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20.10.2010
„Würdige Fortsetzung, knapp an der Perfektion!”
von Armin K. aus Stuttgart
Eine würdige Fortsetzung, die teilweise das nachholt, was im Vorgänger fehlte. Aus der Vogelperspektive schaut man auf eine zoombare Weltkarte des 19. Jahrhunderts herab, aus deren Nationen man eine auswählen und spielen kann. (Die klassischen Großmächte dieser Zeit wie Großbritannien, Preußen, Österreich-Ungarn, USA, Rußland oder Frankreich, aber auch andere (kleinere) Nationen, insgesamt 200). Ab 1836 führt man also sein Volk durch die Weltgeschichte, schließt Bündnisse, baut die Wirtschaft und Infrastruktur aus, erkundet die entlegenen Gebiete Asiens und Afrikas, um dort später Kolonien zu gründen. Durch technologische Entwicklung kann man sich Prestige erwerben, neue Industrien entwickeln, sein Militär verbessern, usw. Dabei ereignen sich historische, aber auch Zufallsereignisse, welche die Entwicklung beeinflussen. Insbesondere gilt das für politische und soziale Entscheidungen, die Auswirkungen auf die jeweilige Gesellschaft haben. So müssen etwa durch sozialpolitische Entscheidungen (Löhne, Arbeitsschutz, Versicherungen, Verbot von Kinderarbeit, Bildungsförderung) die Menschen zufrieden gestellt und gefördert werden, um Revolutionen im Lande zu vermeiden und höher qualifizierte Bürger für Verwaltungstätigkeiten zu erhalten, bestimmte Parteien eher zu wählen, was dann für die eigene Regierung und dadurch auf die eigenen Entscheidungsmöglichkeiten als Regent sich auswirkt. Man hat dabei meist die Wahl zwischen verschiedenen Entscheidungen, was einem einen möglichst historischen oder einen alternativen Weg seines Landes ermöglicht. Kein Spiel ist dank der sehr aktiven KI, die das Steuern der anderen Nationen übernimmt, wie das andere und unzählige Varianten lassen keine Langeweile aufkommen. Man braucht - insbesondere als Neuling - allerdings Zeit, um sich mit der recht komplexen Steuerung und Tiefe des Spiels anzufreunden. Das ist allerdings mittlerweile schon besser geworden als im 1. Teil. Es ist halt ein sehr tiefgehendes und komplexes Strategiespiel, das einem viele Entscheidungswege zur Auswahl. Dieser Aspekt erfordert am Anfang einen hohen "Einarbeitungszeitraum" für Neulinge. Wer allerdings den ersten Teil kennt (und liebt), der wird sich auch für Teil 2 begeistern können und wenig umgewöhnen müssen. Die Steuerung ist weitaus einfacher als früher, was allerdings leicht auf Kosten der ursprünglichen Spieloptionen geht. Zum Beispiel ist der Bau von Fabriken schwieriger, weil dem Spieler häufig aufgrund der politischen Aspekte (s.o.) die Einflussnahme auf Bau und Erhalt entzogen ist, so dass er oft nur für ein gutes "Umgebungsklima" sorgen kann, in dem dann Fabriken entstehen, die wiederum Güter zur Deckung der gesellschaftlichen und auch militärischen Bedürfnisse produzieren. Alles wirkt also irgendwie ineinander und beeinflusst andere Aspekte des Spiels. Da alles irgendwann wichtig ist und man alles im Auge haben muss, vergeht doch viel Zeit bis man die 100 "Spieljahre" durchgespielt hat, z.T. braucht man 1-2 Stunden Real-Time pro Spieljahr, im Kriegsfalle evtl. sogar länger.
Grafisch ist das Spiel ein Kompromiss zwischen dem Stil des ersten Teils und dem heutzutage üblichen Maß, was mir persönlich völlig ausreicht.
Generell sind ja alle von Paradox hergestellten Spiele sehr Mod-freundlich und besitzen eine rege Modder-Gemeinde, so dass leicht Änderungen am Spiel vorgenommen werden können, was den Spielspaß erheblich steigert, zumal im Multiplayer-Modus. Dem Spiel beigefügt ist eine papierne Weltkarte mit der Provinzübersicht, ein wichtiges Extra!
Grundsätzlich sei das Spiel v.a. erfahrenen Paradox- und Strategiespielfreunden empfohlen!
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