Es sind nur eine Handvoll Leute, die moderne deutsche Musikgeschichtegeschrieben haben. Und blickt man über die Grenzen hinaus, sind es nochweniger. Wenn man dann auch noch mal in die Historie der US-Billboard-Charts guckt, dann sieht's - Pardon! - mau aus. Kraftwerk hat sich daganz oben eingetragen. Rammstein. Natürlich Falco. Ach ja: Ein Nameklingt noch wie der berühmte Donnerhall - NENA. Die einzige Frau imsinfonischen Konzert der Pop-Hall of Fame.NENA steht vielmehr für Emotionen. Musik ist nichtihre Strategie, es ist die Energie, die ihr das Leben abgibt. In einerBranche, die vor und vor allem gleich hinter den Kulissen, dem Ex undhopp huldigt, zählt die 49-Jährige zur beständigen Avantgarde derPopkultur. Eine, die nicht darauf abzielt sich täglich neu zu erfinden, dochimmer jemand, der dem Zug der Zeit voran läuft. Sie hält die Balancezwischen künstlerischer Vision und Machbarkeit. Zwischen dem Bravourdes Feuilletons und der Glaubwürdigkeit der Charterfolge."Zeit", sagt Einstein, "ist was die Uhr zeigt." NENA hat alle beeinflusst:Die 80er, während deren sie mit ihrem Millionenhit "Nur geträumt" dieKarriere startete und mit den legendären "99 Luftballons" weltweitfortsetzte, die 90er, als sie den Weg zu sich selbst als Solokünstlerin fandund schließlich das laufende Jahrtausend, das ihr das stärkste Comebackbescherte und sie sowohl als Musikerin als auch als Autorin erneut ganznach oben brachte.Ganz ohne Zeitdruck arbeitet sie mit ihrem Team am neuen Album. Fürihre künstlerische Kreativität braucht sie weder abgedunkelte, lautloseRäume, noch Champagnercocktails. "Ich arbeite am Besten wenn rund ummich das Leben wuselt. Dann kann ich abschalten, dann habe ich Einfälle."Der Weg, den NENA seit einer ganzen Weile beschreitet, soll sie in dennächsten Monaten weiter führen. Weiter nach Frankreich, Japan, die USA:"Dieses wunderbare Gefühl, dass einem alles offen steht, genieße ich",sagt sie dazu.