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Kennedys Hirn

Kennedys Hirn

Roman

buch
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Artikeldetails zu Kennedys Hirn

AutorHenning Mankell

Untertitel Roman

Abbildungsvermerk 22 cm

  • ISBN-103-552-05347-6
  • ISBN-139783552053472
  • Verlag Zsolnay
  • ÜbersetzerWolfgang Butt
  • Einbandartgebunden
  • Seiten398
  • Veröffentlicht28.01.2006
  • Gewicht594g
  • SpracheDeutsch
  • OriginaltitelKennedys hjärnä

Leseprobe aus Kennedys Hirn

Als sie ihren Koffer bei einer der morgenmüden Lufthansaangestellten eingecheckt hatte und auf dem Weg zur Sicherheitskontrolle war, geschah etwas, was einen tiefen Eindruck bei ihr hinterließ.
Später sollte sie denken, daß sie es als Omen hätte auffassen müssen, als Warnung. Doch sie tat es nicht, sie entdeckte nur eine einsame Frau, die mit ihren Bündeln und altmodischen, mit Schnüren zugebundenen Kleidertaschen auf dem Steinfußboden saß. Die Frau weinte. Sie war vollkommen reglos, ihr Gesicht nach innen gekehrt, sie war alt, ihre eingesunkenen Wangen erzählten von vielen fehlenden Zähnen. Vielleicht war sie aus Albanien, dachte Louise Cantor. Viele albanische Frauen suchen Arbeit hier in Griechenland, sie nehmen jede Arbeit an, weil wenig besser ist als nichts und weil Albanien ein erbarmungslos armes Land ist. Sie trug einen Schal um den Kopf, den Schal der ehrbaren älteren Frau, sie war keine Moslime, und sie saß auf dem Boden und weinte. Die Frau war allein, es war, als wäre sie hier auf dem Flughafen an Land getrieben, umgeben von ihren Bündeln, ihr Leben war zerschlagen, ein Haufen wertloses Strandgut war alles, was übrig war.
Louise Cantor blieb stehen, eilige Menschen stießen sie an, doch sie blieb stehen, als stemmte sie sich gegen einen starken Wind. Das Gesicht der Frau zwischen den Bündeln auf dem Boden war braun und zerfurcht, ihre Haut war wie eine erstarrte Lavalandschaft. Es gab eine besondere Art von Schönheit in den Gesichtern alter Frauen, wo alles bis auf eine dünne Haut über den Knochen abgeschliffen ist, wo alle Geschehnisse des Lebens eingeschrieben sind. Zwei eingekerbte, ausgetrocknete Furchen zogen sich von den Augen die Wangen hinab, jetzt füllten sie sich mit den Tränen der Frau.
Sie begießt einen mir unbekannten Schmerz, dachte Louise Cantor. Aber etwas von ihr habe ich auch in mir.
Die Frau hob plötzlich den Kopf, ihre Blicke begegneten sich für einen kurzen Augenblick, und sie schüttelte langsam den Kopf. Louise Cantor nahm dies als ein Zeichen, daß ihre Hilfe, worin sie auch hätte bestehen können, nicht benötigt wurde. Sie hastete weiter zur Sicherheitskontrolle, drängte sich durch die schubsenden Menschen, jagte durch Duftwolken von Knoblauch und Oliven. Als sie sich umwandte, war es, als wäre ein Vorhang von Menschen zwischen sie gezogen worden, die Frau war nicht mehr zu sehen.
Louise Cantor hatte ein Tagebuch, in dem sie seit ihrer frühen Jugend Ereignisse aufschrieb, von denen sie meinte, sie würde sie nie vergessen. Dies war ein solcher Moment. In Gedanken formulierte sie schon, was sie schreiben würde, während sie ihre Handtasche auf das Rollband der Sicherheitskontrolle und ihr Telefon in eine kleine blaue Plastikbox legte und anschließend durch die magische Sperre schritt, die böse Menschen von guten trennte.
Sie kaufte eine Flasche Tullamore Dew für sich und zwei Flaschen Retsina für Henrik. Dann setzte sie sich in die Nähe des Ausgangs und entdeckte zu ihrem Ärger, daß sie ihr Tagebuch in der Argolis vergessen hatte. Sie sah es vor sich, es lag am Tischende neben der grünen Lampe. Sie holte das Seminarprogramm und notierte auf der Rückseite:

