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Das wilde Kind

Das wilde Kind

Erzählung

buch
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Artikeldetails zu Das wilde Kind

AutorT. C. Boyle

Untertitel Erzählung

Abbildungsvermerk 2010. 21 cm

  • bol.ch-Verkaufsrang1.276
  • ISBN-103-446-23514-0
  • ISBN-139783446235144
  • Verlag Hanser
  • ÜbersetzerDirk van Gunsteren
  • Einbandartgebunden
  • Seiten105
  • Auflage2. Auflage
  • Veröffentlicht08.02.2010
  • GenreErzählung
  • Gewicht240g
  • SpracheDeutsch
  • OriginaltitelWild Child

Rezensionen der Redaktion zu Das wilde Kind

"So, wie Boyle die Geschichte erzählt - mitfühlend, ergreifend, ohne Ironie und sentimentale Verklärung -, wird aus einer gequälten Kreatur ein Mensch, aus dem Sorgenkind der Aufklärung ein instinktiver Rebell gegen Zivilisation, Vernunft und Kultur." Martin Halter, Tages-Anzeiger Zürich, 17.02.10

"Boyle erzählt die Geschichte eines Ausgestoßenen mit einer Wucht, die an Büchners Wahnsinns-Erzählung 'Lenz' erinnert. Meisterklasse!" Brigitte, 10.03.10

"Eine verstörende Novelle von großer Schönheit." Susanne Mayer, Die Zeit, 08.04.10

Kurzbeschreibung zu Das wilde Kind

Ein Mensch? Ein Tier? Oder irgendetwas dazwischen? Neben Kaspar Hauser war Victor von Aveyron der berühmteste Fall eines "Wolfskinds". Eine nackte Kreatur, die sich, in Südfrankreich von Jägern entdeckt, auf einem Baum versteckt. Er kann nicht sprechen, isst Nüsse und Wurzeln und verabscheut gekochte Speisen. Ist sein merkwürdiges Verhalten kulturell oder biologisch bedingt? Ist der Mensch - frei nach Rousseau - von Natur aus gut, oder prägt erst die Erziehung sein Wesen? Boyle, der in den USA lebende Autor, hat sich des Falles Victor von Aveyron angenommen. In seinem zutiefst ergreifenden Porträt eines Wolfskindes geht er der subtilen Grenze nach, an der sich entscheidet, wer Mensch und wer Tier ist.

Portrait

Dirk van Gunsteren:
Dirk van Gunsteren, geboren 1953 in Düsseldorf, arbeitet seit 1994 als Übersetzer und hat unter anderem Thomas Pynchon, V. S. Naipaul, Philipp Roth und Patricia Highsmith ins Deutsche übertragen.
T. C. Boyle:
T. Coraghessan Boyle wurde 1948 in Peekskill, New York im Hudson Valley geboren. Er war Lehrer an der dortigen High-School und publizierte während dieser Zeit seine ersten Kurzgeschichten. Heute lebt er in Kalifornien und unterrichtet an der University of Southern California in Los Angeles Creative Writing. Sein 1987 erschienener Roman "World's End" brachte ihm höchstes Lob der Kritik. Noch im selben Jahr erhielt Boyle den PEN/Faulkner-Preis.

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12

50

08.08.2011

„"Das Wilde Kind" von T.C.Boyle ”

von einer Kundin oder einem Kunden
In dieser Novelle, die um 1800 spielt, schildert T.C. Boyle auf eine packende und ebenso rührende Art das Schicksal des kleinen Victors. Dieser streift als Wolfskind durch die Wälder Südfrankreichs. Dorfbewohner, Bauern und Jäger beobachten das Kind immer wieder. Sie beschließen ihn einzufangen, was sich jedoch als schwierig erweist. Es dauert drei Jahre, bis es den Jägern gelingt „ l `enfant sauvage „ zu ergreifen. Er wird nach Paris gebracht und dort wird Victor Gegenstand der Wissenschaft. Auf gut 100 Seiten erzählt der Autor die auf Tatsachen beruhende Biographie des Wolfkindes Victor. Diese Novelle ist derart interessant und berührend, dass ich sie kaum aus der Hand legen konnte. Dabei gelingt es dem Autor nicht zu sehr ins wissenschaftliche abzudriften, auch verliert er sich nicht in unwichtige Details oder psychologischen Phrasen.

