Ich will nicht so weit gehen und Ich bin Nummer Vier als puren Wellenreiter der Twilight Hysterie abstempeln, aber der Vergleich liegt doch sehr nahe. Immerhin verliebt sich auch hier ein Junge mit besonderen Fähigkeiten in ein normales Mädchen. Der Junge ist diesmal aber kein Vampir, sondern ein Außerirdischer, der wie sieben andere Jugendliche seiner Rasse auf die Erde flüchten musste, da eine andere, bösartige, Alienart Jagd auf sie macht. Diese Jagd geht aber auch auf unserer Welt weiter, denn drei sind bereits tot, und John, so der Name des Jungen, weiß, dass er der nächst ist, denn er ist Nummer Vier. Mit seinem Zeihvater wechselt er immer wieder Wohnort und Schule, bis er auf Sarah trifft, und sich in sie verliebt. Das ändert alles für John, denn wie ihm sein Beschützer erklärt, verlieben sich Vertreter seiner Rasse nur ein Mal und dann für immer. Erschwerend kommt hinzu, dass ihm seine Verfolger bereits auf den Fersen sind.
Was unterscheidet nun Ich bin Nummer Vier von Twilight? Da wären einmal die Hauptfiguren. Weshalb sich John und Sarah verlieben ist, anders als bei Bella und Edward, absolut nachvollziehbar. Neben der Tatsache, dass beide attraktiv sind, sind sie interessante Menschen. Sie ist begeisterte Fotografin, die auch etwas zu sagen hat und er ist ein sympathischer, freundlicher Kerl. Außerdem kann er Energiekugeln formen. Die Außerirdischen in Ich bin Nummer Vier erinnern nicht selten an Helden aus Comics, mit ihren vielen Superkräften. Das macht sie aber nicht weniger spannend, sondern man ist immer wieder interessiert, was sie noch aus dem Hut zaubern. Schade nur, dass man lediglich zwei der Überlebenden zu Gesicht bekommt, aber hier sparte man wohl für die Fortsetzungen und die Vorlage dürfte ähnlich gestrickt sein, denn auch Ich bin Nummer Vier ist eine Jugendbuchverfilmung. Neben seinem guten Hauptfigurenduo wartet der Film noch mit einer extrem coolen Nebendarstellerin, und einem sympathischen, leicht verschrobenen, Freund für John auf. Letzterer ist schon insofern positiv hervor zu heben, da er neben der Liebesgeschichte noch eine weitere emotionale Komponente darstellt. Er ist verzweifelt auf der Suche nach Beweisen dafür, dass sein Vater nicht verrückt war, der standhaft an die Existenz von Außerirdischen glaubte. Da kommt ihm ein Alien als Freund natürlich gelegen. Ganz ohne Klischees kommt der Streifen aber nicht aus, so hat Sarah einen Exfreund, der gefährlich nah an die Sportlerfigur aus jedem beliebigen Teeniefilm heran kommt, nur, dass er ein paar psychotische Züge aufweist, und die Trennung ganz offensichtlich nicht verkraftet. Ebenfalls seltsam mutet die Sache mit den Zahlen an. Wenn die guten Aliens der Reihe nach, ihrer Nummer entsprechend getötet werden, wieso schließen sich dann nicht jene, die außer Gefahr sind zusammen, und treten gegen die bösen Aliens an? Wie sich nämlich heraus stellt, ist man mit Unterstützung wesentlich stärker (Wirklich ein intelligenter Tip, den der Film da offenbart). Aber das sind nur Kleinigkeiten, die das Vergnügen kaum schmälern. Ich bin Nummer Vier bietet kurzweilige Unterhaltung, und lässt tatsächlich auf Fortsetzungen hoffen, die ob des offenen Endes nur eine Frage der Zeit sein sollten.
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