Schon mit ihrem Debütalbum "Come Away With Me" setzte Norah Jones neue Maßstäbe. Zwei Jahre lang arbeitete die Ausnahmekünstlerin intensiv mit ihrer Band auf Konzerten und im Studio zusammen, bis sie ihr zweites Meisterwerk "Feels Like Home" einspielte. So mag es niemanden verwundern, dass die Band und Norah Jones auf diesem Album in absolut atemberaubender Weise miteinander kommunizieren. Doch nicht nur das Zusammenspiel hat sich wesentlich weiterentwickelt, sondern auch die Musik der traumhaften Vokalistin: War "Come Away With Me" noch von Balladen geprägt, so variieren die Tempi auf "Feels Like Home" erheblich. In Kombination mit einer größeren stilistischen Bandbreite, bei der sie neben Pop und Jazz nun auch Country- und Blueselemente einfließen lässt, beweist Norah Jones einen aufregenden Fassettenreichtum. Die Ausdrucksformen ihrer Stimme scheinen grenzenlos zu sein, jedes Gefühl kann sie problemlos dem Hörer vermitteln.
"Feels Like Home" ist größtenteils quasi live im Studio eingespielt. Somit klingt die Musik einerseits frisch und natürlich und lässt genügend Raum für spannende Interaktionen unter den Musikern, andererseits erlangen die Stücke eine Unmittelbarkeit, die direkt das Herz berührt. Diese grandiose Atmosphäre überträgt sich auch auf Gastmusiker wie Dolly Parton. Im Duett mit Norah Jones bei "Creepin' In" erlangt der Gesang von Dolly Parton eine Intensität, wie man sie kaum zuvor von ihr gehört hat. Wenn "Come Away With Me" schon ein Album der Superlative ist, so können Worte die Musik auf "Feeles Like Home" nicht einmal annähernd beschreiben. Die Zeit scheint reif zu sein, für eine neue musikalische Dimension, die den Namen Norah Jones trägt!
o.b.