"Weinende alte Frau auf dem Flugplatz von Athen. Ein Gesicht, als wäre sie eigentlich eine menschliche Ruine, nach Jahrtausenden von einem neugierigen und aufdringlichen Archäologen ausgegraben. Warum weinte sie? Diese universelle Frage. Warum weint ein Mensch?"

Sie schloß die Augen und versuchte sich vorzustellen, was sich in den Bündeln und kaputten Taschen befunden haben konnte.
Leere, dachte sie. Taschen, gefüllt mit Leere oder mit der Asche vergangener niedergebrannter Feuer.
Als ihr Flug aufgerufen wurde, wachte sie mit einem Ruck auf. Sie saß auf einem Gangplatz, der Mann neben ihr schien Flugangst zu haben. Sie beschloß, bis Frankfurt zu schlafen, erst auf der Strecke nach Stockholm würde sie frühstücken.
Als sie in Arlanda gelandet war und ihren Koffer gefunden hatte, war sie immer noch müde. Sie liebte es, eine Reise vor sich zu haben, nicht aber, sie zu unternehmen. Sie ahnte, daß sie eines Tages auf einer Reise von Panik befallen werden würde. Deshalb hatte sie seit vielen Jahren immer eine Schachtel mit Beruhigungstabletten bei sich, für den Fall, daß der Angstanfall kam.
Sie suchte den Weg zum Terminal für Inlandflüge, gab ihren Koffer bei einer etwas weniger müden Frau ab als der, bei der sie in Athen eingecheckt hatte, setzte sich und wartete. Durch eine Tür, die aufgestoßen wurde, traf sie ein Windstoß aus dem schwedischen Herbst. Sie fröstelte und dachte, daß sie die Gelegenheit wahrnehmen mußte, einen Pullover aus Gotlandwolle zu kaufen, wenn sie schon in Visby war. Gotland und Griechenland hatten die Schafe gemeinsam, dachte sie. Wenn Gotland Olivenhaine hätte, wäre der Unterschied gering.
Sie überlegte, ob sie Henrik anrufen sollte. Aber er schlief vielleicht, er machte die Nacht oft zum Tag, er arbeitete lieber bei Sternenlicht als bei Sonnenschein. Statt dessen wählte sie die Nummer ihres Vaters in Ulvkälla in der Nähe von Sveg, auf der Südseite des Ljusnan. Er schlief nie, ihn konnte sie zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen. Noch nie war es ihr gelungen, ihn dabei zu erwischen, daß er schlief, wenn sie anrief. Daran erinnerte sie sich auch aus ihrer Kindheit. Sie hatte einen Vater, der den Schlaftroll überlistet hatte, einen riesigen Mann mit stets geöffneten Augen, stets wachend, bereit, sie zu verteidigen.
Sie wählte die Nummer, brach aber nach dem ersten Klingeln ab. Gerade im Augenblick hatte sie ihm nichts zu sagen. Sie steckte das Telefon ein und dachte an Vassilis. Er hatte sie nicht auf ihrem Handy angerufen und eine Nachricht auf ihrer Mailbox hinterlassen. Aber warum sollte er? Sie spürte einen Anflug von Enttäuschung, verwarf die Empfindung aber sogleich, es gab keinen Grund, zu bereuen. Louise Cantor stammte aus einer Familie, in der man einmal gefaßte Entschlüsse nicht bereute, selbst wenn sie völlig verfehlt waren. Man machte gute Miene auch zum bösesten Spiel.