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50

25.07.2011

„Berührend”

von einer Kundin oder einem Kunden
In den Wäldern von Südfrankreich wird 1797 von Jägern ein wildes Wesen gefangen.
Als kleines Kind ausgesetzt eignet sich Victor, wie man ihn später nennen wird, die Fähigkeiten an, die sein Überleben sichern,
jagen und fressen. Ein junger Arzt versucht Victor auf den Weg der Zivilisation zu führen, doch kann der erlernte Pfad der ersten Lebensjahre überschrieben werden?
Die atmosphärisch dichte Erzählung zieht den Leser auf den ersten Seiten in seinen Bann und läßt ihn nicht mehr los.

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40

26.03.2011

„Das wilde Kind”

von einer Kundin oder einem Kunden
Kann man ein wildes Kind zivilisieren?
Mit dieser Frage beschäftigt sich T.C. Boyle in seinem Werk „Das wilde Kind“. Es ist die Geschichte des in jungen Jahren ausgesetzten Jungen namens Viktor, der sich allein durch seinen Instinkt - ähnlich wie ein Tier – am Leben hält.
T.C. Boyles Erzählung beruht auf einer wahren Begebenheit, die als Grundlage für diesen Roman diente. Mit seiner Sprache und seiner Wortgewandtheit zieht Boyle den Leser in seinen Bann. Zusätzlich bietet das Thema viel Stoff zum Diskutieren, ob der Mensch über einen freien Willen verfügt oder ob er sich durch den Einfluss der Gesellschaft lediglich zurecht formen lässt.
Sehr lesenswert!

War diese Bewertung hilfreich? Ja, Nein

40

16.10.2010

„Unbezähmbar wild”

von einer Kundin oder einem Kunden
T.C.Boyle erzählt die Geschichte von "Victor von Aveyron", einem "Wolfskind", das im 18. Jahrhundert in Frankreichs Wäldern entdeckt und aufgegriffen wurde. Der sprachlose Junge - vermutlich wurde er als Kind ausgesetzt - lebt in der Wildnis wie ein Tier und ernährt sich von dem, was die Umgebung an Früchten und Kleintieren bietet. Der Gefangennahme kann er sich durch Flucht einige Male entziehen, wird aber schließlich für wissenschaftliche Studien nach Paris gebracht: Kann er durch Erziehung zu einem moralischen Wesen gemacht werden oder ist er bereits von Natur aus gut?
Der Psychiater bescheinigt, daß der Junge geistig behindert ist und nicht auf Grund der Umstände seines Aufwachsens mangelhafte geistige Fähigkeiten aufweist. Nachdem mehrere Versuche, ihn zu zivilisieren, scheitern, nimmt sich Jean Itard, Chefarzt einer Taubstummenanstalt, um den Jungen an. Überzeugt davon, daß die geistige Behinderung nicht biologische, sondern kulturelle Ursachen hat, bemüht Itard sich mehrere Jahre lang, Victor die Sprache beizubringen.Nach anfänglichen Erfolgen gelingt dies leider nicht und schließlich wird der Junge nach dem letzten Ausbruchsversuch zu seiner Pflegemutter abgeschoben und vergessen.

T.C.Boyle hält sich in dieser linear, nüchtern und distanziert erzählten Darstellung dieses Falls - in dem es auch um die Frage geht, was Menschsein und Kultur auszeichnet - sehr an die bekannten Einzelheiten. Ab und zu, wenn aus der Perspektive des (sprachlosen!) Jungen erzählt wird, scheinen die sprachgewaltigen Formulierungen fehl am Platz.

