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Alexia Top 100 Rezensent
Rezensionen:
360 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 396

nicht hilfreich: 83

Rang:
54
Über mich:

Ich liebe Geschichten

Alexias Rezensionen

30

24.01.2013

„Gute Geschichte - schlecht gekürzt”

David Goldberg, der den Holocaust überlebt hat, hat nach dem Krieg in den USA Karriere gemacht. Doch nach über sechzig Jahren in der Fremde ist es sein Wunsch, seinen Lebensabend in Deutschland zu verbringen. Aber es kommt anders. Goldberg wird mit einem Genickschuss hingerichtet. Bei der Obduktion kommt Unglaubliches zutage. Der Jude Goldberg hat auf der Innenseite seines linken Oberarms Reste einer Blutgruppentätowierung, wie sie bei Angehörigen der SS üblich war. Wie passt das ganze zusammen? Doch bevor Bodenstein und Kirchhoff in dem Fall weiter ermitteln können, wird Goldbergs Leiche von der CIA abgeholt und in die USA zurückgeführt und ihnen der Fall von übergeordneter Stelle entzogen. Doch es bleibt nicht bei diesem einen Mord. Bodenstein und Kirchhoff sehen sich einem Sumpf aus Morden, Brutalitäten und Lügen gegenüber und alles und jeder hat irgendetwas miteinander zu tun.

Das Buch "Tiefe Wunden" ist ein erstklassiger, aufwühlender Krimi, spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Neuhaus versteht es perfekt, den Spannungsbogen über die ganze Geschichte zu halten und auch noch zum Ende hin, als man schon glaubt, dass jetzt alles klar ist, atemberaubend zu steigern. Das Hörbuch, wieder hervorragend von Julia Nachtmann vorgelesen, ist leider äußerst schlecht gekürzt worden. Schade.

50

24.01.2013

„Eine spannende Geschichte - sehr gut vorgelesen”

Der Frankfurter Oberstaatsanwalt Dr. Joachim Hardenbach, hat sich mit seinem Jagdgewehr selbst getötet. Das Entsetzen ist groß. Was hat diesen Mann, stets ein Muster an Korrektheit, zu dieser Tat getrieben? Und dann wird noch am selben Tag die Leiche von Isabel Kerstner, einer jungen, bildschönen Frau, gefunden. Auch hier sieht es auf den ersten Blick nach Selbstmord aus, aber schnell ist klar, dass Isabel Kerstner ermordet wurde. Und dass niemand um die junge Frau trauert. Im Gegenteil. Vielerorts herrscht große Erleichterung über den Tod von Kerstner. Und das macht die Ermittlungen für Pia Kirchhoff und ihren Chef, Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodenstein, nicht einfacher. Denn es bedeutet in erster Linie, dass sich die Verdächtigen die Klinke in die Hand geben.

Es ist der erste Fall für Kirchhoff und von Bodenstein, zwei sehr sympathischen Ermittlern. Nele Neuhaus hat einen klug überlegten, spannenden Fall geschrieben. Auf alles und jeden muss man achten. Selbst die auf den ersten Blick noch so unbedeutend wirkende Nebenfigur, könnte im Laufe der Handlung wieder ins Spiel kommen. Wunderbar beschrieben ist das Milieu der Reiter, die Art und Weise des Umgangs miteinander. Die Arroganz, die Überheblichkeit. Und daneben noch eine Brise Privatleben der Ermittler, die das Ganze noch sympathischer wirken lässt. Das alles wird außergewöhnlich gut von Julia Nachtmann interpretiert. Ein wirklicher Hörgenuss.

50

16.01.2013

„Beste Unterhaltung”

Die Drachen beherrschen seit Anbeginn der Zeit die Welt und lassen die Menschen für sich Kriege führen. Das Officium, ein Bund, der entstanden ist, um die Drachen zu vernichten und der weltweit agiert, ist ratlos angesichts einer Serie von Morden unter ihren Drachentötern. Silena, die letzte Nachfahrin des Heiligen Georgs, der mit einer Lanze einen Drachen tötete, begibt sich auf die Suche nach den Tätern. Sie lernt den russischen Fürsten Zadornov kennen, der ein Hellseher ist und ihr voraussagt, dass die Menschheit durch die Drachen vernichtet werden wird. Ihnen schließt sich der etwas seltsame britische Versicherungsagent Skelton an, der auf der Suche nach gestohlenen Drachenutensilien ist sowie Madame Sàtra, eine Französin, die übernatürliche Kräfte besitzt und mit Seelen im Jenseits Kontakt aufnehmen kann… Die Drachen wollen derweil einen der ihren, der ihnen zu mächtig geworden ist, ausschalten. Es beginnt ein brutaler und hinterlistiger Kampf auf Leben und Tod.

Das Buch hat mich schon fasziniert und die Hörbuchfassung, wenn auch wie immer gekürzt (warum eigentlich???), steht dem in nichts nach. Johannes Steck ist ein ausgezeichneter Vorleser, der den richtigen Ton trifft und die Figuren lebendig werden lässt.