Es wehte stark vom Meer her, als die Maschine hart auf dem Flugplatz bei Visby aufsetzte. Der Wind erfaßte ihren Mantel, als sie geduckt ins Flughafengebäude eilte. Ein Mann mit einem Schild nahm sie in Empfang. Auf der Fahrt in die Stadt sah sie an den Bäumen, wie stark der Wind war, er würde die meisten Blätter abreißen. Es findet eine Feldschlacht zwischen den Jahreszeiten statt, dachte sie, eine Feldschlacht, deren Ausgang von vornherein feststeht.

Das Hotel hieß Strand und lag am Hang, der vom Hafen anstieg. Sie hatte ein Zimmer ohne Fenster zum Marktplatz bekommen und bat die Frau an der Rezeption enttäuscht, das Zimmer zu tauschen. Sie bekam ein anderes Zimmer, das zwar kleiner war, aber zur richtigen Seite wies, und sie stand vollkommen still, als sie ins Zimmer trat und durchs Fenster hinaussah. Was sehe ich? dachte sie. Was hoffe ich? Was soll da draußen geschehen?
Sie hatte eine wiederkehrende Beschwörungsformel. Ich bin vierundfünfzig Jahre alt. Bis hierher bin ich gekommen, wohin führt mein Weg jetzt, wenn der Weg endet?
Sie sah eine alte Dame, die sich auf der windigen Steigung mit ihrem Hund abmühte. Sie fühlte sich mehr wie der Hund als wie die Frau in dem grellroten Mantel.
Kurz vor vier am Nachmittag ging sie zur Hochschule, die am Wasser lag. Es war ein kurzer Weg, und sie hatte noch Zeit, um eine Runde durch den verlassenen Hafen zu gehen. Das Wasser peitschte gegen die steinerne Pier. Es hatte eine andere Farbe als das Meer um das griechische Festland und die Inseln herum. Es ist wilder hier, dachte sie. Rauher, ein junges Meer, das hitzig das Messer gegen das erstbeste Schiff oder die erstbeste Hafenmauer zieht.
Der Wind war noch immer stark, vielleicht böiger jetzt. Eine Fähre war auf dem Weg hinaus durch die Hafeneinfahrt. Sie war ein pünktlicher Mensch. Es war ebenso wichtig, nicht zu früh zu kommen, wie nicht zu spät zu kommen. Ein freundlicher Mann mit einer operierten Hasenscharte empfing sie am Eingang. E

Rezensionen der Redaktion zu Kennedys Hirn

Eine Archäologin will nicht glauben, daß ihr Sohn Selbstmord begangen hat. Ihre Ermittlungen führen sie rund um die Welt und ins Zentrum finsterer Machenschaften internationaler Pharmakonzerne. Mankells sozialkritischer Krimi über eine Frau, die das Gruseln lernt, überzeugt, weil er das Böse in Strukturen, nicht in Personen schildert. ("Druckfrisch - Neue Bücher mit Denis Scheck" in "Das Erste ARD" am 2.4.2006.)

Kurzbeschreibung zu Kennedys Hirn

Als Louise die Leiche ihres Sohnes entdeckt, weigert sie sich, an einen Selbstmord zu glauben. Sie begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit über seinen Tod. Die Spuren führen sie nach Australien, wo sie ihren verschwundenen Ex-Mann vermutet, nach Barcelona und Maputo in Mosambik. Was geschieht dort in den angeblich so humanen Missionsstationen?

Die Geschichte einer Frau, die auf der Suche nach Wahrheit einer gigantischen Lüge auf die Spur kommt.

Beschreibung der Redaktion zu Kennedys Hirn

Als die Archäologin Louise Cantor von ihrer Ausgrabung in Griechenland zu einem Vortrag nach Schweden reist, will sie auch ihren 25-jährigen Sohn wiedersehen. Doch als sie die Wohnung in Stockholm betritt, liegt Henrik tot im Bett. Louise glaubt nicht an einen Selbstmord. In Henriks Kleiderschrank findet sie eine Menge Material zu der Frage, warum Kennedys Hirn nach der Obduktion spurlos verschwand. War dieser junge Idealist einem kriminellen Geheimnis auf der Spur?
In Louise Cantors spannender Recherche, die sie von Australien über Barcelona nach Maputo in Mosambik zu den Ärmsten der Aids-Kranken führt, finden die Hauptthemen in Henning Mankells Schreiben zusammen: die Aufdeckung aktueller Verbrechen in unserer Gesellschaft und die sozialen Probleme auf dem schwarzen Kontinent.