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50

06.09.2010

„Das wilde Kind”

von einer Kundin oder einem Kunden
Ende des 18 Jahrhundert wird in Frankreich in den Wäldern ein Wesen gesichtet, von dem man nicht sicher ist, ob Mensch oder Tier.
Nach vielen vergeblichen Versuchen es zu fangen, zwingt eine klirrende Kälte dieses Kind in die Nähe menschlicher Behausung und somit kann es gefangen genommen werden.
Man bringt es nach Paris, wo ein junger Arzt sich aufopfernd für seine Entwicklung bemüht .
Doch jegliche Mühen sind umsonst, die Fortschritte bleiben äußerst gering, bis man zugeben muß, das Manko das entstanden ist, ist nicht wieder gutzumachen, es fehlt jegliche Art der Sozialisation.

Boyle schreibt diese Geschichte in Form eines Berichts, sehr exakt, ohne Klischees und herbeigeführten Emotionen, einzig eine Aufzählung der Fakten.

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50

27.06.2010

„Was macht den Menschen menschlich?”

von einer Kundin oder einem Kunden
Frankreich 1797

Ein fünfjähriger Junge, ausgesetzt von seiner Mutter, die es nicht über sich brachte, ihrem Sohn das Leben zu nehmen.
Ab diesem Moment beginnt für den Jungen das Leben fernab der Zivilisation. Er wird ein wildes Kind. Jahre später wird er nach einigen Versuchen entgültig gefangen und die besten Ärzte versuchen ihn in die Gesellschaft zu integrieren.
Wie unglücklich das den Jungen macht und wie sehr er in seiner neuen Welt leidet,zählt nicht.
Oft fragt man sich, sind die Wilden nicht die anderen Menschen, die nur all zu erzogen und gesittet scheinen.

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40

25.06.2010

„Ein großartiger T.C. Boyle”

von Conny Hannesschläger aus Pasching (con28@gmx.at) Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Ein Kind das in den Wäldern aufwuchs-die Wildheit in den Augen, der Ruf der Freiheit in seinem Herzen.
Was passiert mit solch einer Seele, wenn sie plötzlich mit der Zivilisation und der Naivität und Unwissenheit der Menschen konfrontiert wird?
Was geschieht mit seinem Körper, der durch die Unbarmherzigkeit der Natur einer eigenen Entwicklung nachgegangen ist?
Dies ist ein phantastischer Roman über die Werte und die Moral der Menschen.

Ohne überzogene Sentimentalität geht diese Geschichte zu Herzen und appeliert an unseren Gerechtigkeitssinn

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50

25.06.2010

„Das wilde Kind”

von einer Kundin oder einem Kunden
Im Frankreich des Jahres 1797 taucht ein "wildes" Kind auf. Der junge Arzt Jean Itard nimmt das Kind in seine Obhut und erforscht die Grenzen zwischen Mensch und Tier. Eine bewegende Erzählung, die zum Nachdenken anregt.

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50

22.06.2010

„Das wilde Kind”

von einer Kundin oder einem Kunden Top-10 Rezensent Top 10 Rezensent
Diese Buch erzählt die Geschichte des Wolfskindes,daß 1797 in Südfrankreich entdeckt wurde.
Das zutiefst traumatisierte Wesen,daß uns verwirrt und erschüttert.
Wie kann so etwas passieren,wo ist die Grenze der Grausamkeit?Diese gekonnt erzählte Geschichte gibt keine bequemen Antworten.Wir müssen uns selber hinterfragen,selber nachdenken und abwägen.Wie tief kann so ein Trauma gehen?Wo ist die Grenze zwischen Tier und Mensch?Aktuelle Erkenntnisse transportiert auf eine jahrhundertealte Welt.Eine packende Geschichte.

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50

17.06.2010

„Fazinierend ... und unendlich traurig!”

von einer Kundin oder einem Kunden Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
"Das wichtigste erlebt der Mensch vor seinem 15. Lebensjahr" Hermann Hesse

Mythen über "wilde Kinder" gibt es in fast allen Kulturen. Die meisten Wissenschaftler sind der Meinung, dass ein kleines Kind ohne die frühe Zuwendung von Seinesgleichen nicht lange überleben kann. Die Entbehrung menschlichen Umgangs kann kein besonders ungebundenes und autonomes Wesen hervorbringen, sondern ein in vieler Hinsicht tief und dauerhaft behindertes und verstörtes Wesen, unabhängig von der genetisch vorgegebenen Intelligenz. Irgendwann ist der Zeitpunkt des Zugriffs auf angelegte Fähigkeiten verpasst. Verknüpfungen sind nicht mehr möglich. Die Chance verpaßt.

