Irgendwann musste es ja passieren. Ein Studio, das Jahr für Jahr, Hit für Hit produziert, kommt wahrscheinlich nicht umhin, zumindest gemäß Murphys Law, irgendwann einen daneben zu setzen. Natürlich ist das absolut legitim, niemand ist perfekt, doch Pixar scheint man diesen Fehltritt richtig übel zu nehmen. Sowohl Fans, wie auch Kritiker stellten sich gegen das amerikanische Studio, das uns zuvor Filme wie Toy Story, Findet Nemo, oder Oben präsentierte, als Cars 2 ins Kino kam, und sowohl die Kritikerschaft, wie auch viele Zuseher enttäuschte. Und ja, Cars 2 ist sicher der bisher schwächste Titel des Studios mit der Schreibtischlampe, doch ein wirklich Desaster? Nein, das sicher auch nicht. Die Geschichte handelt abermals in jener Welt, in der es keine Menschen, sondern nur Autos gibt, man kennt das Szenario aus Teil 1. Lightning McQueen ist inzwischen in Radiator Springs sesshaft geworden, und bestreitet nebenbei viele Rennen, und gewinnt diese meist. Als es ein neuer Treibstoff auf den Markt kommt, hält dessen Entwickler einen Grand Prix ab, der feststellen soll, ob die Autos, die mit dem neuen Wundersprudel fahren, normalen Geschossen wirklich überlegen sind. Im Hintergrund dieses Rennzirkus spielt sich eine Spionagegeschichte ab, in bester James Bond Manier, denn der böse Professor X möchte die Rennen sabotieren und die Wundermittelautos am Siegen hindern. Genau da gerät Lightnings trotteliger Freund Hook hinein. Die Story von Cars 2 auf ihren Kern zu reduzieren, ist gar nicht so einfach, denn es passiert wirklich eine Menge. Einerseits die Renngeschichte um Lightning, dann der Agentenplot rund um Abschleppwagen Hook, manchmal müssen die Protagonisten selbst inne halten, und rekapitulieren, was denn nun abgeht. Natürlich ist dies kein Inception, aber ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit verlangt der Film doch. Und damit ist wohl der größte Fehler auch gefunden, es passiert einfach zu viel. Dem Zuseher wird kaum eine Möglichkeit geboten durchzuschnaufen, und das Geschehen einfach mal auf sich wirken zu lassen, außer vielleicht in den wirklich fantastischen Rennsequenzen, die für meinen Geschmack gerne noch um einigen länger hätten ausfallen können, denn immerhin geht es diesmal nicht nur im Kreis herum, sondern über Städtepisten in England, Frankreich und Italien. Technisch ist Cars 2, wie nicht anders zu erwarten, über jeden Zweifel erhaben. Die Animationen sind absolut auf der Höhe der Zeit, die Farben sind knallig, und die Umgebung unglaublich detailliert. Dennoch macht das schöne Bild nicht den löchrigen Inhalt vergessen. Die ohnehin schon überladene Geschichte ist zudem sehr holprig erzählt, und von Geschwindigkeitsproblemen geplagt. Hinzu kommt, dass vor allem der Humor diesmal großteils sehr kindgerichtet ist. Erwachsene amüsieren sich vielleicht über das Papamobil, das ein eigenes Papamobil hat, sprich der Papst der Cars Welt, aber die meistens ist der Film sehr auf Hook fixiert, und der erfüllt nun mal den kindlichen Chaoshumor. Wie gesagt Cars 2 ist sicher der schwächste Film Pixars bisher, doch bei weitem keine solche Katastrophe, wie mancher denken mag. Fans des ersten Teils werden sich über ein Wiedersehen mit vielen bekannten Charakteren freuen, und die Kleinen dürften sowieso begeistert sein. In diesem Sinne: Gas geben.
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