Autorenportrait zu Kennedys Hirn

Henning Mankell, 1948 in Härjedalen, Schweden, geboren, lebt als Theaterregisseur und Autor abwechselnd in Schweden und in Maputo/Mosambik.

Portrait

Henning Mankell:
Henning Mankell, der Schöpfer der Wallander ? Thriller und einer der bedeutendsten Krimiautoren in Skandinavien, wuchs allein mit seiner Schwester bei seinem Vater in Nordschweden auf. Seine Mutter verließ den am 3.Februar 1948 geborenen Henning Mankell schon früh. 1965 wurde er Regieassistent, nach einem Schauspielstudium, am Riks Theater in Stockholm und als Henning Mankell 20 Jahre alt war begann er als Regisseur und Autor zu arbeiten. Seinen Kindheitstraum von einer Reise nach Afrika erfüllte er sich 1972. Henning Mankell war so sehr beeindruckt von dem Kontinent und fühlte sich schon sehr schnell wie zu Hause. Fortan blieb der Krimiautor zunächst noch als Schriftsteller, Regisseur, Autor und Intendant in seiner Heimat Schweden. Als er jedoch 1985 die Chance erhielt in Maputo, Mosambik, am Aufbau einer professionellen Theatergruppe mitzuwirken, zögerte Henning Mankell nicht lange und schon im Folgejahr leitete er eine 70köpfige Gruppe des Teatro Avenida. Seitdem bezeichnet er Afrika als seine Zweitheimat und pendelt im Jahr immer zwischen Sand und Schnee, wie Henning Mankell selbst sagt. Neben seiner Kriminalromanreihe um Kurt Wallander, die alle in den 90er Jahren entstanden, beschäftigt er sich in seinen weiteren Romanen vor allem viel mit Problematiken des afrikanischen Kontinents, aber auch Kinder- und Jugendbücher zählen zu seinem Genre. Junge schwedische und afrikanische Autoren finden bei dem von Henning Mankell gegründeten Verlag "Leopard förlag" ein Forum und Unterstützung in ihrer Arbeit. Henning Mankell gründete dies im Frühjahr 2001. Neben seinem Schreiben oder der Arbeit an Theater oder Fernsehen engagiert sich Henning Mankell darüber hinaus für das Land Afrika und erhielt aus diesem Grund 2009 den Erich-Maria-Remarque Friedenspreis. Für seine Romane erhielt Henning Mankell im Laufe der Jahre viele Ehrungen und Auszeichnungen, wie mehrmals den Schwedischen Krimipreis für seine Wallander Bücher, den Deutschen Jugendliteraturpreis, Corine-Preis wie auch den Astrid Lindgren Preis und die Goldene Feder. Nicht zuletzt zeigt der Erfolg auch die Adaption der Wallander Bücher und weiteren Romanen. Die Motivation, die Henning Mankell in seinen Büchern zum Ausdruck bringen möchte, sind oft politische und gesellschaftliche Themen. Seine Erfahrungen schöpft er teils auch aus eigenen aktiven Engagements gegen Krieg, Apartheid und für Kultur. Henning Mankell beschreibt detailgenau, authentisch, offen, interessant und mit einer Art Spannung die Gier auslöst. Nicht nur Wallander Anhänger sind davon überzeugt.
Henning Mankell lebt inzwischen mit seiner dritten Ehefrau Eva Bergmann, Tochter von Ingmar Bergmann, glücklich abwechselnd in Schweden oder Afrika.

Meinung der Redaktion
Mankell liest man nicht, man trinkt ihn - in einem einzigen gierigen Schluck, ohne abzusetzen, in blinder, weltvergessener Gier.

