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29.08.2006
„Absolut genial”
von Katja Kaygin aus Hamburg / Oberhausen (KKaygin@gmx.de)
Auf dieses Album von Depeche Mode war ich sehr gespannt. Ich hatte Precious mehrfach im Radio gehört und war begeistert von dem Song (besonders gut gefällt mir hier die Textzeile If god has a master plan, then only he understands"). In einigen Rezensionen wurde Depeche Mode bereits tot gesagt", weil das Album kein eingängiges (Synthie-) Pop-Album geworden ist. Meiner Meinung nach waren Depeche Mode aber noch nie eine Pop Band, auch wenn sie zeitweise mal dorthin tendierten. Man erinnere sich in diesem Zusammenhang doch auch einmal an Lieder wie Stripped, Policy of truth, World in my eyes oder In your room. Wer diesen Stil mag, ist mit dem neuen Album Playing the angel" bestens bedient.
Die Band hat sich meiner Meinung nach weiter entwickelt, was man dem Album anhört, da es mehr zu den Wurzeln" von Depeche Mode zurück kehrt. Das Dave Gahan zu diesem Album zum ersten Mal auch drei Songs beigesteuert hat (I want it all, Nothing's Impossible und Suffer Well) ist neu und wurde von einigen Rezensenten negativ angemerkt. Ich kann mich dieser Meinung überhaupt nicht anschliessen. Besonders Nothing Impossible gehört zu meinen absoluten Lieblingssongs, insbesondere der Refrain (Even the stars are brighter tonight, nothing's impossible) hat es mir da angetan. Suffer Well hat ein paar Eingangstunes die an The forest" von The Cure erinnern und beschreiben die Drogenphase von Dave, wo er nahe am Abgrund stand. Beide Songs gewinnen besonders durch die ganz besondere, fast schon psychedelische, Stimme von Dave Gahan. Ohne ihn könnte ich mir Depeche Mode einfach nicht mehr vorstellen.
Einige Rezensenten haben bereits angeführt, dass Precious auf diesem Album fremd wirkt. Wie ich bereits eingangs erwähnte, gefiel mir Precious auch sehr gut, wenn ihr aber die CD hört, werdet ihr mit Sicherheit selber feststellen, was ich meine: Precious passt überhaupt nicht in das allgemeine Klangbild, was dort vermittelt wird und ist wesentlich poppiger. Wer also die CD nur wegen Precious kaufen wird, wird sicherlich enttäuscht werden. Eine Auskopplung von Nothing's impossible oder John the Revelator statt Precious wäre für das Album sicherlich repräsentativer gewesen.
Ich bin zudem auch der Meinung, dass die CD bei mehrfachem Hören immer besser wird. Beim ersten Mal habe ich mich bei einigen Synthie-Tunes bei Beginn von einigen Liedern, so z.B. bei A pain that I'm used to", was nach verfremdeten Alarmgeräuschen klingt, oder bei John the Revelator, Suffer Well und ganz besonders heftig bei The Sinner in me manchmal etwas erschrocken. Beim ersten Hören nerven die Sounds dann auch etwas. Später gewöhnt man sich mehr und mehr dran und möchte sie gar nicht mehr missen. Meine Lieblingssongs (aber das ist natürlich Geschmackssache) sind: A pain that I'm used to, John the Revelator, Suffer Well, Precious, Nothing's impossible, Lillian. Einzig und allein Damaged people kann ich kaum etwas abgewinnen, aber auch das ist natürlich reine Geschmackssache und das ist ja auch gut so.
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