In den USA zählt DEXTER bereits seit 2007 zu den beliebtesten Abendserien überhaupt. Weniger beliebt ist sie dagegen beim Jugendschutz, der die Serie für moralisch verwerflich hält und mit entsprechenden Auflagen/Siegeln belegt. Dennoch sollte man nun nicht erwarten, dass der inzwischen nicht mehr als ?Massenmörder?, sonder richtigerweise als ?Serienmörder? bezeichnete Dexter, der tagsüber Rechtsmediziner ist und nachts das Gesetz in die eigene Hand nimmt und ihrer gerechten Strafe entgangene Mörder stilvoll um die Ecke bringt, besonders blutrünstig oder explizit wäre. Vielmehr dürfte es wohl ein Dorn im Auge sein, dass hier eine Mörderfigur als tragisch und sympathisch dargestellt wird, so dass man nicht umhin kommt Dexter zu mögen! Oft genug findet Dexter auch in der Serie Fans und Sympathisanten, die finden, dass es gut ist, dass jemand dem schwachen Gesetz nachhilft ? schließlich tötet Dexter ja ausnahmslos Verbrecher, ?die es nicht besser verdienen?!
Zumindest bisher, denn einer der Tiefschläge in der vierten Staffel ist Dexters Mord an einem Unschuldigen. Obwohl alle Indizien für dessen Schuld sprachen, wird kurze Zeit nach Dexters Vergehen der wahre Mörder in einem Fall überführt ? nun ist es Zeit für Reue. Wie gut, dass Dexter in diesem Moment einen Gleichgesinnten zur Seite hat, denn er tritt in den Dunstkreis des ?Trinity-Killers? (John Lithgow), ein Monster, dass seit 30 Jahren jedes Jahr drei Morde nach einem bestimmten Schema ausführt ? genauso akribisch und spurenlos wie Dexter selbst! Eigentlich will Dexter diesen nur töten, muss aber feststellen, dass sie viele Gemeinsamkeiten irgendwie verbinden, beinahe zu Seelenverwandten machen. Außerdem ist Dexter inzwischen verheiratet und hat drei Kinder (eines frisch geboren, zwei aus der ersten Ehe seiner Frau), was seinen Lebensplan praktisch täglich durcheinander wirbelt. Der \"Trinity-Killer\" hingegen ist ebenfalls Familienvater, wirkt aber wesentlich entspannter ? und so lässt Dexter ihn noch ein wenig weiterleben, um ihn zu studieren und hinsichtlich der Teilnahme an einem zwischenmenschlichen, familiären Dasein irgendwie zu kopieren. Doch auch dieses Verhalten bringt wieder Misstrauen und neue Gegenspieler auf den Plan und schließlich bekommt die Fassade des ?Trinity-Killers\" erste Risse?
Dieser kurze Abriss gibt in etwa den Kern der Staffel wieder. DEXTER hat in dieser 4.Staffel drei große Handlungs-Schwerpunkte, die der Serie ?frisches Blut? beibringen und in sie eine etwas andere Richtung wenden: 1. Das neu gewonnene Familienleben, das mit dem ?Hobby? von Dexter vereinbart werden will, 2. den Mord an einem Unschuldigen und 3. das Aufeinandertreffen mit einem ebenbürtigen Serienmörder, von dem Dexter noch einiges lernen kann und will. Dann wären da noch Dexters Schwester, die ihren FBI-Ex wiedertrifft und mit diesem am ?Trinity-Killer?-Fall arbeitet und dabei fast ums Leben kommt, eine Liaison im Präsidium, die beinahe das Team sprengt und immer neue kleine Stolpersteine, die es Dexter immer schwieriger machen seinem geheimen Hobby akkurat nachzugehen, bis hin zu einem erneut krassen Staffel-Showdown mit fiesem Cliffhanger. Für viel Spannung ist also wie gewohnt gesorgt in dieser Serie, die sich so wohltuend vom US-Krimiserien-Einerlei abhebt und wohl zu den spannendsten und besten aller Zeiten zählt.
Technisch gibt es gegenüber den Vorgängerstaffeln keinerlei Änderungen ? weiterhin wird solide, leicht überdurchschnittliche Kost in Bild und Ton geboten. Die Extras fallen gegenüber den Vorgängerstaffeln etwas umfangreicher aus.
9 von 10 für megaspannende Krimiunterhaltung der blutigen Art