Autorenportrait

Henning Mankell, 1948 in Härjedalen, Schweden, geboren, lebt als Theaterregisseur und Autor abwechselnd in Schweden und in Maputo/Mosambik.

Autorenportrait

Henning Mankell, 1948 in Härjedalen, Schweden, geboren, lebt als Theaterregisseur und Autor abwechselnd in Schweden und in Maputo/Mosambik.

Autorenportrait

Henning Mankell, 1948 in Härjedalen, Schweden, geboren, lebt als Theaterregisseur und Autor abwechselnd in Schweden und in Maputo/Mosambik.

Bewertung unserer Kunden zu Kennedys Hirn

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20

21.01.2009

„Langweilig...”

von einer Kundin oder einem Kunden
Nachdem ich vorher schon viele Krimis und Afrika Romane von Mankell mit Begeisterung gelesen habe, war ich von diesem Buch wirklich enttäuscht! Es ist langatmig geschrieben, hat keinen wirklichen Höhepunkt, geht mit den vielen Reisen der Protagnonistin immer gleich fad dahin und hat auch keinen richtigen Schluss. Ich musste mich zum weiterlesen zwingen und war froh, als ich es endlich zu Ende gelesen habe!

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40

15.09.2008

„Ein Buch zum Nachdenken”

von einer Kundin oder einem Kunden
Ein aufrüttelnder Denkanstoß zu den Lügen und Machenschaftender wohlhabenden Gesellschaft unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit.

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40

24.01.2008

„Meine Vorstellung der Handlung war eine andere...”

von Silke aus Erfurt (silke_ruhmannseder@web.de) Top-10 Rezensent Top 10 Rezensent
Zuerst wieder die Zitate auf der Rückseite:

„Das Verbrechen ist der Spiegel, in dem ich meine Gegenwart betrachte. Verbrechen weckt starke Gefühle. Das ist es, was die Methode so effektiv macht.“
Henning Mankell

„Mankell ist einer von der ungewöhnlichen Sorte. Ein europäischer Thrillerautor, dessen Werk als große Literatur heraussticht und der ein internationales Phänomen geworden ist.“
Sarah Lyall, New York Times


Ich bin ein großer Fan von Henning Mankell und ich habe alle Bücher der Wallander Reihe gelesen. Jetzt habe ich mit dem Roman „Kennedys Hirn“ den zweiten außerhalb der Reihe gelesen und bin wieder begeistert. Er ist zwar anders geschrieben als seine Krimis, aber irgendwie doch ein Krimi.

Wie viele andere die dieses Buch gelesen haben, konnte ich mir unter diesem Titel nicht wirklich was vorstellen. Als ich dann die ersten Seiten gelesen hatte, war ich ganz überrascht als ich las, dass das Gehirn des Präsidenten John F. Kennedy abhanden gekommen sein soll oder ist. Da ich eigentlich nur weiß das der Präsident umgebracht wurde, ich habe damals noch nicht gelebt, bin ich zu meiner Mutter gegangen und habe gefragt, ob das wahr ist. Sie meinte, sie glaubt so was gehört zu haben… Schon unheimlich…

Begeistert bin ich auch zu sehen, dass Mankell viele seiner Gedanken in seine Romane mit einbringt. Sein Nachwort in diesem Buch hat mich auch sehr berührt. Er versteht es sich in seinen Äußerungen dem Leser sympathisch zu machen und vor allem hauptsächlich zu sagen, was ihn bewogen hat das Buch zu schreiben. Nicht wie bei anderen die sich nur bedanken und einen Haufen Namen aufzuzählen, die man als Leser eh nicht kennt.

An die Wallander – Reihe kommt es nicht ran, aber andererseits glaub ich auch, dass man es nicht vergleichen kann. Ein guter neuer Roman den man als Henning Mankell Fan gelesen haben sollte.

Viel Spaß beim Lesen.

