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09.01.2011
„Nette Hobbitse, nettes Spiel?”
von Ein Schelm aus Aventurien
15 Jahre nach den Ereignissen aus "Der Herr der Ringe" ist das Auenland in heller Aufregung, denn der König hat einen Besuch angekündigt. Sam Gamdschie, mittlerweile Bürgermeister, bittet seinen Sohn Frodo, ihm bei den Vorbereitungen zu helfen, und erzählt ihm dafür die Geschichte, wie aus dem Waldläufer Streicher der Erbe Isildurs, Aragorn, und schließlich Königs Elessar wurde.
Das Spiel ist in zwei Teile geteilt. Im ersten übernimmt man die Steuerung von Frodo Gamdschie und hilft bei den Vorbereitungen, was auch als erweiterertes Tutorial dient. Wer mag, kann außerdem noch zahlreiche Nebenaufgaben lösen (z.B. Krähen von einem Feld verjagen oder Unkraut jäten), um sich ein bisschen Geld zu verdienen.
Nett sind die Aufgaben, bei denen die Hobbitkinder berühmte Kämpfe nachspielen und gegen eingebildete, halbtransparente Gegner antreten.
Im zweiten Teil, wenn Sam seinen Kindern die Geschichten erzählt, schlüpft man in die Rolle von Aragorn und erlebt ein Kapitel aus seiner Sicht (z.B. die Reise nach Bruchtal oder die Minen von Moria). Auch dort gilt es, Aufgaben zu erfüllen (z.B. den verletzten Frodo unter Zeitdruck zu Elrond zu bringen). Außerdem stehen natürlich Kämpfe gegen die zahlreichen Handlanger Saurons an. Anfangs ist man nur mit Schwert und Schild bewaffnet, später kommen noch Fackel, Speer und Bogen dazu, die gegen unterschiedliche Gegner besonders effektiv sind. Anfangs kann man lediglich blocken und durch Schütteln der Fernbedienung Schwerthiebe austeilen, im Laufe des Spiels lernt Aragorn noch weitere Techniken wie einen Mehrfachschlag oder die Möglichkeit, Verbündete vorrübergehend zu stärken. Man kämpft sich nämlich nicht alleinde durch Mittelerde, sondern hat immer computergesteuerte Gefährten dabei. Diese sind aber nicht nur Dekoration, sondern gehen auch selbständig gegen Gegner vor.
Kritikpunkte sind folgende:
- Fuchtelsteuerung. Durch das Schwingen der Fernbedienung ist die Identifikation mit dem schwertschwingenden Aragorn zwar höher, leider ist diese Steuerung aber auch wesentlich anstrengender als Druck auf den Knopf. Besonders, wenn man die Massenschlacht im letzten Level mehrfach spielen muss, macht sich das bemerkbar.
- Eintönigkeit. Die Nebenaufgaben wiederholen sich ständig, und besonders originell sind Aufgaben wie "Töte alle Feinde", "Bringe Gegenstand von A nach B" oder "Suche alle x Gegenstände" nicht.
- Grafik. Die Grafik ist ziemlich verwaschen. Es wirkt so, als sei das Spiel für eine Vorgängerkonsole konzipiert gewesen und man habe vergessen, die Grafik anzupassen.
- Synchronisation. Der Großteil der Sprachausgabe stammt aus den Filmen. Einige Szenen und Sprüche wurden jedoch von anderen Sprechern eingesprochen, was zum einen anfangs etwas verwirrend ist, zum anderen einen runden Gesamteindruck stört.
- Schwierigkeitsgrad. Dieser ist praktisch nicht vorhanden.
Alles in allem ist "Die Abenteuer von Aragorn" kein schlechtes Spiel. Es macht schon ein bisschen Spaß, in Streichers Haut den Kampf gegen den dunklen Herrscher aufzunehmen. Herr-der-Ringe-Fans, die sicherlich über die Schwächen hinwegsehen können, dürfen noch einen Stern bei der Bewertung hinzufügen. Auch für jüngere Spieler ist das Spiel dank des moderaten Schwierigkeitsgrad geeignet. Andere Spieler haben mit "No More Heroes 2" allerdings eine bessere Alternative.
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