Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de (15.02.10)
Die Feuilletons stehen in einer Reihe wieder Kopf. Sie haben gemeinsam was zu feiern. Ob FAZ, Die Welt, Der Spiegel, Die Zeit, Süddeutsche Zeitung - alle sind begeistert von diesem Werk. Ein weiterer Beweis dafür, wie weit das Feuilleton von den tatsächlichen Lesern entfernt ist. Die Masse findet dieses Buch, gelinde gesagt, zum kotzen. Oder in den Worten der Autorin: ihr Buch ist pubertär hingerotzte Literatur, ohne den Hauch einer durchgängigen und spannenden Geschichte. Die 1992 geborne Helene Hegemann will mit ihren Worten und Sätzen den Leser erschlagen. Steigere alles bis ins unermessliche, auch wenn es dann so was von sinnlos und anstrengend zu lesen ist, egal, ich habe meinen Rotz jetzt einfach mal an den Leser gebracht. Soll er schauen, ob er sich damit einseifen will. Aber was macht man mit Rotz? Seine Abladestelle ist ein Taschentuch und das kommt dann auf den Müll. Genau wo dieses Buch hingehört. Weiter kann man über diese leeren Worthülsen auch noch sagen, dass Frau Hegemann gerne von anderen abschreibt, das macht man so heutzutage, meint sie. Der arme Verlag Ullstein muss sich in den letzten Tagen immer wieder entschuldigen für seine Autorin. Dieses ganze Buch bedarf einer Entschuldigung. Bei der Umwelt fürs verbrauchte Papier und bei den Lesern für wertvolle Lesestunden, die sie mit diesem hingerotzten Text verbracht haben.