Erst vor kurzem bekrittelte ich, dass man heutzutage im Actiongenre scheinbar wählen müsse, ob man eine intelligente Idee verfilmen, oder nur ein Spektakel zeigen möchte. Filme wie Transformers oder Fast & Furious 5 machen klar in welche Richtung man in Hollywood doch eher tendiert. Auch wenn ich beide genannten Filme mag, so enttäuscht es mich doch, dass man in Sachen Intelligenz im Actionkino regelrecht feig geworden ist. Und dann kommt ein Mann namens Christopher Nolan, der zuletzt das Batman Franchise erfolgreich reanimierte, und präsentiert einen jener seltenen Sommerblockbuster, die nicht nur auf der Spektakelebene gefallen, sondern das Publikum auch intellektuell fordern.
Dom Cobb hat einen nicht ganz legalen Job. Er steigt in die Träume von Menschen ein, vornehmlich Industrielle, und stiehlt ihnen Ideen, die er dann an zahlende Auftraggeber übergibt. Als einer der bestohlenen aber Cobb auf die Schliche kommt, sieht er sich in die Ecke gedrängt. Nur wenn er für ihn den vermeintlich unmöglichen Auftrag eine Idee in den Kopf eines Gegners zu verpflanzen, also das genaue Gegenteil von dem auf das Cobb spezialisiert ist, durchführt, lässt er ihn ziehen. Und gibt ihm außerdem die Möglichkeit in die USA zurückzukehren, aus denen er aus rechtlichen Gründen ausgeschlossen wurde, und so zu seiner Familie heim zu kommen.
Mehr zur Story von Inception zu verraten, käme einem Verbrechen gleich, das ich nicht begehen möchte, daher nun auch keine Worte mehr dazu. Christopher Nolan hat hier etwas Besonderes geschaffen. Wer im Sommer ins Kino geht, der möchte sich für 2 Stunde berieseln lasen in einem gut klimatisierten Kinosaal und dann nach Hause fahren. Wer sich Inception ansah, kam nicht darum herum nach dem Kinobesuch über den Film zu sprechen, zu debattieren, Hirngespinste zu ersinnen, vielleicht sogar sich über das Gesehene in die Haare zu kommen, denn Inception ist ein Film, der auch außerhalb seines darstellenden Mediums funktioniert, was die wenigstens modernen Actionfilme von sich behaupten können. Aber auch nur als Film betrachtet macht das Werk alles richtig. Inception ist visuell atemberaubend, mit Schauwerten, die so in noch keinem Film zu sehen waren, verwöhnt auch die Ohren mit einem hervorragenden Score von Hans Zimmer und, und das ist mit das wichtigste, er fordert seine Zuseher. Wer nicht aufpasst, bleibt auf der Strecke und wird von der vielschichtigen, psychologisch tiefgründigen Geschichte gnadenlos zurück gelassen. Wenn dieser beinahe 2,5 Stunden lange Trip vorbei ist, muss man erst einmal durchatmen, und darf sofort zu grübeln beginnen, nachdem man, wie ein Großteil des Publikums im Kino, die letzte Einstellung des Films mit einem beinahe frustrierten, aber auch amüsierten Ohh! quittiert hat.
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