Der Zirkus war schon lange nicht mehr im Film zu sehen. Einst erfreute sich das Nomadenleben der Artisten und größter Beliebtheit in Hollywood, und fand Einzug in Klassikern wir Der Elefantenmensch oder Die Blechtrommel. Eigentlich verständlich, denn in dieses kleine Universum, das ein solcher Zirkus ist, kann man meist nur als Zuseher eindringen um die Show zu sehen. Was aber hinter der vermeintlichen Glitzerwelt steckt, bleibt dem Publikum verborgen, während es sich an dem zu sehenden erfreut. Im Falle von Wasser für die Elefanten steckt hinter der Fassade eine Liebesgeschichte samt gefährlicher Dreierkonstellation.
Jacob hat gerade seine Eltern verloren und in Trauer sein Studium als Veterinärmediziner hingeschmissen. Kurzerhand springt er auf den nächstbesten Zug auf und findet sich inmitten eines Zirkus wieder. Dieser wird geleitet von August Rosenbluth, der eine nicht abzustreitende psychotische Ader aufweist und schon mal Mitarbeiter, die er nicht mehr gebrauchen kann vom fahrenden Zug wirft. Schlecht für Jacob, dass er sich ausgerechnet in Marlena verguckt, Augusts Frau. Als der verarmende Zirkus einen Elefanten in sein Programm aufnehmen kann, sieht August darin die Chance wieder richtig Kohle zu machen. Da Jacob einen besonderen Draht zu dem Tier hat, steigt der Junge in der Gunst des Direktors und kann so seiner Angebeteten näher sein denn je. Was zunächst wunderbar beginnt, erweist sich schnell als gefährlich für beide.
Wasser für die Elefanten sieht fantastisch aus. Regisseur Francis Lawrence beweist ein absolut sicheres Händchen für atemberaubende Aufnahmen. Woran der Film schlussendlich scheitert um richtig gut zu werden, ist sein Hauptdarstellerduo. Dass Robert Pattinson wohl nicht mehr der beste Schauspieler seiner Generation wird, ist nicht von der Hand zu weisen. Besser als in den Twilight Filmen agiert er aber auf jeden Fall, auch wenn das kaum ein Maßstab ist. Enttäuschender ist da schon, dass Reese Witherspoon so blass bleibt. Die hübsche Blondine mit dem großen schauspielerischen Talent, die noch in Walk the Line so brillierte, kann ihre Fähigkeiten hier kaum ausfalten, oder will es nicht. Wieso ihre Figur so emotional verschlossen für den Zuseher bleibt, ist mir schleierhaft. Christoph Waltz als Zirkusdirektor August spielt die beiden in jeder Szene mühelos an die Wand. Nach Inglourious Basterds und The Green Hornet spielt der Wiener abermals den Bösewicht, wofür er, gemessen an seinen Leistungen, scheinbar geboren worden zu sein. Allerdings würde ich mich freuen ihn einmal in einer anderen Rolle zu sehen. Ebenfalls negativ fällt das Finale auf. Der Film steuert so sehr auf sein Ende zu, dass man beim Eintreffen eben dieses doch so etwas wie einen gewaltigen Showdown erwartet, immerhin werden die Hoffnungen darauf bereits zu Beginn geschürt. Doch das Spektakel ist recht schnell vorbei und bleibt leider recht unspektakulär. Wasser für die Elefanten ist auf keinen Fall ein schlechter Film, er ist streckenweise richtig gut, hält sich nur selbst oft davon ab, grandios zu werden, und am Ende ist man doch nur wieder der Zuseher, der die hübsche Show bestaunt, ohne hinter die Kulissen blicken zu dürfen.
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