Im Jahr 1998 kämpften gleich zwei Weltuntergangsfilme um die Gunst des Publikums. In Mimi Leders DEEP IMPACT ging es um einen Ansatz, der mehr Dramatik und Tiefgang in der Story verankerte, während der Ansatz von Jerry Bruckheimer und Michael Bay eigentlich nur ein Ziel hatte: Action, Action, Action. Eine nennenswerte Handlung gibt es ebenso wenig wie erwähnenswert tiefgehende Darstellerleistungen. Dafür gibt es Logiklöcher am Fließband und krachende Action, bis der Arzt kommt. Auch in ARMAGEDDON muss eine Truppe von Personen einen Meteoriten aufhalten, der auf die Erde zurast. Die Ölbohrer um Harry Stamper (Bruce Willis, SURROGATES) sollen den Himmelskörper anbohren und eine Atombombe in dem Loch versenken, um ihn so zu zerstören. Ein Himmelfahrtskommando sowie ein Rennen gegen die Zeit für die im Weltall gänzlich unerfahrene Ölbohr-Crew nehmen ihren Lauf...
ARMAGEDDON beginnt gleich mit einer krachenden Katastrophensequenz, die sich gewaschen hat. Ein Meteoritenschauer zerstört Teile von New York und anderen Städten, was in einer spektakulären Zerstörungsorgie mündet. Danach geht es erst mal etwas gemächlicher zur Sache. Die Crew der Ölbohrer wird vorgestellt, zu denen immerhin namhafte Stars wie Bruce Willis, Ben Affleck, Liv Tyler, Steve Buscemi sowie Michael Clarke Duncan zählen. Natürlich sind die Figuren alle stereotype Machos und Helden mit der einen oder anderen Macke, welche den humoristischen Aspekt des Films unterstreichen. Weitere Darsteller aus der ersten Riege Hollywoods sind Billy Bob Thornton und der unvergleichliche Peter Stormare in einer genialen Rolle als russischer Kosmonaut. Denn bevor die Crew den Meteoriten zerstört, wird in zünftiger No Brain-Actionmanier erst noch die russische Raumstation Mir zerlegt. Das Finale wird dann in gewohnter, aber unterhaltsamer Daueraction mit viel Zerstörung, Pathos sowie Patriotismus abgefeiert, wobei auch noch ganz schmalzig versucht wird, auf die Tränendrüse zu drücken. Handwerklich gibt es an ARMAGEDDON nichts auszusetzen. Schicke Kameraarbeit, zackiger Schnitt, Bombast-Score sowie auch nach zwölf Jahren noch ansehnliche Spezialeffekte machen den Film nachwievor zu einem Top-Unterhaltungsfilm, bei dem man das Hirn vorher auf Sparflamme schalten sollte.
Die Blu-ray Disc von Walt Disney und Touchstone zeigt ARMAGEDDON in technisch sehr überzeugender Qualität. Leider hat man sich das Bonusmaterial und den Director\'s Cut für eine spätere Auflage gespart.