CD

Deadwood

Pete Dexter

CHF 34.90
auf Merkliste

20

16.01.2013

„Dünne Kost”

Deadwood – dort kommen der legendäre Revolverheld Wild Bill Hickok, sein Freund Charlie und der Junge Malcolm an. Und dort ist dann noch ein Zuhälter mit seinen Huren anzutreffen, Chinesen, irgendeine Jane und keine Ahnung wer alles noch… Und dort entscheidet sich das Schicksal des legendären Wild Bill Hickok. Ein nicht gerade rosiges Schicksal. Aber sei’s drum. Und ansonsten???

„Deadwood“ ist dünne Kost, die einem ab und an ein Schmunzeln entlocken kann und das war es dann gewesen. Der Vorleser Markus Hoffmann ist allerdings besonders hervorzuheben. Er hat genau die richtige Tonlage getroffen, diesen angeblich so sensationellen Western vorzulesen. Der einzige Grund, die Geschichte bis zum Ende zu "ertragen".

20

08.01.2013

„Dürftige Geschichte, allerdings sehr gut vorgelesen”

Simon und seine Frau Magdalena brechen zu einer Wallfahrt ins Kloster Andechs auf. Eigentlich sollte es eine besinnliche Zeit für die beiden werden, aber in Andechs ist im wahrsten Sinne des Wortes der Teufel los. Und der schreckt auch vor Mord nicht zurück. Als Mörder wird der Apotheker des Klosters gefangen genommen. Der beteuert zwar seine Unschuld, aber selbst Simon glaubt ihm nicht. Dann stellt sich heraus, dass der Apotheker mit Magdalenas Vater Jakob Kuisl, dem Schongauer Henker, im Krieg war. Er bittet Magdalena, ihren Vater zu Hilfe zu rufen. Kuisl sei der einzige, der ihm jetzt noch helfen könne. Und schon ist die Familie des Henkers in neue tödliche Abenteuer verstrickt.

„Der Hexer und die Henkerstochter“, von Johannes Steck sehr angenehm vorgelesen, ist leider eine nur dürftige Geschichte, die an die Vorgängerromane nicht tippen kann. Zu vorhersehbar ist mittlerweile der Ablauf der Handlung. Mittendrin wie immer die Kuisls, wie immer natürlich in höchster Lebensgefahr und wie immer nimmt alles seinen, für mich als Leserin, erhofften Ausgang. Wenn die Geschichte drum herum stimmt, kann es mir nur recht sein. Das war aber dieses Mal leider nicht der Fall. Die Geschichte ist abstrus, die Figuren bleiben blass, Konturen fehlen.

CD

Choral des Todes

Jean-Christophe Grangé

CHF 37.40
auf Merkliste

30

07.01.2013

„Die Bösen sind unter uns”

Als Götz, Leiter eines Knabenchors und Organist in einer armenischen Kirche in Paris, grausam ermordet wird, ist der pensionierte Kommissar Lionel Kasdan zufällig vor Ort. Er fängt auf eigene Faust Ermittlungen an. Götz war Chilene und vor dem Pinochet-Regime, in dem er gefoltert wurde, nach Frankreich geflüchtet. Götz war homosexuell. War er aber auch pädophil? Dieser Ansicht ist Cedric Volokine, ein Polizist, der im Jugendschutzdezernat arbeitet und davon ausgeht, dass Götz von einem Jungen ermordet worden ist. Auch Volokine ermittelt inoffiziell und erst einmal an Kasdan vorbei. Als dann weitere brutale Morde geschehen, schließen sich die beiden „Undercover-Ermittler“ zusammen und stoßen auf einen Abgrund des Grauens, der sie bis an den Rand des Zusammenbruchs treibt und sie mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert. Und von Anfang an ist nichts so, wie es scheint.

„Choral des Todes“ ist eine actionreiche, sehr brutale Geschichte, die einem in Atem hält. Grangé macht das Unwirkliche wirklich und erzeugte damit bei mir mehr als eine unangenehme Gänsehaut. Auch die politischen Beziehungen der sogenannten demokratischen Staaten mit Diktaturen, wie das Pinochet-Regime in Chile, hinterlassen einen faden Beigeschmack. Alles in allem eine gute Geschichte, die vielleicht mit weniger Brutalität in den Beschreibungen der Greueltaten ausgekommen wäre. Das liegt aber wohl eher an mir. Nicht ganz so geglückt war das Vorlesen durch Wolfgang Pampel, der leider an die Klasse von Joachim Kerzel nicht heranreichen kann. Er versucht jeden Satz effektheischend zu lesen und auch bei den „normalen“ Sätzen Action aufzubauen. Zuviel des Guten.

