Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de, 11.10.10
Die Geschichten der einst großen alten Dame des feinen und schwarzhumorigen deutschen Kriminalromans büßen immer mehr an Qualität ein. Schon ihre letzen Romane Kuckuckskind und Ladylike waren wenig spannend und noch weniger mit echtem Humor versehen. In dieser Tradition macht Frau Noll nun weiter. Bei Ehrenwort ist Einschlafen schon fast Pflicht! Die Geschichte des 89jährigen Willy ist so trantütig erzählt, dass man ihr in praktisch allen Bereich nichts gutes abgewinnen kann. Außer, dass man mit alten Menschen menschenwürdig und vernünftig umgehen muss. Aber wenn dies, das Hauptthema des Romans ist, der ja spannend und humorvoll sein soll, dann ist das eine glatte sechs. Hoffentlich bekommt die fünfundsiebzigjährige Ingrid Noll schriftstellerisch nochmals die Kurve, ansonsten sollte sie das Schreiben einstellen und das Leben genießen.