Kathryn Bigelow dürfte die wohl erfolgreichste Regisseurin Hollywoods sein, dennoch hat sich Mrs. Bigelow in den letzten Jahren auf dem Markt enorm rar gemacht. Mit dem Horror-Streifen NEAR DARK konnte sie im Jahr 1987 viele erste Akzente setzten, mit GEFÄHRLICHE BRANDUNG (1991) schuf sie einen Thriller Klassiker und STRANGE DAYS war 1995 wohl einer der besten Filme überhaupt. Nach der finanziellen Bruchlandung mit K-19 (2002) wurde es jedoch still um die Macherin, erst vergangenes Jahr meldete sie sich mit THE HURT LOCKER (2009) wieder in den Kinosälen zurück - und das mit durchschlagendem Erfolg.
Kathryn Bigelow schwimmt mit ihrem aktuellen Werk auf der Welle der Irak-Kriegsfilme, die in den vergangenen Monaten wie die sprichwörtlichen Pilze aus der Versenkung schießen. Glücklicherweise ist Bigelows Herangehensweise eine etwas andere, als die der mit Pathos und Propaganda verseuchten Konkurrenzwerke. Das 130-Minuten-Werk konzentriert sich stark auf seine Hauptcharaktere und deren physischen aber vor allem auch psychischen Verfall der mit ihrem Einsatz in den Kampfgebieten des Irak einhergeht. Mit fast schon zermürbender Ruhe und Präzision zeigt sie die Einsätze des Bombenentschärfungskommandos und versucht dabei stets die Darsteller nicht aus den Augen zu verlieren. Dass dies über eine Laufzeit von über zwei Stunden teilweise etwas zäh wirkt, ist noch zu verkraften, schlimmer ist, dass Kathryn Bigelow es nicht schafft, die anfangs sehr neutrale Haltung und Aussage zu wahren und gegen Ende hin immer weiter in die Schwarz-Weiß-Malerei anderer Werke abdriftet und das bis dato gelungene Anti-Kriegs-Drama zu einer Blaupause für amerikanischen Patriotismus verkommen lässt.
Trotz dieser Mängel ist TÖDLICHES KOMMANDO ein durchaus empfehlenswerter Film, in dem, anders als sein Titel vermuten lässt, kaum Action und leider wenig Spannung aufkommen, dafür aber den Hauptdarstellern genügen Spielraum zur Entfaltung eingeräumt wird. Somit knüpft Kathryn Bigelow zwar nicht unbedingt an die Erfolge vergangener Tage an, doch für die eine oder andere Oscar-Nominierung hat es dennoch gereicht.
Technisch bietet die Disk solide Werte, wenngleich Bild- sowie Tonqualität nicht in der Referenzliga mitmischen. Das Bild wirkt aufgrund der bewusst eingesetzten Verfremdungen oftmals sehr gekünstelt und auch der Sound kann aufgrund der wenigen Action nur selten Akzente setzten. Das Bonusmaterial ist leider sehr knapp ausgefallen.
Subjektive Filmwertung: 7 von 10 (Anti-)Kriegsfilme mit zum Ende hin verblassenden Ambitionen