CD

Das schwarze Blut

Jean-Christophe Grangé

CHF 21.50
auf Merkliste

50

31.12.2012

„Rasant”

Der französische Staatsangehörige Jacques Reverdi sitzt in einem Gefängnis in Malaysia und wartet auf seine Hinrichtung. Ihm werden eine Reihe von bestialischen Morden vorgeworfen. Ein Fall, der allein schon aufgrund der Grausamkeiten für Aufsehen sorgt, natürlich auch in Frankreich. Dort plant der Pariser Journalist Mark Dupeyrat ein Buch über Reverdi. Dieser weigert sich jedoch, überhaupt mit Journalisten zu sprechen, so dass Mark zu einer List greift. Er erfindet „Elisabeth“, eine junge Frau, die postalisch mit Reverdi in Kontakt tritt und sein Vertrauen gewinnt. Um die Sache noch glaubwürdiger zu machen, schickt Mark das Foto einer Bekannten, des Fotomodels Khadidscha, zu Reverdi. Der Mörder hat angebissen und gibt immer mehr von sich preis. Er gibt Mark alias Elisabeth Aufgaben, die diesen nach Südostasien an die Schauplätze seiner Morde führen. Mark bekommt immer mehr Material für sein Buch und als ihm die Sache zu heiß wird, bricht er den Kontakt ab. Was soll schon passieren? Reverdi ist so gut wie tot. So gut wie tot, ist aber nicht wie tot. Und dann passiert das Unfassbare. Reverdi gelingt die Flucht. Und er ist auf dem Weg nach Frankreich, auf der Suche nach Elisabeth…

„Das schwarze Blut“ ist ein sehr spannender, fesselnder Psychothriller, der mich vom ersten Satz an in seinen Bann gezogen hat. Besonders hervorzuheben ist wieder die Glanzleistung von Joachim Kerzel. Seine Interpretation der Geschichte ist grandios.

50

31.12.2012

„Eine atemberaubende Vorlesung”

Anna ist die Gattin eines hoch gestellten Pariser Polizeibeamten. Seit einiger Zeit fühlt sie sich nicht mehr gut. Sie hat Probleme mit ihrem Gedächtnis, erkennt oft Gesichter nicht. Unter anderem auch das Gesicht ihres Mannes. Dieser geht mit ihr zu einem hochrangigen Spezialisten, der herausfinden soll, was mit Anna los ist. Doch als der Arzt eine Biopsie durchführen will, weigert Anna sich. Eine Ahnung, ein ungutes Gefühl rät ihr davon ab, sich darauf einzulassen. Sie fängt an, ihrem Mann zu misstrauen…

In dieser Zeit passieren im Pariser Türkenviertel grausame Morde. Drei rothaarige Frauen werden bestialisch zu Tode gequält. Frauen, die keine Identität haben, die niemand vermisst. Der junge Kommissar Paul Nerteaux wird auf die Fälle angesetzt. Er weiß sich nicht mehr anders zu helfen, als einen Ex-Kollegen, der mittlerweile im Ruhestand ist und der vor seiner Pensionierung für das Türkenviertel zuständig war, um Hilfe zu bitten. Eine gute Idee, die allerdings keinen guten Ausgang nehmen wird…

„Das Imperium der Wölfe“ ist eine spannende, rasante Geschichte, bei der niemand so ist wie er scheint und nichts so wie vermutet. Es war ein kurzweiliges Hörvergnügen, was auch oder gerade an dem herausragenden Sprecher Joachim Kerzel gelegen hat.

40

28.12.2012

„Gute Story”

Benny Griessel, Polizist in Kapstadt, ist in Nöten. Seine Frau Anna hat ihm, dem Alkoholiker, die rote Karte gezeigt und aus dem gemeinsamen Haus geworfen. Sechs Monate hat er nun Zeit, seiner Familie zu beweisen, dass er mit dem Trinken aufhört. Dann darf er vielleicht zurückkommen. Griessel versucht, trocken zu bleiben. Und kniet sich in seine Mordfälle hinein. Zum einen ist da ein Serienmörder, der es auf alleinstehende Frauen mittleren Alters abgesehen hat. Zum anderen ist ein Mann in Südafrika unterwegs, der vor Gericht freigekommene Kinderschänder tötet. Sein Name ist Thobela. Er wird zum Rächer der Kinder, als sein Ziehsohn bei einem Tankstellenüberfall getötet wird und die Täter sich der Strafe entziehen können. Und dann ist da noch die Prostituierte Christine, die einem Pfarrer ihre Lebensgeschichte erzählt. Eine Geschichte, die sich unaufhaltsam auf Thobela und Griessel zubewegt.

„Der Atem des Jägers“ ist ein spannender, schnell zu lesender Kriminalroman, mit überraschenden Wendungen. Meyer hat ein Händchen für seine Figuren, erzeugt Sympathie und Antipathie aus dem Stehgreif. Einziges Manko ist die optische Aufteilung des Buches. Die Geschichten von Benny, Thobela und Christine sind ineinander verwoben, werden oft nur in kleinen Absätzen geschildert und dann geht es zum nächsten Schauplatz. Eine optische Kennung in Form eines Zeichens wäre hilfreich gewesen. Dann hätte man direkt gewusst, dass die Handlung sich wieder zu einer anderen Person verlagert.

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