T. C. Boyle hat sich in seiner Erzählung nah an den aktuellen Erkenntnisstand der Wissenschaft und den verschiedenen Überlieferungen gehalten. Eine interessante, außergewöhnliche Geschichte auf gewohnt hohem T. C. Boyle-Niveau.

Gleichzeitig fielen mir auch viele andere berühmte Wolfskinder ein: z. B. Genie, die 1970 nach 13jähriger Isolation im Alter von 13(!) befreit wurde. Oder "der wilde Peter", der 1724 ebenfalls im Alter von 13 in Hameln gefunden wurde. Der berühmteste Fall ist ja wohl Kaspar Hauser. Aber wenn man sich auch nur ein bißchen mit den vorgenannten Fällen beschäftigt, weiß man sofort, daß dieser ein Scharlatan war.

Auch werde ich wohl "Tarzan" oder "Mowgli" in Zukunft anders sehen.

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40

07.06.2010

„spannend, mitreißend, emotional”

von einer Kundin oder einem Kunden
Frankreich 1797-von seiner Stiefmutter im Wald mit durchgeschnittener Kehle zurückgelassen, überlebt das Kind einer Bauernfamilie. Verwildert, sich total in die Natur eingefügt, wird Victor (wie er später genannt wird) von Jägern entdeckt und später gefangen genommen. Als "Experiment" wird der Junge nach Paris geschickt, wo er letztendlich in einer Anstalt für Taubstumme landet. Dort nimmt sich der junge Arzt Jean Itard seiner an und versucht ihn in die Zivilisation einzugliedern...
Dieser Erzählung liegt die wahre Geschichte des "Wolfskindes" -Victor von Aveyron- der Ende des 18. Jhd. in den Pyrenäen entdeckt wurde, zu grunde.
Unbedingt lesen!!

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40

24.05.2010

„Das wilde Kind”

von einer Kundin oder einem Kunden
In seiner Erzählung "Das wilde Kind" greift T.C. Boyle das Thema des "Wolfskindes" auf.
Jäger fanden 1797 in einem französischen Waldgebiet ein nacktes etwa 10jähriges Kind. Dieses kleine völlig verdreckte Wesen hat wenig menschliche Züge. Als Kleinkind von seinen Eltern ausgesetzt, lebte es völlig selbst überlassen, wie ein Tier in freier Natur. Ein junger Arzt nimmt sich seiner an und gibt ihm den Namen Victor. Mit unendlicher Geduld und nötiger Strenge versucht er dem Jungen Sprache,menschliche Verhaltensweise und Fähigkeiten beizubringen. Aber ist das überhaupt möglich?
T.C. Boyle beschreibt in seiner Novelle den Konflikt zwischen Zivilisation und Natur.
Ich empfand die ergreifende eindrucksvolle Geschichte souverän erzählt.

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50

24.05.2010

„Emotional”

von einer Kundin oder einem Kunden
Ein althergebrachtes Thema mit historischen Bezügen, beeindruckend und rührend erzählt. Außerdem auch sehr beklemmend; Wie kann ich von jemandem Benehmen verlangen, der selbst nicht weiß, was mit ihm geschieht?! Doch das interessiert alle herzlich wenig und so werden die Umerziehungsmaßnahmen auf Teufel-komm-raus durchgezogen. Boyle schildert diese wahre Geschichte (neben Kaspar Hauser ist auch Victor von Aveyron einer der bekanntesten Fälle eines so genannten „Wolfskindes“) in seiner unverkennbaren, anrührenden Sprache. Unbedingt lesen!