1 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

09.11.2006

„interessant & spannend ”

von Nicole Jeschkowsky aus Hagen, Westf.
Das Buch spricht ein heikles Thema an und man wird sehr davon berührt. Man möchte nach Afrika fliegen und den Menschen dort helfen! Abslut empfehlenswert!

0 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

17.06.2006

„mehr als ein Krimi - viele Fragen, viele Denksanstöße”

von Jörg Krüger aus Essen
Wieder ein besonderes Buch von Mankell. Was als Krimi beginnt, offenbart sich immer mehr als Anklage an dieses Welt, in der vertuscht und verheimlicht wird. Das gilt im großen, wie mit Kennedys verschwundenem Hirn (so der Titel), als auch im Kleinen, wie jede Person in dem Buch ihre Geheimnisse hat. Keiner kennt vom andern die ganze Wahrheit, jeder umgibt sich selbst mit Lügen und Verheimlichungen. Was ist Gut, was ist Böse? Muss die Wahrheit ans Licht? Kann sie ans Licht kommen durch Menschen, die selber dunkle Seiten haben?
Viele Fragen bleiben offen und dem Leser zum Nachdenken überlassen. Eine Zumutung oder einfach ein gutes Buch von Mankell.

3 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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30

07.04.2006

„Unglaubwürdiger Selbstmord entlarvt blutiges Geschäft ”

von Uli Geißler aus Fürth Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Als die Archäologin Louise Cantor ihren Sohn telefonisch nicht erreicht, wartet sie nicht lange, sondern macht sich besorgt umgehend von ihrer griechischen Ausgrabungsstätte auf den Weg und fliegt nach Stockholm, um ihn aufzusuchen.

Erschüttert findet sie ihn tot in seinem Bett, doch der Feststellung der Polizei, er hätte Suizid begangen, kann sie keineswegs folgen. Sie beginnt umtriebig zu recherchieren, entdeckt eine merkwürdige Materialsammlung über das Verschwinden von J. F. Kennedys Gehirn im Schrank ihres Sohnes Henrik und im Verlauf ihrer Jagd nach den Gründen seines Todes eine Reihe weiterer Indizien für ihre eigene Theorie. Sie geht davon aus, dass Hendrik ermordet wurde.

Die von ihr entdeckten Spuren des offensichtlichen Doppellebens ihres Sohnes zeichnen seinen Weg von Stockholm über Australien (Sydney), Barcelona - wo er eine ihr nicht bekannte Wohnung besaß – nach und enden in Maputo (Mosambik) auf dem afrikanischen Kontinent. Weshalb Henrik an all diesen Orten unterwegs war, bleibt lange unklar, die Antwort liegt jedoch schließlich in den rücksichtslosen und mafiösen Machenschaften eines Pharmariesen.

Unter dem Deckmantel der individuellen und menschlichen Fassade einer Hilfs- und Forschungsstation für HIV-Infizierte werden Versuche mit Menschen unternommen. Die Armut und unüberwindbare Not dieser Menschen wird skrupellos und eiskalt für den materiellen Erfolg dieser Firma und einzelner Profiteure ausgenutzt.

Als ihr mehr und mehr die Hintergründe und Geschehnisse klar werden und sie zu verstehen beginnt, kommen plötzlich ihre Informanten um und sie gerät selbst in tödliche Gefahr. Doch selbst in dieser bedrohlichen Situation findet sie kaum Unterstützung durch die wenigen Menschen, die ihr verblieben sind. Ihr früherer Mann, welchen sie nach langen Jahren in die Verantwortung für den gemeinsamen Sohn nehmen wollte, entdeckt zwar aufgrund seiner Computerkenntnisse versteckte, aufklärende und zugleich Fragen aufwerfende Materialien über Hendriks Recherchen, verschwindet dann aber doch ganz plötzlich wieder so sang- und klanglos, wie er auftauchte. Auch ihr Vater kann ihr nur bedingt Unterstützung bieten.

