Auch wenn mich der Tod Amy Whinhouse ebenso wenig überrascht hat, als würde morgen Pete Doherty das Zeitliche segnen, so muss man doch anerkennen, dass er eine gewisse Lücke übrig gelassen hat, die es zu füllen galt. Eine Duffy konnte bereits zu Lebzeiten der guten Amy nicht das Wasser reichen, wer also sollte es machen? War da nicht so eine junge Dame, mit ziemlich großer Stimme, deren Album 19 besonders in Großbritannien das Volk begeistert? Na, die nehmen wir doch gleich mal, immerhin hat sie auch einige Preise als aufkommende Künstlerin abgesahnt, und inzwischen 3 Megahits, die sich alle auf ihrem neuen Album 21 befinden. Die Namensgebung der Adele Alben ist nicht weniger kreativ, als die der Billy Talent Alben, aber diesmal geht es nicht um Chronologie, sondern um das Alter der Dame. Den Anfang macht das große Rolling in the Deep, was bitte heißt das, beginnt mit Bass, und dazu gesellt sich diese großartige, markante Stimme. Krächzig, voluminös, und leidend. Besonders letzteres ist nicht zu missachten, immerhin ist das gesamte Album einem Exfreund gewidmet, dies ist also keine leichte Kost. Mal wird er wütend abgehandelt, wie im Opener und dem folgenden Rumour Has It, dessen Refrain etwas nervig ausfällt, ein andermal wird ihm nachgetrauert, z.B. in Dont You Remember. Musikalisch wandelt Adele auf den Spuren der 60ies Souldiven, wie es im Moment nun mal Mode ist, allerdings muss man ihr anerkennen, dass sie sich darin richtig, richtig gut macht. Das zeigt sich besonders eindrucksvoll im großartigen Take It All, dem man gewisse Gospelanteile nicht abstreiten kann. Schade ist nur, dass dies eben doch ein Popalbum ist, und insofern wird kaum etwas gewagt. Wenn man wolle könnte jede Nummer als Single ausgekoppelt werden, immerhin haben sich als 3 bisherigen Auskopplungen als Hits beweisen. Da stellen Take It All, oder Ill Be Waiting schon beinahe Experimente dar. Und doch, wer möchte nicht ab und an ein richtig gutes Popalbum hören? Und genau das ist 21. Unerwähnt kann aber unmöglich noch eine Nummer bleiben. Das finale Someone Like You hat seinen Hitstatus absolut verdient. Ein dramatischer, und doch versöhnlicher Abschluss dieser tollen Popabrechnung mit dem Exfreund.
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