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50

15.05.2010

„Das wilde Kind”

von einer Kundin oder einem Kunden Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Die spannende Erzählung "Das wilde Kind" von T. Coraghessan Boyke erzählt die Geschichte von einem Jungen, der im Jahre 1797 in Südfrankreich von Jägern gefunden wird. Ist er Mensch oder Tier? Man nennt ihn Victor und der junge Arzt Jean Itard nimmt sich seiner an und versucht ihm alles bei zu bringen, was einen Menschen ausmacht.Es ist ein schwieriges Unternehmen, immer wieder kommt es zu Rückschlägen. Ein recht düsteres Bild von einem jungen Menschen, der letztendlich nur vierzig Jahre alt wird. Boyle ist ein etwas finsterer Humorist der die Situationen mit klaren, sehr direkten Worten beschreibt. Es macht auch ein wenig traurig, dass Victor bis zuletzt große Defizite in seiner Gefühlswelt aufweist. Es stellt sich auch die Frage, was prägt einen Menschen, die Veranlagung, oder das soziale Umfeld. Sicherlich trägt beides mehr oder weniger dazu bei, wie ein Mensch sich letztendlich entwickelt. Der Roman erinnert in vielen Passagen an Kasper Hauser.

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50

13.05.2010

„Der Homo Ferus und der konzentrierte, stechende Gestank der Zivilisation”

von sabatayn76 aus Deutschland
Inhalt:
Im Jahre 1797 wurde das 'wilde Kind' erstmals in Südfrankreich gesichtet. Mehrmals wurde der nackte Junge, der sich mehr wie ein Tier und weniger wie ein Mensch verhält, gefangen genommen, mehrmals konnte er fliehen. 1800 beginnt schließlich die Odyssee des Jungen, der später als Viktor von Aveyron in die Geschichte eingehen wird. Er wird von mehreren Personen in Pflege genommen, jedoch bald wieder weitergereicht. Schließlich gelangt er in die Obhut des jungen Arztes Itard, der der erste zu sein scheint, der versucht, sich in den Jungen hinein zu versetzen, der verstehen will, was dieser fühlt, wie er die Welt erlebt, wieso er reagiert oder auf vieles nicht reagiert.

Mein Eindruck:
Auf wenigen Seiten gelingt es dem Autor, die Zeit des endenden 18. Jahrhunderts und beginnenden 19. Jahrhunderts auferstehen zu lassen. Er beschreibt das Misstrauen gegenüber Fremden, das oft unmenschliche, wenig am Individuum interessierte wissenschaftliche Interesse, die abergläubischen Überzeugungen sowie die Grundannahmen der Philosophie Lockes und Rousseaus.
'Das wilde Kind' liest sich schnell und unterhaltsam und überzeugt doch durch Tiefe und Faktenreichtum. Lediglich die Übersetzung erschien mir bisweilen etwas zu holprig (z.B. 'und an den Knien hatte er eine Hornhaut sowie an den Füßen' und 'verbleichtes Fell').

Mein Resümee:
Sehr spannend und sehr aufschlussreich. Ein sehr gelungenes Buch von T.C. Boyle!

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40

11.05.2010

„Was macht uns zum Menschen”

von einer Kundin oder einem Kunden Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Ein ungewöhnlicher T.C. Boyle, eine kurze Novelle, die einen allerdings von Anfang an fesselt. Es geht um Victor von Avayron, neben Kaspar Hauser wohl das berühmteste Wolfskind, das je gefunden wurde. Das Buch erzählt uns die Geschichte von Viktor, der im Jahre 1797 in Südfrankreich gefunden wurde. Wild, ohne Sprache, unempfindlich gegen Kälte und Hitze. Jean Itard, Chefarzt einer Taubstummenanstalt nimmt sich des Jungen an und versucht ihm einfache Dinge bezubringen. Eine tolle Geschichte, die uns wieder einmal die Frage stellen lässt: Was macht uns zum sozialen Wesen, wie entsteht Mitgefühl und Anteilnahme?

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40

29.04.2010

„Das wilde Kind”

von einer Kundin oder einem Kunden
Die Geschichte vom ausgesetzten Kind, das allein in der Wildnis überlebt und dann zurück in den Schoß der Zivilisation geholt werden soll, ist schon oft erzählt worden. Dennoch bleibt sie nicht minder Interessant. Boyle nimmt uns mit in einen Wettkampf zwischen Wissenschaft und Natur, sucht mit uns die Antwort auf die philosophische Frage nach dem wahren Naturzustand des Menschen und ganz nebenbei porträtiert er sehr einfühlsam die Geschichte eines Kindes, das niemand wollte.