Kennedys Gehirn hat mit dem Roman letztlich gar nichts zu tun, und würde man diesen Titel beim Lesen nicht mehr und mehr vergessen, man wunderte sich ständig, wo der Zusammenhang bleibt. Dieser ist auch nicht zwingend bedeutsam, will man das Anliegen des Autors mit seiner aufwühlenden und spannenden Geschichte verstehen. Er klagt eindeutig an.

Mankells Roman - Kriminal- und gesellschaftspolitische Dokumentargeschichte zugleich - offenbart das Wegschauen einer Gesellschaft, die im materiellen Überfluss lebt, sich beispielsweise mit letztlich banalen Ausgrabungsentdeckungen der Vergangenheit befasst, während parallel dazu ein menschliches Desaster seinen scheinbar unaufhaltsamen Lauf nimmt: der von hoch entwickelten Menschen verantwortete und mindestens billigend in Kauf genommene Untergang eines Volkes, einer Kultur wenn nicht sogar eines ganzen Kontinents.

Das Buch unterhält in fiktiver Distanz einerseits und doch spürt man beim Lesen die sich unaufhörlich ins Bewusstsein grabende und sich mahnend zum Handeln fordernde Wahrheit unserer Unmenschlichkeit im System westlicher Industrienationen. Hier muss etwas geschehen. Das fordert der Autor zwar nicht explizit ausformuliert, aber er schafft es, in unauslöschlicher Eindringlichkeit der Leserschaft diese Konsequenz für zukünftige globale Gestaltung des Zusammenlebens auf diesem Planeten geradezu einzuimpfen.

© 4/2006, Uli Geißler, Fürth/Bay.

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50

20.03.2006

„Kennedys Hirn”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Sylt-Ost
Wie immer ein brillianter Mankell! Ein denkwürdiges Thema, dass leider viel zu selten angefaßt wird. Aids ist in den letzten Jahren leider zu sehr vergessen worden! Die Überlegungen und Ängste von Louise sowie die unterschiedlichen Lebensweisen Europas und
Afrikas werden wunderbar rübergebracht,
Mankells Beschreibungen über das Leben mit samt seinen Problemen in Afrika macht einen neugierig auf mehr...

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

14.03.2006

„Falsche Vorstellung mit super Ergebniss”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Rostock
Ich dachte mir ,es geht wohl um die Geschichte Kennedys,musste allerdings feststellen das es nicht an dem war.Ich laß weiter und war super angenehm überrascht wie spannend und Welt treffend dieses Buch doch ist,leider gibt es davon viel zu wenig , die dieses Thema beschreiben.Es war doch in 48 Stunden gelesen und ich habe doch sehr lange darüber nachgedacht !!!

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40

27.02.2006

„Nicht die Spannung, sondern die Botschaft ist es”

von Cäcilia Rosner aus Wien
Als großer Fan der Wallander-Serie habe ich mich erstmals über ein Mankell-Buch gewagt, das zwar auch einen Kriminalfall zum Grundinhalt hat, aber ohne Kurt Wallander auskommt. Die Protagonistin dieses Buchs ist eine 54-jährige schwedische Archäologin, die in Griechenland eine Ausgrabung leitet. Als sie ihren Sohn in Schweden besuchen möchte, findet sie diesen tot in seiner Wohnung auf .. da die Polizei sich weigert, sich ausführlicher mit dem Tod ihres Sohnes auseinander zu setzen, nimmt sie die Suche nach dem Mörder selbst in die Hand, und gerät dabei mehrmals in große Gefahr - das Buch ist sprachlich einwandfrei übersetzt, zahlreiche Gedankengänge sind großartig beschrieben, .. nur stellenweise war es mir ein wenig zu langsam. Erst durch dieses Buch ist mir bewußt geworden, wieviel Mankell an den Armen und Ausgebeuteten in Afrika liegen muss. Die Botschaft des Buchs macht wahrlich sehr nachdenklich.

2 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

27.01.2006

„Gut wie immer ”

von einer Kundin oder einem Kunden aus Berlin
Gelungene Kombination der verschiedenen Lebenswelten in Europa und Afrika - geschrieben von einem Autor, der beide selbst lebt und kennt.

5 von 7 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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