finden, diesmal aber mit Unterstützung von Daft Punk mit Stronger, jener chartbekannten Kollaboration, für die mancher den Franzosen wohl gern die Helme eingedellt hätte. Ich finde die Nummer nach wie vor gelungen. Neu ist Billy Joel, der mit Downeaster Alexa vertreten ist, und damit sympathischen, synthiegeschwängerten 80ies Charme versprüht. The Beast in me von Nick Lowe stellt sozusagen den Ersatz für Fever vom ersten Soundtrack dar, macht sich insgesamt vielleicht etwas schwächer, da weniger fiebrig, aber ein guter Song ist das Ding allemal. Das ist auch Sofi Needs a Ladder, das nun musikalisch vollkommen aus der Reihe tanzt. Zwar waren elektronische Klänge schon bei Stronger zu hören, doch nicht so aufdringlich wie von DeadMau5. Auch wenn das Lied genretechnisch nicht zum Rest passt, macht es sich außerordentlich gut, denn erstens ist es eine Partynummer, und zweitens bietet es einen herrlichen Kontrapunkt. Das folgende Allentown ist eine von Ed Helms, Zahnarzt Stu, vorgetragene Nummer, die er auch im Film singt (diesmal aber mit Gitarre, und nicht wie im ersten Teil am Klavier). Witzig, aber nicht mehr. Pusher Man hätte sich auch auf dem Soundtrack zu einem Film von Quentin Tarantino gut gemacht, denn die Nummer zeigt sich als reduzierter Funk Rock mit Falsettgesang, die zwar anfangs durch die Percussionarbeit gefällt, aber ob ihrer relativ langen Spieldauer etwas auf die Nerven fällt. Mit Wolfmothers Love Train sind wieder alte Bekannte vertreten. Zwar ist The Joker and the Thief vom Vorgänger sicher die bessere Nummer, aber auch Love Train darf sich Highlight schimpfen. Das nächste Highlight ist sicher One Night in Bangkok aus dem Musical Chess, diesmal aber nicht von Murray Head, sondern von Mike Tyson. Dass der nicht singen kann, hat man sich wohl denken können, und das zelebriert er hier auch ziemlich. Die Rap Parts gehen vielleicht noch klar, aber was er im Refrain veranstaltet ist mit grauenhaft noch nett gesagt. Ähnlich wie Allentown wegen der humoristischen Note enthalten. Den Abschluss bildet Bad Mans World, das zwar nicht die Partytauglichkeit eines Right Round (von Teil 1) aufbietet, aber immerhin den Kontext des Films gut zusammen fasst. Der Soundtrack von The Hangover Part II steht dem des Vorgängers in fast nichts nach, und kann ohne Bedenken gekauft werden. Eine Empfehlung.
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