Kaufen sie dieses Buch und begleiten sie das wilde Kind Victor auf seinem Lebensweg und riechen sie gemeinsam mit ihm den "konzentrierten, stechenden Gestank der Zivilisation".

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50

25.04.2010

„Teuer aber sehr gut”

von Grumi aus München
Frankreich Ende des 18.Jahrhunderts. Ein Kind, geschätzt 6-8 Jahren lebt in der Wildnis und wird von Bauern entdeckt und gefangen und wie ein Tier gehalten. Er flieht, doch wird erneut gefangen und zum Experiment der Regierung in einem Heim zur ZIlivisierung bzw. Erziehung gebracht.
Die Erzählkunst von T.C. Boyle ist grandiös: sachlich nuchtern und gefühslvoll, präzis und zutreffend. Einfach perfekt gemeistert, ein Genuss.

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40

15.04.2010

„Wild Creatures”

von Thomas Zörner aus Lentia Top-10 Rezensent Top 10 Rezensent
Eigentlich hatte T.C. Boyle vor seine Novelle "Das wilde Kind",in wahrscheinlicher anderer Art, in seinem Roman "Talk, Talk" unterzubringen. Schlussendlich entschied er sich doch dagegen und nun liegt das Werk als überraschend dünnes, für Boyleverhältnisse, eigenes Buch vor. "Das wilde Kind" erzählt die Geschichte von Victor von Aveyron, der eines der bekanntesten "Wolfskinder" der Geschichte ist und in Frankreich entdeckt wurde. Boyle lässt den Leser teilhaben an Victors versuchter Einführung in die Zivilisation vor allem durch den Arzt Itard, der den Jungen zunächst für einen Taubstummen hält und später für einen geistig Minderbemittelten, und das Schweitern dieses Versuchs. Ein typischer Boyle ist "Das wilde Kind" keineswegs. Der geliebte, oft schwarze, Humor des Amerikaners wird hier kaum gefunden, ebenso die vergleichsintensive Sprache. Boyle schreibt seine Novelle in sachlichem, beinahe kühlem, Stil, schafft es aber dennoch immer wieder den Leser zu berühren, was aber weniger seinem Schreibstil, als den Ereignissen zuzuschreiben ist. Das Thema der Wolfskinder ist ein fesselndes und fand schon in den verschiedensten Romanen Interpreationsraum, u.a. in etwas anderer Form in Rudyard Kiplings "Dschungelbuch" und dessen Nachfolger. Boyle geht einen anderen Weg und verfasst ein nicht unbedingt belletristisches Werk, sondern einen Bericht mit prosaischem Einschlag.

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50

01.04.2010

„T.C. Boyle, „Das wilde Kind“ (Hanser Verlag)”

von einer Kundin oder einem Kunden
Frankreich um 1800. Ein ausgesetztes Kind muss, auf sich allein gestellt, im Wald überleben - und wird dort fernab von jeder Zivilisation und Erziehung geprägt. Auf der Suche nach Nahrung versetzt der Junge als mysteriöser „Wilder“ die Bauern und Dorfbewohner in Angst und Schrecken - bis er von Jägern eingefangen wird und sich schließlich ein junger Pariser Arzt seiner annimmt. Mit unendlich viel Geduld, aber auch mit Strenge versucht dieser ihm elementarste Fähigkeiten beizubringen.
In detailreicher und lebendiger Sprache beschreibt T.C. Boyle das Ausnahmeschicksal von Victor von Aveyron und greift auch philosophische Fragen zum Wesen des Menschen auf: An welcher Grenze entscheidet sich, ob Mensch oder Tier? Ist der Mensch, frei nach Rousseau, von Natur aus gut? T.C. Boyles fiktive Novelle des „wilden Kindes“ ist ein zutiefst ergreifendes Portrait und eine spannende Erzählung zugleich.

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12

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