"Langi Ohre" nimmt vom ersten Takt an mit auf die Reise. 1, 2, 3, 4 – uf mim Chopf, do sitzt es Tier... Schon ist man mitten in diesem Kosmos aus Wünschen und Träumen, aus Fantasie und Realität. Sich in ein Tier verwandeln. Mit dem Maikäfer in den Frühling fliegen. Das gelbe Boot besteigen, das ins Pfefferland fährt? Kein Problem.
Ab und zu schleichen sich Kindheitserinnerungen in Bruno Hächlers Texte. Wenn er von seinem Kater singt. Von herrlich verregneten Sommertagen. Und muss man nicht immer genau dann ins Bett, wenn es am Spannendsten ist? Nei weisch, ich mues no läse vo de Häx und ihrem Bäse, hundert Site oder meh – und es bitzli Musig lose, i de neue Bischi-Hose – nume schlofe chan i nöd.
Musikalisch geht Bruno Hächler auf seiner dritten Kinder-CD seinen Weg konsequent weiter. Fröhlich ist "Langi Ohre" geworden. Schlicht. Poetisch. Vor allem wurde der Rhythmus der Lieder stärker betont. Sandra Merk am Bass und Schlagzeuger Remo Signer sorgen für den kernigen, aber luftigen Groove, der den Melodien wunderbar ansteht.
Spezielle Farbtupfer gibt's von den GastmusikerInnen. Marcel Thomi steuert die ebenso virtuosen wie verspielten Melodica-Linien bei. Tonmeister Moritz Wetter lässt das Akkordeon durch zwei Songs wehen. Und Lea Maria Bräutigam malt mit ihrem Cello den regenschweren Untergrund für das "Rägetropfe"-Lied.
"Wenn der Wind die Blätter durch die Strasse trägt, wird es einem wieder einmal bewusst, wie schön Mundart sein kann."
(Der Landbote)